Der Boarding-Pass ist nicht nur die Eintrittskarte zum Flugzeug, sondern sagt auch viel über die reisende Person aus. Auf dem Flugticket sind viele sensible Daten hinterlegt, deshalb sollte man „wie Bargeld“ sorgsam darauf aufpassen, warnt kürzlich Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Er selbst hat sich offenbar nicht daran gehalten, denn Fremde hätten über den QR-Code auf einem seiner Boardingpässe Daten ausgelesen und so unter anderem Zugang zu seiner E-Mail-Adresse und Handynummer erlangt, berichtet der „Spiegel“. 

Daher sollte niemand das Flugticket unachtsam im Wartebereich auf dem Sitz nebenan liegen lassen oder gar vor dem Abflug schnell noch ein Foto von der Bordkarte schießen, um es bei Instagram und Co. zu teilen. Denn der Foto-Beweis freut immer wieder nicht nur Freunde und Bekannte, sondern auch Kriminelle. 

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Name, Datum, Flughafen: Diese Daten gibt deine Bordkarte preis

Zwar ist auf einigen Social-Media-Fotos nur ein Ausschnitt mit dem Namen oder Zielort zu erkennen, andere Nutzerinnen und Nutzer hingegen teilen Bilder von ihrem gesamten Ticket. Unter dem Hashtag #boardingpass finden sich allein bei Instagram inzwischen Hunderttausende Posts, auf denen Nutzerinnen und Nutzer ihr Flugticket in die Kamera halten.

Doch auf der Bordkarte stehen neben Vor- und Nachnamen der Reisenden auch Flugdetails wie Datum, Flughafen und Flugnummer. Oft reichen diese Daten schon aus, um auf der Website der Airlines eine Buchung zu ändern oder sogar einen Flug zu stornieren.

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Flugticket posten: Vorsicht bei Vielfliegernummern

Besonders vorsichtig solltest du sein, wenn du bei einem Vielfliegerprogramm registriert bist. Die Kundennummer für das zugehörige Konto steht teilweise unverschlüssselt auf der Bordkarte. Damit hindert Kriminelle oft nur noch eine Sicherheitsfrage daran, auf dein Konto zuzugreifen.

Und die Antwort auf diese Sicherheitsfragen – zum Beispiel nach der Lieblings-Sportmannschaft oder dem Namen des Haustiers – lässt sich womöglich ohne viel Aufwand im Netz herausfinden. Mit ausreichend krimineller Energie und etwas Geschick können Fremde damit deine Daten und Kreditkartendetails abrufen und missbrauchen, während du sorglos im Flieger sitzt.

Auf der Lufthansa-Website lässt sich mit der Servicekartennummer von Vielfliegern und dem entsprechenden Nachnamen die anstehende Buchung auslesen, Bordkarten drucken oder die Versandarten für die Flugtickets verändern. Es liege zwar kein Sicherheitsrisiko vor, jedoch arbeite Lufthansa an neuen Standards für die Industrie, so ein Lufthansa-Sprecher. Der Schutz der Daten liege jedoch weiterhin in den Händen der Kundinnen und Kunden.

Sensible Daten auch hinter dem Barcode

Neben den offensichtlich abgedruckten Daten enthält auch der Barcode auf dem Flugticket viele persönliche Informationen. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein unübersichtliches Wirrwarr aus schwarzen und weißen Strichen. Wer einen Barcode-Leser besitzt, kann die Daten aber auslesen.

Schon haben Kriminelle Zugriff auf persönliche Informationen wie deinen Wohnort, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum. Damit könnten sie versuchen, andere Konten wie dein Bankkonto zu hacken.

So kannst du dich schützen

Auch wenn die Verlockung groß ist: Fotos deiner Bordkarte solltest du deswegen niemals öffentlich auf Social Media oder anderen Plattformen im Netz teilen. Gibt deinen Boarding-Pass nicht aus der Hand oder an Unbefugte weiter.

Wie alle anderen Konten sollten natürlich auch deine Kunden- und Vielfliegerkonten bei Airlines mit einem guten Passwort und schwer zu erratenden Sicherheitsfragen geschützt sein.

Auch nach dem Flug ist der Barcode übrigens noch aktiv und deine persönlichen Daten sind bei der Airline gespeichert. Deine Bordkarte solltest du deswegen am Ende der Reise nicht einfach wegwerfen oder liegen lassen. Bevor du sie entsorgst, reißt du sie bestenfalls in kleine Stücke – oder hängst sie als Erinnerung an deine Pinnwand.