Es müssen nicht immer die bekannten Touristenmagnete Rom, Barcelona oder Paris sein. Viele Reisende wünschen sich nicht erst seit Corona Reiseziele, die nicht so überlaufen sind und sich trotzdem lohnen. Die Reise-Website „European Best Destinations“ bietet dafür genau die richtige Inspiration. Sie kürt jährlich die schönsten Ziele, die sich dadurch auszeichnen, dass sie bisher vom Massentourismus verschont wurden. 

In der Liste der Urlaubsorte finden sich neben weniger bekannten charmanten Ablegern von Tourismushochburgen auch winzige Dörfer, beeindruckende Mittelalterstädte und sogar ein künstlich angelegtes Dorf. All diese Ziele haben ihren ganz eigenen Charme und erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse. Der reisereporter stellt dir die Gewinner-Destinationen genauer vor.

1. Chioggia in Italien

Chioggia in Venetien liegt im Süden der Lagune von Venedig. Wie auch die Touristenhochburg Venedig ist Chioggia auf Holzpfählen gebaut und mit zahlreichen Kanälen und Grachten ausgestattet. Der Ort wird auch als Klein-Venedig bezeichnet, ist aber weniger überlaufen. Auch dem Portemonnaie tut Chioggia gut, da du hier wesentlich günstiger urlaubst als in der weltberühmten Schwesterstadt.

Der Corso del Popolo ist die Hauptstraße der Stadt und mit 24 Metern Breite, alten Palästen und vielen Cafés ein Highlight. Am Ende der Straße findest du die Vigo-Brücke mit Blick bis nach Venedig. Auch Sonnenhungrige werden in Chioggia glücklich: Der Stadtteil Sottomarina gehört zu den beliebtesten Seebädern der nördlichen Adriaküste.

Weniger Touristen, günstigere Preise, mehr Authentizität: Chioaggia in Venetien.

2. Alcala del Jucar in Spanien

Wie in einen steilen Hang retuschiert, wirkt das malerische Dörfchen Alcala del Jucar in der Provinz Albacete. Manche Häuser hängen wie Schwalbennester am Fels, andere sind als Höhlenwohnungen in den Kalkfelsen geschlagen worden. Die weiß gekalkten Häuschen, die engen, steilen Gassen und die denkmalgeschützte Altstadt machen Alcala del Jucar aus.

Der Ort mit den nur knapp 1200 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt an einer Flussschleife und ist laut der Reise-Website „European Best Destinations“ eines der schönsten Dörfer Europas. Sehenswert und zugleich das älteste Gebäude des Ortes ist die Burg von Alcala, die sich auf einer Anhöhe befindet, mit ihrem wuchtigen Turm, den man schon von Weitem sieht. Wer hier hochklettert, bekommt einen tollen Blick über die ganze Region.  

Panoramaansicht auf das Dorf in den Felsen: Alcala del Jucar.

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3. Menton in Frankreich

Menton liegt in einer geschützten Bucht und ist die östlichste Stadt an der Côte d’Azur. Da es von einer Bergkette umgeben ist, herrscht hier außerdem ein selbst für die Region ungewöhnlich mildes Klima und Menton zählt 316 Sonnentage im Jahr. Pastellfarben dominieren die Fassaden der Häuser und ergänzen den 400 Meter langen Sandstrand. 

Auch die Botanik spielt in Menton eine große Rolle. Seit dem 19. Jahrhundert werden hier Parks und Gärten angelegt, deren Fläche mittlerweile 46 Hektar ausmacht. Eine kleine Auswahl: Im Garten Villa Maria Serena gedeihen tropische und subtropische und teilweise sehr seltene Gewächse und im Zitrus-Garten des Palais Carnoles ist die größte Sammlung von Zitrus-Gewächsen in Europa zu Hause.

Außergewöhnlich mildes Klima und eine reiche Botanik: Menton.

4. Portmeirion in Wales

Der britische Architekt Sir Clough Williams-Ellis schuf dieses künstliche Dorf in Nord-Wales ganz im Mittelmeer-Stil. Von 1925 bis 1975 dauerte es, bis die bunten Gassen von Portmeirion fertiggestellt waren und danach zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen als Kulisse dienten. 

