Der Charme der Insel liegt in ihrer Ursprünglichkeit: Während auf Mallorca und Ibiza alles parat steht für Touristinnen und Touristen, gibt sich Menorca bescheidener. Der Pauschaltourismus hat die Insel noch nicht vereinnahmt. Die Menorquinerinnen und Menorqiner beobachteten stets, was auf den Nachbarinseln passierte.

Als dort immer mehr Küstenabschnitte mit Hotelburgen verbaut wurden, entschieden sie sich, es anders zu machen. Deshalb gibt es keinen zugebauten Strand, dafür aber unberührte Naturlandschaften. Wir verraten dir, welche Highlights auf Menorca auf dich warten.

Mahón

Die Inselhauptstadt Mahón liegt im Westen von Menorca. Seit 1722 ist Maó, wie es auf Katalanisch heißt, die Hauptstadt von Menorca. Rund 29.000 Menschen leben hier. Im Urlaub lohnt sich ein Tagesausflug, denn die Stadt ist enorm vielseitig. Das Busnetz der Insel ist gut ausgebaut, sodass man aus jedem Urlaubsort ganz einfach in die Städte fahren kann.

Absolut sehenswert: Die Inselhauptstadt Mahón im Osten von Menorca.

Ob in der malerischen Altstadt mit ihren Jugendstilpalästen, im gigantischen Hafen mit der trubeligen Promenade oder in den Restaurants oder Geschäften: Zu entdecken gibt es viel! Als schönste Straße gilt die Carrer Isabel II. mit unzähligen weiß getünchten Häusern. Hier kannst du besonders schöne Fotos machen. Bist du kulturinteressiert, lohnt sich der Besuch der Kirche Església de Santa Maria, die für ihre Orgel berühmt ist, oder des „Museo de Menorca“, wo du die umfangreichste Sammlung zur Geschichte und Archäologie Menorcas besichtigen kannst. 

Der Hafen von Mahón

Ein Superlativ der Insel liegt direkt in der Inselhauptstadt: Der Hafen von Mahón ist der größte Naturhafen im Mittelmeer und nach dem Hafen in Sydney der größte der Welt! Der Fjord ist gigantisch: Er ist insgesamt 5,5 Kilometer lang und bis zu 1,2 Kilometer breit!

Der Hafen in Mahón ist 5,5 Kilometer lang und bis zu 1,2 Kilometer breit.

Um das ganze Hafengelände und den Fjord in seiner Pracht zu erkunden, lohnt sich eine Hafenrundfahrt. Dann geht es auf dem Wasser erst entlang der Kulisse der Stadt und dann vorbei an Inseln, Festungen und kleinen Dörfern. Anbieter für eine Hafenrundfahrt gibt es mehrere, zum Beispiel „Yellow Catamarans“. Wenn du die Tickets vorab online kaufst, sparst du Zeit und musst dich nicht anstellen.

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Ciutadella

Das Gegenstück zu Mahón ist Ciutadella im Westen der Insel. Beide Städte verbindet eine liebevolle Rivalität, das ist der Geschichte der Insel geschuldet. Denn Ciutadella war bis ins 18. Jahrhundert die Hauptstadt Menorcas. Was beide Städte eint, sind viele Überbleibsel aus der britischen Kolonialzeit.

Ciutadella ist die zweite größere Stadt auf Menorca und liegt im Westen der Insel.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ciutadella sind die Kathedrale Santa Maria de Menorca in gotischem Stil, der Bischofspalast, das Augustinerkloster und die Klosterkirche Església des Socors, die bekannt ist als schönste Renaissancekirche der Insel.

Das Herz der Stadt ist die Plaça des Born und das Rathaus. Drum herum flanierst du zwischen Adelspalästen und Festungen und kannst durch kleine Gassen schlendern, in denen sich Bars, Restaurants und Boutiquen aneinanderreihen.

