Ob für das Fotoalbum oder die sozialen Netzwerke: Besonders von Sehenswürdigkeiten bringen Reisende gern Fotos mit nach Hause. In manchen Fällen ist das jedoch verboten. An den folgenden Orten sollten Kamera und Smartphone lieber im Rucksack bleiben.

Sixtinische Kapelle im Vatikan

Rom und der Vatikan bieten enorm viele Orte für Fotos – die Sixtinische Kapelle darf jedoch nicht abgelichtet werden. Während in den anderen Museen des Vatikans Fotos erlaubt sind, allerdings nur ohne Selfiestick und Blitz und ausschließlich für den privaten Gebrauch, gilt das nicht für die berühmte Kapelle und ihre imposante Deckenmalerei von Michelangelo, erklären die Vatikanischen Museen

Für künstlerisch begabte Besucherinnen und Besucher gibt es jedoch einen Trost: Mit einer Genehmigung der Museumsdirektion dürfen die Exponate und Sehenswürdigkeiten gezeichnet werden – allerdings nur mit Bleistift. 

Touristen betrachten das Fresko „Das Jüngste Gericht“ in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Fotografieren dürfen sie es nicht.

Taj Mahal in Agra

Das berühmte Gebäude in Indien ist eines der sieben Neuen Weltwunder. Den Taj Mahal von außen zu fotografieren stellt kein Problem dar – außer mit einer Drohne. Im Inneren des Mausoleums sieht es jedoch anders aus.

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Besucherinnen und Besucher dürfen nicht nur die Wände nicht berühren, auch Erinnerungsfotos sind dort nicht gestattet. Kameras und Stative dürfen gar nicht erst mit hineingenommen werden, Smartphones müssen mindestens lautlos sein. Stattdessen empfiehlt die Museumsleitung, professionelle Fotografen für ihren Besuch zu engagieren.

Blick auf den Taj Mahal in Agra in Indien. Im Inneren des Mausoleums sind keine Fotos erlaubt.

Rotlichtbezirk in Amsterdam

Amsterdam wartet nicht nur mit Grachten und dem Van-Gogh-Museum auf. Wer das Rotlichtviertel besucht, muss aufpassen, worauf die Kamera gerichtet wird.

Fotos von den Straßen sind erlaubt, auch die „Oude Kerk“, die älteste Kirche der Stadt, darf eingefangen werden. Die Fotos dürfen jedoch nicht die Frauen in den Schaufenstern des Rotlichtviertels zeigen. Kameras überwachen auf den Straßen unter anderem die Einhaltung dieser Regel.  

Blick auf eine Straße des Rotlichtviertels in Amsterdam. Beim Fotografieren müssen Besucher aufpassen, wer auf den Bildern zu sehen ist.

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Westminster Abbey in London

In der berühmten Kirche in Englands Hauptstadt werden nicht nur die Könige und Königinnen gekrönt, dort werden sie auch beigesetzt. Von diesem geschichtsträchtigen Ort dürfen aber nur eingeschränkt Fotos gemacht werden. Während der Gottesdienste ist das Fotografieren nicht gestattet, heißt es auf der Website der Kirche. Zu den übrigen Zeiten muss der Blitz ausgeschaltet sein, und Selfiesticks sind nicht erlaubt.

Es gibt auch Bereiche der Westminster Abbey, in denen das Fotografieren grundsätzlich verboten ist: Die St. Faith’s Chapel, the Queen’s Diamond Jubilee Galleries und der Schrein von St. Edward dem Bekenner dürfen nicht mit Smartphone oder Kamera festgehalten werden.  

Die Außenfassade der berühmten Kirche Westminster Abbey in London. Innen gelten besondere Bestimmungen für Fotos.

Rekonstruktion des Bernsteinzimmers in St. Petersburg

Auch wenn es sich nicht um das Original handelt: Im Bernsteinzimmer des Katharinenpalasts in St. Petersburg ist das Fotografieren und Filmen strikt untersagt. Blitzlicht könnte den Bernstein auf Dauer trüben, Fotos ohne Blitz den Andrang unnötig stauen.

Es gibt jedoch Ausnahmen des Fotoverbots: Während der Weißen Nächte zwischen Ende Mai und Mitte Juli dürfen Besucherinnen und Besucher, die das Fotografieren im Bernsteinzimmer zum Beispiel zu ihrer teuren Kreuzfahrt gebucht haben, die Kamera zücken. 

