Im Winter, wenn die Tage kurz sind und die Sonne sich kaum blicken lässt, hilft es nur, sich an einen warmen Ort am Meer zu träumen. Manch einer startet sogar schon mit der Urlaubsplanung, um dem trüben Winter in Deutschland zumindest einen Moment lang entfliehen zu können. Wiederum andere setzen lieber auf Kurzfristigkeit. Das Interesse an Last-minute-Buchungen ist auch 2022 groß – Grund dafür ist die Corona-Pandemie.

Denn in Zeiten, die mit ständig wechselnden Reisebedingungen einhergehen, sind Frühbuchungen oft mit Unsicherheit verbunden – trotzdem rät beispielsweise der Deutsche Reiseverband (DRV) dazu, Monate vor Reiseantritt zu buchen.

Früh Urlaub buchen: Was dafürspricht

Besonders für Familien mit Kindern, die in der Hauptsaison verreisen möchten, würden sich Buchungen weit im Voraus lohnen. Denn die Frühbucherrabatte ließen sich häufig mit günstigen Kinderfestpreisen kombinieren, so Pressesprecherin Kerstin Heinen. Aber auch andere Gästinnen und Gäste profitierten durch Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent davon, ihre Reise im Voraus zu buchen. 

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Außerdem ist die Chance größer, bei einem Frühbucher-Angebot gleichzeitig auch alle Reisewünsche erfüllt zu bekommen – wenn die Auswahl an Unterkünften und Flügen noch groß ist. Schließlich sind die Kapazitäten nicht unbegrenzt, und besonders beliebte Hotels und Ferienwohnungen sind früher ausgebucht.

Um ihren Kundinnen und Kunden Sicherheit zu geben, bieten die meisten Reiseveranstalter aktuell sogenannte Corona-Pakete an, die im Fall einer Infektion vor der Reise oder während des Urlaubs weiterhelfen und über die zum Beispiel die Kosten einer möglichen Quarantäne im Urlaubsland abgesichert sind.

Bis wann gibt es Frühbucherrabatte?

Die meisten Frühbucherangebote für den Sommerurlaub gelten bis Ende Februar oder Ende März. So wollen Veranstalter Anreize schaffen, um die Nachfrage zu stimulieren. Denn je früher die Kapazitäten gebucht werden, desto größer ist die Planungssicherheit.

Die genaue Ausgestaltung ist laut DRV-Sprecherin Heinen jedoch von Reiseveranstalter zu Reiseveranstalter unterschiedlich. Häufig gebe es einen bestimmten Zeitpunkt, bis zu dem die Angebote gebucht werden können. Eine andere Variante sei, die Festlegung eines bestimmten Zeitraums vor Reisebeginn – beispielsweise bis hundert Tage vor Reiseantritt.

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Last-minute-Urlaub: So können auch Kurzentschlossene Geld sparen

Last-minute-Reisen, also Buchungen nur wenige Wochen oder gar Tage vor der Abreise, sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie gefragt wie nie. Genau wie Frühbucher können auch besonders Kurzentschlossene Geld sparen. Wichtig ist dabei vor allem eines: schnell und flexibel zu sein. 

Denn bei Last-minute-Angeboten handelt es sich in der Regel um Restposten – etwa um einzelne Hotelzimmer, die Reiseveranstalter noch kurz vor knapp voll bekommen möchten. Besonders attraktive Angebote können daher schnell vergriffen sein. Außerdem ist es bei einem kurzfristigen Urlaub von Vorteil, bei Termin, Reiseziel und Unterkunft flexibel zu sein. 

Italiens unzählige Strände und Buchten mit kristallklarem Wasser sind malerisch.

Insgesamt sind Last-minute-Angebote in solchen Regionen am attraktivsten, in denen die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr überraschend eingebrochen ist. Hier greift das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Hotels und Airlines, die nicht ausgelastet sind, senken die Preise für Zimmer und Flugtickets massiv – von diesen Rabatten können Last-minute-Reisende dann profitieren.

Die Faustregel für eine Schnäppchensuche lautet also: Je offener und flexibler Reisende sind, desto mehr Geld ist bei Urlaubsantritt noch in der Reisekasse.

Das rät der Reiseexperte

Doch auch wenn sich Last-minute-Schnäppchen besonders verlockend anhören, sollten Kurzentschlossene nicht zu hastig zuschlagen, sondern das Angebot zunächst sorgfältig durchlesen und darauf achten, ob beispielsweise die Verpflegung und der Transfer bereits im Preis enthalten sind oder nicht.

Gerrit Cegielka, Reiserechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen, rät Reisenden zudem, Konditionen und Preise immer mit denen anderer Anbieter zu vergleichen. Denn der Markt stecke voller Angebote – sowohl in Reisebüros als auch im Internet oder an Last-minute-Schaltern. „Manche Angebote sind nur deshalb billiger, weil die Anbieter sie um bestimmte Leistungen wie Halbpension oder Transfer kürzen“, so Cegielka.

In Zeiten der Corona-Pandemie buchen viele Urlauber spontan. (Symbolbild)

Zusatztipp zur Flughafensuche: Bei der Suche nach einem günstigen Angebot können auch weiter entfernte Flughäfen miteinbezogen werden. Oftmals kann es günstiger sein, eine Pauschalreise mit Abflug in einem anderen Bundesland zu buchen, das zu dem Zeitpunkt zum Beispiel keine Herbstferien hat. Dafür sollten Reisende dann ein Angebot mit Zug zum Flug für die Anreise wählen.

Was muss ich bei Last-minute-Urlaub wegen Corona bedenken?

Durch die Covid-19-Pandemie kommen weitere Punkte hinzu, die Reisende bei Last-minute-Buchungen beachten müssen. Hierbei geht es vor allem um die Regeln für die Einreise und die Rückreise.

Reisen in Hochrisikogebiete mögen zwar oftmals günstiger sein – sie sind aber auch nicht für alle Menschen geeignet. Quarantänefrei sind hier nämlich nur geimpfte und genesene Reisende unterwegs. Alle anderen müssen bei der Rückreise für bis zu zehn Tage in Quarantäne, ein Freitesten ist frühestens ab Tag fünf möglich.

Das ist vor allem für den Urlaub mit der Familie problematisch, denn auch Kinder bis zwölf Jahre müssen in häusliche Isolation. Diese endet dann, anders als bei Menschen ab zwölf Jahren, automatisch nach dem fünften Tag. Aktuell gelten beispielsweise die Türkei, Ägypten und Tunesien – klassischerweise beliebte Last-minute-Ziele im Herbst – als Hochrisikogebiete. 

Außerdem geprüft werden sollten Konditionen wie Kontaktbeschränkungen, Quarantäne-Verpflichtungen oder geschlossene Sehenswürdigkeiten. „Nur wenn die präzisen Bestimmungen klar sind und mögliche Enttäuschungen wegfallen, macht last minute Spaß“, sagt Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen.