In den Urlaubsorten auf Mallorca wird bereits fleißig geputzt, renoviert und Personal eingestellt. Denn die Tourismus-Branche rechnet von Ostern bis zum Spätsommer mit einem gewaltigen Besucheransturm. Denn schon zu Jahresbeginn verzeichneten Airlines und Veranstalter eine große Buchungsnachfrage und erhöhten ihre Flugkontingente

Doch was können Reisende auf Mallorca abseits von Corona erwarten? Der Reisereporter fasst die wichtigsten Neuigkeiten für 2022 zusammen.

Party: Der Megapark öffnet wieder

Im wohl bekanntesten Schlagertempel außerhalb Deutschlands geht’s bald wieder „atemlos durch die Nacht“: Der Megapark, Großraumdisco und Biergarten im Süden der Inselhauptstadt Palma, öffnet laut einem Bericht der „Mallorca Zeitung“ am 7. April.

Der Megapark, das größte „Vergnügungslokal“ auf Mallorca, ist seit Herbst 2019 geschlossen. Auf eine zwischenzeitliche Öffnung hatten die Betreiber angesichts der begrenzten Besucherzahlen verzichtet. Bei der Eröffnungsparty soll der Schlagerstar Mickie Krause auftreten.

Hoch die Tassen: Der Megapark ist ein Partymekka, war seit Herbst 2019 geschlossen.

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Strengere Regeln am Ballermann

Bei aller Freude um die Wiedereröffnung des Megaparks dürfen feiernde Reisende aber eines nicht vergessen: Ab der kommenden Saison gibt es am Ballermann neue Verhaltens-Regeln. Da die Baleareninsel einen Imagewandel anstrebt, gehören halbnacktes Feiern und Sauftouristen und -touristinnen der Vergangenheit an.

In den bekannten Clubs der Schinkenstraße wird es vermehrt Einlasskontrollen geben, die besoffenen Partygästen und -gästinnen den Einlass verwehren und auf den Dresscode sowie Tätowierungen mit rassistischem Hintergrund achten.  Darunter: der Bamboleo Biergarten, die Rutschbahn, der Megapark sowie die Showarena, der Bierkönig, Oberbayern und das Bolero.

Bereits seit 2020 darf in All-inclusive-Hotels nicht mehr unbegrenzt Alkohol ausschenkt werden, und auch das Trinken am Strand oder auf der Straße wird mit hohen Bußgeldern geahndet.

Verkehr auf Mallorca: Flugverbindungen, Kreuzfahrten und höhere Taxipreise

Die Gerüchte hielten sich hartnäckig, doch nun steht fest: Die Lufthansa lässt den Jumbojet Boeing 747 bereits zu Beginn der Osterferien wieder nach Mallorca fliegen. Zum Ferienstart am 9. April wird Lufthansa eine Boeing 747-8 nach Palma einsetzen, berichtet „AeroTelegraph“. Von München aus soll am selben Tag mit einem Airbus A350-900 auf die Insel fliegen.

Schon im Sommer 2020 hatte die Lufthansa ihre dicksten Flieger, die Boeing 747 und den Airbus A350-900, kurzerhand von Frankfurt nach Palma geschickt, weil die Nachfrage nach Mallorca-Reisen überraschend stark gestiegen war.

Auch in diesem Sommer erwarten die Airlines wieder einen Reise-Boom. Eurowings hatte bereits im Februar angekündigt, in der Hochsaison bis zu 380 Flieger für Flüge nach Mallorca einzusetzen – pro Woche.

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Start in Frankfurt: Setzt Lufthansa die Boeing 747 wieder für Flüge nach Mallorca ein?

Neue Verkehrsregeln in ganz Spanien ab Ende März

Auch auf dem Boden gibt es Veränderungen. Seit dem 21. März gelten in ganz Spanien neue Verkehrsregeln. Wichtig zu wissen: Verkehrsteilnehmende in Spanien sammeln keine Punkte mehr, sondern bekommen welche bei Delikten abgezogen. Alle starten mit einem Budget von 15 Punkten. 

  • Handy am Steuer: minus sechs Punkte
  • Fahren ohne Sicherheitsgurt: minus vier Punkte
  • Zigarettenstummel auf die Straße werfen; minus sechs Punkten
  • Radarwarngeräte mitzuführen: minus drei Punkte
  • Kein Helm auf Fahrrad, Roller, Mofa und Co.: minus vier Punkte
  • Fahrradfahrer und Scooterfahrer unter 18 Jahren müssen komplett nüchtern sein
  • E-Scooter dürfen weder auf Autobahnen noch auf Schnellstraßen fahren
  • Das Tempolimit muss beim Überholen eines anderen Fahrzeugs eingehalten werden
  • Anhalten und Parken auf Fahrradwegen ist verboten

Taxipreise auf Mallorca steigen 

Benzin, Gehälter und Instandhaltungskosten für Taxen auf Mallorca sind gestiegen. Deswegen ziehen jetzt auch die Preise für eine Taxifahrt an. Mit bis zu 15 Cent mehr pro Kilometer müssen Fahrgästinnen und -gäste jetzt rechnen. Ein konkretes Datum für den Preisanstieg gibt es noch nicht. Erst, wenn die Ratssitzung die neuen Tarife bestätigt hat, kommt es zur Erhöhung. Laut „Mallorca Zeitung“ könnte es im April so weit sein. 

Konkret heißt das: 

  • Tarif 1 (nachts, feiertags und am Wochenende): Startpreis 2,65 Euro (zuvor 2,50 Euro), Mindestfahrpreis 4,25 Euro (4 Euro), Fahrtkilometer 1,16 Euro (1,10 Euro)
  • Tarif 2 (werktags 7 bis 21 Uhr): Startpreis 2,30 Euro (zuvor 2,15 Euro), Mindestfahrpreis 3,15 Euro (3 Euro), Fahrtkilometer 1 Euro (0,95 Euro)
  • Gleich bleibt zunächst der Tarif für Überlandfahrten
  • Der Mindestfahrpreis von und zum Flughafen steigt von 13,28 Euro auf 14,30 Euro; zum oder vom Hafen erhöht sich der Zuschlag von 4,40 Euro auf 4,70 Euro

Buslinie verbindet Santa Eugenia und Santa Maria 

Damit Reisende und Einheimische auch ohne Auto besser vorankommen, haben die Gemeinderäte von Santa Eugenia und Santa Maria beschlossen, die 2017 eingestellte Busverbindung zwischen beiden Gemeinden zu reaktivieren. Die rot-gelben Busse pendeln ab sofort fünfmal täglich zwischen den Gemeinden. 

Kreuzfahrten werden limitiert

Die Balearen-Regierung hat erstmals eine Obergrenze für Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca festgelegt. Ab 2022 dürfen demnach nur drei Kreuzfahrtschiffe pro Tag anlegen. Und nur eines der Schiffe darf eine Kapazität von über 5000 Passagierinnen und Passagieren haben.

Palma de Mallorca ächzte zuletzt unter den vielen Kreuzfahrtschiffen. Jetzt wird die Zahl der Ankünfte begrenzt.

Auch für den wöchentlichen Durchschnitt gibt es neue Bestimmungen: So sollen nicht mehr als 8500 Kreuzfahrttouristinnen und ‑touristen an einem Tag im Hafen von Palma ankommen dürfen. Nach Angaben der Regierung ist Palma das erste Kreuzfahrt-Reiseziel, das eine solche Obergrenze festgelegt hat.

Café von TV-Auswanderer Jens Büchner bekommt neuen Betreiber

Der aus der TV-Serie „Goodbye Deutschland“ bekannte Auswanderer Jens Büchner verstarb 2018 an Lungenkrebs. Lange war unklar, wie es mit seinem Café Faneteria in Cala Millor weitergehen soll, nachdem die Übernahme von Büchners Serien-Kollegen Caro und Andreas Robens gescheitert war.

Nun will Büchners Freund Horst Blum, der ebenfalls schon mehrfach in der Auswanderer-Serie auftrat, das Lokal übernehmen. Die genauen Pläne verrät der neue Betreiber aber nicht. „Das wird was mit ‚Goodbye Deutschland‘ zu tun haben und auch mit meiner Person“, sagte Blum der „Mallorca Revue“. 

Jens Büchner wurde durch die TV-Serie „Goodbye Deutschland“ bekannt, starb 2018 an Lungenkrebs.

Hotels: Neue Häuser entstehen auf Mallorca

Im Hotel Formentor residierten bereits etliche Promis. Unter anderem gingen dort Grace Kelly, Charlie Chaplin und Winston Churchill ein und aus. Nun wurde das 1929 eröffnete Haus an der Nordspitze Mallorcas an die Emin Capital verkauft. Die Investorengruppe will Medienberichten zufolge etwa 20 Millionen Euro investieren und das Hotel ab 2023 unter der Marke Four Seasons weiterbetreiben.

Ein ganz eigenes Hotel auf Mallorca plant derweil ein anderer Promi: Sir Richard Branson, Milliardär und Gründer der Weltraum-Airline Virgin Galactic, will auf seinem mallorquinischen Landsitz an der Westküste ein Luxus-Hotel mit 29 Zimmern realisieren. Eröffnung: Frühling 2023.

Exklusives Haus in exklusiver Lage: Das Hotel Formentor wurde verkauft.

Vier weitere Hotels plant die Hotelgruppe Anirà Bé Petits Hotel in Portocristo an der Ostküste. Und auch der Südwesten Mallorcas bekommt Hotel-Zuwachs. Die Cappuccino-Gruppe plant ein Boutique-Hotel mit zwölf Zimmern direkt am Fischereihafen Port d’Adratx.

Mallorca bekommt vier neue Wanderwege

Mallorca bekommt vier neue Wanderwege, die insgesamt 39,5 Kilometer lang sein sollen. Da sie auf bereits bestehenden Erd- und Asphaltwegen entlangführen, müssen keine neuen Pfade dafür geschaffen werden. Die Wege werden auf dem Gebiet der Gemeinden Artà, Capdepera, Manacor, Sant Llorenç und Son Servera eingerichtet. Ziel dieses Projekts ist es, nachhaltigen Tourismus zu fördern. reisereporterin Janin stellt die Wanderrouten genauer vor.