Magische Höhlen und Grotten, raue Felsformationen und Gipfel, wilde Pferde und Flamingos: Abseits der paradiesischen Strände zeigt sich Sardinien voller Naturphänomene und Geschichten. Egal ob mit dem Auto, dem Boot oder zu Fuß: Quer über die Insel warten viele Abenteuer und die volle Pracht der sardischen Naturschönheiten auf dich.

Die Grotte di Nettuno

Neben gigantischen Stränden und Buchten bezaubert Sardinien auch mit geheimnisvollen Grotten. Die wohl wichtigste Grotte Sardiniens, die Grotte di Nettuno, liegt in Alghero und erstreckt sich über sechs Kilometer. Vor Millionen Jahren wurde die Grotte von Süßwasser ausgehöhlt und später dem Gott Neptun geweiht, daher auch der Name.

Die Grotte di Nettuno in Alghero erstreckt sich über sechs Kilometer.

Die Grotte di Nettuno ist per Boot oder über eine 600 Stufen lange Treppe zu erreichen. Die Belohnung für den Aufstieg ist ein atemberaubender Blick auf Küste und Meer. In ihrem Inneren wirkt die Grotte mit ihren mächtigen Karstformen und dem unterirdischen See wie aus einer anderen Welt. 

Der Verteidigungsturm Nuraghe Su Nuraxi

Auf Sardinen findet sich ein spannendes Phänomen: Nuraghen. Das sind Verteidigungstürme, die in Kegelform mit trocken verlegten Steinen errichtet wurden. Die meisten der Türme sind verfallen, es gibt jedoch einen, der relativ gut erhalten ist. Der Nuraghe Su Nuraxi wurde von der Unesco sogar als eine der besten archäologischen Restaurierungsarbeiten im gesamten Mittelmeerraum ausgezeichnet.

Der Nuraghe Su Nuraxi wurde von der UNESCO als eine der besten archäologischen Restaurierungsarbeiten ausgezeichnet.

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Heute vermutet man, dass der Bau des zentralen Turms bereits in der späten Bronzezeit stattfand (1330 bis 1250 vor Christus), entdeckt wurde Su Nuraxi aber erst in den 1950er-Jahren. Kommst du heute hierher, kannst du den Turm von innen bestaunen und die Stufen bis zur Spitze emporsteigen.

Die Wildpferde Cavallini della Giara

Im südlichen Landesinneren von Sardinien liegt die Hochebene Giara di Gesturi, in der es ein großes Naturwunder zu bestaunen gibt, das an sich sehr klein ist: Hier leben die Cavallini della Giara. Das sind seltene kleine Wildpferde, die auf der Hochebene leben und zwischen Bäumen und Büschen grasen.

Die Cavallini della Giara sind seltene kleine Wildpferde, die auf der Hochebene Giara di Gesturi leben.

Warum sich die Pferdchen ausgerechnet hier angesiedelt haben, ist ungewiss. Klar ist: Bereits im Mittelalter lebten Pferde auf ganz Sardinien. Mit der wachsenden Besiedelung und der landwirtschaftlichen Nutzung verschwanden sie aber immer mehr. Da die Giara di Gesturi sehr abgeschieden liegt, scheinen sich die Wildpferde hier einen idealen Ort gesucht zu haben.

Der Elefantenfelsen Roccia dell’Elefante

Etwa fünf Kilometer südöstlich von Castelsardo in der Provinz Sassari entstand vor über 3000 Jahren ein spektakuläres Naturwunder: Der Roccia dell’Elefante (auf Deutsch: Elefantenfelsenist ein durch Verwitterung geformter, etwa fünf Meter hoher Felsbrocken, der je nach Blickwinkel aussieht wie ein Elefant.

Der Elefantenfels ist ein durch Verwitterung geformter etwa fünf Meter hoher Felsbrocken.

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Der Ort galt schon in der Nuraghenkultur als heilig: Die vorzeitlichen Sarden nutzten den Roccia dell’Elefante für ihren Totenkult. Sie bauten kleine Nischen in den Felsen und setzten in Aschenurnen ihre Toten bei.

Der La-Maddalena-Archipel

Vor der Nordostküste von Sardinien liegt der La-Maddalena-Archipel mit vielen Inseln, die wie kleine Kleckse im Mittelmeer schwimmen. Die aus sieben Hauptinseln bestehende Inselgruppe ist so einzigartig, dass sie zum Welterbe der Unesco gehört. Die Besonderheit liegt in der Naturbelassenheit, extrem klaren Wasser und endlosen Stränden.

Der La Maddalena-Archipel besteht aus sieben Hauptinseln.

