Die schönsten Strände an Nordsee und Ostsee kennst du schon in- und auswendig? Dann streck deine Fühler doch mal in Richtung Binnenland aus. Auf Badevergnügen und tolle Ausblicke über das Wasser musst du dort zum Glück nicht verzichten. In einiger Entfernung zu den Küsten Deutschlands warten zauberhafte Seen mit klarem Wasser, grüner Umgebung und historischen Städtchen auf ihre Entdeckung. 

Wenn du in deinen Ferien Salzwasser gegen Süßwasser tauschen willst, hilft dir unsere Übersicht weiter. Sie zeigt dir einige der schönsten Seen Deutschlands

Lychen an der Mecklenburgischen Seenplatte

Lychen liegt idyllisch im brandenburgischen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Und die Seen stehen hier klar im Fokus: Im Stadtgebiet liegen der Zenssee, der Oberpfuhl See, der Wurlsee, der Große Lychensee und zwei kleinere Seen, der Nesselpfuhl und der Lychener Stadtsee. 

Der Große Lychensee bei Sonnenuntergang: Ein wunderschönes Fotomotiv.

Du kannst dich bei so viel Auswahl nicht entscheiden? Musst du zum Glück auch nicht. Alle Seen in Lychen sind miteinander verbunden. Mit Kanu oder Kajak kannst du von einem zum anderen paddeln. In fast allen Seen darfst du auch baden.

Wegen der flachen Landschaft Brandenburgs lohnt auch eine Radtour durch die grüne Umgebung entlang der Seen, bei der du Störche beobachten, in gemütlichen Cafés einkehren oder die Füße ins Wasser halten kannst. 

Ein beliebtes Fotomotiv sind die Heilanstalten Hohenlychen am Rande der Stadt. Dort haben einst Kranke ihre Leiden auskuriert. Willst du diesen Lost Place noch mit eigenen Augen sehen, musst du dich beeilen, denn die Häuser werden nach und nach von Investoren saniert. Ansonsten bietet das beschauliche Städtchen Lychen einige nette kleine Geschäfte, einige Restaurants mit lokalen Fischgerichten und viel Ruhe und Erholung. 

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Leipzig am Leipziger Neuseenland

Ein Badeurlaub in Leipzig? Vor einigen Jahrzehnten war das noch undenkbar. Dort, wo jetzt Badestellen zu einem Sprung ins kühle Nass einladen, baggerten sich einst die Schaufeln des Braunkohletagebaus in die Tiefe. Ab den 1950er-Jahren begann man, diese nicht mehr genutzten Tagebaurestlöcher mit Wasser zu füllen, heraus kam das Leipziger Neuseenland. 

Im Leipziger Neuseenland bei Markkleeberg reihen sich Segelboote im Hafen des Cospudener Sees aneinenander.

Besonders schnell von Leipzig aus erreichst du den Kulkwitzer See. Er grenzt an den westlichen Stadtrand und bietet mit flachen Einstiegen beste Bedingungen für einen Badetag am See. Für Action sorgt dort eine Wasserski-Anlage.

Wer mehr entdecken will, erkundet das Neuseenland zu Fuß mithilfe der zahlreichen markierte Wanderwege vor Ort. Zum Beispiel die 7-Seen-Wanderstrecken, die sich auf insgesamt 102 Kilometern durch die wasserreiche Landschaft schlängeln. 

Übrigens: Noch sind nicht alle Tagebaurestlöcher geflutet, deswegen entstehen auch aktuell immer wieder neue Seen in der Nähe von Leipzig, einige von ihnen sind durch Kanäle verbunden. Die letzten Gewässer sollen im Jahr 2060 Gestalt annehmen. Insgesamt 70 Quadratkilometer wird die Wasserfläche dann betragen. Es lohnt sich also, immer wieder vorbeizuschauen, um Zeuge dieser besonderen Umgestaltung zu werden. 

Ratzeburg am Ratzeburger See

Wer Wasser liebt, kann in Ratzeburg tolle Tage verbringen. Die Inselstadt liegt fast in der Mitte von vier verschiedenen Seen in Schleswig-Holstein: Da wären der Ratzeburger See, der Küchensee, der kleine Küchensee und der Domsee. Bei so viel H2O leben Wasserratten in Ratzeburg all ihre Leidenschaften aus: Schwimmen, Kajaktouren oder Wasserfahrrad fahren – hier wird jede Vorliebe bedient. 

Umgeben von Wasser: Das Städtchen Ratzeburg. Die Gegend ist für die Lauenburgischen Seen bekannt.

