Die Briten lieben ihre Küsten. Die beliebtesten Badeorte ziehen im Sommer große Menschenmassen aus dem Inland an. Touristinnen und Touristen vom europäischen Festland verbinden eine Reise nach Großbritannien dagegen nur selten mit Strandurlaub und steuern eher die schönen Städte und Landschaften im Insel-Inland an.

Zugegeben: Ein Badeurlaub am Mittelmeer garantiert mehr Sonnenstunden und wärmeres Wasser. In Südengland überschreiten die Wassertemperaturen in der Sommersaison dagegen nur selten die 22-Grad-Marke. Und weiter oben im Norden wagen sich nur noch Hartgesottene in das maximal 14 Grad warme Meerwasser.

Trotzdem lohnt es sich auf jeden Fall, die schönsten Strände Großbritanniens zu erkunden – ob nun mit Badesachen oder ohne. Der reisereporter zeigt eine Auswahl von besonders schönen britischen Stränden.

1. Kent: Badespaß unter Klippen

Die Küste der Grafschaft Kent in Südengland prägen alte Fischerdörfer, hohe Klippen und schöne Buchten. Reisende haben die Qual der Wahl: Zur Auswahl stehen mehr als 13 tolle Strände. 

Klein, aber fein: Broadstairs Beach liegt direkt vor dem gleichnamigen Ort.

Zum Baden und Sandburgenbauen bieten sich vor allem die Strände von Ramsgate und Broadstairs an. Der Strand von Ramsgate liegt am Königlichen Hafen, bietet viele Freizeitmöglichkeiten und einen Ausblick auf mächtige Kalkklippen. Die gibt es auch in Broadstairs. Wer es bequem mag, fährt einfach mit dem Klippenaufzug zum Strand.

Kleine Strandbuden sorgen am Strand von Broadstairs für Unterhaltung und Verpflegung.

Als sehr familienfreundlich gilt der Kieselstrand von Herne Bay, da es sich hinter dem Wellenbrecher besonders sicher schwimmen lässt. Bade-Fans können sich dort auch Liegestühle und Strandhütten mieten. Etwas turbulenter geht es in Margate zu: Joss Bay ist Englands beliebtester Surfstrand.

Die Küste von Kent lässt sich von London in etwa 2,5 Stunden Autofahrt erreichen. 

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2. Isle of White: Kleine Dörfer, große Strände

Die Isle of White liegt vor Englands Südküste im Ärmelkanal und zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen der Briten. Denn an den Küsten der 35 Kilometer langen und 20 Kilometer breiten Insel gibt es viele sehenswerte Dörfer und Kleinstädte, gute Infrastuktur und vor allem spektakuläre Buchten mit hohen Klippen und weitläufigen Stränden.

Den Strand von Ryde schmückt der „Appley Tower“, ein Überbleibsel eines alten britischen Landsitzes.

Zu den bekanntesten Stränden zählen die Buchten von Ryde im Nordosten der Insel. Der familienfreundliche Sandstrand in der Nähe des Ortskerns lässt sich bequem mit dem Auto oder einem 15-minütigen Spaziergang erreichen. Wer 25 Minuten Fußweg auf sich nimmt, kann am ruhigeren und weitläufigeren Appley Beach entspannen. Der herrschaftliche Appley Tower, ein Überbleibsel eines alten Landsitzes, sorgt für britisches Strandflair.

Die größte Abwechslung beim Badeurlaub mit Kindern verspricht Sandown im Westen der Isle of White. Am Pier und im Ort gibt es jede Menge Cafés, Pubs und Unterhaltungsangebote, darunter ein spannendes Dinosaurier-Museum. Der flache Wassereinstieg ermöglicht auch unsicheren Schwimmerinnen und Schwimmern ungetrübten Badespaß.

Der Strand von Sandown zeigt sich nur wenige Minuten vom Ortskern entfernt von seiner ruhigen und idyllischen Seite.

Für ein ruhigeres Plätzchen mit Klippenblick müssen Besucherinnen und Besucher dem Strandverlauf nur wenige Minuten folgen.

3. Woolacombe Beach: Feiner Sand und sanfte Hügel

Der Strand von Woolacombe in der Grafschaft Devon gilt als einer der schönsten Sandstrände Großbritanniens. Der sechs Kilometer lange Küstenabschnitt geht direkt in die für Südengland typische, sanfte Hügellandschaft über und bietet genügend Platz für einen entspannten Badetag in ursprünglicher Natur.

