Roadtrip-Fans mit kleinem Budget stehen harte Zeiten bevor. Die Preise für Mietwagen steigen dramatisch. Wer zum Urlaubsziel fliegt und die Region dann mit den eigenen vier Rädern erkunden will, muss in diesem Jahr besonders tief in die Tasche greifen: Auf Mallorca zum Beispiel kostet ein Kleinwagen derzeit rund 61,42 Euro pro Tag, das sind rund 169 Prozent mehr als noch 2019 (23,03 Euro pro Tag). 

Der Grund: Die Nachfrage nach den Mietautos bleibt an den beliebten Ferienzielen konstant hoch, während das Angebot an Autos reduziert ist. Die Autoindustrie liefert weiterhin weniger Fahrzeuge aus, und nur wenige davon gelangen zu den Mietwagenfirmen.  

Urlaub ohne Mietwagen: Diese Ziele am Mittelmeer sind bestens für Bustouren geeignet

Doch wer preisbewusst durch Europa reist, kann auf Alternativen zurückgreifen. Viele beliebte Ziele lassen sich ebenso gut mit dem öffentlichen Nahverkehr oder dem Moped erkunden. Wo du besonders gut mit Bus, Bahn und Co. unterwegs bist, erfährst du in unserer Übersicht. 

Mallorca

Mit dem Mietwagen erreichst du Strände, Kulturhighlights und Naturschönheiten von Mallorca zwar einfach und flexibel, doch auch mit dem öffentlichen Nahverkehr kannst du die Insel fast bis zur letzten Bucht erkunden – wenn auch ein wenig langsamer. Möglich macht das der Busanbieter der Insel, der Verkehrsverbund TIB

Besonders gut angebunden bist du von der Inselhauptstadt Palma aus. Von dort aus bringen dich Busse in alle Himmelsrichtungen.

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Wenn du lieber jeden Tag in einer anderen Stadt schläfst, könntest du als Start für deine Rundreise vom Flughafen aus den Bus in Richtung Manacor nehmen. Die drittgrößte Stadt auf Mallorca bietet etliche Kulturdenkmäler, Museen und historische Bauwerke – und einige Restaurants, um den Tag ausklingen zu lassen.

Auf Mallorca bringen dich Busse von A nach B, unter anderem nach Cala Figuera mit seinem alten Fischereihafen.

Weiter geht es Richtung Küste zum Urlaubsort Cala Bona. Genieße dort den langen Sandstrand, ehe du dich weiter in östliche Richtung bewegst, immer am Meer entlang. Mit einem Umstieg gelangst du nach Portocolmo, dem größten Naturhafen und einem der bedeutendsten Fischereihäfen der Insel. Wer mag, fährt über Cala Figuera zurück nach Palma –  oder dehnt den Bus-Trip weiter über den Süden Mallorcas aus. 

Kreta

Fast die gesamte Insel Kreta kannst du günstig mit den Bussen von KTEL erkunden. In der Saison verbinden Linienbusse die wichtigsten Städte an der Küste fast im Stundentakt. Festos, Matala, die Samaria-Schlucht oder Chora Sfakion – all diese Traumziele erreichst du, wenn du ein Busticket löst. 

Matala gehört für viele Kreta-Urlaubende dazu. In dem entspannten Küstenort trafen sich einst Hippies. Bis heute zieht der schöne Sandstrand viele Besucherinne und Besucher an.

Am besten angebunden sind Großstädte wie Iraklion, Chania, Rethymno und Agios Nikolaos. Ein wenig Flexibilität ist allerdings notwendig: Die Busse fahren oft am frühen Morgen los und am späten Nachmittag zurück – eben dann, wenn die Kreterinnen und Kreter zur Arbeit und wieder zurückfahren. Daher eignet sich der Nahverkehr auf Kreta eher für eine Rundreise mit dem Bus als für Tagestouren. 

Für Letztere kannst du dich an die zahlreichen Agenturen, die es in nahezu jedem Dorf auf der Insel gibt, wenden. 