Auch die Geschichte der Beatles ist mit dem Dorf, das direkt am Strand liegt, verknüpft: George Harrison und Paul McCartney haben als Fans der Ortschaft viele Geburtstage dort zelebriert. Portmeirion kann bei einer gebührenpflichtigen Tagesbesichtigung entdeckt werden, es gibt aber auch die Möglichkeit, in einem Hotel oder einem Cottage zu übernachten. 

Das künstlich angelegte Dorf Portmeirion in Wales wirkt wie ein italienisches Dorf.

5. Baléal in Portugal

80 Kilometer nördlich von Lissabon liegt Baléal unweit von Peniche, das von vielen Surffans angesteuert wird. Baléal ist von zwei Stränden umgeben, die unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Am windigen Strand finden Surferinnen und Surfer optimale Bedingungen vor, an dem ruhigeren Strand sind Familien gut aufgehoben.  

Da Baléal nur drei Kilometer von Peniche entfernt liegt, lohnt sich ein Strandspaziergang zum Surfmekka. Wer Strandurlaub, gute Wellen, Sonnenuntergänge mit Romantikgarantie und Ruhe sucht, findet sie in Baléal. 

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Optimales Ziel für den Strand- und Surfurlaub: Baléal in Portugal.

6. Marken in den Niederlanden

25 Autominuten von Amsterdam entfernt, liegt die Insel Marken, die mittlerweile eine Halbinsel ist, denn seit 1957 ist sie über einen Deich mit dem Festland verbunden. Traditionsreich, authentisch und gemütlich geht es hier zu und mit 3,3 Kilometern Länge und 1,7 Kilometern Breite ist die Insel überschaubar. Eine Besonderheit der Insel ist, dass die Häuser auf Erdhügeln oder Pfählen stehen, eine Konsequenz früherer Überschwemmungen.

In der Wooden Shoe Factory, der Holzschuh-Werkstatt, kann man dabei zusehen, wie aus einem Holzblock die berühmten niederländischen Holzschuhe gemacht werden. Im Marker Museum sind neben der Marker Tracht auch Kunstwerke der Insulaner zu sehen. An der frischen Luft lockt ein Spaziergang zum „Paard von Marken“, dem hübschen weißen Leuchtturm, der seit 1839 seinen Dienst verrichtet.

Der Leuchtturm der Halbinsel Marken ist ein beliebtes Fotomotiv.

7. Durbuy in Belgien

Durbuy liegt an der Ourthe (auch Urt genannt) und wird als kleinste Stadt der Welt gehandelt wird. Entzückende Gässchen und liebevolle Details finden sich zuhauf in Durbuy. Die alte Stadtmauer, die verwinkelte Fußgängerzone und historische Steinhäuser sowie die sanfte Natur der Umgebung machen Durbuy zu einem wunderbaren Romantikziel. 

Zu den Besonderheiten des Ortes zählt etwa die Gasse Rue Daufresne de la Chevalerie. Sie ist die älteste Gasse Durbuys und wurde ausschließlich mit Kieselsteinen aus der Ourthe gepflastert. Im 10.000 Quadratmeter großen Formbaumgarten „Jardin Topiaire“ sind 39 Beete und 250 verschiedene, kunstvoll geschnittene Buchsbäume, Eiben und Stechpalmen zu bewundern. Kulinarisch locken die Restaurants des Ortes mit lokalen Spezialitäten wie Flusskrebsen.

Flanieren durch die Gässchen der angeblich kleinsten Stadt der Welt: Durbuy.

8. Visby in Schweden

Visby ist die Hauptstadt der Ostseeinsel Gotland und das Mittelalter ist hier noch vielerorts spürbar. Über 200 Gebäude aus dem 12. bis 14. Jahrhundert sind hier noch erhalten, außerdem die dreieinhalb Kilometer lange Stadtmauer mit noch intakten Türmen oder der Kruttornet, ein Turm, der 1160 erbaut wurde und als ältestes Gebäude der Stadt gilt. 