Im Urlaub auf Sardinien kann man ganz- oder halbtägige Ausflüge machen, Start ist in Palau. Diese Touren führen meist zu den Inseln Spargi, Budelli und La Maddalena. Wer will, kann auf der Insel La Maddalena ein Auto mieten und individuell über das Eiland cruisen.

Der rote Felsen von Arbatax

Naturwunder gibt es viele auf Sardinien, eines der spektakulärsten liegt an der Ostküste Sardiniens. In der Nähe des kleinen Küstenortes Tortolì ragt der rote Felsen von Arbatax aus dem Meer und bietet eine unfassbar schöne Kulisse.

Der rote Porphyrfelsen von Arbatax, Tortoli in der Provinz Ogliastra.

Die Felsen bestehen aus vulkanischem Gestein, das rot schimmert. Besonders zur Zeit des Sonnenuntergangs sind die Farben spektakulär. Nicht weit entfernt breiten sich die Strände der Region in all ihrer Pracht aus: Lido di Orrì, Cala Ginepro und San Gemiliano.

Die Grotta del Bue Marino 

An der Ostküste breitet sich der Golf von Orosei über 30 Kilometer aus. Neben romantischen Felsstränden, versteckten Buchten und idyllischen Wanderwegen gibt es ein Naturwunder zu bestaunen: die Grotta del Bue Marino.

Rekord: Die Grotta del Bue Marino ist die größte Höhle Sardiniens.

Dabei handelt es sich um einen Superlativ: Die Grotta del Bue Marino ist die größte Höhle Sardiniens und die fünftgrößte Italiens. Sie kann per Boot ab Cala Gonone erreicht werden. Dann entdeckst du ihre volle Pracht mit beeindruckenden Felsformationen, Unterwasserseen, Stalaktiten und Stalagmiten.

Die Bucht Cala Luna

Einer der schönsten Strände Sardiniens könnte aus einem Bilderbuch stammen: Die Bucht Cala Luna wird durch steile Felswände geschützt, in der Mitte liegt ein goldfarbener Strand mit kristallklarem Meer. Weil die Kulisse so beeindruckend ist, wurde hier bereits mehrfach gedreht.

Die Bucht Cala di Luna wird durch steile Felswände geschützt.

Die Bucht ist vom Meer aus mit dem Boot zu erreichen, du kannst aber auch eine Wanderung machen und die Strecke von Cala Fuili oder von Baunei gehen. Der Weg führt entlang der Küste über teils steinige und steile Abschnitte. Wem der Rückweg zu weit ist, der kann mit dem Boot (circa 10 Euro) zurückfahren.

Das Capo Caccia 

Am Capo Caccia im Nordwesten Sardiniens zeigt sich die ganze Schönheit des Küstenabschnittes. Das Kap ist sieben Kilometer lang und fällt fast 200 Meter tief ins Meer. Wer mutig ist, wagt sich auf den Klettersteig Ferrate del Cabriol und testet seine Schwindelfreiheit.

Sarazenenturm am Capo Caccia auf Sardinien.

Vom Capo Caccia aus erlebt man einen unglaublichen Weitblick auf die Buchten Cala d’Inferno und Cala Tramariglio und die Inseln Isola Piana und Porto Conte. Das Panorama mit weißen Kalkfelsen, türkisblauem Meer und grüner Naturlandschaft ist einzigartig.

Das Capo Testa

Ein anderes Kap mit einem traumhaften Weitblick und spannenden Einblicken in die sardische Geschichte liegt auf einer Halbinsel bei Santa Teresa Gallura. Denn am Kap ragen eindrucksvolle Felsen in die Höhe, die wie eine bizarre Mondlandschaft wirken.

Außergewöhnliche Gesteinsformationen am Capo Testa.

Schräg: Viele Aussteiger und Hippies kamen infolge der 68er hierher und ließen sich im Valle di Luna nieder. Erst als das wilde Campen verboten wurde, löste sich die Szene auf. Allerdings gibt es bis heute noch ein paar wenige Aussteiger, die in den Höhlen des Tales leben.

Die Flamingos in der Lagune von Santa Gilla 

Hand aufs Herz: Wer wollte nicht schon mal Flamingos aus der Nähe sehen? Auf Sardinien kannst du in der Lagune von Santa Gilla nicht nur eine einzigartige Landschaft bestaunen, sondern auch unzählige rosa Flamingos!

In Santa Gilla leben viele rosarote Flamingos.

Der Strandsee von Cagliari besteht aus der Lagune von Santa Gilla und aus den Salinen von Macchiareddu und Porto Canale. Die Salinen enthalten Salzwasser, während der See von Santa Gilla teilweise aus Süßwasser besteht. Neben Flamingos leben hier auch Reiher, Kormorane und Blesshühner.