Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind viele Menschen in Deutschland zu Outdoor-Fans geworden. Sie schnüren regelmäßig die Wanderstiefel und laufen Kilometer um Kilometer durch üppiges Grün. Doch irgendwann sind alle bekannten Wanderwege in der heimatlichen Umgebung erkundet. Und dann? 

Dann muss Neues her! Das Fachmagazin „Wandermagazin“ lässt jährlich über die schönsten Wanderwege Deutschlands abstimmen. In diesem Jahr haben die Fachleute zehn Mehrtagestouren und 15 Tagesrouten nominiert, für die Outdoor-Begeisterte im Online-Wahlstudio abstimmen können.

Ob du dich beim Bergwandern auspowern, durch das Unterholz marschieren oder entspannt mit einem Glas Wein in der Hand entlang der Rebstöcke spazieren willst – unter den Nominierten ist für jeden Wandertyp das Richtige dabei. 

Schönste Mehrtagestouren in Deutschland – die Nominierten

1. Albtal-Abenteuer-Track, Schwarzwald

46 Kilometer Outdoor-Erlebnis verspricht der Albtal-Abenteuer-Track. Statt über ausgetretene Pfade führt dich der Weg über quer liegende Bäume und Äste, Stolpersteine und Matsch – deswegen der Name! Der Weg ist nichts für Spaziergänger. 

Die Tuffterrassen am Bach im Donntal im Biosphärengebiet Schwäbische Alb laden zu Erkundungen ein. Auf dem zugehörigen Wanderweg geht es querfeldein.

Die Pfade sind schmal, die Natur um dich herum im Albtal dicht gewachsen. Manche Passagen sind so steil, dass du dafür eine Seilsicherung brauchst. Insgesamt überwindest du auf dem Trail 1000 Höhenmeter. Für die Entspannung danach sorgen Aussichtsliegen, einige Hütten und die Albquelle. 

Ein Höhepunkt des Weges: die Teufelsmühle. In diesem Lokal kannst du nicht nur deine Energiereserven auffüllen, sondern die Aussicht auf den Schwarzwald in über 900 Metern Höhe genießen.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Vom Bahnhof Bad Herrenalb zum Bahnhof Marxzell
Länge: 46,62 Kilometer in zwei Etappen 
Schwierigkeitsgrad: schwer

2. Albschäferweg, Schwäbische Alb

Wer echte Wanderschäfer und ihre Tiere kennenlernen will, der ist auf dem Albschäferpfad in der Heidenheimer Brenzregion richtig. Der Weg führt nicht nur an vielen flauschigen Tieren vorbei, sondern durch viele Kilometer Wacholderheide und vorbei an kulturell interessanten Stätten. Darunter befinden sich etwa das Steiff-Museum, der Archäopark Vogelherd im Unesco-Welterbegebiet Lonetal, alte Herrschaftssitze oder das Tropfsteinparadies Charlottenhöhle.

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Eine Pause auf dieser Mehrtagestour bietet sich besonders an der Karstquelle des Flüsschens Brenz an. Erschöpfte Wanderinnen und Wanderer erfrischen sich dort an dem klaren Wasser direkt aus dem Gestein. Als anschließende Verpflegung schmeckt der traditionelle Hammelbraten mit Heidenheimer Hefeknöpfle. Wer danach erschöpft ins Bett fallen möchte, wählt zwischen einem Hotel oder einem ganz ursprünglichen Schlafplatz im Schäferkarren oder im Holzwagen. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundweg ausgehend von der Spitalkirche Giengen
Länge: 157 Kilometer in 10 Etappen
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

3. Nurtschweg, Oberpfälzer Wald

Auf historischen Pfaden wanderst du auf dem Nurtschweg. Seine Wegführung ist keine Marketingerfindung, sondern soll alte und versteckte Wege von Kriegsvolk, Pilgern und Händlern nachempfinden. Benannt ist er nach dem Postbeamten und Naturfreund Johann Baptist Nurtsch (geboren 1872). Gleichzeitig ist er Teil des Europäischen Fernwanderwegs E6, der von Skandinavien bis hinunter zur Adria führt. 

Doch für diesen Abschnitt bleiben wir in Deutschland. Los geht es an der Wallfahrtskirche Kappl bei Waldsassen, von der aus du dem Verlauf der deutsch-tschechischen Grenze folgst. Dieses Gebiet wird auch das „grüne Dach Europas“ genannt. Das hat einen Grund: Dort gibt es dichte Wälder und weite Felder, so weit du auch schaust. Für Abwechslung sorgen die Burgruine Schellenberg, der Böhmer Waldturm und zahlreiche kleine Grenzorte.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Waldsassen nach Waldmünchen
Länge: 133,1 Kilometer in 7 Etappen
Schwierigkeitsgrad: leicht bis schwer

4. Pandurensteig, Bayerischer Wald

Dem Pandurensteig liegt ein grausamer Feldzug aus dem Jahr 1742 zugrunde. Mordlüsterne Krieger aus dem Königreich Ungarn kämpften in diesem Jahr zu Zeiten des Österreichischen Erbfolgekriegs in Bayern. Sie wurden damals als „Leibwächter“ bezeichnet – auf Ungarisch „Panduren“.

Auf dem gleichnamigen Steig wanderst du auf ihren Spuren. Markiert wird der Wanderweg passenderweise mit dem Krummsäbel. Doch anstelle von Kriegsgreuel entdeckst du dort heute Naturschutzgebiete und Schluchten. Unter anderem passierst du den Quarzgang, ein lebendiges Biotop. Hinzu kommen alte Städte, Klöster und Burgen und eine der letzten Wildflusslandschaften Bayerns, das Ilztal.

Klingt doch idyllischer, als der Name vermuten ließ. Zum Glück: Die einzigen Zeugen der brutalen Auseinandersetzung rund um die Panduren sind heute die Infotafeln, die über die historischen Fakten aufklären. 

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Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Waldsassen nach Passau
Länge: 177 Kilometer in 8 Tagesetappen
Schwierigkeitsgrad: leicht bis schwer

5. Rund um die Schorfheide, Barnimer Land

Grüne Natur, ein Flüsschen, alle Zeit der Welt. Wer Ruhe schätzt, der könnte sich auf dem Wanderweg rund um die Schorfheide im Barnimer Land in Brandenburg wohlfühlen. Der Weg führt dabei durch die Naturparks in Barnim und Biesenthal, ehe er die Naturpfade entlang der Webellinkanals im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin erreicht. Entlang der Strecke verlocken Hofläden und regionale Küche zu eine Pause. 

Über Wiesen und Felder: Gräser und Wiesenblumen wachsen auf einer Wiese bei Wandlitz im Landkreis Barnim.

Kurz hinter Joachimsthal streift der Trail das Unesco-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin, bevor kulturelle Höhepunkte auf dem Programm stehen: das Kloster Chorin, das Ökodorf Brodowin sowie die beiden Schiffshebewerke Niederfinow bei Oderberg. Zurück führt der Rundkurs zum Teil am historischen Finowkanal zurück nach Eberswalde.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundweg über Joachimstal mit Start und Ziel in Eberswalde
Länge: 135 Kilometer in sieben Etappen 
Schwierigkeitsgrad: leicht 

6. Ith-Hils-Weg, Weserbergland

Historische Türme und Kultstätten, Seenlandschaften, bizarre Felsformationen und geheimnisvolle Höhlen: Das ist der Ith-Hils-Weg im niedersächsischen Weserbergland. Wer den 82 Kilometer langen Rundweg über die geplanten sieben Etappen aufteilt, hat genügend Zeit, all diese Höhepunkte zu erkunden. Hinzu kommt die vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft mit den Höhenzügen Ith und Hils.

Auch im Winter gut machbar: Eine Frau stapft bei Schnee durch einen Wald bei Eschershausen in Niedersachsen.

Oft führt der Trail über Kammwege und bietet weitreichende Ausblicke in die Ferne. Zahlreiche Klippen sorgen für eine besondere Kulisse. Wem das Wandern nicht anstrengend genug ist, der kann Letztere auch erklettern. Für die nötige Muskelentspannung nach einem anstrengenden Tag sorgen eine Therme, Frei- und Hallenbäder und ein Naturerlebnisbad in direkter Nähe zum Wanderweg.  