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Sonnenuntergang über Woolacombe Beach: Die Region in North Devon zählt zu den schönsten Küstenregionen Englands.

Im Sommer wird der Strand von Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern überwacht. Diese behalten dabei auch die vielen Surfenden im Blick, die auf den vom Atlantik hereinbrechenden Wellen reiten.

Der Ort Woolacombe (etwa 1000 Einwohnerinnen und Einwohner) wird von Besucherinnen und Besuchern als besonders entspannter Urlaubsort und für seine guten Cafés und Restaurants geschätzt. Am Strand gibt es rund 2000 Parkplätze.

4. Treyarnon Bay: Perle zwischen Dünen und Felsen

Abgeschieden am südwestlichen Zipfel Englands in der Grafschaft Cornwall liegt der Strand von Treyarnon. Die kleine Strandperle versteckt sich hinter Felsen und Sanddünen, die Urlauberinnen und Urlauber vor fremden Blicken schützen.

Bilderbuch-Bucht in Cornwall: Treyarnon Bay wird von Hügeln, Dünen und Felsen umrahmt.

Für Kinder sind die flachen Felsformationen ein spannender Abenteuerspielplatz. Bei Ebbe bilden sich auf dem sonst überspülten Gestein kleine Pools, in denen die Kids gefahrlos schnorcheln können.

Direkt am Strand gibt es einen Einkaufsladen und einen kleinen Parkplatz. Von Mai bis Ende September wird der Strandabschnitt von Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern überwacht. 

5. Pelistry Bay: Urlaub in der englischen Karibik

Bei Taucherinnen und Tauchern sind die Scilly-Inseln, die „Karibik Großbritanniens“, weltberühmt. Vor der Gruppe aus mehr als 140 Inseln liegen rund 800 Schiffswracks, die ältesten sind etwa 1000 Jahre alt.

Blaues Wasser, schöne Strände: Der Ausblick am Pelistry Beach erinnert ein bisschen an die Karibik.

Für einen Badeurlaub steuern Britinnen und Briten gerne die östliche Küste der kleinen Insel St. Marys an. Die größten Chancen auf ungestörten Badespaß bietet die abgeschiedene Pelistry Bay mit ihrem hellen Sandstrand. Bei Ebbe können Besucherinnen und Besucher auf dem feinen Sand entspannen, im flachen Wasser planschen oder zur „Tolls Island“ schwimmen, um die Überreste eines Militärstützpunktes aus dem englischen Bürgerkrieg zu erkunden.

Nur fünf Minuten Fußweg vom Strand entfernt finden Besucherinnen und Besucher ein kleines Café.

6. Salcombe: Ein Strand für jeden Anspruch

Wer Strand-Abwechslung sucht, aber nicht weit fahren möchte, ist in Salcombe in der Grafschaft Devon bestens aufgehoben. In der idyllischen Küstenregion gibt es eine große Strandauswahl.

Familienfreundlich: Der Strand „North Sands“ liegt in einer ruhigen Bucht mit flachem Wassereinstieg.

Bei Familien mit kleinen Kindern ist das flache Wasser von „North Sands“ gefragt, während es Wassersportler eher zu den Kajak-Touren und Stand-up-Paddling-Verleihen nach „South Sands“ zieht. Für einen besonders ruhigen Strandtag empfiehlt sich eine Fährfahrt von Salcombe in den unaufgeregten Ort East Portlemouth. Am gemütlichen Strand können sich Besucherinnen und Besucher ungestört sonnen, Sandburgen bauen, schwimmen und den tollen Ausblick genießen.

Geheimtipp für Ruhesuchende: Mill Bay, eine idyllische Bucht am Rande von Salcombe, ist am besten bei Ebbe erreichbar.

Bei Ebbe eröffnet sich ein etwa 300 Meter langer Fußweg nach Mill Bay, eine weitere Bucht mit einem tollen Sandstrand. Und wer noch etwas weiter geht, erreicht den ruhigsten Strand der Region: Gara Rock Beach, ein entlegener Strand, auf dem selbst in der Hauptsaison kein Lärm von anderen Badeurlauberinnen und -urlaubern zu hören ist.

