Zugreisen als klimafreundliche Alternative werden immer beliebter und in den letzten Jahren sind mehr und mehr Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen wichtigen Städten entstanden. Auch Nachtzüge sind wieder im Kommen. Doch mit dem Zug in Europa zu fahren ist viel mehr als nur eine nachhaltige Möglichkeit, um von A nach B zu kommen.

Es ist ein Erlebnis, bei dem Reisende historische Bahnhöfe besichtigen können, durch bezaubernde Landschaften fahren und spektakuläre Aussichten von Viadukten und Brücken genießen. Das Beste: Für jedes Budget und jeden Zeitrahmen gibt es die passende Reise.

Im neuen Reiseführer „Train Travel in Europe“ von „Lonely Planet“ findest du eine umfassende Sammlung an historischen, spektakulären und abenteuerlichen Zugrouten in Europa. Wir haben für dich die zehn schönsten herausgesucht.

1. Von Paris nach Berlin

Schnell oder langsam, das ist hier die Frage: Ein gut ausgebautes Netz an Hochgeschwindigkeitszügen verbindet die beiden Großstädte Paris und Berlin, doch wer mehr Zeit im Gepäck hat, kann auch aus zahlreichen langsameren Optionen wählen. Wer viel sehen möchte, dem empfiehlt „Lonely Planet“ eine Drei-Länder-Tour von Paris über Brüssel nach Köln.

Highlight der Strecke ist der futuristisch anmutende Bahnhof von Lüttich, Liège-Guillemins. In Köln kannst du während der Wartezeit auf den ICE nach Berlin flugs den Dom besichtigten, der direkt am Bahnhof liegt. Bis nach Berlin sind es mit dem ICE von Köln fünf Stunden. Die Tickets für die verschiedenen Strecken kannst du zum Beispiel bei Trainline buchen.

Der Bahnhof Liège-Guillemins in Belgien ist ohne Zweifel das architektonische Highlight der Strecke Paris–Berlin.

Aktuelle Deals

2. Von Innsbruck nach Garmisch-Partenkirchen

Zugegeben, mit rund drei Stunden Fahrt ist diese Strecke, die Österreich und Deutschland miteinander verbindet, eher kurz. Aber dafür erwartet dich ein herrliches Alpenpanorama mit glitzernden Seen, tiefgrünen Wäldern und verschneiten Bergspitzen.

In Garmisch-Partenkirchen kannst du dann in eine Zahnradbahn wechseln und mit dem Zug auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, fahren. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Schloss Ambras in Innsbruck, das du zum Auftakt der Zwei-Länder-Fahrt besichtigen könntest.

Mit einer Zahnradbahn kannst du auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, fahren.

3. Von Amsterdam nach Wien

Sich vom sanften Ruckeln des Zuges in den Schlaf wiegen lassen und am nächsten Morgen entspannt in einer anderen europäischen Stadt aufwachen? Das kannst du zum Beispiel mit den Nightjets der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erleben. Seit Kurzem bietet die ÖBB die Strecke Amsterdam–Wien an, die rund 14 Stunden dauert.

Die Züge fahren jeden Abend um 19 Uhr oder um 19.30 Uhr in Amsterdam ab und kommen um 9.19 Uhr in Wien an. Perfekt also, um in einem der berühmten Wiener Kaffeehäuser mit einem Frühstück in den Tag zu starten.

Rund 14 Stunden dauert die Fahrt mit dem Nightjet der ÖBB von Amsterdam nach Wien.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

4. Von Budapest nach Split

Ein Nachtzug verbindet in den Sommermonaten die ungarische Hauptstadt Budapest mit der kroatischen Stadt Split. In den letzten Jahren fuhr der Zug in Budapest um Mitternacht ab und erreichte das im Süden Kroatiens gelegene Split gegen Mittag.

Die Strecke führt vorbei am ungarischen Balaton, dem größten Binnensee in Mittel- und Westeuropa, und an der kroatischen Hauptstadt Zagreb, die sich prima für einen Zwischenstopp eignet. Split liegt an der Adriaküste und von hier aus gibt es Busse nach Dubrovnik und Fähren zu den umliegenden Inseln.

Ein Nachtzug fährt im Sommer von Budapest über Zagreb ins südkroatische Split.

5. Von Oslo nach Bergen

Wie schnell die Zeit im Zug vergeht, wirst du dir vielleicht denken, wenn du eine der schönsten Zugfahrten Europas machst. Die Bergenbahn (Bergensbanen) in Norwegen fährt von Oslo nach Bergen, vorbei an atemberaubender nordischer Landschaft.

Wälder und Seen säumen die Strecke, der Zug passiert den mit 1222 Metern höchstgelegenen Bahnhof Nordeuropas, Finse, und schließlich gibt es imposante Ausblicke auf Fjorde und Wasserfälle. Es gibt mehrere Verbindungen täglich und die Fahrt dauert sieben Stunden.

Die Zugfahrt von Oslo nach Bergen führt durch die wilde nordische Berglandschaft mit Fjorden, Wasserfällen und tiefen Wäldern.

