Im Urlaub immer nur von einem Strand zum nächsten ziehen? Kann man, muss man aber nicht. Wer lieber mehr erlebt als die Touristenklassiker, sollte tief in die Insel eintauchen und La Gomera mit allen Facetten erleben. Vom Kajak aufs Whalewatching-Boot, vom Viewpoint zum Vulkanstrand: Wir haben die besten Geheimtipps für La Gomera, die nicht jeder Urlauber kennt.

Das blühende Tal Hermigua

Das bekannteste Tal auf La Gomera ist das Valle Gran Rey. Wer weniger Touristen, dafür aber genauso viel Natur erleben möchte, fährt in den Nordosten der Insel in das grüne Tal von Hermigua. Das erstreckt sich über eine Länge von etwa sieben Kilometern am Fuße des Garajonay-Nationalparks. Die 2000 Einwohner des Tales leben in Häusern, die in einen Hang gebaut wurden.

Weil es mehrere Schluchten in Hermigua gibt, die das Tal mit Feuchtigkeit versorgen, gibt es in der Region die größte Bananenernte von ganz La Gomera. Am Strand von Hermigua stehen heute noch Reste einer ehemaligen Verladestation für Bananen, deren Betrieb an der zu rauen See scheiterte.

Das grüne Tal von Hermigua erstreckt sich über eine Länge von sieben Kilometern und gilt als Geheimtipp auf La Gomera.

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In Hermigua warten zudem zwei Museen auf Besucherinnen und Besucher: Das Kunsthandwerkliche Museum Los Telares zeigt alte Arbeitsgeräte wie Webstühle und Mühlräder und das Museo Etnografico de La Gomera informiert über traditionsreiches Handwerk, Fischerei und Viehzucht.

Kajaktour zur Playa de Iguala

Vom Wasser aus sieht die Welt immer anders aus. Auf La Gomera wechselst du die Perspektive, wenn du in einem Kajak über die Wellen gleitest. Die Süd- und die Westküste bieten aufgrund des moderaten Wellengangs die besten Bedingungen für spannende Kajaktouren. In der Region Valle Gran Rey gibt es unterschiedliche Anbieter für begleitete Touren mit Kajakguides oder Kajakverleihe.

Als Geheimtipp gilt die Kajaktour zur Bucht von Iguala. Diese befindet sich nicht weit vom Hafen des Valle Gran Rey entfernt. Start ist am Strand in Vueltas. Zuerst geht es hinaus aus der Hafenbucht und dann immer weiter entlang der Küste, hautnah an den rauen Klippen. Pro Richtung brauchst du rund eine Stunde. Am Strand von Iguala kannst du aber eine prima Pause machen und etwas essen oder in die Wellen hüpfen.

Eine der schönsten Unternehmungen auf La Gomera: Im Kanu entlang der Klippen paddeln.

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Whalewatching

Was viele nicht wissen: La Gomera hat eine der größten Walpopulationen der Welt. Auch Delfine fühlen sich rund um die zweitkleinste Insel der Kanaren wohl. Mehr als 23 Wal- und Delfinarten wurden seit 1959 vor La Gomera gesichtet. Im Urlaub kannst du in das Thema eintauchen – und eine Whalewatching-Tour machen. Die meisten starten morgens in Vueltas, dem Hafen des Valle Gran Rey.

Vor der Küste von La Gomera wurden seit 1959 23 Wal- und Delfinarten gesichtet.

Das Besondere ist: Auf La Gomera gibt es viele Anbieter für „sanftes Whalewatching“. Das bedeutet, dass sich die Unternehmen verpflichten, bestimmte Richtlinien einzuhalten, zum Beispiel einen Mindestabstand zu den Tieren, kein laufender Motor in der Nähe der Wale oder Spenden an Organisationen zum Schutz der Wale.