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundweg vom und bis zum Felsenkeller Coppenbrügge über Delligsen
Länge: 81,8 Kilometer in 7 Etappen
Schwierigkeitsgrad: leicht 

7. Sauerland-Waldroute, Sauerland

Rund um die 244 Kilometer der Sauerland-Waldroute in Nordrhein-Westfalen hat die Natur Platz, um sich auszubreiten. Das üppige Grün lernst du auf der Sauerland-Waldroute besser kennen: Du entdeckst alte Moore, Bachschwinden, Urwälder und versteckte Quellen. Neben einsamem Waldidyll sorgen beliebte Ausflugsziele an der Strecke wie die Möhne- und die Sorpetalsperren für Abwechslung. 

Viele Bäume stehen rund um den Möhnesee – ein beliebter Ort für eine Wanderpause.

Wer ein Herz für Geschichten hat, der liest am Rand des Weges von den geheimnisvollen Mythen und Sagen aus dem Sauerland auf den Infotafeln. Vor mehr als 100 Jahren sollen sie sich so zugetragen haben – oder zumindest so ähnlich. Gesicherte Informationen liefern hingegen die immer wieder präsenten Ranger, die all deine Fragen zur Natur im Sauerland beantworten können. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Von Iserlohn über Warstein, von dort Rundwanderweg über Marsberg
Länge: 244 Kilometer in 19 Etappen
Schwierigkeitsgrad: leicht bis schwer

8. Rodalber Felsenwanderweg, Pfalz

Mitten im Naturpark Pfälzerwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, windet sich der Felsenwanderweg auf etwa 45 Kilometern Länge um bizarre Buntsandsteinformationen um den Ort Rodalben (Rheinland-Pfalz) herum. Wem die Strecke zu lang ist, der findet Ein- und Ausstiege an mehreren Stellen und macht daraus eine Mehrtageswanderung.

Eine erste schöne Aussicht bietet das Felsmassiv „Alte Burg“, ehe es entlang weiterer Felsformationen bis hoch zum Kanzelfelsen geht. Der Aufstieg lohnt sich: Von der Aussichtsplattform überblicken Wanderer und Wanderinnen Rodalben und die Natur um das Städtchen herum.

Die Bärenhöhle in Rodalben ist die größte Höhle des Pfälzerwaldes. Sie ist umringt von großen Buchen und kleineren Felsen.

Wieder unten angekommen, wartet die größte natürliche Buntsandsteinhöhle der Pfalz auf alle Entdeckungslustigen. Dort sorgt eine Quelle mit Wasserfall für angenehmes Rauschen. Abschluss der Tour ist der Bruderfelsen, das bekannte Wahrzeichen der Stadt.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundweg ausgehend vom Wanderbahnhof Rodalben
Länge: 45,1 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

9. Westerwald-Steig, Westerwald

Unter den Wanderschuhen spürst du beim Westerwald-Steig Basalt, Schiefer und Ton. Genauso abwechslungsreich wie die Böden ist hier in Rheinland-Pfalz die Landschaft. Zwischen Buchen, Seen und blühenden Wiesen warten immer wieder urige Fachwerkhäuser auf ihre Entdeckung. 

Grüne Natur pur gibt’s am Westerwald-Steig.

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Neben verschlungenen Naturpfaden führt der Westerwald-Steig auch immer wieder durch sehenswerte Städtchen. Da wäre etwa Herborn mit seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtanlage oder Hachenburg, das mit seinen malerischen Gassen, dem gleichnamigen Schloss und einem Zisterzienserkloster punktet.

Weiter geht es von dort mitten durch die Kroppacher Schweiz, die von Berghängen und freigelegten Schieferklippen geprägt ist. Zum Ende der Wanderung benötigst du dann noch einmal deine ganze Kraft. Vom Weihnachtsdorf Waldbreitbach aus erklimmst du mit dem Malberg die letzten Höhen des Steigs, bevor du den Zielpunkt erreichst: die Römerwelt bei Bad Hönningen am Rhein.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Herborn nach Bad Hönningen am Rhein
Länge: 235 Kilometer in 16 Tagesetappen
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

10. Vogtland-Panorama-Weg, Vogtland

Einmal quer durch das sächsische Vogtland führt dieser Wanderweg, beginnend bei der Göltzschtalbrücke, der größten Ziegelsteinbrücke der Welt. Direkt an diesem Monument beginnen deine 225 Kilometer durch die Mittelgebirgslandschaft, gespickt mit etlichen Panoramablicken.  

