El Hierro ist mit 270 Quadratkilometern die kleinste der Kanarischen Inseln – und die speziellste. Wer dorthin kommt, erlebt die ruhigste und sanfteste Seite der Kanaren.

Südlich von La Palma und östlich von Teneriffa und La Gomera gelegen, bezaubert das Mini-Eiland mit praller Natur, einer wilden Vulkanlandschaft und einem fairen und langsamen Tourismus. Voll ist es dort nie, dafür aber authentisch und ehrlich. Wir zeigen dir die Highlights auf El Hierro, die du unbedingt sehen solltest.

Die Inselhauptstadt Valverde

El Hierro ist so klein, dass die Inselhauptstadt wie ein größeres Dorf wirkt. Valverde ist 600 Meter über dem Meer gelegen und hat gerade mal 5000 Einwohnerinnen und Einwohner. Dort spielt sich der Alltag der Insulanerinnen und Insulaner ab: Es gibt Supermärkte, Geschäfte und Bars genauso wie den Wochenmarkt, das Inselkrankenhaus und die drei Inseltankstellen.

Valverde ist die Inselhauptstadt von El Hierro.

Das Herz von Valverde ist die Playa Principal. Dort thronen das Rathaus und die Kirche Santa Maria de la Concepción. Zum Bummeln geht es in die Calle Doctor Quintero, eine hübsche Straße mit vielen Geschäften. Von den Einwohnerinnen und Einwohnern wird die Straße nur als „La Calle“ bezeichnet. Willst du mehr über El Hierro erfahren, kannst du das kleine Heimatmuseum besuchen.

Der Aussichtspunkt Mirador de La Peña

Willst du El Hierro von oben bewundern, kannst du die Aussichtspunkte der Insel besteigen. Einer der schönsten befindet sich im El-Golfo-Tal im Norden der Insel. Das Tal entstand einst durch einen Erdrutsch. Heute findest du auf 700 Metern Höhe den Mirador de La Peña über steilen Felswänden.

Der Mirador de la Pena wurde vom kanarischen Künstler Cesar Manrique gestaltet.

Oben auf dem Aussichtspunkt gibt es nicht nur eine traumhafte Aussicht, sondern auch kleine Gärten und ein Restaurant. Weil die Frontseite komplett verglast ist, ist der Blick wirklich spektakulär.

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Das Naturschwimmbecken Charco Azul

El Hierro ist keine klassische Badeinsel, da es wenige Strände gibt. Dafür kannst du in mehreren Naturschwimmbecken abtauchen. Das spektakulärste ist im Tal El Golfo entstanden. Dort hat sich aufgrund starker Wellen und Vulkanaktivitäten über Jahrzehnte ein Becken gebildet, das von wunderschönen Felsformationen umrahmt wird.

Eine spektakuläre Höhle beim Charco Azul.

Es gibt zwei Sonnenterrassen, von denen du ins Wasser springen kannst, außerdem findest du Leitern, die zum kristallklaren, türkisfarbenen Wasser führen. Da es kaum Wellen gibt, schwimmst du dort auch sehr sicher. Das Wort „Charco“ heißt übersetzt übrigens „Pfütze“.

Die Hochebene Meseta de Nisdafe

Wer gern wandert und die Natur genießt, sollte auf die malerische Hochebene Meseta de Nisdafe südwestlich von San Andrés fahren. Auf 1100 Metern Höhe breitet sich ein Gebiet aus, das insbesondere in den Wintermonaten und im Frühling für die Kanaren einzigartig ist. Die Landschaft wirkt nämlich, als gehöre sie nach Irland.

Eine Viehweide auf dem Hochplateau Meseta de Nisdafe.

Grüne Wiesen und Weiden breiten sich weit aus, überall blüht es und es gibt Schaf- und Ziegenherden. Es gibt mehrere Wanderrouten über die Hochebene, Vorsicht ist nur im Sommer geboten: Dann verwandelt sich Meseta de Nisdafe in eine trockene, teilweise verdorrte Landschaft.

Das Ende der Welt am Punto de Orchilla

Du wolltest schon immer mal ans Ende der Welt? Dann bist du auf El Hierro genau richtig. Denn am westlichsten Punkt der Insel thront ein Leuchtturm, der den südwestlichsten Punkt Europas markiert und in der Antike als „Ende der Welt“ galt.

