Nach mehr als zwei Jahren Pandemie steht wieder fast die ganze Welt fürs Reisen offen. Die Basics für einen sicheren Urlaub kennen die meisten: Immer auf Pass, Portemonnaie und Wertsachen aufpassen, kein ungekochtes Essen in heißen Regionen essen und in vielen Regionen auch auf Leitungswasser verzichten.

Doch es gibt einige Fettnäpfchen, die nicht so offensichtlich sind – und sogar teuer oder gefährlich werden können. Diese zehn Hinweise solltest du daher besser im Hinterkopf behalten.

Unbedacht Medikamente einpacken

Ob gegen Schmerzen, Flugangst oder Übelkeit – es gibt fast immer das passende Medikament. Doch nicht in jedem Land sind alle Mittel erlaubt. Unter anderem haben die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, Malaysia und viele weitere Länder andere, strenge Drogengesetze.

So kann es sein, dass ein in Europa handelsübliches Medikament andernorts schon in kleinen Mengen zu einem Gefängnisaufenthalt führt. Wer auf diese Medikamente nicht verzichten kann, sollte also vor Abreise klären, ob die Einfuhr erlaubt ist, zum Beispiel auf der Website der Botschaft. Empfehlenswert ist zudem eine kurze Bestätigung der Hausärztin oder des Hausarztes, dass es sich um ein notwendiges Medikament handelt – am besten in der Landessprache oder auf Englisch.

Für viele Medikamente benötigst du Bescheinigungen deines Arztes, wenn du sie mit ins Ausland nehmen willst. (Symbolfoto)

Auf der Fähre telefonieren

Auf der Fahrt mit der Fähre von Deutschland nach Schweden oder Norwegen telefonieren – das könnte teuer werden. Denn auf dem Meer gibt es in den meisten Fällen keine Handyverbindung. Große Schiffe haben daher oft ein bordeigenes Mobilfunknetz, das wiederum mit einem Satellitennetz verbunden ist.

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Diese Schiffsnetze sind richtig teuer und kennen auch keine automatische Kostenbegrenzung: Ein Telefonat kostet zwischen 3 und 7 Euro pro Minute – im Durchschnitt wird für 100 Kilobyte Datenverkehr bis zu 2,50 Euro fällig. Ein Beispiel zum Vergleich: Wer ein kurzes Whatsapp-Video von rund ein bis drei Megabyte abspielt, muss 25 bis 75 Euro blechen.

Insel-Hopping: Mit der Fähre kommst du beispielsweise von Norddeich nach Norderney oder nach Juist.

Dem Hotelsafe vollkommen vertrauen

Der Hotelsafe im Zimmer ist der sicherste Ort für Pass, Geld, Tickets und andere wertvolle Gegenstände? Leider nicht. Denn einige Modelle lassen sich ganz einfach öffnen, indem man zum Beispiel die Stromzufuhr kappt. Aber auch durch das Zurücksetzen auf die Werkseinstellung oder bei einem festen Schlag mit der Faust gehen bei einigen Safes die Türen auf.

Der Hotelsafe an der Rezeption sei um einiges sicherer, rät der TÜV. Denn zum einen würde für die Wertgegenstände eine Quittung ausgestellt und zum anderen sei die Aufbewahrung – im Gegensatz zum Zimmertresor – in vollem Umfang versichert.

Wahllos das Hotel-WLAN nutzen

Vorsicht ist beim Hotel-WLAN geboten. Denn Kriminelle könnten in der Nähe des Hotels einen eigenen falschen WLAN-Hotspot eingerichtet haben. Wer sich einfach mit einem freien WLAN beispielsweise mit dem Namen „Guest“ verbindet, könnte seiner Daten beraubt werden – vom E‑Mail-Log-in bis zu den Bank-Passwörtern.

Auch Malware könnte installiert oder die Verbindung zu Phishing-Seiten hergestellt werden. Reisende sollten also am besten nur über eine sichere Verbindung beziehungsweise ein VPN das Internet nutzen und Datenverbindungen wie WLAN und Bluetooth nach der Benutzung deaktivieren, um einen unberechtigten Zugriff zu verhindern. Das gilt sowohl für das WLAN im Hotel als auch im Flughäfen und in Restaurants.

