Lange Strände, klares Wasser, Lavendelduft, kulinarische Köstlichkeiten. Das alles bieten die Inseln unseres Nachbarlands Frankreich auf teilweise kleinster Fläche. Am bekanntesten ist wohl die schöne Insel Korsika, doch es gibt noch viele weitere Eilande, auf denen du einen traumhaften Urlaub verbringen kannst. Und zwar nicht nur in Europa, sondern auch in der Karibik – wo Frankreich nach wie vor Überseegebiete hat.

Bereit, das Festland zu verlassen? Die schönsten Inseln Frankreichs aus nah und fern stellen wir hier vor. 

1. Martinique

Martinique ist dein Tor zur Karibik. Die Insel gehört zu den Kleinen Antillen, einer Inselkette, die das karibische Meer vom Atlantik abgrenzt. In diesem französischen Überseegebiet findest du eine dementsprechend abwechslungsreiche Landschaft vor: Wasserfälle, Tropenwald, schwarze und weiße Sandstrände. Dazwischen Bougainvilleen in allen Farben, Orchideen und Flamingoblumen.

Urlauberinnen und Urlauber lieben Martinique für die weiten Strände.

Das alles überragt der Mont-Pelée, ein erloschener Vulkan. Dutzende Flüsse stürzen von dort aus in die Tiefe. Am besten lernst du diese Besonderheiten bei einer Wanderung, beim Mountainbiking oder beim Canyoning kennen.

Der Vulkan ist ein harter Kontrast zum Süden der Insel. Der ist bekannt für seine goldgelben Sandstrände, etwa Les Anses d’Arlets oder Cap Chevalier. Hier steht die Erholung an erster Stelle: Mit dem Cocktail in der Hand unter dem Stroh-Sonnenschirm liegen und dabei die Windsurfer beobachten? Dafür sind die Traumstrände von Martinique prädestiniert.

2. Île de Porquerolles

Exotisch und doch nah – das ist die Mittelmeerinsel Porquerolles an der Côte du Var. Das kleine Eiland erreichst du am einfachsten von Toulon aus mit der Fähre. Porquerolles eignet sich besonders für Reisende, die gern mit dem Fahrrad unterwegs sind, denn Autos sind hier größtenteils verboten.

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Der Blick über die Marina von Porquerolles beeindruckt mit weiter Sicht.

Radlerinnen und Radler finden dafür perfekt ausgebaute Radwege von insgesamt 51 Kilometern Länge. Sie führen von den feinen Sandstränden im Norden über hübsche Dörfer bis hin zu den beeindruckenden Steilklippen im Westen des Eilands.

Gemütlich voran geht es bei einer Bootstour von Porquerolles aus. Dabei kannst du einige echte Geheimtipps entdecken, denn einige beschauliche Buchten erreichst du hier nur über den Wasserweg. Beliebt sind die Strände Notre Dame, La Courtade und die Plage d’Argent mit ihrem klaren, türkisblauen Wasser. Vielerorts umrahmen idyllische Eukalyptus- und Pinienwälder die Strände.

3. Île de Saint-Marguerite

Nur einen Katzensprung von der Filmfeststadt Cannes entfernt liegt die Insel Saint-Marguerite. Das nur etwa drei Kilometer lange und 900 Meter breite Eiland wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen, so idyllisch geht es hier zu. Der kleine Bootsanleger lässt erahnen, dass nur wenige Reisende hier einen Zwischenstopp einlegen.

Mit der Fähre geht es auf die Insel Saint-Marguerite.

Doch die Vergangenheit der Insel zeugt von weitaus weniger Beschaulichkeit, denn einst diente sie mit ihren Forts der Verteidigung Frankreichs. Auch ein Gefängnis richteten die Bewohner von Cannes hier ein. Heute kannst du es als Touristin oder Tourist besuchen – und darf es jederzeit wieder verlassen. Mutige buchen ein Bett in der Festung, die gleichzeitig die einzige Unterkunft auf Saint-Marguerite ist.

Außerhalb der starken Mauern warten noch Kiefern- und Eukalyptuswälder auf dich. Mehr als 20 Kilometer Wanderweg führen dich durch diese Naturschönheiten über das Eiland vorbei. Einige davon bleiben dir allerdings verborgen, denn 2012 stufte die Regierung Saint-Marguerite als Vogelschutzgebiet ein und sperrte dafür einige Gebiete für den Menschen. Vielleicht erspähst du auf deinem Weg ja Falke oder Fledermaus, denn unter anderem sie sollen durch diese Maßnahme geschützt werden.

