Die Zeichen stehen auf Lockerung: Immer mehr Länder heben derzeit ihre Reisebeschränkungen auf. Doch nach zwei Jahren Corona-Pandemie mit sich ständig ändernden Regeln bleiben die Menschen skeptisch. Fast neun von zehn Deutschen haben bei einer Befragung der Stiftung für Zukunftsfragen angegeben, dass Corona ihre Urlaubsentscheidung beeinflusst.

Auch darüber hinaus gibt es weitere Sicherheitsrisiken: Man müsse sich bewusst sein, dass „immerwährende Sicherheitsbedenken wie Kriminalität, Unruhen, Terrorismus oder andere geopolitische Probleme durch die Pandemie nicht verschwunden sind“, sagt Alexander Hasenstab, Regional Security Manager für Deutschland und Österreich beim Reisesicherheitsspezialisten „International SOS“. Das Unternehmen veröffentlicht jedes Jahr die „Risk Map“ (früher: „Travel Risk Map“), welche die sichersten und gefährlichsten Reiseziele auflistet.

2022 mehr Sicherheitsrisiken fürs Reisen

In vielen Fällen seien die Risiken sogar gestiegen: „Spannungen im Zusammenhang mit Lockdowns, der Einführung von Impfstoffen und vermeintlichen Eingriffen in die bürgerlichen Freiheiten haben an einigen Orten zu Unruhen und Gewalt geführt. Neben den Covid-19-bedingten Auslösern werden Naturkatastrophen, geopolitische Ereignisse, innerstaatliche Konflikte und Kriminalität weiterhin Auswirkungen auf Unternehmen in der ganzen Welt haben“, so Hasenstab.

Krieg gegen Ukraine: Auswirkungen aufs Reisen

Aktuell verunsichert der Krieg Russlands gegen die Ukraine Reisende. Es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die Ukraine, die Lufthansa hat alle Flüge dorthin ausgesetzt. Airlines müssen bei Flügen Richtung Asien den Luftraum rund um die Ukraine und Russland meiden. Eine weitere Folge, die derzeit alle Fluggesellschaften trifft: Der Krieg treibt den Ölpreis auf immer neue Rekordpreise.

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Angesichts all dieser Faktoren: Wie können Reisende im Jahr 2022 trotz Verunsicherung sicher buchen? Wir erklären, worauf es ankommt.

Brauche ich eine Reiserücktrittsversicherung?

Eine Reiserücktrittsversicherung greift, wenn der Urlaub kurzfristig und unerwartet abgesagt werden muss – beispielsweise wegen einer Erkrankung, eines Todesfalls im nahen Umfeld oder eines Jobverlusts. Meist übernimmt die Versicherung dann die Stornokosten, die der Reiseveranstalter verlangt.

Auch im Fall eines positiven Corona-Tests kann eine Krankheit vorliegen, die eine Reiseunfähigkeit auslöst – unabhängig davon, ob es eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Symptome gibt. Aber Achtung: Vor allem viele ältere Reiserücktrittsversicherungen enthalten Klauseln, die von der WHO als Pandemie eingestufte Krankheiten vom Versicherungsschutz ausschließen.

Von der Stiftung Warentest wurden Ende 2021 130 Tarife für kombinierte Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen unter die Lupe genommen. Davon schnitten aber nur die Anbieter Hanse Merkur, Travel Secure/Würzburger und Europ Assistance mit der Note „sehr gut“ für den Schutz in Pandemiezeiten ab. Alternativ haben auch viele Reiseveranstalter Kooperationen mit Versicherungen, die beim Corona-Fall einspringen. Diese lassen sich bei der Buchung hinzubuchen.

Außerdem greift manche Versicherung nicht, wenn eine Reisewarnung für das gebuchte Ziel vorliegt. Somit müssen Reisende auch dieses Szenario vor der Buchung abklären beziehungsweise sich die AGB genau durchlesen.

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Kann ich im Zweifelsfall stornieren?

Grundsätzlich dürften Urlauberinnen und Urlauber eine Pauschalreise jederzeit ohne Angabe eines Grunds absagen, erklärt Reiserechtsanwalt Paul Degott dem reisereporter. Können Reisende bei der Rücktrittserklärung jedoch keine außergewöhnlichen Umstände benennen, müssen sie in der Regel aber Stornokosten an den Reiseveranstalter zahlen.

Nach wie vor haben einige Airlines und Reiseveranstalter wegen der Corona-Pandemie Kulanzregeln, nach denen Reisende zumindest kostenlos umbuchen können. Hier sollten sich Reisende direkt bei den Unternehmen informieren.

Außerdem besteht bei etlichen Reiseveranstaltern und Airlines die Möglichkeit, einen sogenannten Flex-Tarif zu buchen, bei dem der Urlaub nach der Buchung noch kostenlos storniert werden kann.

Du willst dein Flugticket stornieren? Dann gibt es einige Tipps zu beachten.