Bei WLAN-Hotspots heißt es: Vorsichtig sein.

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Die lokalen Gesetze nicht kennen

Kaugummi kauen in Singapur, Majestätsbeleidigung in Thailand und das Tragen eines Bikinis auf einheimischen Inseln der Malediven außerhalb der touristischen Resorts – das ist verboten. Reisende sollten sich also vorab über ungewöhnliche Gesetze im Urlaubsland informieren.

Seit 1992 gibt es das Kaugummiverbot in Singapur. Wer sich nicht daran hält, muss zahlen.

Hobby-Fotografinnen und ‑Fotografen ebenso wie Profis, die gern Drohnen-Aufnahmen machen, sollten vorab checken, ob eine spezielle Genehmigung dafür erforderlich ist. In einigen Ländern sind diese zum Beispiel komplett verboten: Das ist in Marokko, dem Iran, Kenia und Ägypten der Fall. Wer dennoch eine Drohne ohne die richtigen Papiere fliegen lässt und das noch nahe einem Militärgelände, kann sogar im Gefängnis landen.

Sich nicht über die Verkehrsregeln informieren

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt oder sich einen Mietwagen holt, ohne die Verkehrsregeln zu kennen, muss unter Umständen tief in die Tasche greifen. Klar ist, Raser und Raserinnen müssen mit einem Bußgeld rechnen.

In der Schweiz genau wie in Finnland und England errechnet sich die Höhe nach dem Einkommen der jeweiligen Person. Bei einem durchschnittlichen Gehalt liegt die höchste Geldstrafe in der Schweiz umgerechnet bei 11.400 Euro.

Bis zu 5000 Euro Strafe - Österreich erhöht Bußgelder für Raser. Wie sieht es mit Strafen in den anderen Ländern aus?

Die Strandregeln missachten

FKK, oben ohne sonnenbaden, Sex am Strand, mit dem Hund am Strand spazieren, Sandburgen bauen oder einfach Sand und Steine einstecken – das alles ist an einigen Stränden in Deutschland und anderen Ländern strengstens verboten. 

In Portugal ist FKK zum Beispiel komplett verboten. Das Sonnen ohne Bikini-Oberteil wird an manchen Stränden geduldet. Hingegen besteht an allen Stränden, die mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichnet werden, zwischen Juni bis einschließlich September ein Hundeverbot. Lediglich an unbewachten Stränden und außerhalb der Hauptsaison sind die Tiere erlaubt.

Auf Sardinien steht das Mitnehmen des Sandes unter Strafe. Dasselbe gilt für ganz normale Steine. Der Grund: Würden alle ein Glas voller Sand mitnehmen, bliebe am Ende nicht mehr viel schöner Strand übrig.

Diese Sandburgen sind nicht überall gern gesehen.

Auf Sylt, Fehmarn sowie an vielen Stränden Teneriffas und in Eraclea nahe Venedig ist es verboten, Sandburgen zu bauen. Denn über die entstehenden Löcher könnten Spazierende oder gar Rettungsschwimmer stolpern und sich verletzen. Außerdem könnten Sandburgen Krankenwagen im Ernstfall behindern, wenn sie wegen der Bauwerke stecken blieben. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Gleiches gilt für Sex am Strand. Das ist überall in Europa verboten. Nur in Bulgarien und Skandinavien droht lediglich eine Verwarnung. In allen anderen Ländern droht eine Geld- oder sogar eine Haftstrafe. 

Sich von Betrugsmaschen blenden lassen

Betrügerinnen und Betrüger lassen sich so einiges einfallen, um Reisende um ihr Geld zu bringen – da ist es nicht immer leicht, sofort das Vorhaben dahinter zu durchschauen. Eine der Maschen ist es, Reisende mit einem vermeintlichen Gewinn zu Verkaufsveranstaltung zu locken.

