Das spannende Projekt „Svart“ (deutsch: „Schwarz“) ist nach dem dunkelblauen Eis des Svartisen-Gletschers benannt, auf den die Gästinnen und Gäste des Hotels bald einen 360-Grad-Blick genießen sollen. Die futuristische Architektur wirkt auf den ersten Blick wie eine Raumstation auf einem fremden Eis-Planeten.

Der kreisrunde Stelzenbau soll in einem Fjord in der Gemeinde Meløy knapp oberhalb des nördlichen Polarkreises in Norwegen entstehen. Und als wäre die abgeschiedene Lage nicht Herausforderung genug, haben sich die Planer vom norwegisch-amerikanischen Planungsbüro Snøhetta ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Das Hotel soll mittelfristig etwa 60 Prozent mehr Energie produzieren, als für den Betrieb notwendig ist. Der Energieüberschuss soll unter anderem an die lokale Fischindustrie weitergeleitet werden.

Das Gebäude soll auf Holzpfählen im Wasser stehen, um den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten.

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Kern des nachhaltigen Konzeptes für die CO₂-positive Energiebilanz sind leistungsstarke Sonnenkollektoren und eine effiziente Passivhaus-Bauweise. Das Gebäude soll bis zu 85 Prozent weniger Energie verbrauchen als gewöhnliche Hotels. In den Küchen soll beispielsweise ein Teil der Hitze aufgefangen und für die Beheizung des Hotels verwendet werden. Ab- und Regenwasser wird wieder aufbereitet. Auf dem Gelände soll außerdem in kleiner Form Landwirtschaft und eine Fischfarm betrieben werden.

Projektentwickler Ivaylo Lefterov fordert mehr Klimafreundlichkeit in der Reisebranche: „Es müssen große Veränderungen vorgenommen werden.“

„Wir sehen vier Hauptsäulen für ‚Svart‘: Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit und technologische Innovation“, sagt Projektleiter Ivaylo Lefterov auf Anfrage des reisereporters. Ziel sei das weltweit erste „energiepositive“ Resort. Vor einigen Monaten hat Lefterov das Konzept auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow vorgestellt. „Es ist ganz einfach, wenn wir unsere globalen Ziele von Paris erreichen wollen, müssen große Veränderungen in unserer Arbeitsweise vorgenommen werden. Das gilt für die Baubranche ebenso wie für Reisen und Tourismus.“

Im Holandfjord gibt es einen reichen Fischbestand. Zum Konzept des Hotels zählt deshalb auch eine kleine Fischfarm.

Die Eröffnung des „Svart“-Hotels war ursprünglich schon für 2021 vorgesehen, doch die Pandemie hat die Umsetzung deutlich verzögert. „Ein realistischer Eröffnungstermin wäre Ende 2023 oder Anfang 2024“, sagt Lefterov.

Vom Hotel aus sollen Urlauberinnen und Urlauber auch die spektakulären Polarlichter erleben können.

Das Architekturbüro Snøhetta sorgte bereits in der Vergangenheit mit spannenden Projekten für Furore. Zuletzt haben die Planer Europas erstes Unterwasser-Restaurant in der norwegischen Region Lindesnes entworfen.