Roadtrip zu Los Roques

Fast alle Touristen fahren zum Mirador de Abrante und der futuristisch anmutenden Plattform aus Glas, um La Gomera von oben zu sehen. Auf der Insel gibt es aber mehrere Aussichtspunkte, die weniger überlaufen sind. Ein schöner Ausflug führt zum Ostrand des Parque Nacional de Garajonay, wo dir direkt drei auffällige Felsformationen ins Auge fallen: der Roque de Agando, der Roque de la Zarcita und der Roque de Ojila.

Eine spektakuläre Höhenstraße führt zum Monumento Natural de los Roques.

Ein toller Roadtrip führt dich über die Höhenstraße von einem Aussichtspunkt zum nächsten. Den schönsten Blick hast du vom Mirador el Bailardo, während du am Mirador Roque Ojila ein Stück Geschichte erlebst: Dort wurde ein Denkmal aufgestellt, das an die 20 Opfer erinnern soll, die während der Waldbrände von 1984 ums Leben gekommen sind.

Sonnenuntergang am Playa de Alojera

Als Geheimtipp gilt der Playa de Alojera im Nordwesten der Insel. Nahe dem kleinen Dorf Alojera gelegen erwartet dich ein kleiner, unberührter Strand. Er ist etwa 200 Meter breit und besteht aus Sand und Kies. Die umliegenden Felswände schützen die Bucht und es gibt ein kleines Naturschwimmbecken.

Sonnenuntergang am Strand Playa de Alojera.

Eine Besonderheit spielt sich hier abends ab: Die Sonnenuntergänge am Playa de Alojera sollen die schönsten auf der ganzen Insel sein. Praktisch ist, dass es in unmittelbarer Nähe Bars und Restaurants gibt, von wo du das farbenfrohe Spektakel bewundern kannst.

Insel-Spezialitäten kosten

Wie auf allen kanarischen Inseln gibt es typische Gerichte, wie zum Beispiel die berühmten Schrumpelkartoffeln Papas arrugadas, die mit den pikanten Saucen Mojo Verde und Mojo Rojo serviert werden. Neben viel frischem Fisch wird auch das Obst und Gemüse, das auf der Insel angebaut wird, gekocht, zum Beispiel Kürbisse, Avocados, Bananen und Papayas.

Typisch für La Gomera ist der Palmenhonig. Im Dörfchen Alojera wachsen die meisten Dattelpalmen auf der Insel, deshalb ist dort die Hochburg des Honigs. 

Kein Urlaub auf den Kanaren ohne das Nationalgericht Papas arrugadas.

Aus dem Palmensaft „Guarapo“ entsteht in mehreren Betrieben der Palmenhonig „Miel de Palma“. Es gibt sogar ein „Miel de Palma“- Museum. Besondere Desserts sind Leche Asada, das aus gebackener Milch und Palmhonig besteht, und Gofio Amasado, ein süßlicher Brotteig aus Maismehl, Palmhonig und Mandeln. Dazu trinkt man einen Barraquito, der aus gesüßter Milch, Aprikosenlikör, Espresso, geschäumter Milch und Zimt zubereitet wird.

Auf Pfeifgeräusche achten

Bist du im Urlaub auf La Gomera und du hörst ein Pfeifen, hat das einen Grund: Auf der Insel gibt es eine einzigartige Sprache, die nirgendwo anders auf der Welt vorkommt. El Siblo ist eine Pfeifsprache, mit der nur auf La Gomera kommuniziert wird. Weil es auf der Insel zahlreiche Schluchten und Berge gibt, entwickelten die Ureinwohner die Pfeifsprache, die über viele Kilometer zu hören ist.

Der abgeknickte Zeigefinger wird in den Mundwinkel gelegt, die Zunge nach hinten gebogen und mit der anderen Hand eine Art Schalltrichter gebildet. El Siblo wurde von der Unesco als immaterielles Kulturgut erklärt – und wird sogar an Grundschulen unterrichtet. Seit 2000 ist die Pfeifsprache Pflichtfach und erste Fremdsprache auf der Insel.