Es Castell

Spuren aus der britischen Kolonialzeit gibt es überall auf der Insel, ein Dorf jedoch sticht besonders hervor. Es Castell hieß einst sogar Georgetown zu Ehren von Georg III. von England. Heute schlenderst du über den Waffenplatz mit den englischen Kasernen und vorbei am im typisch britischen Rot gestrichenen Rathaus und bestaunst in der Bucht von Sant Esteve das Fort Marlborough, eine englische Festung aus dem 18. Jahrhundert.

In Es Castell gibt es viele Spuren aus der britischen Kolonialzeit.

Es gibt aber noch einen Grund, warum du unbedingt nach Es Castell kommen solltest. Das Dorf liegt im östlichsten Teil der Insel und somit auch Spaniens und ist deshalb der erste Ort des Landes, wo die Sonne aufgeht. Frühaufsteherinnen und Frühaufsteher erleben hier einen spektakulären Sonnenaufgang über dem Meer!

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Monte Toro

Wie überall auf der Welt gilt auch auf Menorca: Den schönsten Weitblick gibt’s ganz oben. Deshalb lohnt sich ein Ausflug auf den Monte Toro. Der Berg ist zwar nur 357 Meter hoch, aber dennoch die höchste Erhebung der Insel – und der Panoramablick kann sich wirklich sehen lassen!

Mit 357 Metern ist der Monte Toro die höchste Erhebung der Insel.

Hinauf geht es von Es Mercadal über eine Serpentinenstraße. Auf dem Gipfel thront ein weiß getünchtes ehemaliges Augustinerkloster, außerdem gibt es das Restaurant „Sa Posada del Toro“ mit einer großen Terrasse, wo man sich stärken und den Ausblick genießen kann.

Naturpark S’Abulfera

Menorca hat einen großen Hauptdarsteller: die Natur. Deshalb wurde bereits im Jahr 1993 die Insel von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt. Im Nordosten erlebst du pralle Natur im Naturpark S’Abulfera des Grau. Das ist ein rund 5100 Hektar großes Schutzgebiet, das sich durch vielfältige Ökosysteme auszeichnet.

Im Nordosten von Menorca befindet sich der Naturpark S’Abulfera des Grau.

Der Naturpark ist unglaublich vielseitig mit Landschaften von Sanddünen bis hin zu Feuchtgebieten. Die Saline ist ein Paradies für Vogelbeobachterinnen und Vogelbeobachter. Hunderte Arten von Zugvögeln und einheimischen Vögeln haben hier ihr Zuhause. Vor Ort kannst du zudem wandern, biken oder am Strand von Es Grau schwimmen, Kajaks oder ein SUP-Board mieten.

Cap de Favàritx

Ein Highlight im Naturpark S’Abulfera des Grau ist das Cap de Favàritx. Auf bizarren Steinformationen aus schwarzem Schiefer thront ein schwarz-weiß geringelter Leuchtturm. Besonders zum Sonnenuntergang lohnt sich ein Besuch und der Blick über die Nordostküste.

Das Gestein am Cap de Favaritx gehört zu den ältesten geologischen Formationen auf den Balearen.

Spannend: Das Gestein hier gehört zu den ältesten geologischen Formationen auf den Balearen. Im Schiefergestein gibt es heute noch fossile Reste von Schalentieren und anderen kleinen Meerestieren finden.

Cap de Cavalleria

Ein anderes Kap auf Menorca, das einen Besuch wert ist, liegt am äußersten nördlichen Rand der Insel. Das Cap de Cavalleria hat eine Besonderheit: Es ist umgeben von rotem Sand! Der Leuchtturm wurde 1857 eingeweiht und ist der älteste Leuchtturm der Insel.

Einen der schönsten Sonnenuntergänge erlebst du am Cap de Cavalleria.

Ganz in der Nähe ist der Sandstrand Playa de Cavalleria, der von Dünen und rötlich schimmernden Felsen umgeben ist. Lustig: Die roten Pigmente finden sich nicht nur im Sand, sondern auch im Schlamm – sodass du eine kleine Wellnessbehandlung am Strand machen kannst.

