Du stehst am Flughafen, bist bereit für die große Reise, hältst den Boarding Pass in der Hand, aber abheben darfst du trotzdem nicht? Nun, es gibt tatsächlich viele Gründe, die es Fluggesellschaften erlauben, Passagierinnen und Passagiere von einer Reise auszuschließen.

Am Flughafen und im Flugzeug gilt nämlich ein Verhaltenskodex – der auch besagt, wie du nicht riechen und dich nicht kleiden darfst. 

1. Zu viel Alkohol getrunken

Der Klassiker! Vor dem Trip noch ein paar Gläschen kippen oder direkt vom Ballermann auf Mallorca an den Flughafen stolpern – das muss nicht immer gut gehen. Airlines können Menschen, die sichtlich betrunken sind, die Reise verweigern. Der Grund: Stark alkoholisierte Personen gelten als Sicherheitsrisiko für Passagierinnen und Passagiere sowie die Crew. 

Anders als beim Autofahren gibt es aber keine Promillegrenze – ob du zu alkoholisiert bist, den Flug anzutreten, entscheidet also das Personal am Flughafen und im Flugzeug.

Im Flugzeug ist der Sauerstoffgehalt niedriger, deshalb kann sich Alkohol nur langsam abbauen.

2. Notwendige Dokumente fehlen

Das sollte eigentlich klar sein: Menschen, die ohne gültige Dokumente reisen, dürfen nicht befördert werden. Dazu zählen nicht nur Personalausweis oder Reisepass als Ausweisdokument, sondern auch, dass Reisende ein Visum für das Zielland haben, falls notwendig, und dass sie alle Einreiseregularien erfüllen. Schreibt ein Land etwa eine Gelbfieberimpfung zur Einreise vor, kann die Airline schon am Abflugort den Impfpass kontrollieren. 

Aktuelle Deals

Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie ist ganz schön viel zu beachten, um kein Risiko einzugehen. Ein fehlender QR-Code, der zur Einreise in vielen Ländern benötigt wird, ein fehlender Test- oder Impfnachweis oder ein fehlendes Einreiseformular können dazu führen, dass du am Boden bleiben musst. Wer auf Nummer sicher gehen will, checkt vor der Abreise die Seite des Auswärtigen Amtes und plant extra Zeit ein, um im Zweifel am Flughafen noch Formulare auszufüllen.

Vor allem seit Ausbruch der Corona-Pandemie müssen Reisende allerlei Dokumente mit sich führen – sonst riskieren sie, nicht befördert zu werden.

3. Flüssigkeitsmengen im Handgepäck überschritten

Seit 2006 dürfen nur noch Flüssigkeiten in maximal 100 Milliliter fassenden Behältern im Handgepäck transportiert werden, in einem wiederverschließbaren transparenten Beutel, der bis zu einen Liter fasst. Doch das hat sich längst noch nicht bei allen herumgesprochen. Immer wieder stehen Menschen mit Handgepäck am Sicherheitscheck und müssen Mundspülung, Shampoo oder Sonnencreme zurücklassen. 

Aber was passiert, wenn ein Passagier oder eine Passagierin sich weigert, sich vom Lieblingsparfum oder dem besten Duschgel zu trennen? Nun, der Herr oder die Dame muss umkehren. Selbst wenn die Reisenden schon eingecheckt sind, kann der Flug verweigert werden. Nebst Wegwerfen gibt es oft aber noch die Option, die Flüssigkeiten gegen Aufpreis als zusätzliches Aufgabegepäck aufzugeben. Ob sich das lohnt ...?

Seit 2001 ist es verboten, Flüssigkeiten mit mehr als 100 Millilitern im Handgepäck zu transportieren.