Die Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtlandkreis ist die größte Ziegelstein-Brücke der Welt. Das Viadukt mit insgesamt 98 Bögen gilt als Wahrzeichen des Vogtlands.

Mittendrin: die Flüsse Göltzsch und Weiße Elster, das Burgsteingebiet mit seinen Ausblicken auf das weite Land, Staatsbäder und Heilquellen. Musikalisch wird es im sogenannten Musikwinkel: Hier kannst du Handwerkern dabei zusehen, wie sie Holzinstrumente bauen. Vielleicht tragen dich deine Beine am Abend ja sogar zu einem Konzert? 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Göltzschtalbrücke bei Reichenbach/Netzschkau
Länge: 245 Kilometer in 12 Etappen
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Schönste Wander-Tagestouren in Deutschland – die Nominierten

1. Genießerpfad Hahn-und-Henne-Runde, Schwarzwald

Wild lebende Hennen und Hähne wirst du auf diesem Rundweg nicht antreffen, dafür aber ihre stilisierten Kopien der Zeller Keramik-Manufaktur. Sie weisen dir den Weg auf dieser Tour über Obstbaumwiesen, Felder und Weiden. Immer wieder triffst du dabei auf Bauernhöfe und waldige Bergkuppen. Letztere bieten einen weiten Ausblick, der an schönen Tagen über den Schwarzwald bis hin zu den Vogesen reicht. 

Abendliche Stimmung: Ein Nebelmeer liegt über der Rheinebene zwischen Schwarzwald und Vogesen.

Stärkung gibt es auf halber Strecke im historischen Gasthaus Vogt auf Mühlsteindirekt am Weg. Auch in der Straußenwirtschaft Oberburehof kannst du eine weitere Pause einlegen. Hinzu kommen zwei Rastplätze mit Themenmöblierung und zusätzlicher, aus Holz gefertigter Schnapsstation. Wohl bekomm’s! 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Unterharmersbach
Länge: 13,9 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

2. Kappelrodecker Hexensteig, Schwarzwald

Gruselig geht es auf dem Hexensteig im Schwarzwald nicht zu. Dafür aber gibt es viel Grün: Wo die Bäume eine Lücke lassen, genießen Wanderinnen und Wanderer Weitsichten. Doch die Hexen begleiten alle Outdoor-Fans trotzdem stets auf diesem Wanderweg, unter anderem in Form von Infotafeln, die die Sage der Hex vom Dasenstein erzählen.

Wanderinnen und Wanderer durchqueren außerdem den urigen Hexenwald und machen Rast am Hexentanzplatz. Vielleicht schaut ja doch eine Magierin vorbei? 

Am Wanderweg liegt die Burg Rodeck. Ob du hier auf eine Hexe triffst?

Von diesem Platz aus soll einst eine Hexe auf dem von ihr zum Pferd verwandelten Knecht losgeritten sein, so die Sage. Wenn du diese Magierin tatsächlich dort vor Ort entdeckst, liegt das vielleicht an den Schnaps- und Getränkebrunnen am Wegesrand und dem allzu großen Durst nach einer alkoholischen Stärkung. Oder doch nicht? 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Zuckerbergschloss, Kappelrodeck
Länge: 17,9 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

3. Donau-Welle Eichfelsen-Panorama, Schwäbische Alb

Wer Ausblicke mag, könnte auf dem Wanderweg Eichfelsen-Panorama im Donaubergland sein Glück finden. Die Tagestour führt mitten durch das Zentrum des Durchbruchstals der Jungen Donau bei Beuron. Los geht es am gleichnamigen Kloster, mit dem Mönche vor über 1000 Jahren ein religiöses und kulturelles Zentrum gründeten.

Und genau diese mächtige Klosteranlage hast du auf dieser Tour immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven im Blick. Eine ganze Reihe von markanten Aussichtsfelsen und ‑plattformen direkt über den steilen Kalkwänden des Tals zeigt dir dieses Schmuckstück immer wieder aus einer neuen Perspektive. 

