Ohne gültiges Impfzertifikat kommen Reisende nicht weit. In Deutschland, aber auch bei Reisen ins Ausland muss an vielen Stellen der Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt werden. Dessen Gültigkeitsdauer spielt eine große Rolle.

In Deutschland gilt das digitale Corona-Impfzertifikat für Personen mit Grundimmunisierung seit dem 1. Februar nur noch 270 Tage (neun Monate) statt bisher zwölf Monate. Mit dritter Impfung (Booster) gelten sie ab dem Tag der Auffrischungsimpfung derzeit für einen unbegrenzten Zeitraum.

Deutschland passt sich damit dem Vorschlag der EU-Kommission an. Demnach sollten Corona-Impfzertifikate in der gesamten Europäischen Union ohne Booster künftig nur noch neun Monate gültig sein. Über die ensprechende Empfehlung des Gremiums hatten die Mitgliedsstaaten bereits Ende Dezember 2021 beraten. Allerdings weichen einige beliebte Reiseländer davon ab – dort läuft das Covid-Impfzertifikat sogar früher ab. Und das hat große Folgen für den Urlaub. Ein Überblick:

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In diesen Ländern läuft der Impfpass früher ab

Frankreich: Reisende über 65 Jahre müssen bereits seit dem 15. Dezember nach sechs Monaten geboostert sein, damit das Corona-Impfzertifikat gültig bleibt. Bei allen anderen Reisenden ab 18 Jahren darf die Grundimmunisierung mittlerweile nicht länger als sieben Monate zurückliegen, dann muss die Auffrischungsimpfung erfolgen.

In Frankreich ist die Einreise zwar mit einem Impf- beziehungsweise Genesenennachweis oder einem negativer Corona-Test möglich. Aber im Land selbst spielt der neue Impfpass „Pass Vaccinal“ eine große Rolle. Mit ihm weisen die Menschen eine vollständige Impfung oder eine Genesung nach. Nur Geimpfte oder Genesene dürfen Orte des öffentlichen Lebens (Gastro, Kultur, Fernverkehr) besuchen. Touristinnen und Touristen können das digitale Impfzertifikat nutzen.

Griechenland: In dem Land sind Corona-Impfzertifikate ab dem 1. Februar nur noch maximal sieben Monate gültig – es sei denn, es folgt eine Auffrischimpfung. Für über 60-Jährige gilt dies bereits seit Mitte Dezember. Für Reisende hat diese Regelung Folgen: „Die Impfbescheinigungen von Personen, die innerhalb von sieben Monaten nach der abgeschlossenen Impfung noch keine Boosterimpfung erhalten haben, verlieren ab dem 1. Februar 2022 ihre Gültigkeit für die Verwendung innerhalb Griechenlands“, teilt das Auswärtige Amt mit.

Der Zutritt zu Innenräumen von Freizeiteinrichtungen wie der Gastronomie ist ausschließlich Geimpften und Genesenen gestattet, es greift die 2G-Regel. Für die Einreise nach Griechenland müssen alle Reisenden (auch Genesene und Geimpfte) einen negativen PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder Antigen-Schnelltest (maximal 24 Stunden) vorlegen.

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Italien: Die Einreise ist unter der 3G-Regel möglich. Das EU-Covid-Zertifikat ist zum Zwecke der Einreise neun Monate gültig. Innerhalb des Landes wurde die Dauer des grünen Zertifikates am 1. Februar auf sechs Monate verkürzt, das teilte die Botschaft in Berlin mit

In vielen Ländern der EU läuft das Impfzertifikat nach neun Monaten ab. In einigen Ländern verfällt der Impfstatus ohne Booster aber auch schon früher.

Wessen Impfnachweis nach dieser Regelung nicht mehr gültig ist, hat seit dem 3. Februar wieder mehr Freiheiten: Der Ministerrat beschloss am Mittwoch in Rom, dass Ausländerinnen und Ausländer künftig wieder in Hotels oder Restaurants gehen dürfen, auch wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Sie müssen dann einen negativen Corona-Test vorweisen.

Österreich: Für die Einreise nach Österreich sind Covid-Impfzertifikate ab dem 1. Februar 2022 zwar weiterhin 270 Tage gültig, schreibt das öffentliche Gesundheitsportal des Landes. Allerdings ist ohne Booster ein PCR-Test-Nachweis nötig, ansonsten droht Quarantäne.

Zudem soll der sogenannte Grüne Pass in Österreich selbst nach der ersten Impfserie (zwei Impfungen oder Genesung + eine Impfung) künftig nur noch 180 Tage, also sechs Monate, gültig sein. Das Impfzertifikat der Booster-Impfung (drei Impfungen oder Genesung + zwei Impfungen) soll 270 Tage gültig sein. Für den Freizeitbereich in Österreich gilt fast überall 2G, sei es im Hotel, in Gaststätten oder im Skilift. Ohne Booster könnten Reisende also Probleme bekommen.

Zypern: Der Nachweis über den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19 bleibt in Zypern nach der letzten Impfung 213 Tage, also etwa sieben Monate, lang gültig. Das schreibt das Monitoring-Unternehmen A3M.

In diesen EU-Ländern läuft das digitale Corona-Impfzertifikat ab dem 1. Februar nach neun Monaten ab: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Irland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn.

Wie lange ist mein Impfausweis noch gültig?

Wenn du wissen willst, wie lange dein digitales Impfzertifikat noch gültig ist, dann kannst du das in der App überprüfen.

  • CovPass-App: Öffne die App auf dem Smartphone. Unter dem QR-Code musst du dann auf „Zertifikate anzeigen“ klicken und dann auf das aktuellste gespeicherte Impfzertifikat. Es öffnet sich die Detailansicht, und ganz unten steht das „technische Ablaufdatum“.
  • Corona-Warn-App: Hier musst du die App auf dem Smartphone öffnen, das Impfzertifikat aufrufen und auf den QR-Code klicken. Dann ganz nach unten scrollen und das aktuell verwendete Zertifikat auswählen. Es öffnet sich die Detailansicht, und ganz unten steht das „technische Ablaufdatum“.

Was ist der EU-Impfnachweis eigentlich?

Der EU-Impfnachweis besteht aus einem QR-Code, der nach der Impfung in Arztpraxen und Impfzentren erstellt wird oder nachträglich in Deutschland etwa in der Apotheke erhältlich ist. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU erkannt und erleichtern auf Reisen Nachweise über Impfungen, frische Tests und kürzlich überstandene Infektionen mit dem Coronavirus.

Die digitalen Nachweise werden nach Kommissionsangaben mittlerweile in 60 Ländern und Regionen auch außerhalb der EU anerkannt und verwendet. Insgesamt seien in der Europäischen Union bereits mehr als 807 Millionen Zertifikate ausgestellt worden.