4. Gesundheitsrisiko zu hoch

Die Hinweise, dass Menschen mit gewissen Gesundheitsrisiken ein Fahrgeschäft nicht nutzen können, kennen wir alle aus dem Freizeitpark. Dabei handelt es sich allerdings eher um einen Appell an die Vernunft jedes Einzelnen. Aber wusstest du, dass Airlines dir den Mitflug verweigern dürfen, wenn ein hohes Gesundheitsrisiko bei dir besteht? 

Wie der ADAC auf seiner Website berichtet, fällt das unter die Kategorie „Sicherheitsrisiko für sich selbst“. Damit kann die Airline verweigern, dass du an Bord gehst, selbst wenn alle Dokumente vorliegen. Ein hohes Gesundheitsrisiko kann beispielsweise eine schwere Erkrankung wie ein erhöhtes Thrombose-Risiko sein. Auch mit Fieber oder anderen Erkrankungen kann ein Fluggast zurückgewiesen werden. 

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

5. Zu starker Körpergeruch

„Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke, denn sonst sag ich Winke Winke und Goodbye“, singen Die Doofen in „Mief“. In diesem Fall allerdings müssen Reisende Winke Winke und Goodbye sagen – zum Flieger! 

Richtig gelesen, Airlines können Fluggästen die Reise verweigern, wenn sie unangenehm riechen. Der Passus fällt unter die Regelung, dass Passagierinnen und Passagiere nicht in unerheblichem Maße das Wohlbefinden von Mitreisenden beeinträchtigen dürfen. Heißt übersetzt: Stört sich jemand an deinem Geruch, bleibst du im Zweifel am Boden.

Ausnahmen gelten hierbei jedoch für Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder Erkrankung müffeln. Sie müssen laut Gesetz trotzdem mitgenommen werden, auch wenn andere Menschen sich am Geruch stören.

6. Zu viel oder falsches Gepäck

An jedem Flughafen hängen sie aus, die Listen mit Gegenständen, die man nicht transportieren darf. Waffen, Bomben, aber in vielen Ländern beispielsweise auch Obst, Fleisch oder Milchprodukte. Wenn du sie trotzdem einpackst und darauf bestehst, nicht ohne deine Wurst zu fliegen, bleibt ihr beide am Boden. Das gilt auch für bestimmte Gegenstände, die du eigentlich anmelden musst, aber nicht angemeldet hast. 

Nicht nur bei falsch gepacktem Gepäck kann es zu Problemen kommen, auch bei Übergepäck kann die Airline dich abstrafen. Die meisten verlangen Zusatzgebühren. Weigerst du dich zu zahlen, muss entweder das gesamte Gepäck am Boden bleiben oder das Gepäck mitsamt dir.

Messer, Scheren und anderes Gefahrengut muss am Boden bleiben – weigern sich Passagierinnen und Passagiere, die Gegenstände abzugeben, müssen sie ebenfalls auf den Flug verzichten.

7. Zu knapp bekleidet

Der Fall von Deniz Saypinar machte im vergangenen Jahr international Schlagzeilen: Die türkische Bodybuilderin durfte bei American Airlines nicht an Bord, weil ihre Kleidung zu knapp war! Immer wieder gibt es Meldungen von Menschen, denen nach eigenen Angaben aufgrund ihrer Kleidung die Beförderung im Flugzeug verweigert wurde. Aber ist das rechtens?

Ja! Denn wie auch beim Geruch greift hier die Regelung, dass man andere Reisende nicht erheblich in ihrem Wohlbefinden stören darf. 

Eine wirkliche Kleiderordnung haben deutsche Airlines nicht in ihren Richtlinien stehen. Aber Passagierinnen und Passagieren darf bei als unangemessen empfundener Kleidung dennoch die Reise verwehrt werden. Lufthansa-Tochter Swiss Air beispielsweise ließ verlauten, dass man Menschen, die nur im Bikini bekleidet ins Flugzeug wollten, nicht befördern würde, meldet „T-Online“.

Eine Kleiderordnung haben deutsche Airlines nicht, bei zu freizügiger Kleidung können Passagierinnen und Passagiere aber von der Reise ausgeschlossen werden.