Auf Gran Canaria zum Beispiel ist es schon öfter vorgekommen, dass Betrügerinnen und Betrüger Rubbellose am Strand oder auf der Straße an Touristinnen und Touristen verteilten. Wer das Gewinnerlos hatte, sollte in ein Taxi steigen, um einige Kilometer weiter an einer kurzen Führung durch eine Luxus-Hotelanlage teilzunehmen.

Besonders an der Playa del Inglés sind die Betrüger auf Gran Canaria unterwegs und verteilen Lose an Urlauber. (Symbolfoto)

Statt zu gewinnen, wurden die Opfer dazu gedrängt, Urlaubsgutscheine, Urlaubszertifikate, Urlaubspakete, Unterkunftsgutscheine oder Voucher zu kaufen – dafür sollten sie direkt eine Anzahlung über mindestens 1000 Euro leisten. Doch die Gutscheine können nicht aktiviert werden und ein Rücktritt ist nicht möglich. 

Reisende sollten also niemals ein Los annehmen. Wer dennoch in eine Verkaufsveranstaltung gerät, sollte auf keinen Fall etwas unterschreiben oder eine Anzahlung leisten. Und auch bei Taschenspielertricks ist Vorsicht geboten: Beim Hütchentrick zum Beispiel ist bisher kaum jemand mit mehr Geld aus dem Spiel gegangen, als er oder sie zu Beginn hatte.

Kleiderordnung in anderen Ländern ignorieren

Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für die Kleidung. So ist Camouflage-Kleidung in einigen Ländern der Karibik kein Modetrend, sondern nur dem Militär vorbehalten. Wer die Tarnfarben dennoch trägt, muss meist mit einer Geldstrafe rechnen. In Südafrika droht sogar eine Gefängnisstrafe. In folgende Länder solltest du daher keine Camouflage-Klamotten mitnehmen:

  • Antigua und Barbuda
  • Bahamas
  • Barbados
  • Dominica
  • Ghana
  • Grenada
  • Jamaika
  • Nigeria
  • Oman
  • Philippinen
  • St. Lucia
  • St. Vincent und die Grenadinen
  • Saudi-Arabien
  • Südafrika
  • Trinidad und Tobago
  • Uganda
  • Sambia
  • Simbabwe

Beim Besuch von einigen Orten und antiken Stätten ist hingegen das richtige Schuhwerk gefragt. So sind beim Wandern durch die Cinque Terre Flip-Flops und Badelatschen verboten – allerdings aus Sicherheitsgründen. Denn immer wieder haben sich Reisende beim Besuch der steinigen italienischen Fischerdörfer des Cinque-Terre-Nationalparks verletzt.

Blick auf Manarola– Teil der Cinque Terre. Beim Wandern dort ist das richtige Schuhwerk gefragt.

In antiken Stätten wiederum sollten Reisende grundsätzlich auf Pfennigabsätze verzichten, da die Schuhe den Boden beschädigen können. Daher ist in der Akropolis von Athen das Tragen von High Heels nicht gestattet. Die Schuhe mit dem dünnen Absatz könnten Löcher im antiken Marmor hinterlassen. Um dies zu vermeiden, sind flache Schuhe zwingend notwendig.

Nicht auf Notsituationen vorbereitet sein

An eine Notsituation denken die meisten Urlaubsreisenden am wenigsten. Doch im Notfall kann eine kurze Recherche vorab das Leben retten. So ist es immer ratsam, im Hotel nach dem Notausgang zu schauen, um bei einem Brand den Weg nach draußen zu kennen. Das ist besonders in höheren Stockwerken wichtig, denn Feuerwehrleitern reichen oft nicht weiter als maximal bis zum achten Stock.

Auch die Notrufnummer zu kennen ist wichtig. Allerdings lohnt es nicht immer, dort anzurufen. Denn nur knapp mehr als 70 Länder (davon zwei Drittel in Europa) haben einen immer erreichbaren, landesweiten Rettungsdienst. In allen anderen Ländern müssen Reisende selbst zusehen, wie sie ins nächste Krankenhaus kommen. 

Vor der Abreise lohnt es sich aber unabhängig vom Land, sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand einzutragen. Bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunami, Terroranschlag oder einem anderen Katastrophenfall kann die Behörde so schnell Hilfe leisten.