Worauf muss ich bei der Buchung von Flex-Tarifen achten?

Doch auch diese Tarife sind mit Kosten verbunden. Reisende sollten hier gut durchrechnen, ob sich ein solcher Tarif rechnet – und nicht beispielsweise den Frühbucherrabatt wieder aufhebt.

Das Verbrauchermagazin „Finanztest“ ist nicht von allen Produkten überzeugt: „Flex-Tarife, mit denen Veranstalter derzeit eine kostenfreie Stornierung der Reise bis 29, 22 oder 15 Tage vor Reisebeginn anbieten, hält ‚Finanztest‘ für wenig sinnvoll. Denn auch direkt vor der Reise kann etwas passieren.“

Folgende Flex-Tarife haben große Veranstalter aufgesetzt:

  • Tui Flex Tarif: Beim Buchen des Flex-Tarif-Upgrades haben Reisende die Option, bis einschließlich 15 beziehungsweise 29 Tage vor Anreise umzubuchen oder zu stornieren. Bei Linienflügen beträgt die Stornofrist 29 Tage. Den Tarif gibt es ab 39 Euro.
  • DER Touristik: Wer ein Flex-Paket für 59 Euro hinzubucht, kann Pauschalreisen, Hotelbuchungen und einige Einzelleistungen bis 14 Tage vor Reisebeginn kostenlos umbuchen oder stornieren.
  • FTI: Bei FTI zahlen Reisende zwischen 45 und 50 Euro und können ihre Reise dann bis 15 beziehungsweise 29 Tage vor Abreise kostenlos stornieren oder umbuchen.
  • Alltours: Bei Alltours können alle Neubuchungen bis 28. Februar 2022 von Alltours-Klassik-Reisen bis 21 Tage vor Abreise storniert und 14 Tage vor Abreise umgebucht werden.

Eine Alternative zum Flex-Tarif ist eine Reiserücktrittsversicherung.

Früh buchen versus last minute

Soll ich meinen Urlaub möglichst früh buchen – oder besser bis zur letzten Minute warten? Beide Optionen haben Vor- und Nachteile.

Vorteil von Last-minute-Buchungen ist, dass die Situation im Reiseland bei kurzfristigen Buchungen besser abschätzbar ist. Urlauberinnen und Urlauber können also entweder relativ sicher sein, dass die Reise durchgeführt wird – oder von einer Buchung absehen.

Für Fans des frühen Buchens ist es wichtig, abgesichert zu sein. Hier gilt es, sich über Reiserücktrittsversicherungen, Auslandskrankenversicherungen und Flex-Tarife zu informieren.

Was ist günstiger: Last minute oder früh buchen?

Reisende können sowohl frühe als auch späte Schnäppchen machen. Allerdings ist die Chance größer, bei einem Frühbucher-Angebot gleichzeitig alle Reisewünsche erfüllt zu bekommen. Denn dann ist die Auswahl an Unterkünften und Flügen noch viel größer. Schließlich sind die Kapazitäten nicht unbegrenzt, und besonders beliebte Hotels und Ferienwohnungen sind bei der kurzfristigen Suche öfter ausgebucht.

In Zeiten der Corona-Pandemie buchen viele Urlauber spontan. (Symbolbild)

Frühbucher-Angebote gewähren viele Reiseveranstalter bis Ende März oder sogar April. Mit diesen Rabatten wollen sie Anreize schaffen, um die Nachfrage zu stimulieren. Denn: Je früher die Kapazitäten gebucht werden, desto größer die Planungssicherheit. Vor allem für Familien und andere Menschen, die in der teuren Hauptsaison reisen müssen, kann sich eine frühe Entscheidung finanziell lohnen.

Wer in Länder reisen will, die derzeit nicht sehr gefragt sind, hat auch bei kurzfristigen Buchungen oftmals noch eine relativ große Auswahl. Last-minute-Angebote sind in solchen Regionen am attraktivsten, in denen die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr überraschend eingebrochen ist. Hier greift das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Hotels und Airlines, die nicht ausgelastet sind, senken die Preise für Zimmer und Flugtickets massiv – von diesen Rabatten können Last-minute-Reisende dann profitieren.

Wie nutze ich die Brückentage sinnvoll?

Heilige Drei Könige, Pfingsten, Himmelfahrt, Allerheiligen und Co.: Die Feiertage können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nutzen, um eine Extra-Portion Urlaub herauszuholen. Zwar fallen im Jahr 2022 einige Feiertage auf ein Wochenende – und in diesen Fällen gibt es keine Brückentage. Dennoch sieht es in diesem Jahr schon wieder deutlich besser aus als 2021, als unter anderem Weihnachten, Neujahr, der Tag der Deutschen Einheit und der Reformationstag je auf einen Samstag oder Sonntag fielen.

Wie du geschickt planst und so das Maximum an Urlaub aus dem Jahr 2022 herausholst, zeigt unser Brückentage-Kalender.