7. Sandwood Bay: Der schönste Strand Großbritanniens?

Die durchschnittliche Wassertemperatur im Nordwesten Schottlands (13 Grad im Sommer) lädt nicht unbedingt zum Baden ein. Doch Sandwood Bay beherbergt den wahrscheinlich schönsten Strand Großbritanniens. Die etwa 1,5 Kilometer breite Bucht ist von mächtigen Klippen eingefasst, auf die der wilde Nordatlantik unentbehrlich einschlägt.

Der gigantische Strand in der Sandwood Bay ist nur mit einer mehrstündigen Wanderung erreichbar.

Ein Ausflug zur entlegenen Bucht lohnt sich für Reisende in Schottland daher allemal. Nach der etwa acht Kilometer langen Wanderung von Blaimore, die durch eine sumpfige Moorlandschaft zum Strand führt, kühlen sich manche Besucherinnen und Besucher auch mal in den glasklaren Fluten ab. Direkt neben der Bucht liegt Sandwood Loch, ein Süßwassersee mit reichem Fischbestand.

Bei gutem Wetter können Wanderinnen und Wanderer auch in Sandwood Bay campen und den Sonnenuntergang vom Zelt verfolgen. Wildcampen ist in Schottland weitestgehend erlaubt.

8. Blackpool: Strandbesuch im Partyparadies

Für die Briten ist Blackpool so etwas wie der Ballermann für die Deutschen: ein Partyparadies für junge Leute. Die Küstenstadt (etwa 140.000 Einwohnerinnen und Einwohner) liegt rund 80 Kilometer nordwestlich von Manchester an der Ostküste Englands und zählt zu den beliebtesten Urlaubsorten der Briten. Neben johlenden Junggesellinnen und Junggesellen, taumelnden Teenagern und grölenden Karaoke-Gesängen ist noch ausreichend Platz für Familien, die mit ihren Kindern zum Beispiel den riesigen Freizeitpark besuchen.

Abendstimmung in Blackpool: Die bunten Lichter des Riesenrades spiegeln sich im Wasser.

Zirkus, Eiskunstlauf, Travestieshows, Kultur auf der Promenade, ein Riesenrad auf dem Pier ... Das Unterhaltungsangebot in Blackpool ist riesig. Für Urlaubende vom Festland wird der Strand von Blackpool deshalb schnell zur Nebensache, zumal das Wasser meistens kühl ist. Viele Engländer zeigen sich beim Sommerurlaub in Blackpool hingegen genügsam und „baden“ mit hochgekrempelten Hosen.

9. Bamburgh Beach: Im Schatten der Strandburg

In Bamburgh, einem kleinen Küstenort im Nordosten Englands, haben Reisende das britisch-royale Flair stets vor Augen. Über dem riesigen Strand thront die größte „Strandburg“ Großbritanniens: Bamburgh Castle, ein etwa 800 Jahre altes Schloss.

Royales Strandflair: Über dem Strand von Bamburgh thront ein altes Schloss.

In Strandbewertungen belegt Bamburgh Beach fast immer einen Spitzenplatz. Und das liegt nicht nur an der fürstlichen Aussicht. Der Strand ist zu jeder Jahreszeit bestens geeignet für lange Strandspaziergänge, zum Beispiel zu den geheimnisvoll bemalten „Stag Rocks“ am Leuchtturm. 

Die Nordseewellen am Bamburgh Beach sind bei Surfern äußerst beliebt. Zum Baden eignet sich das kühle Wasser aber nur im Hochsommer.

10. West Wittering: Strand-Tradition mit Hafenblick

Zurück in das wärmere Südengland: Der Strand von West Wittering in der Grafschaft Sussex gilt als einer der saubersten Strände in Großbritannien. Familien zieht es seit vielen Generationen zum Baden in das kleine Strandparadies, das sich inzwischen auch bei Wind- und Kitesurfern etabliert hat. Trotz der vielen Besucherinnen und Besucher ist die Natur von West Wittering noch weitestgehend intakt. An der Küste gibt es eine große Vogelvielfalt.

Natur pur: Der Strand von West Wittering grenzt an eine schöne Dünenlandschaft.

Gegenüber vom Strand von West Wittering liegt der Hafen von Chichester. Der tolle Ausblick lässt sich am besten auf den Terrassen der kleinen Strandhütten genießen. Doch von den 161 Mini-Häusern werden leider nur sieben vermietet. Bei Verkäufen wurden zuletzt Preise in Höhe von 70.000 Pfund aufgerufen.