Es Fornells 

Ein typisches Fischerdorf auf Menorca ist Es Fornells. Hier leben knapp 1000 Menschen, die ihr Leben der Fischerei gewidmet haben. Vor allem die Langustenfischerei hat in Es Fornells eine lange Tradition. Isst du gern frischen Fisch, ist dieses Dorf das perfekte Ziel!

Isst du gern frischen Fisch, ist Es Fornells das ideale Ziel.

Der Dorfkern liegt rund um den Hafen und bezaubert mit vielen weißen Häusern und Fischrestaurants. Bist du im Juli auf Menorca, kannst du in Es Fornells das Seefest der Virgen del Carmen erleben. Zu Ehren der Schutzpatronin der Fischer findet eine Prozession mit bunt geschmückten Booten statt.

Binibeca Vell

Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch liegt im Südosten der Insel: Binibeca Vell wirkt auf den ersten Blick wie ein traditionelles Fischerdorf, doch der Schein trügt. Das ganz in Weiß gehaltene Dörfchen ist nicht historisch, sondern das Ergebnis eines findigen Architekten!

Ein Fischerdorf wie aus dem Bilderbuch: Binibequer Vell auf Menorca.

Im Jahr 1972 entwarf der menorquinische Architekt Antonio Sintes Mercadal das Dorf Binibeca Vell – und gewann sogar einen Architekturpreis für seine Kreation aus engen Kopfsteingässchen, weiß getünchten Wohnungen und maurischen Bögen. Das Dorf ist klein, aber unglaublich fotogen, auch die Ferienwohnungen hier sind sehr gefragt.

Son Bou 

Ein Mix aus Strand und Sightseeing erwartet dich in Son Bou an der Südküste der Insel. Heute bekannt als beliebter Badeort und für den längsten Sandstrand auf Menorca, gibt es auch eine historische Stätte zu entdecken: die frühchristliche Basílica de Son Bou.

In Son Bou findest du den längsten Sandstrand auf Menorca und die frühchristliche Basílica de Son Bou.

Die Basílica geht auf das fünfte und sechste Jahrhundert nach Christus zurück und ist eines der bedeutendsten spätantiken Zeugnisse der Insel. Entdeckt wurde sie aber erst in den 1950er-Jahren. Sie hat einen rechteckigen Grundriss, der von Ost nach West ausgerichtet ist. Die Basilika besitzt eine dreigeteilte Stirnseite, drei durch Pfeiler getrennte Schiffe und einen Säulengang.

Cales Coves

Wer in die Geschichte der Insel eintauchen will, kann das über mehrere Höhlen machen. Etwa zehn Kilometer von Alaior entfernt gibt es knapp 100 Höhlen. Die ältesten stammen aus dem elften Jahrhundert vor Christus und dienten einst als Begräbnisstätten. Noch bis ins vierte Jahrhundert vor Christus grub man hier Höhlen ins Kalkgestein.

Rund zehn Kilometer von Alaior entfernt gibt es knapp 100 Höhlen.

Später wurden auch Spuren römischer Siedler gefunden, danach nutzten Seefahrer und Fischer die windgeschützte Bucht als Unterschlupf. Auch Hippies aus Spanien und anderen europäischen Ländern ließen sich in den Höhlen nieder.

Naveta des Tudons

Ein großes Stück Inselgeschichte entdeckst du in der Nähe von Ciutadella: Die prähistorische Grabanlage Naveta des Tudons stammt aus der späten Bronzezeit. Es ist das bekannteste prähistorische Grab der Insel und vermutlich das älteste bekannte Bauwerk Europas.

Naveta des Tudons ist ein gigantischer Sandsteinquader, der vor circa 3400 Jahren gebaut wurde.

Zu sehen gibt es mächtige Sandsteinquader, die vor etwa 3400 Jahren zusammengefügt wurden. Von außen erinnert die Form an einen umgedrehten Schiffsrumpf. Im Inneren wurden Schmuck und Reste menschlicher Knochen gefunden, deshalb vermutet man, dass es sich um eine Grabkammer handelt.