Wer in das Gefühl von damals noch intensiver eintauchen möchte, sollte Visby im August zur alljährlichen Mittelalterwoche (Medeltidsveckan) besuchen und zwischen gut 500 Veranstaltungen, Märkten, Konzerten und Ritterturnieren seinen Favoriten wählen. Seit 1995 gehört Visby zum Unesco-Weltkulturerbe und fällt neben seiner Mittelalterarchitektur auch durch die zahlreichen Rosen auf. Überall in der Stadt sind sie als Accessoire der historischen Häuser zu finden und auch der botanische Garten bietet auf 2,5 Hektar eine stattliche Sammlung. 

Mittelalter trifft blühende Gärten: Visby in Schweden.

9. Volosko in Kroatien

In der Kvarner Bucht zwischen den beliebten Städten Rijeka und Opatija ist das einstige Fischerdorf Volosko angesiedelt. Schmucke Gassen und die Freundlichkeit der Einwohnerinnen und Einwohner erzeugen Gemütlichkeit und in den Gassen von Volosko sind zahlreiche Galerien und Ateliers beheimatet. Das Herzstück des Ortes ist der Fischerhafen Mandrać, der als Bühne für Jazzkonzerte und andere Kunstveranstaltungen genutzt wird.

Volosko ist außerdem ein Synonym für gute Gastronomie. Neben typischen Gaststätten, die traditionelle Fischgerichte anbieten, finden sich erstklassige Feinschmeckerrestaurants. Und erstklassig ist auch die Aussicht: Vom Voloscanska Riva kann die gesamte Adria in Richtung Süden überblickt werden.

Charmant und herzlich zeigt sich die Hafenstadt Volosko in Kroatien.

10. Monemvasia in Griechenland

Monemvasia (auch Malvasia) ist eine Kleinstadt im Südosten der Halbinsel Peloponnes. Die Burgstadt liegt auf einem Felsen und wird auch als Gibraltar des Ostens bezeichnet. Vom Festland aus ist sie nicht zu sehen, was im Mittelalter feindliche Angriffe verhindern sollte, nur ein schmaler Weg verbindet sie mit dem Festland. Daher auch der Name der Stadt: Monemvasia bedeutet so viel wie „ein Eingang“.

Felsenstadt Monemvasia: Das auf einen wuchtigen Felsklotz gebaute Dorf, nur auf einem Weg mit dem Festland verbunden, hat sein mittelalterliches Gepräge ins 21. Jahrhundert retten können.

Ein Besuch in Monemvasia ist wie eine Reise, auf der sich Vergangenheit und Gegenwart die Hand geben. Kurvige Gassen, Adelspaläste und byzantinische Kirchen wie die Elkomenos Christos aus längst vergessenen Zeiten auf der einen Seite, schicke Weinbars, mondäne Restaurants und Luxus-Hotels auf der anderen. Wer die Festung verlassen und ans Meer möchte, kann dies durch eine einzige Tür in der Stadtmauer tun. Das sogenannte Portelo bietet den einzigen Ausgang zum Meer und zu schwarzen Felsen, auf denen sich die Wellen beobachten lassen. Wagemutige baden im klaren Wasser unterhalb der mächtigen Festung.

11. Inselgruppe Cies in Spanien

Im Nordwesten Spaniens liegt die Inselgruppe Cies (spanisch: Islas Cíes), auch Insel der Götter genannt, im Atlantik. Die kleine Inselgruppe vor der Küste Galiciens besteht aus drei unbewohnten Inseln: Monteagudo (Nordinsel), Do Faro (Mittelinsel) und San Martiño (Südinsel), Letztere darf als Vogelschutzgebiet nicht betreten werden. 1980 wurde die Inselgruppe zum Naturschutzgebiet erklärt.

Der Strand von Rodas auf der Insel Monteagudo ist der längste und bekannteste der Inselgruppe, unberührte Dünen und smaragdgrünes Wasser treten hier in einen Wettstreit. Hier gibt es auch einen Campingplatz, der die einzige Übernachtungsmöglichkeit auf Cies darstellt. Der Strand Rodas verbindet die Südspitze der Insel mit der Insel Do Faro. Bei einer Wanderung lassen sich die Pinien- und Eukalyptuswäldchen, die Lagune und der Leuchtturm Faro Cies entdecken.