Auf der Tour kannst du das Kloster Beuron aus vielen verschiedenen Perspektiven bestaunen.

Mal oben auf den Felsen, mal unten direkt an der Donau – der Trail schickt die Wanderinnen und Wanderer auf naturnahen Pfaden auf und ab. Dabei geht es auch an der einst mächtigsten Burg im Donautal, der Burg Wildenstein bei Leibertingen aus dem 16. Jahrhundert, vorbei – einer der besterhaltenen Festungen in Deutschland. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Kloster Beuron
Länge: 14 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

4. Hörner-Panorama-Tour, Allgäu

Keine Sorge: Bei dieser Panorama-Tour im Allgäu überwindest du weniger Höhenmeter zu Fuß, als du vielleicht denkst. Möglich macht das die Bergbahn, die dich erst weit nach oben zur Station Hörnerbahn Bolsterlang und dann von der Station Weltcup-Express Ofterschwang wieder hinunterbringt. Panorama-Blicke zum Ende der Tour inklusive! 

Eine Wanderin blickt vom Wanderweg Obere Gottesackerwände in Richtung Norden auf die Allgäuer Alpen.

Den Anfang macht direkt der Aufstieg auf den Weiherkopf auf 1665 Meter zum höchsten Punkt der Tour. Bei dem spektakulären Ausblick kannst du schon einmal einen Blick auf die weiteren Kuppen werfen, die du noch erklimmen wirst. Weiter geht es mit dem Rangiswanger Horn, dem Sigiswanger Horn und dem Ofterschwanger Horn – immer umgeben von den Allgäuer Alpen. 

Doch ganz so anstrengend muss es nicht werden. Wer genug von Aufstiegen hat, der umgeht die folgenden Erhebungen einfach und staunt von ein wenig weiter unten über das Allgäu-Bergpanorama. Am Ende der Tour kannst du entscheiden: Fährst du jetzt mit der Bergbahn zurück ins Tal oder nimmst du die letzten Meter bergab auch noch per pedes mit? 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: von Bolsterlang zur Bergstation Weltcup-Express Ofterschwang
Länge: 6,1 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: schwer

5. Extratour Der Hilderser, Rhön

Die Wanderung beginnt an der Kneippanlage oberhalb der hessischen Marktgemeinde Hilders im Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Den ersten Höhepunkt auf 679 Metern erblickst du schon von Weitem: Über steinerne Treppen wanderst du vorbei an 14 Kreuzwegstationen zur Wallfahrtskapelle St. Maria auf dem Battenstein.

Von dort aus führt dich der Pfad durch das Offenland mit rhöntypischen Hutewiesen, Lesesteinwällen und Felsen, zwischen denen Kühe und Ziegen grasen. Idyllisch! 

Gute Aussichten: Auf der Wasserkuppe in der Rhön weisen Schilder den Wandernden den Weg.

Anschließend belohnt der Aufstieg auf den Buchschirmberg (746 Meter) mit einem Panoramablick auf die Plateauflächen der Hochrhön inklusive der Wasserkuppe (950 Meter), des höchsten Bergs der Region. Wieder unten angekommen, erreichst du die romantische Ritterschlucht, in der die bunte Vogelwelt ein Zwitscherkonzert steigen lässt.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Tretbecken in Hilders (Ende „Sandgasse“), alternativ Wanderparkplatz Köpfchen
Länge: 12 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

6. Kirschwanderweg 4, Werratal

Der Kirschwanderweg im Werratal steht ganz im Zeichen der süßen Sommerfrucht. Er führt Outdoorfans rund um das Dorf Kleinalmeroda und überschreitet dabei die Grenze zwischen Hessen und Niedersachsen. Geschichtsinteressierte freuen sich über ganze Reihen von Grenzsteinen, die die ehemalige Grenze zwischen dem Königreich Hannover und der dem Kurfürstentum Hessen von 1838 markiert. 

