Einmal auf der Route 66 von Chicago nach Los Angeles fahren – für viele USA-Fans ein absoluter Reisetraum. Kein Wunder, denn viele Spielfilme haben im Laufe der Jahrzehnte einen regelrechten Mythos um die Strecke kreiert. Und dennoch gehört sie nicht zu den Straßen, die besonders häufig in Filmen gezeigt werden.

Das Rennen um die am häufigsten gezeigten Straßen im Kino und im TV haben andere Routen gemacht. Sie alle sind weltberühmt und gelten als die bekanntesten in den USA, und mit Sicherheit hast auch du sie schon über die Leinwand flimmern sehen. Vielleicht bist du sogar schon selbst über den Asphalt gedüst.

Berühmte Straßen in den USA: Hier findest du sie

Doch welche Straßen siehst du am häufigsten in Filmen und Serien? Diese Frage hat die American Home Shield (AHS) jetzt beantwortet. Dazu haben die Expertinnen und Experten sich die Standortdaten der Filmdatenbank IMDb genauer angeschaut. 

Heraus kam: Auf den Spitzenplätzen unter den Star-Straßen tummeln sich vor allem Fahrwege aus New York oder Kalifornien. Insgesamt 44 der 50 meistgefilmten Straßen durchqueren diese Staaten. Erfahre hier in aufsteigender Reihenfolge, welche Routen besonders häufig über Kinoleinwände und TV-Bildschirme flimmern – und träume dabei von deinem eigenen Roadtrip durch die USA mit Filmstar-Feeling. 

10. Market Street, San Francisco

San Francisco im Schnelldurchlauf: Wer die Market Street von Anfang bis Ende entlangfährt, kommt vorbei an Hochhäusern, Boutiquen, viel Prunk und historischen Gebäuden – vom Ferry Building in der Oakland Bay bis hin zu den Twin-Peaks-Hügeln mitten in der Stadt. Von dort oben kannst du zugleich den Pazifik, die Bay, die Skyline und die San-Francisco-Oakland-Bay-Bridge sehen. 

Von den Twin Peaks aus haben Urlauberinnen und Urlauber einen hervorragenden Blick über die San Francisco Bay – vor allem an sonnigen Tagen.

Seit mehr als hundert Jahren fährt die berühmte Straßenbahn zwischen den Autos hinauf – noch immer in den nostalgischen orange Wagen. 

Kein Wunder, dass zahlreiche Filmemacherinnen und Filmemacher diese Straße vielfältige Straße als Kulisse für ihre Blockbuster ausgewählt haben. Laut AHS waren es insgesamt 22 Streifen, darunter der Bond-Klassiker „Im Angesicht des Todes“ (1985), „Interview mit einem Vampir“ (1994) und „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (1958). 

Aktuelle Deals

9. Mulholland Drive, Los Angeles

„Mulholland Drive – Straße der Finsternis“, so lautet der Titel eines Films von David Lynch aus dem Jahr 2001. Doch ist die Straße wirklich so gruselig, wie der Thriller vermuten lässt? An vielen Stellen eher nicht, es sei denn, du fürchtest dich vor schöner Aussicht. Der Mulholland Drive führt über 34 Kilometer auf der Grenze zwischen Los Angeles und dem San Fernando Valley. 

Im Hintergrund erstrecken sich die Hochhäuser von Los Angeles, im Vordergrund führt der breite Mulholland Drive durch die Stadt.

Wer die Straße in der Gesamtlänge befährt, startet in Hollywood und endet am Leo Carrillo State Beach am Pazifik. Dazwischen geben die Aussichtspunkte tolle Blicke auf das Valley, die Wolkenkratzer, den berühmte Hollywood-Schriftzug und die Häuser unzähliger Hollywood-Stars frei. Achtung: Die Aussichtspunkte werden ab 21 Uhr gesperrt. In der Dunkelheit könnt es einsam werden auf dem Mulholland Drive. Vermutlich hat Lynch die Location also doch nicht ohne Grund gewählt.

Neben „Straße der Finsternis“ ist der Mulholland Drive auch Schauplatz 28 weiterer Filme, unter anderem beim Klassiker „Die Dämonischen“ (1956) oder in der Serie „Ein Colt für alle Fälle“ (1981–1986).