Der Strand von Rodas auf der Inselgruppe Cies.

12. Anthéor in Frankreich

Etwa 13 Kilometer östlich der Stadt Saint-Raphaël liegt der Stadtteil Anthéor im Esterel-Gebirge. Die Küstenstraße Corniche d’Or führt hier entlang und fast übersieht man Anthéor, das sich farblich perfekt in die rötlichen Felsen des Mittelgebirges einfügt. Eindrucksvoll ist auch das Viadukt von Anthéor, eine Eisenbahnüberführung, die in neun Gewölben aus gemauerten Ziegelsteinen majestätisch das Tal des Bachs Anthéor überspannt. Freunde von stimmungsvollem Licht zieht es abends in die Bucht von Anthéor, um die besondere Abendstimmung an Küste und Mittelmeer zu genießen.

Als eines der schönsten Geheimziele Frankreichs wurde Anthéor ausgewählt.

13. Gjógv auf den Färöern

Gjógv (übersetzt Felsspalte) liegt an der äußersten Nordspitze von Eysturoy, der zweitgrößten Insel der Färöer im Nordatlantik. Die Hauptattraktion von Gjógv ist die Felsspalte des Dorfes, die einen natürlichen Hafen beherbergt, der schon von den Wikingern genutzt wurde und dem das Örtchen seinen Namen verdankt.

Um die 40 Einwohnerinnen und Einwohner zählt das Örtchen mit den malerisch bunten Häuschen, auf die man bei einer Wanderung zu den Vogelklippen eine besonders schöne Perspektive hat. Übernachtet werden kann man beispielsweise in der umweltfreundlichen Pension Gjaargardur Guesthouse. Für Sonnenanbeterinnen und Sonnenanbeter ist Gjógv allerdings nicht geeignet. Auf den Färöern regnet es an 300 Tagen im Jahr.

Bunte Häuschen und Natur pur: Gjógv.

14. Elblag in Polen

Die größte Brauerei Polens ist hier angesiedelt. Aber neben diesem Umstand hat Elblag noch mehr zu bieten. Die Reise-Website „European Best Destinations“ beschreibt Elblag (deutsch: Elbing) als eines der schönsten Reiseziele Polens. Genauso interessant wie sein Gegenstück Danzig, aber weniger bekannt, dafür authentisch und charmant.

Die Studenten- und Hafenstadt wird Kultur- und Geschichtsliebhaberinnen und ‑liebhaber gleichermaßen ansprechen. Sehenswert ist etwa die wiederaufgebaute Altstadt, die während des Zweiten Weltkriegs zu 95 Prozent zerstört wurde, und die St.-Nikolaus-Kathedrale, von deren Turm aus das Stadtpanorama zu bewundern ist.

Elblag, eine der ältesten Städte Polens, ist eine gute Alternative zum bekannten Danzig.

15. La Ciotat in Frankreich

In der Provence, etwa 30 Kilometer östlich von Marseille, liegt die Hafenstadt La Ciotat. Sie bietet eine wunderbare Lage an der französischen Riviera und sieben Kilometer feinste Sandstrände. Neben entspannten Strandtagen kann man von hier aus Bootsausflüge machen oder beim Essen im Strandrestaurant den Meerblick genießen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: So hat man die Wahl zwischen beispielsweise einem rauchfreien Strand (Plage Lumière), einem hundefreien Strand (Plage d’Arène Cros) oder dem Strand mit dem besten Ausblick (Plage du Lioquet). 

Die Altstadt mit Booten im Hafen bei Sonnenaufgang: La Ciotat an der Côte d’Azur ist ein Romantikziel ohne Massentourismus.

Neben Strandvergnügen findet man in La Ciotat auch zahlreiche Parks und Gärten. Einer davon ist der Parc Naturel du Mugel. Hier lohnt sich ein Spaziergang durch die exotische Pflanzenwelt. Der tropische Park liegt auf einem von Felsen geschützten Kap und gibt einen schönen Ausblick auf das Meer frei.