Der Weg selbst macht mit Wacholderheiden, Streuobstwiesen und natürlich mit Kirschbäumen Appetit auf die Früchte des Landes. Auf rund vier Kilometern führt dich der Pfad durch alte Kirschplantagen. Eine Besonderheit ist hier auch der Verlorene Bach: Er verschwindet wegen Verkarstungen unter der Erde immer wieder aus dem Blickfeld und tritt erst talabwärts wieder zutage. 

Die Kirschplantage an den Burgen Hanstein und Ludwigstein passierst du auf dem Wanderweg.

Im Gegensatz zu Wanderinnen und Wanderern verpasst er damit die Ausblicke vom Kleinalmeröder Hügelland, eine Art Plateau mit Aussichtspunkt. Von dort aus sind das gesamte Kirschenland und die Schlösser Arnstein und Berlepsch sowie die Burg Hanstein zu sehen. Außerdem befinden sich hier auch die höchstgelegenen Kirschenplantagen des Kirschenlands Witzenhausen.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundwanderweg ab Wanderparkplatz Sportplatz Kleinalmeroda
Länge: 17 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

7. Heideschleife Radenbachtal, Lüneburger Heide

Wer einen Überblick über die vielfältigen Landschaften der Lüneburger Heide bekommen möchte, ist an der Heideschleife Radenbachtal richtig. Bächer, Eichenwald, dann plötzlich ein weites, offenes, sanft geschwungenes Tal. An den Hängen Heide und Wacholder – so beginnt der Weg in Undeloh.

Am Wilseder Berg in der Lüneburger Heide sind Wandernde inmitten blühender Landschaften unterwegs.

Tierfreundinnen und ‑freunde begrüßen dort gleich zu Beginn der Tour die mehr als 30 Dülmener Wildpferde auf der Weide. Sie halten die Heideflächen im Radenbachtal offen. Später führt der Weg ins Tal der Schmalen Aue, wo es neben Büschen und Erlen auch typische Sandabschnitte gibt. Weiter geht es über einen grasigen Weg durch den Kiefernwald mit dem idyllischen Wiesengrund.

Den Rundumblick gibt es später vom Wilseder Berg. Das ist der höchste Punkt der Lüneburger Heide. Der Weg nach oben ist nur mäßig anstrengend, denn er ragt bloß 169 Metern in den Himmel. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundwanderweg vom Wanderparkplatz Undeloh
Länge: 20,6 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

8. Rundwanderweg Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorfer Heide, Lüneburger Heide

Dieser Rundwanderweg bringt dir nicht nur die Natur der Lüneburger Heide näher, sondern kreuzt außerdem einige Heidedörfer. Genug Stopps zum Relaxen sind also eingeplant! Los geht es in Eimke, einem der ältesten Dörfer der Region. Ein Zeitzeuge ist die Dorfkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts aus Feldsteinen erbaut wurde. 

Weiter geht es nach Wichtenbeck und von dort aus in die Ellerndorfer Heide. Ein Findling am Wegesrand verrät: Wer den Thonhopsberg erwandert, der befindet sich in 103 Metern Höhe über dem Meeresspiegel – für die Lüneburger Heide schon eine Art Aussichtspunkt. Von dort aus erblicken die Outdoor-Fans bereits die Ellerndorfer Wacholderheide, die sie als Nächstes kreuzen.

Heidschnucken versorgen die Vegetation in der Lüneburger Heide.

Mit 70 Hektar Fläche ist sie die größte zusammenhängende Heidefläche im Landkreis Uelzen. In der Heideblüte von August bis September führt hier der Schäfer seine großen Schnuckenherde regelmäßig zu den saftigsten Flächen. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Rundwanderweg von Eimke
Länge: 17,5 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

9. Eifelspur Toskana der Eifel, Eifel

Toskana in der Eifel? Wie geht das zusammen? Diese Frage beantwortet die Eifelspur. Der Weg führt auf 15,8 Kilometern über die dicht an dicht mit Wacholderbüschen bewachsenen Hügel im Naturschutzgebiet Lampertstal. Mit 650 Hektar Fläche gehört es zu den größten Naturschutzgebieten Nordrhein-Westfalens.