6. Von Rom nach Venedig

Ein Nachtzug der italienischen Bahn Trenitalia verbindet zwei der Top-Städte Italiens: die Ewige Stadt Rom und die Lagunenstadt Venedig. Der InterCityNotte fährt täglich um 22.35 Uhr in Rom Termini Richtung Norden ab. Leise zuckelt der Zug im Dunkeln durch die pittoresken Regionen Latium, Umbrien und die Toskana.

Es ist zwar schade, dass du von der herrlichen Landschaft wegen der Dunkelheit kaum etwas siehst, aber dafür erwartet dich am Morgen ein außergewöhnliches Erlebnis: Die Einfahrt mit dem Zug durch die Lagune nach Venedig bei Sonnenaufgang ist einmalig.

Der Nachtzug von Rom nach Venedig kommt am frühen Morgen an, sodass du die Lagunenstadt fast menschenleer erleben kannst.

Und wenn du um 6.25 Uhr in Venedig angekommen bist, wirst du auf fast menschenleere Straßen treffen. Wie wäre es mit einem ersten Bummel durch die Stadt und einem starken Espresso?

7. Von Dublin nach Madrid

Viel Zeit, um die Landschaft zu genießen und Kontakt zu Mitreisenden zu knüpfen, hast du auf dem „Slow Trip“ mit Zug und Fähre von Dublin nach Madrid. Schließlich dauert die gesamte Strecke gut 38 Stunden. Von Dublin geht’s in drei Stunden entlang der Irischen See zum Hafen Rosslare, wo zweimal wöchentlich eine Fähre nach Bilbao ablegt.

Auf der Zugfahrt kommst du außerdem an der sehenswerten Stadt Wexford vorbei, die malerisch am Fluss Slaney liegt. Die Fährfahrt über den Atlantik dauert rund 30 Stunden, von Bilbao sind es noch mal gut fünf Stunden mit dem Zug bis nach Madrid. Unterwegs lohnt sich ein Stopp in Burgos mit seiner wunderschönen Kathedrale.

Auf der Fahrt von Dublin nach Madrid kommst du an der malerischen Stadt Wexford vorbei.

8. Korsika: Von Ajaccio nach Bastia

Eine Schmalspureisenbahn verläuft quer über die französische Insel Korsika. Die drei Hauptstrecken der Korsischen Eisenbahnen (Chemins de Fers de la Corse) verlaufen zwischen Ajaccio, Calvi und Bastia. Die Strecke von Ajaccio nach Bastia ist die längste und vielleicht schönste der Insel.

Der Zug fährt von Küste zu Küste, durch die dichte, duftende Macchia und einsame, zerklüftete Berglandschaften. Immer wieder gibt es tolle Aussichten auf Korsikas vielfältige und wilde Natur. Die Fahrt dauert gut dreieinhalb Stunden.

Korsika erreichst du übrigens am besten mit Fähren von den französischen Häfen Toulon und Nizza aus. Auch von den italienischen Städten Savona und Livorno aus ist Korsika gut zu erreichen.

Auf der Zugfahrt von Ajaccio nach Bastia erlebst du die vielfältige korsische Landschaft.

9. Von Paris nach Barcelona

Natürlich gibt es Hochgeschwindigkeitszüge, die dich in rund sechseinhalb Stunden von Paris nach Barcelona bringen. Doch wie wäre es, wenn du dir mehr Zeit nimmst und die langsamere Varianteüber Toulouse und Latour-de-Carol wählst? Es erwartet dich eine gemütliche Reise durch die Pyrenäen mit fantastischen Aussichten auf die Berge.

Von Latour-de-Carol fährt ein Regionalzug in drei Stunden nach Barcelona. Um sich zwischendurch die Beine zu vertreten, empfiehlt „Lonely Planet“ Stopps im mittelalterlichen Ribes de Freser und in Ripoll, wo es ein sehenswertes Kloster und zahlreiche Wandermöglichkeiten gibt.

Die Zugfahrt von Paris nach Barcelona führt durch die landschaftlich reizvollen Pyrenäen.

10. Schottland: Von Glasgow nach Mallaig

Harry-Potter-Fans aufgepasst: Wer mit der West Highland Line von Glasgow Richtung Mallaig fährt, kommt sich vor wie im Hogwarts-Express. Tiefgrüne Wälder, aus denen Nebel aufsteigt, weite Moore und spiegelglatte Lochs säumen die Strecke. Das absolute Highlight: Der Zug fährt über das Glenfinnan-Viadukt – genau wie in den Harry-Potter-Filmen.

Kennst du vielleicht aus den Harry-Potter-Filmen: Das Glenfinnan-Viadukt in Schottland.

Die Fahrt dauert gut fünfeinhalb Stunden. Die Verbindung führt durch einen der entlegensten Winkel Schottlands, wo es alle paar Meilen nur kleine Häuseransammlungen gibt und kaum Straßen. Abenteuer pur!