8. Zu spät am Check-in oder Gate

Das ist wahrscheinlich der Grund, den alle präsent haben: Wer zu spät einchecken will oder zu spät am Gate ankommt, kann leider nicht mitfliegen. Verspätet sich eine Passagierin oder ein Passagier nur um Minuten, kann die Fluggesellschaft ihren Ermessensspielraum nutzen. Lange warten geht aber nicht, sonst wird es für die Airline zu teuer. Dann gilt der Spruch, den schon unsere Omas und Opas uns mit auf den Weg gegeben haben: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Wer zu spät zum Check-in oder ans Gate kommt, muss am Boden bleiben.

9. Pöbeleien und Belästigungen

Pöbel-Passagierinnen und Pöbel-Passagiere, die Flugzeuge bisweilen sogar zur Rückkehr brachten, machen immer wieder auf sich aufmerksam. Ist schon am Boden erkennbar, dass eine Person möglicherweise für Vorfälle in der Luft sorgen wird, etwa weil sie Mitreisenden oder Flughafen-Mitarbeitenden gegenüber ausfällig wird, kann die Airline kurzen Prozess machen und die Beförderung verweigern. 

Zu unangemessenem Verhalten gehören Pöbeleien, Belästigungen, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. Wer mitgenommen werden möchte, sollte sich also benehmen.

Übrigens: Airlines können per Hausrecht Passagierinnen und Passagiere auch sperren lassen, wenn sie zu verhaltensauffällig waren. Dann muss der oder die betroffene Reisende in Zukunft auf eine andere Fluggesellschaft ausweichen.

10. Das Flugzeug ist überbucht

Der einzige Punkt, für den Reisende nicht selbst verantwortlich sind: Airlines haben per Gesetz das Recht, ihre Flüge bis zu einem bestimmten Prozentsatz zu überbuchen. Meistens geht das Spiel auf, da oftmals Passagierinnen und Passagiere nicht auftauchen, weil beispielsweise der Zubringerflug verspätet ist oder weil sie die Reise nicht antreten. 

Aber natürlich kommt es vor, dass doch alle – oder zumindest mehr als von der Fluggesellschaft erwartet – am Gate stehen und einsteigen wollen. Meistens erhalten Personen bereits beim Check-in die Information, dass der Flug überbucht ist und ihnen kein Platz zugesichert werden kann. Verzichten Fluggäste freiwillig, erhalten sie eine Entschädigung, etwa kostenlose Mahlzeiten und Getränke und einen alternativen Flug. 

Weigern sich die Fluggäste jedoch, freiwillig zu verzichten, begeben sie sich ans Gate und warten dort, ob all diejenigen, die umsteigen müssen, auch tatsächlich den Flug erreichen. Zudem muss die Airline versuchen, Freiwillige zu finden, die ihre Reise gegen Entschädigung abtreten.

Passiert beides nicht, musst du am Boden bleiben – wirst dafür aber nach EU-Fluggastrecht entschädigt, was je nach Flug bis zu 600 Euro ausmacht. Die Airline muss zudem für Ausgaben wie Getränke und Speisen und möglicherweise auch ein Hotel aufkommen, bis der von der Fluggesellschaft organisierte neue Flug stattfindet.

11. Stören des Flugbetriebs

Hast du schon einmal versucht, während des Fluges die Flugzeugtür aufzumachen? Oder versucht, die Sicherheitskontrolle wie im Film zu umgehen, indem du einfach durchrennst? Nun, so wirklich empfehlenswert ist das nicht. 

Wer den Flugbetrieb stört, kommt nämlich auf die Unartige-Menschen-Liste der Airlines und wird mit einem Beförderungsverbot belegt. Wenn du schon am Flughafen auffällig wirst und die Gefahr besteht, dass du den Flugbetrieb stören wirst, kannst du direkt dazu verbannt werden, wieder nach Hause zu gehen.