Schreiende Kinder, kläffende Hunde, Radfahrer und ein Meer aus leeren Bierflaschen machen es im Frühjahr und Sommer nicht gerade einfach, am Hamburger Elbstrand ein freies Plätzchen zu finden – und schon gar kein ruhiges.

Hamburgs Ufer an der Elbe zwischen Övelgönne bei Altona und dem Dorfstrand von Blankenese ist bei schönem Wetter ebenso beliebt wie überlaufen.

Und nicht nur die Hamburger lieben den Strand direkt vor der Haustür ihrer Großstadt: Die Zeitung „New York Times“ kürte den Elbstrand 2017 zu einem der zehn Lieblingsorte in Europa am Wasser. Sandstrand, Grillplätze und Lokale ziehen Einheimische ebenso an wie internationale Touristinnen und Touristen.

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Ruhe statt Rummel an der Dove-Elbe

Wenn du dich von den Menschenmassen gerne fernhältst und den Blick auf die Elbe in Ruhe genießen möchtest, dann fährst du  am Hotspot Hafencity lieber vorbei und ein paar Kilomter weiter flussaufwärts. Nicht einmal 15 Fahrradminuten vom Elbstrand entfernt beginnt dort Hamburgs eigentliches Wasserparadies: die Dove-Elbe.

Auf 18 Kilometern zieht sich der Pseudo-Fluss als eingedeichter Seitenarm der Elbe durch den idyllischen Osten der Hafenstadt. Seinen Namen erhielt er nach der niederdeutschen Bezeichnung für taub – dov. Statt Großstadtdschungel findest du am Ufer des Gewässers historische Reetdachhäuser und uralte Kirchen. 

Fachwerkhaus in Kirchwerder: Dorfidylle an der Dove-Elbe.

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Dorfidylle im Osten Hamburgs

Zahllose Stichkanäle und Grachten durchziehen das dörfliche Gebiet, in dem bereits seit Mitte des 13. Jahrhunderts Blumen, Obst und Gemüse angebaut werden. Besonders im Frühling kannst du in den Vier- und Marschlanden zwischen blühenden Bäumen, Büschen und Feldern Landluft tanken und entspannen.

Dabei hat an der Dove-Elbe nicht nur die Landwirtschaft ihre Spuren hinterlassen. In den 70er-Jahren begann auf dem Gebiet im Osten Hamburgs der Kiesabbau für Autobahnen und Großbauvorhaben. Die ehemalige Abbaufläche wurde später als Freizeit- und Wassersportanlage ausgebaut. 

Der Eichbaumsee in Hamburg: Perfekter Ort für einen entspannten Spaziergang.

Zentraler Anziehungspunkt ist der etwa 28 Hektar große Eichbaumsee. Hier ist das Wasser zwar weniger verschmutzt als im Hafen, baden ist wegen Blaualgen trotzdem verboten. Auf einem Rundweg um den See kannst du aber ausgedehnt spazieren oder joggen gehen. Am Ufer laden Bänke und weitläufige Rasenflächen zu einer kleinen Pause oder einem Picknick mit Blick auf das Wasser ein. 

Wasserparadies zum Paddeln und Planschen

In der Dove-Elbe selbst gibt es außerdem zahlreiche Wasserflächen, in denen baden, paddeln und planschen erlaubt ist. Trotzdem solltest du auch hier ein bisschen aufpassen, denn der Flussarm ist wegen seiner geringen Strömung ein beliebtes Paddelrevier.

Südlich vom Eichbaumsee wurde auf dem Flussarm in den 80er-Jahren eine 2000 Meter lange Ruder- und Kanu-Regattastrecke eingerichtet. Im Wasserpark Dove-Elbe können sich Besucherinnen und Besucher selbst ein Kanu oder Kajak ausleihen und über das Wasser schippern.

Stand-up-Paddler auf der Dove-Elbe: Mit ihrer geringen Strömung ist sie ein beliebtes Paddel-Revier.

Gleich nebenan wurde 1986 das Bundes-Sport-Leistungszentrum für Ruderer und Kanuten eröffnet. An wettkampffreien Tagen kannst du dort den Beobachtungsturm als Aussichtsplattform nutzen. 

Zwischen Schafen und Schiffen

Weil das tief liegende Gebiet an der Dove-Elbe schon immer mehr als die Großstadt Hamburg mit Sturmfluten und Überschwemmungen zu kämpfen hatte, trennen hohe Schutzdämme den Fluss vom Landesinneren. 

Die Dove-Elbe: Ruhe und Natur im Osten Hamburgs.

Die grünen Deiche bieten herrliche Ausblicke: auf vorbeifahrenden Kähne und Jachten auf der einen Seite, auf Schafherden und Gemüsefelder auf der anderen. Damit sind sie ein beliebtes Ausflugsziel vor allem für Fahrradfahrer, die die ländliche Idylle der Dove-Elbe abseits der hektischen Großstadt genießen wollen.