Besucher stehen dicht gedrängt in der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers im Katharinenpalast in St. Petersburg. Fotos dürfen dort nur sehr selten gemacht werden.

Schloss Neuschwanstein in Schwangau

Das weltberühmte Schloss in Bayern erscheint auf unzähligen Fotos. Es gibt jedoch Bereiche, in denen das Zücken der Kamera oder des Smartphones verboten ist – aus organisatorischen Gründen. Überall dort, wo der Zugang nur bei einer Führung möglich ist, dürfen keine Fotos gemacht werden. Das würde zum einen den Ablauf zu sehr verlangsamen, zum anderen ist der Schutz der Ausstattung laut der bayerischen Schlösserverwaltung ein Grund für das Verbot. 

Diese Regelung betrifft nicht nur das Schloss Neuschwanstein, sondern auch das Schloss Linderhof oder die Residenz Würzburg. In allen Räumen, die Besucherinnen und Besucher auch ohne eine Führung betreten können, ist das Fotografieren aber erlaubt. 

Blick auf das berühmte Schloss Neuschwanstein in Schwangau in Bayern. Bestimmte Bereiche im Schlossinneren dürfen nicht fotografiert werden.

Wolkenmädchen von Sigiriya in Sri Lanka

Nicht nur wegen der Ruinen des alten Tempels ist der „Löwenfels“ in Sri Lanka eine Sehenswürdigkeit. Auf dem Weg nach oben zum Unesco-Weltkulturerbe können die „Wolkenmädchen“ betrachtet werden – alte Fresken von barbusigen Frauen mit opulentem Kopfschmuck.

Ein Erinnerungsfoto von ihnen zu machen ist allerdings nur eingeschränkt möglich. Besucherinnen und Besucher können sich eine Fotogenehmigung einholen – ohne könnte die Kamera sogar beschlagnahmt werden. 

Auf dem „Löwenfels“ Sigiriya in Sri Lanka sind diese Fresken der Wolkenmädchen zu sehen. Fotografiert werden dürfen sie ohne Genehmigung nicht.

Seebühne in Bregenz

Es gibt einen Ort, da gilt das Fotoverbot zu einer ganz bestimmten Zeit im Jahr: die Seebühne in Bregenz. Wenn in den Sommermonaten die Bregenzer Festspiele stattfinden, können die Theaterbesucherinnen und -besucher imposante Bühnenbilder auf dem Bodensee betrachten. 

Auf der Seebühne in Bregenz ist das Bühnenbild der Oper „Rigoletto“ von 2019 zu sehen. Während der Aufführung darf das nicht fotografiert werden.

Aufgrund des Urheberrechts ist das Fotografieren und Filmen der Kulissen während der Aufführungen jedoch nicht gestattet, heißt es auf der Website der Festspiele. Das würde schließlich auch die Künstlerinnen und Künstler stören. Professionelle Fotoausrüstung und Selfiesticks dürfen gar nicht erst mit in den Besucherraum der Festspielstätte genommen werden. 

Eiffelturm in Paris

Die sozialen Netzwerke sind voll von Fotos der berühmten Pariser Sehenswürdigkeit. Ohne Einschränkung erlaubt sind aber nur Aufnahmen des Eiffelturms am Tag – zumindest, wenn sie von professionellen Fotografen gemacht werden. Denn: Die Lichtinstallationen nach Einbruch der Dunkelheit sind laut Société d’Exploitation de la Tour Eiffel urheberrechtlich geschützt. Die Einschränkungen beziehen sich also auf die Installationen, nicht aber auf das Bauwerk.

Der Eiffelturm in Paris wird ab der Dämmerung beleuchtet. Fotos sind dann nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Daher muss die Nutzung eines Bildes des Eiffelturms bei Nacht genehmigt werden, solltest du es kommerziell verwenden wollen. Gewerbetreibende sollten sich daher an die Société d'Exploitation de la Tour Eiffel wenden, die die Bedingungen für die Nutzung der Bilder kennt.

Wer privat fotografiert, für den ist die Situation entspannt: „Jede Privatperson kann Fotos machen und sie in sozialen Netzwerken teilen“, heißt es auf der Webseite der SÉTÉ.