Abseits des Wassers verfügt Ratzeburg über eine beeindruckende Anzahl von verrückten Fortbewegungsmitteln. Möglich macht das die Erlebnisbahn: Auf einer 13 Kilometer langen stillgelegten Bahnstrecke kannst du von Ratzeburg bis nach Hollenbek fahren, zum Beispiel mit der Handhebeldraisine. Du musst per Hand pumpen, um vorwärtszukommen.

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Ebenfalls dort kannst du ein Six-Team-Bike mieten. Dabei sitzen sechs Menschen an einem runden Tisch im Kreis und strampeln. Mitten durch die Stadt solltest du damit allerdings nicht radeln. Denn einige Straßen in Ratzeburg bestehen aus Kopfsteinpflaster, was zwar hübsch anzusehen ist, auf dem Fahrrad aber ungemütlich ruckelt.

Zu Fuß entdeckst du ein idyllisches Städtchen mit Fachwerkhäuschen, liebevoll begrünten Gässchen und dem Wahrzeichen, dem Dom. Im Jahr 1220 wurde dieses beeindruckende Gebäude im Stil der Backsteinromanik fertiggestellt, ein Gang durch sein stets kühles Inneres lohnt. Nette Cafés in fußläufiger Nähe locken nach der Besichtigung zu einem Heißgetränk auf der Sonnenterrasse. 

Konstanz am Bodensee

Wieso zwischen Wasser und Bergen entscheiden, wenn es nicht sein muss? Konstanz liegt auf einer Landzunge, die in den Bodensee ragt, und bietet klares Wasser, tolle Badestellen in der Nähe und eine herrliche Aussicht über das Gewässer. Ebenfalls in direkter Nähe: das herrliche Panorama schneebedeckter Alpengipfel.

Die Schweizer Grenzpolizei fährt mit einem Boot auf dem Bodensee. Ihr Job gehört vermutlich zu denen mit der schönsten Aussicht.

Bei einem Urlaub in Konstanz kommen also Wasserratten und Wanderfans gleichermaßen auf ihre Kosten. Und auch Kulturinteressierte toben sich in der 85.000-Einwohner-Stadt richtig aus. Die Altstadt im Zentrum der Halbinsel verzaubert mit der größten romanischen Kirche Süddeutschlands aus dem sechsten Jahrhundert, ihren engen Gassen und den liebevoll begrünten Plätzen. Shopping-Fans stöbern dort in den zahlreichen kleinen Geschäften.

Und wenn die Füße einmal eine Pause brauchen, kannst du es dir am nahe gelegenen Ufer des Bodensees auf einer Bank mit Ausblick gemütlich machen. Wenn die Sonne scheint, fühlt sich ein Spaziergang entlang der Promenade fast nach Mittelmeer an.

Berlin am Müggelsee

Erholung vom Hauptstadtdschungel gefällig? Dann verbinde deinen Berlin-Trip doch mit einer erholsamen Auszeit am Großen Müggelsee. Trotz seiner Näher zur Großstadt findest du hier immer wieder ein Fleckchen Erde für dich, denn mit seinen 7,4 Quadratkilometern ist er der größte der Berliner Seen. Drei Seebäder laden hier zum Picknicken, Baden und Sonnetanken ein.

Die Sonne geht gemächlich am Müggelsee bei Berlin unter. Viel los ist an diesem Tag nicht.

Wer dabei ungern nass wird, der mietet sich ein Kanu und erlebt den See von knapp über der Wasserkante aus. Spannend ist eine Paddeltour zum sogenannten „Klein-Venedig“ zwischen dem Müggelsee und dem Dämeritzsee: Diese idyllische Wohn- und Wochenendhaussiedlung ist weder auf dem Landweg noch mit Spreewaldkahn erreichbar. Anwohner und Interessierte müssen selbst paddeln, um ihre Wohnungen zu erreichen. 

Ruhig geht es auch im Fischerdorf Rahnsdorf auf der Südostseite des Großen Müggelsees zu. Auch das ist Berlin: Kopfsteinpflaster und alte Kastanien geben dir hier das Gefühl, deutlich mehr als wenige Fahrminuten von der Hauptstadt entfernt zu sein. Bevor du tatsächlich die Reise zurück ins Zentrum antrittst, kannst du dich beim letzten Berufsfischer des Müggelsees mit frischem Fisch eindecken.

