Wer nur ein Hotelzimmer mit Frühstück gebucht hat, muss sich mittags und abends selbst etwas zum Essen besorgen. Warum also nicht einfach eine Pizza von der Pizzeria um die Ecke ins Hotel liefern lassen? Klingt nach einer guten Idee – ist es aber nicht unbedingt.

Das hat vielerlei Gründe. „Speisen und Getränke sollen grundsätzlich nicht auf das Hotelzimmer mitgenommen und verzehrt werden“, sagt Jürgen Benad, Rechtsanwalt und Geschäftsführer im Dehoga-Bundesverband. Das hat insbesondere hygienische Gründe und gilt unabhängig von der jeweiligen Zimmer- oder Hotelkategorie. „Um den Durst oder Hunger im Zimmer zu stillen, stehen in vielen Hotels Getränke und Speisen in der Mini- oder Maxibar bereit“, so der Rechtsanwalt gegenüber dem reisereporter. Außerdem könnten Urlaubende in vielen Hotels den Zimmerservice nutzen.

Zum anderen besteht das Hausrecht des Hotels, das es zu beachten gilt: Ein Hotel kann eigene Hausregeln definieren. Wenn das Mitbringen von Speisen verboten ist, haben Reisende dies zu akzeptieren. Die Rezeption kann den Zutritt zum Zimmer mit einer Pizza verweigern.

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Wo Essen von außerhalb im Hotel erlaubt ist

Von der Regelung ausgenommen sind Ferienapartments und meist auch Zimmer, die mit kleiner Küche ausgestattet sind. Denn diese ist dafür gedacht, dass sich die Gästinnen und Gäste selbst etwas zum Essen zubereiten können. Ein Zimmer mit Küchenzeile ist in Beherbergungsbetrieben zu finden, die auf längere Aufenthalte ausgelegt sind, zum Beispiel in einem Boarding-House.

Eine Hotelfachfrau kontrolliert die Minibar. Reisende sollten vorab an der Rezeption fragen, ob sie mitgebrachte Dinge in der Minibar lagern dürfen.

Auch die Hotelminibar ist nicht für eigene Getränke und Snacks gedacht

„Auch die Minibar gehört dem Hotel. Sie ist für die Kühlung der vom Hotel angebotenen Getränke und Snacks gedacht und nicht für Produkte, die der Gast mitgebracht hat“, ergänzt Benad. „Zum richtigen Verhalten in Hotels gibt es in einigen Fällen aber keine einheitlichen gesetzlichen Grundlagen.“

Im Zweifelsfall sollte der Gast oder die Gästin also am besten direkt an der Rezeption fragen, was erlaubt ist und was nicht. „So kann es ja sein, dass zum Beispiel die – allergiebedingt – persönliche Frühstückmilch gekühlt werden muss oder Medikamente nur im Kühlschrank gelagert werden dürfen. Unsere Gastgeber werden dafür Lösungen finden“, so der Geschäftsführer des Dehoga-Bundesverbands.