Sie haben Strände mit tiefblauem Wasser, Weingüter und sogar einen aktiven Vulkan. Die kleinen Inseln Italiens stehen den großen in nichts nach. Welche Alternativen zu Sizilien, Sardinien und Capri es gibt, verraten wir dir hier.

1. Procida

Der Blick vom Aussichtspunkt auf Marina Corricella ist herrlich kitschig: Bunte Häuser schmiegen sich scheinbar übereinandergestapelt an einen Steilhang. Fischerboote schaukeln am Kai in einer weiten und kristallblauen Bucht.

Wer durch das Fischerdorf auf der Insel Procida läuft, erlebt italienisches Flair par excellence: Steile Treppen ziehen sich durch das Gewirr aus würfelförmigen Häusern mit mintgrün, orange, hellblau, rosa oder gelb gestrichenen Fassaden. Roller brausen durch die engen Gassen, Katzen streichen unbeeindruckt davon umher. Im Hafen sitzen Restaurantgäste unter weißen Sonnenschirmen und trinken Espresso, es riecht nach frischem Fisch.

Procida ist ein italienisches Inseljuwel im Golf von Neapel.

Procida ist ein kleines Urlaubsjuwel– und 2022 sogar Italiens Kulturhauptstadt. Etwa 10.000 Menschen leben auf der 4,1 Quadratkilometer großen Insel vulkanischen Ursprungs. Im Sommer kommen vor allem Italienerinnen und Italiener aus Neapel und Rom, um dort die warmen Monate und die wunderschöne Vegetation aus Kakteen, Feigen- und Zitrusbäumen, ursprünglichen Ortschaften sowie kleinen Badebuchten zu genießen.

Anreise nach Procida: Fähren verkehren ab Neapel, Pozzuoli oder Casamicciola vom Festland oder von der Nachbarinsel Ischia aus nach Procida.

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2. Favignana

Du suchst nach einer überschaubaren, aber nicht winzigen Insel mit tiefblauem Wasser, schönen Stränden, Sonne und abwechslungsreicher Küche? Dann ab nach Favignana! Mit knapp 20 Quadratkilometern ist sie die größte der Ägadischen Inseln.

Das Meer um die Inselgruppe herum ist das größte geschützte Seegebiet Europas, daher eignet sich die Region prima zum Schnorcheln. Ausgangspunkte sind beispielsweise die Cala Rossa, die Cala Rotonda und die Cala Azzura.

Die Insel selbst besteht hauptsächlich aus Vulkangestein. Da sie relativ eben ist, kannst du die Insel mit dem Fahrrad erkunden. Zu entdecken gibt es jede Menge Buchten, Meereshöhlen und Grotten, in denen bereits zu vorgeschichtlicher Zeit Menschen lebten.

Blick auf die Bucht und den Hafen auf der italienischen Insel Favignana.

Bei einem Bummel durch die arabisch angehauchte und verwinkelte Inselstadt, in der ein Großteil der etwa 4300 Inselbewohnerinnen und Inselbewohner lebt, können Reisende zum Beispiel die ehemalige Thunfischfabrik Tonnara erkunden. Auch mehrere Befestigungsanlagen lassen sich erkunden – darunter das markante Kastell Santa Caterina auf dem gleichnamigen Hügel, der mit 314 Metern die höchste Erhebung Favignanas bildet.

Wer zwischendurch ausruhen will: Das Dolce Vita lässt sich am besten bei einem Espresso oder Eis auf der Piazza Europa erleben.

Anreise nach Favignana: Vom Hafen in Trapani auf Sizilien fährt eine Fähre zur Insel. Die Überfahrt dauert etwa anderthalb Stunden.

3. Ventotene

Die Insel Ventotene hat nur rund 750 Einwohner. Früher, zu Zeiten des Römischen Reiches, wurden Menschen dorthin verbannt. Heute kommen Reisende freiwillig mit der Fähre – bei Touristinnen und Touristen außerhalb Italiens ist die pontinische Insel bislang aber fast unbekannt.

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Ventotene besticht mit typisch mediterranem Lebensstil, bunten Häusern im Hafen, einer kleinen Piazza und der Natur. Wer Ruhe und Erholung sucht, ist hier meist genau richtig. Ausnahme: Rund um den 20. September wird das Fest zu Ehren der Inselpatronin Santa Candida gefeiert.

Porto Romano auf Ventotene – einet der Pontinischen Inseln im Tyrrhenischen Meer,

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, das Gemeindegebiet Ventotene steht seit dem Jahr 1997 unter Naturschutz – einschließlich der Wasserflächen. Vorgelagert befindet sich die frühere Gefängnisinsel Santo Stefano, die per Bootausflug erreicht werden kann. Bekannt wurde Ventotene übrigens im Jahr 1941 durch das dort verfasste Manifest „Für ein freies und einiges Europa“.

Anreise nach Ventotene: Mit der Fähre geht es von Formia nach Ventotene. Die Überfahrt dauert knapp zwei Stunden. Im Sommer gibt es auch Verbindungen von Ponza, der größten Ponzianischen Insel, Neapel und Terracina.

4. Pantelleria

„Bint al- arˈjaːħ“, das bedeutet übersetzt „die Tochter des Windes“. Diesen klangvollen Namen erhielt Pantelleria einst von den auf ihr siedelnden Arabern – vermutlich, weil Mistral und Scirocco abwechselnd über die Insel hinwegfegen. Sie gehört geologisch zu Afrika, liegt sie doch näher an der tunesischen als an der italienischen Küste. Punische Zisternen, römische Mosaike, ein mächtiges Kastell oder auch die Akropolis bei San Marco zeugen von der langen und wechselseitigen Geschichte Pantellerias.

Die 80 Quadratmeter große Insel ist vulkanischen Ursprungs. Auch heute noch tritt vielerorts an sogenannten Fumarolen Dampf aus, heiße Quellen laden zum Baden ein. Die bekannteste befindet sich im Krater des über 800 Meter hohen Montagna Grande. Der türkisblaue Binnensee trägt den mythischen Namen „Spiegel der Venus“ (Specchio di Venere). Das von 34 bis 56 Grad Celsius heißen Quellen gespeiste Gewässer lockt Touristinnen und Touristen an.

Pantelleria ist eine italienische Insel im Mittelmeer, südwestlich von Sizilien.

Wer einen klassischen Badeurlaub machen will, sollte eine andere Insel ansteuern. Denn mit traumhaften Stränden kann Pantelleria nicht punkten – dafür aber mit Höhlen in der felsigen Küste, die oft nur per Boot erreichbar sind. Taucherinnen und Taucher erkunden am liebsten den Arco dell’elefante; der Felsbogen erinnert an einen Elefantenkopf.

Anreise nach Pantelleria: Die Insel hat einen Flughafen, vor allem im Sommer sind die Verbindungen zum italienischen Festland gut. Fähren und Tragflächenboote steuern Pantelleria täglich von Trapani aus an.

5. San Pietro

Auf der Isola di San Pietro gibt es genau einen Ort. Er heißt Carloforte, zählt etwa 6500 Einwohner und ist ein beliebtes Ausflugziel für Touristinnen und Touristen von Sardinien. Abseits von Carloforte ist es aber ruhig, Hotels gibt es auf der Insel nur wenige.

Die Nordküste der Insel ist zwar eher felsig und eignet sich nicht zum Baden. Dafür gibt es im Süden und Osten kleine Sandstrände.

Anreise nach San Pietro: Vom Hafen Porto Vesme in Portoscuso auf Sardinien fahren Boote nach Carloforte.

Carloforte ist der Hauptanlaufpunkt auf der Insel San Pietro, zehn Kilometer vor der Südwestküste Sardiniens.

6. Salina

Salina besteht aus zwei Vulkanen, dem Monte Fossa delle Felci und dem Monte dei Porri. Beide siehst du schon von Weitem, sie ragen je etwa 900 Meter aus dem Meer. Beide sind inaktiv, und Salina ist für eine Vulkaninsel außergewöhnlich grün, dafür sorgt eine Süßwasserquelle. Die Ortschaften der Insel sind über Straßen verbunden, die sich um die Hänge der Vulkane schlängeln. Im Sommer fährt dort ein Bus.

Zwischen den beiden Gipfeln bauen die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel Wein und Kapern an. Gemeinsam mit der sizilianischen Insel Pantelleria (siehe Nummer 3) liefert Salina 95 Prozent der italienischen Kapernernte.

Ausblick vom Monte Fossa auf Leni, einen Ort auf der Insel Salina.

Die meisten der kleinen Ortschaften liegen an der Küste und schmiegen sich an die Hänge der Vulkane. Haupt-Sehenswürdigkeit der Insel ist die Kirche Santa Marina Salina. Überbleibsel der Salzseen im Nordosten erinnern an die riesigen Salinen, die der Insel ihren Namen gaben. Feine Sandstrände gibt es nicht, dafür stehen Wandern und Ruhe im Mittelpunkt. 

Anreise nach Salina: Der Inselhafen Santa Marina Salina ist per Fähre von Milazzo auf Sizilien aus zu erreichen. Die Überfahrt mit Stopps auf Vulcano und Lipari dauert knapp vier Stunden.

7. Panarea

Insbesondere unter italienischen Jetsettern ist Panarea beliebt – die Insel, die wie Salina zum Liparischen Archipel gehört, zeigt sich elegant und mondän. Das Straßennetz auf der nur dreieinhalb Quadratkilometer großen Landfläche ist gut ausgebaut, sodass alle Orte miteinander verbunden sind.

Ruhig ist es auf Panarea vor allem im Sommer selten. Das Motto am Abend lautet „sehen und gesehen werden“, in einer der angesagten Cocktailbars im Hauptort San Pietro oder beim Bummeln durch die Gassen mit den gepflegten und weiß gestrichenen Häusern. Tagsüber geht es an den Strand, besonders beliebt sind die Buchten Cala di Junco und Cala dei Zimmari.

Typische Landschaft auf Panaerea – eine Insel im Archipel der Liparischen Inseln.

Wer zwischendurch Natur tanken will, sollte in den kaum besiedelten Westteil fahren, dort lässt sich die Landschaft beim Wandern entlang der Steilklippen erkunden. Ein schönes Ziel ist der Punta del Corvo, mit 421 Metern die höchste Erhebung.

Anreise nach Panarea: Die Insel kann mit einem privaten Helikopter erreicht werden, von Milazzo, Reggio Kalabrien, Palermo, Messina und Neapel verkehren Fähren und Tragflügelboote.

8. Giglio

Die Isola del Giglio verzaubert Reisende mit smaragdgrünem Meer, viel unberührter Natur und der berauschenden Mischung aus Farben und Gerüchen. Doch medial bekannt wurde die Insel vor der toskanischen Küste im Jahr 2012 aus einem traurigen Grund: Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ lief vor ihr auf Grund, der Unfall forderte 32 Menschenleben.

Giglio befindet sich etwa 50 Kilometer südöstlich von Elba. Die Insel ist überwiegend gebirgig und lockt mit spektakulären Ausblicken, bunten Blütenmeeren und duftender Macchia schon seit Jahrzehnten Wanderfans an. Auf knapp 30 Routen lässt sich die Insel erlaufen – einige davon sind alte Eselswege, auf denen die Einheimischen sich zwischen den Orten bewegt haben. Der größte Teil der knapp 1500 Einwohnerinnen und Einwohner lebt in den drei Dörfern Porto, Castello und Campese.

Der Torre del Campese ist eine historische Sehenswürdigkeit auf der italienischen Insel Giglio.

Vom Hafen der Insel aus winden sich enge Straßen, gesäumt von bunten Häusern mit Cafés, Restaurants und Eisdielen. Etwas ruhiger ist es im Giglio Castello, das sich hoch auf dem Berg in 405 Meter Höhe erhebt. Dort scheint sich seit Jahrhunderten nichts verändert zu haben, und auch der hektischste Reisende fällt in den gemächlicheren Inselrhythmus.

Auch für Strandfans hält die Insel auf einer Küstenlänge von 28 Kilometern Sehnsuchtsorte bereit: Die vier größten Strände sind Campese an der Westküste und Arenella, Cannelle und Caldane an der Ostküste. Eingerahmt von Felsblöcken verfügen sie über feinen Sandstrand. Der Zugang ist kostenlos, Sonnenschirme und Liegen werden vermietet.

Anreise nach Giglio: Von Porto Santo Stefano, gut 160 Kilometer nördlich von Rom, fahren Fähren nach Giglio. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde, in der Hochsaison fahren die Schifffahrtslinien Toremar und Maregiglio stündlich.