8. Wilshire Boulevard, Los Angeles

Von Ost nach West einmal quer durch Los Angeles führt der teilweise zehnspurige Wilshire Boulevard. Er verbindet Santa Monica mit Beverly Hills und dem Stadtzentrum von L. A. Hochhäuser säumen die Straße, darunter das Aon Center, der höchste Wolkenkratzer der Stadt. Auch das Samuel-Goldwyn-Theater, aus dem jährlich die Oscar-Nominierungen übertragen werden, nennt diese Adresse sein Zuhause. 

Im Hintergrund reckt sich das Beverly Wilshire Hotel in die Höhe – ein wichtiger Ort im Film „Pretty Woman“.

Wer den Wilshire Boulevard nutzt, fährt also nicht nur über eine Straße, die schon Drehort für 31 Filme war, sondern auf der bereits Filmgeschichte geschrieben wird. Heute kannst du bei einem der unzähligen hippen Foodtrucks am Rande des Boulevards ein hervorragendes Mittagessen einnehmen. 

Vor allem bei Comic-Verfilmungen ist der Wilshire Boulevard beliebt: „The Dark Night Rises“ (2012) und „Captain Marvel“ (2019) drehten dort Szenen. Im Streifen „Volcano“ (1997) wird die Straße sogar von Lava geflutet. Von der romantischen Seite zeigte sich der Boulevard bei „Pretty Woman“: Im exklusiven Beverly Wilshire Hotel, das direkt an dieser Straße liegt, verliebten sich Edward (Richard Gere) und Vivian (Julia Roberts). 

7. Vine Street, Los Angeles

In insgesamt 35 Streifen kannst du die Vine Street in Los Angeles sehen. Was die Straße besonders macht? Über sie führt ein Teilstück des Walk of Fame. Unter anderem der Musiker John Lennon, die Schauspielerin Audrey Hepburn und der US-Moderator Johnny Carson wurden hier mit einem Stern geehrt. 

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Die Vine Street kreuzt den Hollywood Boulevard, eine weitere bekannte Straße in Los Angeles.

Die Vine Street bildet außerdem eine schnurgerade Verbindung zwischen der Franklin und der Melrose Avenue. Die Kreuzung Vine Street–Hollywood Boulevard war einst ein Symbol für Hollywood selbst. Seit den 1930er-Jahren lagen hier alle wichtigen Büros von Film, Fernsehen und Radio.

Davon zeugen heute noch das Capitol Records Building, das Pantages Theatre im Art-deco-Stil und das Avalon Hollywood, ein Club und Theater mit kunstvollen Kacheln aus dem Jahr 1927. 

Doch seit den 1970er-Jahren verfällt die Kreuzung zusehends. Derzeit laufen Projekte, um den geschichtsträchtigen Ort wieder zu altem Glamour zu verhelfen. Vielleicht trägt auch der Film „La La Land“ (2016) dazu bei, für den die Vine Street als Drehort genutzt wurde. Der Streifen staubte sieben Oscars und Golden Globe Awards ab. 

Auch eine Verfolgungsjagd aus dem Film „Swat“ (2003) haben Stuntexpertinnen und ‑experten hier gedreht, und zwar direkt vor dem Capitol-Gebäude. 

6. Wall Street, New York City

Auf der Wall Street fließt nicht nur der Verkehr, sondern auch jede Menge Geld. Etliche Unternehmen der Finanzbranche sowie die weltgrößte Wertpapierbörse, die New York Stock Exchange, geben die 800 Meter lange Wall Street als ihre Adresse an. 

In der Wall Street gibt sich die Finanzwelt die Klinke in die Hand. Das Straßenschild vor der Börse ist ein beliebtes Fotomotiv.

Kein Wunder, dass auch etliche Finanz-Filme hier gedreht wurden wie etwa „Wall Street“ (1987) und „The Wolf of Wall Street“ (2013). Weniger um Geld ging es hingegen in „The Dark Knight Rises“ (2012) und im Kultfilm „Der Stadtneurotiker“ (1977), doch auch in ihnen kommt die Wall Street vor. 

Glanz und Glamour finden Reisende hier nicht. Hier arbeiten die Broker und fahren nach Feierabend nach Hause. Ab 17 Uhr verlassen sie ihre Büros in Scharen. Am Abend und an den Wochenenden wirkt die Wall Street fast schon ein wenig verschlafen, zumindest für New Yorker Verhältnisse. Was gibt es sonst hier zu sehen? Die Trinity-Kirche, das American Finance Museum und das Federal Hall National Monument. 

5. Fifth Avenue, New York City

Die Fifth Avenue liegt mitten in Manhattan – auf eine Autotour über diese Straße solltest du deinen Nerven zuliebe verzichten. Viel besser kannst du die Atmosphäre dieses besonderen Weges ohnehin bei einem Spaziergang erleben. Los geht es am Washington Square Park, dann durch Midtown Manhattan und vorbei am Central Park, bis die Straße nach fast elf Kilometern in Harlem endet. 

In der Fifth Avenue in New York herrscht fast immer reger Betrieb. Vor allem Taxis sind hier unterwegs.

Dazwischen: Glanz und Glamour, viele Menschen, teure Boutiquen – ein Quadratmeter Ladenfläche kostet dort im Schnitt schließlich 13.000 Euro Miete pro Monat, weltweiter Spitzenwert. In dieser Straße findest du außerdem das Empire State Building, das Plaza Hotel und das Flatiron Building – Bauikonen ihrer Zeit.

Auch die New York State Library, das Rockefeller Center, das Metropolitan Museum of Art und das Guggenheim Museum nennen die Fifth Avenue ihr Zuhause. 

Als Schauplatz diente die Fifth Avenue 46 Filmen, darunter der Klassiker „Frühstück bei Tiffany“ (1961, den Juwelier gibt es an dieser Stelle übrigens bis heute), „Kevin allein in New York“ (1992), „Im Auftrag des Teufels“ (1997), „Spiderman“ (1967), „Ghost Busters“ (1984) und „The Day After Tomorrow“ (2004). 

4. Broadway, New York City

Mit seinen 25 Kilometern Länge ist der Broadway die längste Nord-Süd-Durchquerung Manhattans, und er hat es in sich. Er führt vorbei an der ältesten Kirche Manhattans, der Saint Paul’s Chapel, durch das trendige Shoppingviertel Soho und den Washington Square Park.

Der Broadway in New York dient nicht nur häufig als Filmkulisse, sondern ist auch das Zuhause vieler Theater und Geschäfte. Auch Reisende gehen hier gern flanieren.

Dort, wo der Broadway eine andere Straße kreuzt, entstanden lebhafte Plätze oder kleine Parks. Zu den bekanntesten gehört der Madison Square, an dem du auch das Flatiron Building findest. 

Am Times Square geht es dann schon weiter mit den bekannten Sights, denn hier durchläuft der Broadway das Theaterviertel. Die Straße war namensgebend für die gesamte Musicalszene, die heute als „Broadway plays“ bekannt ist. 

Nicht nur Sängerinnen und Sänger sind dort aktiv, sondern auch Filmemacherinnen und ‑macher. 51 Filme zeigen diese weltbekannte Straße, darunter bekannte Streifen wie „Stirb langsam: Jetzt erst recht“ (1995), „Cloverfield“ (2008), „The Day After Tomorrow“ (2004), „Ghostbusters II“ (1989), „e-m@il für Dich“ (1998) oder „Das Vermächtnis der Tempelritter“ (2004) – um nur einige Beispiele zu nennen. 

3. Park Avenue, New York City

Es ist die Straße der Superlative: Drei Millionen Menschen haben ihren Arbeitsplatz in der Park Avenue, es handelt sich hier um die größte Ballung von Büros und Hotels auf der Welt. Zum Vergleich: In Berlin leben – nicht arbeiten – etwa 3,6 Millionen Menschen. Kein Wunder, dass gerade in der Park Avenue auch das MetLife-Hochhaus steht, das mit 260.000 Quadratmetern Fläche lange Zeit das größte Bürogebäude der Welt war. 

Auf der Park Avenue in New York wachsen Bäume, die im Vergleich zu den umgebenden Wolkenkratzern klein wirken.