4. Île de Bréhat

Der Golfstrom hat die Île de Bréhat das ganze Jahr über fest im Griff. Er sorgt für ein besonderes Mikroklima auf dieser Insel im Ärmelkanal, das wiederum für eine üppige Blumenpracht sorgt: Hortensien, Mimosen oder Kamelien duften hier an fast jeder Ecke um die Wette. Ein beliebtes Fotomotiv ist auch die Schmucklilie, die als Wahrzeichen der Insel gilt.

Am besten erkundest du die Île de Bréhat zu Fuß oder mit dem Rad, denn Autos sind auf der 3,5 Kilometer langen und 1,5 Kilometer breiten Insel nicht erlaubt – und wegen ihrer beschaulichen Größe sind vier Räder auch gar nicht notwendig. Neben den Naturschönheiten zählen eine Kirche aus dem 16. Jahrhundert und die Überreste der Zitadelle zu den Sehenswürdigkeiten.

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Die Île de Brehat ist für ihren Pflanzenreichtum bekannt.

Ansonsten heißt es auf der Île de Bréhat: einfach mal die Seele baumeln lassen. Entspannte Urlauberinnen und Urlauber lassen die Einwohnerzahl von 400 Menschen zur Saison auf rund 2000 ansteigen. Vom Massentourismus ist das Eiland also weit entfernt.

5. Belle-Île-en-Mer

Kann dieses Fleckchen Erde vor Nantes, das übersetzt „die schöne Insel“ heißt, ihrem Namen gerecht werden? O ja. Die größte Insel der Bretagne vereint ruhige Strände, schroffe Steilküsten und bunte Häuserfassaden in angenehmem Klima.

Deine Erkundungstour startest du am besten direkt nach der Ankunft im Hafen. Häuser, Fensterläden aus Holz, davor Fischkutter und Segelboote lassen Urlaubsgefühle aufkommen. Schlendere anschließend durch die malerische Altstadt von Palais und genieße einen frischen Café au Lait.

Belle-Île-en-Mer macht dem Namen alle Ehre, das zeigt unter anderem diese Ansicht über den Hafen mit den niedlichen Häusern dahinter.

Ein Spaziergang in nordwestliche Richtung führt von dort aus zu den Felsen der Apothekergrotte, traumhafte Ausblicke auf den Atlantik auf der einen und die Belle-Île auf der anderen Seite inklusive. An der östlichen Küste hingegen locken die feinen Sandstrände Badehungrige ins klare Meer.

Du wärst nicht der oder die erste Reisende, der oder die von diesem Zusammenspiel aus Felsen, Strand und Natur beeindruckt ist: Der Maler Claude Monet entdeckte die Insel im Herbst 1886 als Inspiration und verewigte sie in insgesamt 39 Werken, die hier entstanden.

6. Frioul-Archipel

Direkt vor Marseille liegt der Frioul-Archipel. Lass den Großstadttrubel mit einer nur wenige Minuten langen Bootsfahrt hinter dir und komm auf einer der vier Archipel-Inseln mit zerklüfteten Stränden, Klippen, einsamen Buchten und jeder Menge Vogelgezwitscher zur Ruhe.

Der Frioul-Archipel ist für seine schöne Natur bekannt. Hier ragt eine grüne Landzunge ins Meer hinaus.

Auf der Insel If beeindruckt die Festung Chateau d’If, die zwischenzeitlich auch als Gefängnis genutzt wurde. Alexandre Dumas ließ sich von der Anlage für sein Jahrhundertwerk „Der Graf von Monte Christo“ inspirieren. Inspirierend ist auch die Insel Pomègues, auf der viele Wanderwege durch üppiges Grün führen. Ein Abstecher zu einer der versteckten Buchten sorgt in den heißen Sommermonaten für Abkühlung.

Wer mit Kindern verreist, der stattet der Frioul-Insel Rattoneau einen Besuch ab. In der lieblichen Landschaft und an den sanft abfallenden Stränden fühlen sich auch die Kleinsten wohl. Neben ihr liegt das Inselchen Tiboulen de Rattoneau, das sich zum Schnorchel-Hotspot des Frioul-Archipels gemausert hat.

7. Île d’Ouessant

Wer vom westlichsten Punkt Frankreichs in Richtung Amerika winken möchte, muss den Ouessant-Archipel besuchen. 30 Kilometer trennen es vom Festland, doch gefühlt liegen Welten dazwischen. Kein Wunder, dass die Franzosen dieses Fleckchen hin und wieder auch als „Finistère“, also „das Ende der Welt“, bezeichnen. Nur zwei der sieben Inseln sind bewohnt.

Traumhafter Ausblick: Die Insel Ouessant in Frankreich wird stellenweise von Felsen geprägt.