Besondes auffällig: die markanten Wacholderheiden. Sie sind ein Relikt früherer Bewirtschaftungsformen. Bereits im Mittelalter haben die Menschen hier den Wald gefällt, um Weideplatz für Schafe zu gewinnen. Inzwischen bestechen diese Kulturbiotope durch ihren Artenreichtum: Auf kleinem Raum blühen Orchideen, Küchenschelle, Enzian und andere seltene Pflanzen.

Die Küchenschelle gehört zu den Blumenarten, die du bei einer Wanderung in der Eifel entdecken kannst.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Parkplatz an der Tränkgasse, Blankenheim
Länge: 15,8 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

10. Traumschleife Mittelrhein, Mittelrhein

Die Traumschleife Mittelrhein verrät direkt zu Beginn, was dich auf der Wanderung noch alles erwarten wird – mit einem Blick vom Aussichtsturm auf dem Spitzen Stein. Dann geht es immer wieder hinauf und hinab, vorbei am Generationenpark Niederburg und später an der Niederburger Heidelandschaft. Hier wartet der nächste Panoramablick auf Wanderinnen und Wanderer.

Dann läufst du vorbei an den typischen mittelrheinischen Burgen, etwa der Schönburg und der Burg Gutenfels. Mitten im Rhein thront dann die Burg Pfalzgrafenstein. Danach geht es rheinabwärts weiter, du passierst dabei auch den sagenumwobenen Loreley-Felsen. Weitere Höhepunkte: die Rheinschleife, der Trollweg mit seinen Stahlfiguren und der Skulpturenweg.

An der Loreley bieten sich wunderschöne Ausblicke auf den Rhein. Auch bei deiner Wanderung kannst du das Gebiet von oben entdecken.

Am Wackenberg, dem nördlichsten Punkt des Rundweges, genießt du die Aussicht auf Burg Katz, Burg Maus und Burg Rheinfels. Und wer zum Abschluss ein weiteres Mal auf den Aussichtsturm am Spitzen Stein steigen mag, kann sich von dort aus noch einmal all die Kilometer ins Gedächtnis rufen, die er oder sie an diesem Tag gelaufen ist. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Wanderparkplatz Spitzer Stein, Urbar
Länge: 14,6 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: leicht

11. Rotweinwanderweg, Ahrtal

Auf dieser Panoramaroute lernst du nicht nur das Ahrtal besser kennen, sondern kannst auch den Weinbäuerinnen und ‑bauern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Dabei geht es vorbei an Burg- und Klosterruinen, Felsformationen und Ausblicken. Das ein oder andere Glas Rotwein darf natürlich nicht fehlen. 

Das Besondere an diesem Weinanbaugebiet: die hohe Konzentration der Rebsorte Spätburgunder. Das Klima im Tal, also heiße Tage und kühle Nächte im Sommer, sowie die Schieferböden sorgen hier für den typischen Geschmack. 

In der Gegend um Ahrweiler wachsen Weinreben auf den Hängen. Trotz Flutkatastrophe sind Urlaubende dort gern gesehen. Sie können den Tourismus in der Region wieder ankurbeln.

Trotz der Flut im Ahrtal im Juli 2021 kannst du tolle Ausblicke und reizvolle Natur auf dem Rotweinwanderweg entdecken. Auch wenn die Orte entlang des Weges von den Folgen der Flut gezeichnet sind, sorgen einige Gastgeber besonders in den Hanglagen weiterhin für das Wohl der Reisenden. Einzelhändler und Gastronomen im Tal haben Alternativen entwickelt und freuen sich auf Besucherinnen und Besucher und den damit verbundenen Wiederaufbau.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Bahnhof Altenahr zum Bahnhof Bad Bodendorf
Länge: 36,4 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

12. Altschlosspfad, Pfalz

Zunächst führt der Altschlosspfad in der Pfalz 1,5 Kilometer entlang der steilen, roten Wand aus Buntsandstein: die Altschlossfelsen. Deren Felstürme ragen bis zu 38 Meter in die Höhe – so hoch wie sonst nirgends in der Pfalz! In Rot und Orange leuchtend, machen sie der Sonne bei schönem Wetter beinahe Konkurrenz.

Ein Wanderhöhepunkt: Im Pfälzerwald bei Eppenbrun leuchten die Buntsandsteinfelsen in Rot gegen das Grün der Bäume an.