Der Punto de Orchilla markiert das "Ende der Welt".

Stehst du beim Leuchtturm und blickst nach Westen, gibt es nichts als den Atlantischen Ozean zu sehen. Die Gegend ist sehr einsam und wunderbar rau. Der Leuchtturm ist umgeben von weiten Lavafeldern und Vulkankegeln.

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Der Wacholderwald El Sabinar

Eine Kirche, ein Turm oder ein Denkmal als Wahrzeichen? Nicht auf El Hierro. Auf der Kanaren-Insel steht die Landschaft im Mittelpunkt, daher verwundert es auch nicht, dass das Wahrzeichen der Insel ein ganz besonderer Wald ist.

Knorrige und schief wachsende Wacholderbäume in El Sabinar.

Der Wacholderwald El Sabinar in La Dehesa ist ein schräger Anblick – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bäume, die dort wachsen, haben bizarre Formen. Das liegt an dem permanenten Fallwind, der dort weht. Die mehrere Hundert Jahre alten Wacholderbäume sind einmalig auf der Welt!

Die Zeichen von Los Letreros

Auf El Hierro kannst du im Süden der Insel in El Julán in die Vergangenheit reisen. Wo einst das Hauptsiedlungsgebiet der Bimbaches, der Ureinwohner von El Hierro, lag, gibt es heute noch bedeutende Spuren: in Lavaplatten geritzte Schriftzeichen.

Die Felszeichnungen Los Letreros sind eine Besonderheit auf El Hierro.

Die Zeichnungen von Los Letreros befinden sich auf langen Felsplatten und beinhalten Darstellungen von Menschen und Tieren sowie Kreise, Wellenlinien oder Spiralen. Fachleute schätzen, dass diese um 200 vor Christus mit spitzen Steinen in die Lavaplatten geritzt wurden. Der Besuch erfolgt zu Fuß in einem etwa dreistündigen Rundgang (oder auf Wunsch im Jeep).

Die Bucht La Maceta

Im Norden der Insel im Gemeindebezirk Frontera ist die Bucht La Maceta der ideale Ort für einen Badetag. Die Küste ist zwar rau, doch in den verschieden großen natürlichen Meeresschwimmbecken merkt man das nicht und das Schwimmen ist sicher.

Natürlicher Swimmingpool auf El Hierro.

Die Becken haben Treppenstufen und Geländer und es gibt eine große Sonnenterrasse, Duschen und Toiletten. Der Sonnenuntergang in La Maceta soll besonders schön sein. Tipp: Es gibt einen kurzen, knapp zwei Kilometer langen Weg entlang der Küste bis nach Las Puntas mit einer tollen Aussicht unterwegs.

Der Charco Manso

Ebenfalls im Norden von El Hierro befindet sich der besonders raue Charco Manso inmitten einer zerklüfteten Küstenlandschaft. Unterhalb des Dorfes Echedo führt eine Steintreppe von einem kleinen Felsplateau ins Wasser.

Der Charco Manso liegt in einer Vulkanlandschaft aus Grotten, Höhlen und Felsentoren.

Die Vulkanlandschaft aus Grotten, Höhlen und Felsentoren ist beeindruckend, allerdings ist auch Vorsicht geboten. Baden sollte man nur bei Ebbe und wenig Wind. Da die Gegend eher unwegsam ist, sollte man immer vorsichtig gehen und Kinder beaufsichtigen.

Das Tauchparadies La Restinga

An der Südspitze von El Hierro zeigt sich die Insel unter Wasser von ihrer schönsten Seite. In La Restinga, einem Dorf mit nur 500 Einwohnerinnen und Einwohnern, befindet sich das Tauch-Eldorado der Kanaren: Mehr als zehn Tauchcenter haben sich dort angesiedelt.

La Restinga ist das Taucherparadies auf El Hierro.

Das liegt an der spektakulären Unterwasserwelt: Als es 2011 zu submarinen Vulkanausbrüchen kam, veränderte sich die Welt unter Wasser, man vermutet sogar, dass sie sich verbessert hat. Heute ist La Restinga bekannt für Fischreichtum, Artenvielfalt und die schönste Unterwasserwelt der Insel und vielleicht der gesamten Kanaren.

Die Playa de Tacorón

Etwa sieben Kilometer südöstlich von La Restinga gibt es einen kleinen, zauberhaften Strand zu entdecken. Die Playa de Tacorón ist nur zehn Meter lang und zehn Meter breit, beeindruckt aber mit ihrer Kulisse aus Lavagestein, rötlichen Klippen und schwarzem Sand.

Die idyllische Bucht in Cala de Tacoron auf El Hierro.

Die Bucht liegt in einer von erkalteter Lava geformten natürlichen Mole, die einen gewissen Schutz vor hohen Wellen bietet. Ins Wasser kommst du über Leitern. Vor Ort gibt es einen Grillplatz mit Sitzmöglichkeiten und ein Strandlokal. 

Der heilige Baum Árbol Santo

Auf einer Hochebene bei San Andrés steht der berühmteste Baum von El Hierro: Der Lorbeerbaum Garoé wird auch Heiliger Baum genannt und hat eine besondere Geschichte. Weil er durch eine Felsnische geschützt ist, kondensierten an seinen Ästen die Passatwolken und das abtropfende Wasser sammelte sich in Mulden aus Basaltgestein. So rettete er die Ureinwohner El Hierros vor dem Verdursten und versorgte die spanischen Eroberer mit Wasser.

Bei einem Orkan im 17. Jahrhundert wurde der Garoé entwurzelt, an seiner Stelle wurde ein Stinklorbeer-Baum gepflanzt. Heute ist der Baum im Inselwappen abgebildet. In der Nähe kannst du das Garoé-Interpretationszentrum besuchen und lernen, woher die Ureinwohner ihr Trinkwasser bekamen.

Der schwarze Sandstrand Bahia de Timijiraque

Die kleinste Kanaren-Insel El Hierro hat die kürzeste Küstenlinie. Da die Insel auch vulkanischen Ursprungs ist, gibt es keine langen Strände. Schwimmen kannst du aber trotzdem, zum Beispiel im Osten in der Bahia de Timijiraque.

Der Strand Bahia de Timijiraque ist von schwarzem Sand gesäumt.

Dort findest du eine malerische Bucht, die von schwarzem Sand gesäumt ist. Die Wellen sind niedrig und der Einstieg ins Wasser ist seicht, daher können vor allem Kinder an dieser Stelle besonders gut schwimmen. Vor Ort gibt es auch zwei Bars.

Die Bucht Las Playas

Ebenfalls im Osten der Insel liegt die Bucht Las Playas, die von hohen Felsformationen umgeben ist. Über etwa vier Kilometer erstreckt sich die von steilen Felswänden eingefasste Bucht: vom Roque de Bonanza bis circa einen Kilometer südlich des Hotels Parador Nacional de El Hierro.

Die malerische Bucht Las Playas auf El Hierro.

Baden ist an mehreren Stellen möglich, der Boden besteht aus grau-schwarzem Kies-Strand. Insbesondere Taucherinnen und Taucher kommen gern dorthin, da in der Bucht das Wasser besonders klar sein soll.

Der Mirador de las Playas

Das Wahrzeichen der Bucht Las Playas ist der Felsen Roque de Bonanza. Den hast du am besten im Blick, wenn du den Mirador de las Playas besuchst. Der Aussichtspunkt befindet sich in den Ausläufern des Kiefernwalds El Pinar.

Der Felsen Roque de Bonanza ist das Wahrzeichen der Bucht Las Playas.

Der Viewpoint wurde am oberen Rand der Felswand Risco de los Herreños errichtet. So hast du einen Mega-Blick auf die Küste von Las Playas sowie den Roque de la Bonanza – und mit etwas Glück kannst du sogar in der Ferne die Nachbarinseln Teneriffa und La Gomera erspähen.

Der rote Strand an der Playa del Verodal

Der auffälligste Strand von El Hierro ist an der Westküste zu finden. Die felsige Bucht zählt zu den schönsten der gesamten Insel. Das liegt an der Farbe des Sandes: Dieser schimmert rot und ist deshalb einzigartig auf der Insel.

Der Sandstrand von Playa del Verodal schimmert rötlich.

Doch Vorsicht: Die Küste ist an dieser Stelle sehr rau und die Strömungen sind stark, weshalb du lieber nur am Strand spazieren und nicht ins Wasser gehen solltest. Nahe dem Strand gibt es einen Picknickplatz, von dem aus du eine super Aussicht auf die Bucht hast.