Dort kann es im Herbst und Winter wegen der Sturmfluten schon einmal ungemütlich werden. Doch viele Reisende kommen gerade deswegen her: Insulaner bieten gerade dann, wenn es richtig ungemütlich wird, Sturmwanderungen zu den besten Aussichtspunkten ihrer Heimatinseln an.

Was gibt es sonst noch zu erleben? Das idyllische Landleben. Schafe grasen auf den grünen Wiesen, hinter den Steinmauern liegen Gemüsegärten, Leuchttürme, die weit in den Himmel ragen. Kräftiges Wellenrauschen und beeindruckende Felsformationen, fein ziselierter Riffe, die Ruinen eines ehemaligen Sturmhauses. Wer Ruhe sucht, wird auf dem Ouessant-Archipel fündig.

8. Île de la Réunion

Auf geht’s nach Frankreich – und zwar zum Indischen Ozean! Möglich macht das die Vulkaninsel La Réunion, die Madagaskar vorgelagert ist. Wer von der Küste aus in Richtung Osten blickt, sieht erst mal – nichts bis auf den weiten Ozean. Erst Tausende Kilometer weiter ragt dann Australien aus dem Wasser.

Doch wer einmal hier angekommen ist, will gar nicht so schnell wieder fort. Dank der Vielseitigkeit der Insel gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Trockene Mondlandschaften, tropische Natur und türkisblaue Lagunen wechseln sich mit schroffen Berghängen und quirligen Dörfern ab.

La Réunion bietet spektakuläre Aussichten über begrünte Schluchten.

Das Städtchen Hell-Bourg, in dem sich ein typisch kreolisches Haus an das nächste reiht, gilt als besonders reizvoll. Die Einheimischen verzieren die traditionellen Blechhäuser mit bunten Zierstreifen, in den Nutzgärten blühen Blumen zwischen dem Gemüse. Dazwischen tauchen immer wieder imposante Villen auf, die die reichen Familien sich einst in den Bergdörfern bauen ließen, um der Sommerhitze zu entfliehen.

Wanderwege führen durch märchenhafte Wälder, vorbei an Klippen und Kaps mit bester Aussicht auf den Ozean. Besonders beeindruckend: die Lavafelder von La Réunion. Der Vulkan speit noch immer, und manchmal fließt die Lava sogar bis ans Meer. Auf ihrem Weg dorthin verändert sie die Landschaft nachhaltig: Steine und Felsen überziehen das Gelände, doch hier und da haben sich erste zarte Pflänzchen den Ort bereits zurückerobert.

9. Île de Ré

Die weiße Insel – unter diesem Namen ist die Île de Re vor La Rochelle auch bekannt. Ob das an den weißen Stränden, den weiß getünchten Häusern oder an dem Salz liegt, das hier seit Jahrhunderten geschöpft wird, ist unklar. Sicher ist: Das Salz sorgte einst für das Auskommen der Inselbewohnerinnen und ‑bewohner.

Auf der Île de Re steht die Farbe Weiß im Vordergrund, etwa hier der Leuchtturm am weißen Strand.

Heute sorgen dafür vor allem Reisende. Sie lieben die weißen Strände, die zu einem Bad in der Sonne und im klaren Wasser einladen. Bei einem Spaziergang über die kilometerlangen Küstenabschnitte, etwa am Plage des Grenettes, vergisst du als Feriengästin oder ‑gast leicht die Zeit.

Und die womöglich namensgebenden weißen Häuser sind ebenso beeindruckend. Mit ihren bunten Fensterläden geben sie den Städtchen auf der Insel das charakteristische Aussehen. Besonders fotogen sind sie in Saint-Martin-de-Ré. In dem Städtchen solltest du auch den pittoresken Hafen und den Marktplatz besuchen. Auch die Zitadelle lohnt einen Abstecher.

10. Île d’Oléron

Wer Postkarten-Motive fotografieren will, wird auf Frankreichs größter Atlantikinsel, der Île d’Oléron, fündig. Beeindruckend ist schon die Anreise: Eine schmale Brücke verbindet das Eiland mit dem Festland, tolle Ausblicke auf den Atlantik sind garantiert. Zwischen den feinen Sandstränden von Oléron liegen schroffe Klippen und malerische Fischerdörfer.

Die Insel Oléron lädt mit bunten Kabinen zu einem Tag am Strand ein.

Sie laden zu einem hervorragenden Abendessen ein, denn die frischen Austern und Meeresfrüchte sammeln die Gastronomen direkt vor der Insel.

Einen tollen Ausblick auf Ozean und Wälder bieten die Befestigungsanlagen, etwa das Château d’Oléron. Noch höher hinaus geht es auf den zahlreichen Leuchttürmen im Norden der Insel. Durch historische Gassen schlenderst du bei einem Stadtbummel durch Saint-Piere und La Brée-Les-Bains.