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Spanisches Festland

Das staatliche Eisenbahnunternehmen Renfe bringt dich in Spanien von A nach B. Wer in Barcelona aus dem Flieger aussteigt und in die Bahn einsteigt, ist rund sechs Stunden später im andalusischen Málaga – oder kann die Reise mit tollen Zwischenstopps bereichern. Auf dem Weg befinden sich unter anderem die beliebten Ferienziele Tarragona und Saragossa, bevor der Zug ins Landesinnere nach Madrid abbiegt. 

Mit dem Zug durch Spanien: Die Renfe fährt oft auch am Mittelmeer entlang.

Von dort aus geht es nach einigen Tagen Hauptstadt-Trubel zurück Richtung Küste, und zwar mit einem Zwischenstopp in der Unesco-Stadt Córdoba. Zum Welterbe gehören Teile der Altstadt und die berühmte Mezquita-Moschee, die im 13. Jahrhundert in eine katholische Kirche umgewandelt wurde.

Von dort aus trennen dich nur noch etwa anderthalb Zugstunden von Málaga – und dem perfekten Urlaubsausklang mit Strand, Kultur und spanischer Leichtigkeit. 

Kroatien

Wenn du auf den Mietwagen verzichten willst, eignet sich die kroatische Adriaküste hervorragend zum Erkunden mit dem Bus. Busse verkehren zwischen den größeren Städten mehrmals täglich. Sie bringen dich sogar über das Wasser auf die Inseln, denn die Fährfahrt ist bei diesen Reisen inklusive.

Wen die kleinen Fischerdörfer an der Adria reizen, muss etwas mehr Flexibilität mitbringen, denn diese werden weitaus seltener mit dem Bus angefahren. Umso weniger Reisenden wirst du dort begegnen. Für das besondere Erlebnis kannst du einige Strecken auch über den Wasserweg mit dem Wassertaxi oder einem Ausflugsboot bewältigen. 

Split ist ein hervorragender Ausgangspunkt für deine Reise mit dem Bus durch Kroatien. Die Stadt selbst verzaubert mit vielen historischen Gebäuden.

Ein toller und von vielen Städten aus gut erreichbarer Zwischenstopp für einen Bus-Trip durch Kroatien ist die Stadt Split. Sie entstand im vierten Jahrhundert aus dem festungsähnlichen Diokletian-Palast. Zwar sind nur noch etwa 200 der einst über 1000 Gebäude erhalten, doch innerhalb der weißen Kalksteinmauern entfaltet sich an ihrer Stelle heute eine lebendige Großstadt. 

Zwischen dem Bau des Diokletian-Palastes und der heutigen Stadt gab es häufig Gerangel um diese Adriaperle: Griechenland, Venedig, Ungarn, Frankreich und Österreich eroberten die Stadt und hinterließen ihre Spuren. Überdauert hat unter anderem die Kathedrale, in deren Umgebung du heute kleine Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants entdecken kannst. Ein Muss: frischen Fisch essen!

Italien

Einmal im Zickzack von Mailand nach Palermo oder ganz gerade am Stiefel herunter? Egal, wie du dich entscheidest – Italien kannst du hervorragend mit dem Zug erkunden. Mittels Fähre bringt er dich sogar auf die Insel Sizilien

Als Ausgangspunkt für eine mehrtägige Bahnreise bietet sich Mailand im Norden Italiens an. Du kannst die Stadt von Deutschland aus per Zug (zum Beispiel von Frankfurt aus in rund acht Stunden) oder Flugzeug erreichen. Dann geht es nach Lust und Laune weiter – immer dem nächsten Abenteuer entgegen.

Wie aus dem Bilderbuch: Positano schmiegt sich bei Sonnenuntergang malerisch in den Felsen.

Nach drei Stunden Fahrzeit erreichst du zum Beispiel Cinque Terre. Das sind fünf Gemeinden, die sich malerisch in die Hänge der italienischen Riviera schmiegen. Nahezu jedes der hübschen bunten Häuser schenkt dir zum Frühstück schon den perfekten Meerblick. 