Über schmale Wege erwanderst du dir dann idyllische Wälder, wobei sich der Altschlossfelsen immer wieder mit Ausläufern ins Gedächtnis ruft. Die Tour endet auf dem Wanderparkplatz an einem Hotel, in dessen Biergarten du auf die heute gelaufenen 10,1 Kilometer anstoßen kannst. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Wanderparkplatz am Hotel Kupper, Eppenbrunn
Länge: 10,1 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

13. Rimbach-Steig, Pfalz

Auf dem Rimbach-Steig geht es hoch hinaus. Auf Höhenzügen führt der Wanderweg rund um die Dörfer Darstein und Schwanheim. Hier geht es immer wieder auf und ab, doch die Einkehrmöglichkeiten an der Wegstrecke sorgen für den richtigen Ausgleich.

Direkt zu Beginn meisterst du die steilste Etappe der Wanderung, und zwar auf den 463 Meter hohen Immersberg. Über den Häuselstein, den Hockköpfel und den Hockerstein bis zur Lourdesgrotte in Schwanheim geht es dann wieder hinab. Am Hühnerstein geht es dann noch steiler nach oben, und zwar mit der Leiter. Mit ihrer Hilfe gelangen Höhenfreundinnen und ‑freunde auf eine Plattform, die einen tollen Fernblick ermöglicht.  

Am Kühhungerfelsen staffeln sich die Kegelberge und Höhenzüge hintereinander – eine Konstellation, der aus einfachen Felsen einen ganz besonderen Anblick macht. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Darstein
Länge: 16,7 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: schwer

14. Hiwweltour Aulheimer Tal, Rheinhessen

„Hiwwel“ gibt es in Rheinhessen einige, besonders viele zwischen Bingen, Mainz und Worms, und genau dort führt dich die Hiwweltour im Aulheimer Tal entlang. Auf diesen „Hiwweln“, zu Hochdeutsch „Hügel“, kannst du naturnah wandern. Nimm dir am besten direkt am Startpunkt in Flonheim eine Flasche guten Weins mit, denn dort bieten viele lokale Produzenten ihre Ware feil. 

Mit der Flasche im Rucksack durchquerst du das Naturschutzgebiet Aulheimer Tal. Dort hörst du Vögel zwitschern und Bäche rauschen. Im weiteren Verlauf wechseln sich die typischen Weinberge mit ausgedehnten Waldpassagen ab, immer wieder durchbrochen von schönen Weitblicken. Du wirst dort außerdem viele ehemalige Steinbrüche entdecken. Das dort gewonnene Material wurde unter anderem im Kölner Dom verbaut.

Ein weißes Rundhaus ragt bei Flonheim in den Himmel. Weinreben machen Lust auf einen edlen Tropfen.

Lass dir auf dieser Tour den „Flonheimer Trullo“ nicht entgehen. Dieser weiß getünchte Weinbergsturm im Stil eines apulischen Trullo aus dem 18. Jahrhundert thront gut sichtbar auf dem Adelberg. Die  Aussicht inmitten einer herrlichen Weinbergslandschaft macht den Trullo zu einem beliebten Picknick-Platz und Fotomotiv.

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Flonheim
Länge: 13,3 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: schwer

15. Gipfel- und Aussichtstour, Thüringer Wald

Bei dieser Tour durch den Thüringer Wald solltest du zwei Abstecher von der Hauptroute einplanen. Nach einem etwa 400 Meter andauernden Anstieg findest du eine Schutzhütte, an der sich Abstecher Nummer eins anbietet: zum Fuchsstein. Auf diesem kleinen Plateau kannst du eine Pause mit bester Aussicht genießen. 

Ein Mann genießt die Aussicht auf den Thüringer Wald bei strahlendem Sonnenschein.

Den zweiten Abstecher solltest du hinter dem Kletterfelsen Roter Turm machen. Von dort aus geht es hinab in den Bärenbruchsgraben. Folge ihm bis zum Wegweiser Aschenbergstein – und genieße auch dort den Rundumblick in den Thüringer Wald. 

Infos zum Wanderweg: 

Start und Ziel: Touristeninformation Bad Tabarz
Länge: 11 Kilometer
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer