Das Erzgebirge verspricht unberührte Natur, Felsformationen und romantische Flusstäler. Ein vielfältiges Angebot an Wanderrouten aller Schwierigkeitsstufen auf insgesamt über 5000 Kilometern lädt zum entspannten Wandern ein. Auch eine Wanderung auf den Fichtelberg, der mit seinen 1214 Metern Höhe als die höchste Erhebung des Erzgebirges und gleichzeitig als höchster Berg Ostdeutschlands gilt, ist jeden Meter wert.

Zusätzlich zu den markierten Routen finden sich in der Region viele Sehenswürdigkeiten. Denn sie ist bekannt für ihren Bergbau, die Handwerkskunst und ihre Dampfeisenbahn, die die Landschaft prägen. 2019 wurde die Montanregion Erzgebirge zum Unesco-Welterbe erklärt. Ob Burgen, Fichtelbergbahn oder Planeten im Miniaturformat: Wir zeigen dir fünf ausgesuchte Routen, die sich lohnen.

1. Eine Etappe auf dem Kammweg

Er gehört zu den besten Wanderwegen Deutschlands: der Kammweg Erzgebirge-Vogtland. Mit einer Länge von insgesamt 285 Kilometern würde es Tage oder Wochen dauern, ihn komplett zu bewältigen. Praktischerweise ist er in 17 Teilstrecken unterteilt, und die erste Etappe führt von Gesing nach Holzau.

Aktuelle Deals

Der Schwierigkeitsgrad ist schwer und acht Stunden Wanderzeit sollten für die 24,5 Kilometer einkalkuliert werden. Doch wie immer beim Wandern ist der Weg das Ziel, und bei guter Witterung werden Wanderer mit einer Aussicht bis nach Dresden und zur Sächsischen Schweiz belohnt. Die 17 Etappen bieten Wälder, Bachtäler, seltene Felsformationen oder üppige Bergwiesen und die Möglichkeit, ohne Mailempfang mit der Natur zu verschmelzen.

Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland ist ein prämierter Wanderweg inmitten wildromantischer Natur.

2. Entlang der Fichtelbergbahn

Zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal pendeln die Dampfzüge der Fichtelbergbahn. Wer auf den Zug verzichten möchte und stattdessen eine Teil- oder die Gesamtstrecke zu Fuß laufen möchte, folgt dem Erlebnispfad Bimmelbahn, der weitestgehend parallel zur Bahn verläuft.

Knapp 20 Kilometer lang ist die gesamte Strecke und entlang des Weges gibt es immer wieder etwas zu entdecken. So zum Beispiel den 110 Meter langen und 23 Meter hohen Stahlgitterbau, der das Hüttenbachtal überquert. Auch die erzgebirgische Volkskunst der Räuchermännchen ist auf dieser Strecke erlebbar. Direkt am Startpunkt, in Cranzahl, kann das Räuchermann-Museum mit 2200 Exponaten besichtigt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Mehrmals täglich verkehrt die Fichtelbergbahn zwischen Cranzahl und dem Kurort Oberwiesenthal.

3. Fichtelberg: Zu Fuß oder schwebend

Der Fichtelberg ist der höchste Berg Ostdeutschlands. Gut 1214 Meter hoch und vom Oberwiesenthaler Bahnhof nach etwa 8,8 Kilometern zu erreichen. Auf dem Gipfel des Berges empfängt das Fichtelberghaus die Wandernden. Hier kann man sich im Restaurant stärken oder auf der Aussichtsplattform den Blick auf das Erzgebirge genießen. Auch wer nicht wandert, kann den Blick genießen: Eine Schwebebahn sorgt dafür, dass der Blick für jeden möglich ist.

Auf dem Fichtelbergplateau gibt es außerdem eine akustische Tradition. Hier wird die Friedensglocke geläutet und erinnert an Frieden, Einigkeit, Gerechtigkeit und Liebe und ein vereinigtes Europa. Bis nach Tschechien ist das Läuten zu hören. Immer sonntags, von 16 Uhr bis 16.30 Uhr. 

Auf dem Fichtelberg in Oberwiesenthal im Erzgebirge wartet das Fichtelberghaus mit schöner Aussicht.

4. Von Burgen und Tälern

25,5 Kilometer lang und als mittelschwer eingestuft ist die Rundwanderung vom Bahnhof Scharfenstein. Durch das Zschopautal geht es nach Hopfgarten. Neben dem Kellerlochfelsen passiert der Weg auch das Zeiss-Planetarium mit dem Planetenwanderweg, gewährt tolle Aussichten von der Drebacher Höhe und führt an der Burg Scharfenstein zurück zum Ausgangspunkt. 

Auf der Burg lohnt ein Einkehren. Es gibt ein gastronomisches Angebot und sogar ein integriertes Hotel. Ein großes Weihnachts- und Spielzeugmuseum wird vor allem bei Kindern zu leuchtenden Augen führen. Neben Mitmach- und Gruselangeboten wartet außerdem ein Mittelalterdorf im Burggarten.

Burg Scharfenstein mit Spiegelung im Fluss Zschopau ist einen Abstecher wert.

5. Familienfreundlicher Planetenweg

Ein besonderes Erlebnis ist auch die etwa 6,5 Kilometer lange Wanderung auf dem Planetenweg, der als Rundweg zu elf Kilometern ausgebaut werden kann. Zwischen der Bergstadt Ehrenfriedersdorf und dem benachbarten Ort Drebach kann das Sonnensystem im Maßstab eins zu einer Milliarde erkundet werden. Sowohl die Planeten als auch die Entfernungen zwischen ihnen werden hier maßstabgetreu angezeigt.

Blühende Naturdenkmäler: Die Krokuswiesen bei Drebach.

Gestartet wird die Tour an der Sonne in Ehrenfriedersdorf oder am Pluto in Drebach. Neben den kosmischen Eindrücken bietet die leichte Wanderung auch exzellente Naturimpressionen etwa auf das Greifensteingebiet oder den Erzgebirgskamm. Während der Krokusblüte, die von März bis April stattfindet, empfiehlt sich außerdem ein Abstecher zu den blühenden Krokuswiesen in Drebach, die zu den geschützten Flächennaturdenkmälern zählen.