Als nächster Halt auf deiner Zug-Tour durch Italien steht die Hauptstadt auf dem Programm. Rom erreichst du nach rund fünf Stunden. Genieße diese Pause für deine Füße von deinem Sitzplatz aus, denn in Rom wirst du mit Sicherheit viele berühmte Sehenswürdigkeiten ablaufen: das Kolosseum, unzählige Kirchen, historische Gassen und das Forum Romanum, um nur wenige zu nennen. 

Und danach? Steht dir dank der guten Zugverbindungen nahezu ganz Italien offen. In etwa drei Stunden gelangst du zum Beispiel nach Salerno an der schönen Amalfiküste und von dort weiter nach Palermo auf Sizilien. Dabei führen die Schienen direkt am Meer entlang, sodass die Zugfahrt wie im Fluge vergeht. 

Sardinien

Ohne Auto Sardinien erleben? Zugegeben, das Bus-Netz der italienischen Mittelmeerinsel gehört in Sachen Taktung nicht gerade zu den besten in Europa. Wer allerdings mit wenig Gepäck reist, kann trotzdem auf den Mietwagen verzichten und stattdessen stilecht mit der Vespa über die Insel cruisen. Ihr Mietpreis ist verglichen mit Autos oft deutlich günstiger. Für zwei Personen kostet der Fahrspaß an der frischen Luft mit dem Scooter ab 200 Euro pro Woche. 

Mit der Vespa unterwegs: Eine Frau steigt auf den gelben Scooter und erkundet damit Sardinien.

Dabei gilt: Wer über einen Autoführerschein (Klasse B) verfügt, darf damit auch einen Roller mit bis zu 45 Kilometern in der Stunde steuern. Weil du mit eher gemächlichem Tempo über den Asphalt lenkst, entgeht dir dabei kaum eine einsame Bucht oder eine Sehenswürdigkeit am Wegesrand – wie zum Beispiel die Neptungrotte in Alghero, die Badebucht Cala Goloritzè oder die archäologische Stätte Su Nuraxi. 

Und wenn du schon mit dem Scooter durch Italien fährst, kannst du dir am Abend in deinem Zielort auch gleich noch stilecht einen original sardischen Wein gönnen, ehe du mit vielen tollen Erlebnissen im Kopf müde ins Bett fällst. 

Spar-Tipps für deine Zug- und Busreise durch Europa

Wer statt Mietwagen auf Bus und Zug setzt, kann im Urlaub einige Euro sparen und das Geld in unvergessliche Reisemomente investieren. Besonders günstig wird es, wenn du die folgenden Tipps berücksichtigst: 

  • Wie auch in Deutschland gilt in den Mittelmeerländern oft: Wer früher bucht, ist preislich gesehen im Vorteil. Je näher das geplante Reisedatum rückt, umso teurer werden oft die Fahrten. Wer gern ohnehin vorausplant, kann so besonders viel sparen. 
  • Ungewöhnliche Reisezeiten in Betracht ziehen: Wer von Barcelona nach Saragossa fährt, zahlt in den frühen Morgenstunden oft nur einen Bruchteil dessen, was er oder sie zur gemütlichen Reisezeit um 9 Uhr zahlen müsste. Gleiches gilt für die Abendstunden. 
  • Flexibel sein: Wer nicht gern vorausplant, kann durch kleinere Routenänderungen oft Geld sparen. 
  • Bei der Buchung der Übernachtung auf Bahnhofsnähe achten: Nach einem langen Tag im Zug willst du bestimmt möglichst schnell und einfach deine Unterkunft erreichen. Einen langen Fußmarsch oder ein teures Taxi sparst du dir, wenn deine Herberge in der Nähe des Bahnhofs liegt. 

Für lange Trips könnte sich auch ein Interrail-Ticket lohnen. Dabei ist dein Ticket für eine bestimmte Anzahl an Tagen innerhalb eines bestimmten Zeitraums in nahezu allen Zügen in Europa gültig. Deine Reiseroute musst du vorher nicht festlegen. Für Studierende und Seniorinnen und Senioren gibt es günstige Tarife.