Nicht nur viele Arbeitsplätze gibt es hier, sondern für New Yorker Verhältnisse auch viele Bäume. Sie trennen die Straße in zwei Hälften, im Frühjahr erblühen sie in zarten Rosatönen. Über den starken Verkehr können sie jedoch nicht hinwegtäuschen. 

In diesen Filmen hast du die Park Avenue in New York schon gesehen: „Sister Act“ (1992), „Men in Black“ (1997), „I am Legend“ (2007) oder „The Avengers“ (2012). 57 weitere Filme zeigen Bildmaterial aus dieser Straße. 

2. Sunset Boulevard, Los Angeles

Auf 35 Kilometern Länge schlängelt sich der Sunset Boulevard durch Los Angeles. Ein Teil des Boulevards ist der legendäre Sunset Strip in West Hollywood. Hier wird in den bekanntesten Clubs der Stadt gefeiert, unter anderem im Whisky a Go Go, in dem schon Rockstars wie The Who, The Doors, Led Zeppelin oder Alice Cooper die Gitarrensaiten gezupft haben.

Tagsüber geht es hier zumindest etwas ruhiger zu, denn dann verwandelt sich der Strip in ein Shopping-Mekka. 

Der Sunset Boulevard in Los Angeles ist die Straße in den USA, die am zweithäufigsten gefilmt wird. Das Straßenschild ist ein begehrtes Fotomotiv.

Wer vom Stadtteil Weho über den Sunset Boulevard nach Beverly Hills fährt, dürfte überrascht sein: Hier zeigt sich wieder ein ganz anderes Bild der Straße, ihr Charakter ändert sich völlig. Wo zuvor noch Geschäfte, Clubs und Werbeplakate um Aufmerksamkeit gebuhlt haben, erblühen plötzlich Rasenflächen mit Blumen, Büschen und Bäumen. Dahinter: schicke Stadtvillen. Herzlich willkommen in der Wohngegend der Reichen und Schönen! 

Kein Wunder, dass auch Filmstudios sich diese abwechslungsreiche Straße für ihre Produktionen ausgesucht haben. Einige von ihnen sind hier sogar zu Hause, etwa Paramount Pictures. Insgesamt 64 Filme zeigen Szenen, die hier gedreht wurden. Darunter „Beverly Hills Cop“ (Teil I, II und III, 1984–1994), „Der Stadtneurotiker“ (1977), „The Player“ (1992), „The Italian Job“ (1992) oder „Once Upon a Time … in Hollywood“ (2019). 

1. Hollywood Boulevard, Los Angeles

Wer den Hollywood Boulevard in Los Angeles noch nie im Film gesehen hat, der war vermutlich noch nie im Kino. In 133 Streifen taucht diese Straße auf – und dürfte damit die bekannteste in den USA sein! Sicher ist jedoch, dass keine andere Straße bislang öfter in Filmen zu sehen war. 

Der Hollywood Boulevard ist die wohl berühmteste Straße in den USA. Er taucht in 133 Filmen auf.

Doch was macht den Hollywood Boulevard zum perfekten Drehort? Ein großer Pluspunkt dürfte die Nähe zu den Filmstudios in Hollywood sein. Darüber hinaus pulsiert an der Straße das Leben. Kinos, Restaurants, Museen und Attraktionen – wer gern ausgeht, wird hier glücklich. Und auch für Filme schafft das eine großartige Kulisse.

Unter anderem haben sie „Leathal Weapon“ (1987), „Mortdecai“ (2015), „Pretty Woman“ (1990), „Drei Engel für Charlie – Volle Power“ (2003), „Borat“ (2006), „96 Hours“ (2008) genutzt. 

Auch Reisende schätzen die Vielfalt dieser Straße. Kulturinteressierte schlendern den Walk of Fame entlang, der hier angelegt wurde, und entdecken die Namen ihrer Lieblingsstars. Rund 2500 der Steinplatten mit dem begehrten Stern ehren hier schillernde Persönlichkeiten. Zwar nicht mit einem Stern geadelt, dafür aber nicht minder interessant sind die Straßenkünstlerinnen und ‑künstler, die hier ihre Fähigkeiten zeigen.

Immer wieder berichten Reisende auch von zufälligen Aufeinandertreffen von Filmstars, die über den Hollywood Boulevard flanieren.