Dippoldiswalde an der Talsperre Malter

Wer gern badet, ist an der Talsperre Malter bei Dippoldiswalde (Sachsen) richtig aufgehoben. See und Strandbad laden Familien zu einem entspannten Tag am See ein. Während Mama und Papa sich auf dem Sandstrand bequem einrichten, kann der Nachwuchs ausgiebig planschen. Noch besser wird die gemeinsame Zeit mit einem Eis in der Hand, und auch das kannst du hier genüsslich schlemmen.  

Besonders schön ist es, die Gegend um die Talsperre Malter mit der Dampflok zu erkunden. Den herrliche Blick über das Wasser gibt es gratis dazu.

Und sollte das Wetter einmal schlecht sein, kannst du trotzdem ins Wasser springen. Möglich macht das das Erlebnisbad, das sich direkt an der Talsperre Malter befindet. Verschiedene Becken und der Saunabereich sorgen für erholsame Tage für die ganze Familie. Wer mit Zelt oder Camper unterwegs ist, findet eine Schlafmöglichkeit an einem Campingplatz direkt an der Malter. 

Besonders schön ist es auch, mit der historischen Schmalspurbahn über die Talsperre zu fahren. Neben dem glitzernden Wasser der Malter kannst du aus dem Zug heraus auch die grüne Natur Sachsens entdecken. Vergiss bei deinem Aufenthalt nicht, durch die bunte Altstadt von Dippoldiswalde zu spazieren. Die kleinen Geschäfte und Bistros laden zu einem kurzweiligen Schaufensterbummel ein. 

Waldeck am Edersee

Wassersport-Fans aufgepasst! Am Edersee bei Waldeck in Hessen kannst du nicht nur schwimmen, sondern auch segeln, rudern, angeln und Tretboot fahren. Wer lieber vom Ufer auf das Wasser schaut, findet zahlreiche Fahrrad- und Wanderrouten, bei denen du dich richtig auspowern kannst.

Von Schloss Waldeck am Edersee hast du einen tollen Blick aufs Wasser, besonders bei Sonnenuntergang.

Abkühlung verspricht dann am Abend ein kühles Bad im Edersee. Oder auch zwischendurch, denn der 68 Kilometer lange Urwaldsteig, der gleichermaßen Wanderfans und Radfahrende durch die grüne Umgebung lotst, führt an zahlreichen Badestellen vorbei. Auch möglich: einige der Etappen mit dem Schiff abkürzen. Das erholt nicht nur müde Waden, sondern sorgt für tolle Blicke auf das Ufer. 

Für die Übernachtung bietet sich das Städtchen Waldeck an. Die Bergbahn bringt dich vom See hinauf in den Stadtkern mit den historischen Fachwerkhäusern. Bei der Fahrt hinauf passierst du das schöne Schloss Waldeck, das du heute mitsamt Museum besichtigen kannst. Oben wartet der historische Stadtbrunnen auf dich, auch zahlreiche Kirchen kannst du in dem idyllischen Ort besichtigen. 

Steinhunde am Steinhuder Meer

Am Steinhuder Meer in Niedersachsen gibt es für alle Wasserliebhaberinnen und -liebhaber eine eigene Badeinsel. Der Sandstrand lädt zum Entspannen ein, das flach abfallende Wasser ermöglicht einen sanften Einstieg. Und der Blick auf die grüne Umgebung erinnert Urlauberinnen und Urlauber zu jeder Zeit daran, dass ihr einziger Job in diesem Moment das Entspannen ist. 

Die Promenade des Steinhuder Meers lädt zu ausgiebigen Spaziergängen ein – besonders bei Sonnenuntergang.

Eine Brücke verbindet die Badeinsel mit dem Städtchen Steinhude. Viele kleine Geschäfte laden hier zum Shoppen ein, Cafés und Eisdielen sorgen für die nötige Pause. Weiter geht es an der Promenade, am Abend laden zahlreiche Restaurants zu frischem Fisch ein.

Sollte das Wetter einmal Regen mit sich bringen, laden das Insektenmuseum und die Schmetterlingsfarm zu speziellen Erlebnissen mit diesen besonderen Kreaturen ein. Wer eher auf schwarz-rote und dampfende Ungeheuer aus Metall steht, besucht die alten Lokomotiven der Steinhuder-Meer-Bahn im dazugehörigen Museum.

Doch wieso wird dieser Binnensee als Meer bezeichnet? Diese Bezeichnung ist historisch gewachsen: Im Plattdeutschen bezeichnete man große Seen als „Meer“ – und den Namen trägt der See bis heute.