Der vulkanische Ursprung der Kanaren ist nicht erst seit den jüngsten Eruptionen auf La Palma bekannt. Auch in den Fels- und Bergregionen auf den übrigen kanarischen Inseln kann man ihn teilweise noch gut erkennen. An diesen Orten finden Reisende auf fast jedem der Eilande einzigartige Aussichtspunkte mit grandiosen Panoramen.

Pico de las Nieves/Gran Canaria: Über den Wolken

Die drittgrößte Kanareninsel bietet Reisenden spannende landschaftliche Kontraste. Dünen und Sandstrände wechseln sich mit Pinienwäldern, steilen Schluchten und hohen Bergen ab. Als einer der höchsten Punkte gilt der Pico de las Nieves, übersetzt der Schneegipfel. Der erloschene Vulkan befindet sich im Zentrum Gran Canarias. Wer die Anreise zum Mirador del Pico de los Pozos de las Nieves – so der volle Name des Aussichtspunktes – per Bus oder Auto in Kauf nimmt, bekommt in 1949 Metern Höhe Tolles geboten.

Der Pico de las Nieves ist einer der höchsten Punkte auf Gran Canaria. Es kann vorkommen, dass der Rest der Insel von hier aus betrachtet unter einem Wolkenmeer zu verschwinden scheint.

Aktuelle Deals

Bei klarem Wetter blicken Reisende von hier auf die Täler und Felsen des Unesco-Biosphärenreservats im Inselwesten. Fast noch interessanter kann das Panorama bei Bewölkung wirken: Dann scheinen die höchsten Gipfel Gran Canarias und der Nachbarinsel Teneriffa in einem Wolkenmeer zu schwimmen.

Mirador de Sicasumbre/Fuerteventura: Tag und Nacht reizvoll

Fuerteventura ist von der Unesco nicht nur zum Biosphärenreservat erklärt worden, sondern auch zum Lichtschutzgebiet – die nächtliche Dunkelheit auf der Insel soll bewahrt, Lichtverschmutzung vermieden werden. Wer von beidem einen Eindruck gewinnen möchte, sollte den Mirador de Sicasumbre im Inselsüden besuchen. Der Panoramapunkt in direkter Nähe der FV-605 bietet tagsüber eine tolle Aussicht auf die eigentümlich kupferfarben schimmernde Hügel rundherum.

Ein Besuch des Mirador de Sicasumbre auf Fuerteventura lohnt sich zu jeder Tageszeit: Tagsüber siehst du die Bergwelt, nachts hast du den besten Blick in die Sterne.

Nur etwa 15 Meter zu Fuß davon entfernt finden Ausflüglerinnen und Ausflügler den Mirador astronómico de Sicasumbre; er bietet Hobbyastronominnen und -astronomen einen Ort, an dem sie mit ihren Teleskopen oder Kameras unter anderem den Hauptstern im Sternbild der Jungfrau, Spica, beobachten können.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Mirador de La Peña/El Hierro: Tiefe Einblicke ins Tal

Ein mächtiger Erdrutsch war es, der vor Jahrmillionen die Form der jüngsten Kanareninsel El Hierro veränderte: Damals entstand durch die Rutschung im Nordwesten eine 15 Kilometer breite und eineinhalb Kilometer hohe Felsspalte – das heutige El-Golfo-Tal. Touristinnen und Touristen, die das mittlerweile mit endemischen Pflanzen bewachsene Gebiet und die vulkanische Ebene mit Obstplantagen und Weinbergen sehen wollen, können dies gut vom Mirador de La Peña aus.

Vom Mirador De la Peña aus bietet sich ein unvergleichbarer Ausblick in das El-Golfo-Tal auf El Hierro – und auf das Meer.

Das Gelände mit dem dazugehörigen Aussichtsgebäude inklusive Restaurant wurde von dem kanarischen Künstler César Manrique entworfen, der sich besonders auf der Kanareninsel Lanzarote mit zahlreichen Bauten verewigt hat. Große Panoramafenster geben den Blick auf das Tal frei, geschwungene gepflasterte Wege und zahlreiche Pflanzen gehören zum Gelände.

Mirador de Abrante/La Gomera: Über dem Abgrund

Die zweitkleinste Kanareninsel La Gomera bietet einen der wohl spektakulärsten Aussichtspunkte des Archipels. Vom Mirador de Abrante im Norden des Eilands können Besucherinnen und Besucher auf das 400 Meter unterhalb gelegene Tal von Agulo blicken. Dort unten liegt das gleichnamige Dorf, die kleinste Gemeinde der Insel, mitsamt terrassenartigen Feldern. Dahinter öffnet sich der Blick auf den Atlantik, am Horizont ist die Nachbarinsel Teneriffa zu sehen.

Nichts für Menschen mit Höhenangst: Die verglaste Plattform des Mirador de Abrante auf La Gomera ragt sieben Meter über die Felskante hinaus.

Teile des Miradors de Abrante sind eher nichts für Menschen mit Höhenangst: Eine rundum – auch unter den Füßen – verglaste Plattform ragt nämlich sieben Meter über die Kante hinaus. Wer sie betritt, schwebt regelrecht oberhalb des Abgrunds. Ein Café gehört ebenfalls zum Aussichtspunkt. Da der Mirador abseits der Hauptstraßen liegt, ist die Anreise mit einem Mietwagen sinnvoll.

Mirador de Cherfe/Teneriffa: Die Rückseite des Teide

Auf der größten Kanareninsel, Teneriffa, befindet sich der Pico de Teide, der höchste Berg Spaniens – der Gipfel liegt 3715 Meter über dem Meeresspiegel. Reisende, die den Berg von der weniger bekannten Westseite sehen möchten, können einen Ausflug zum Mirador de Cherfe machen. Der Aussichtspunkt liegt 50 Autominuten davon entfernt an der Westküste Teneriffas an der Straße TF-346. Er besteht aus zwei gegenüberliegenden Rastplätzen.

Vom Mirador de Cherfe aus hast du einen Panoramablick auf den Westen der Kanareninsel Teneriffa.

Von einem kleinen Hügel daneben können Besucherinnen und Besucher ein 360-Grad-Panorama des Inselwestens erleben und den hinter dem Berg Chinyero und dem Santiago-Tal gelegenen Teide mit aufs Bild bannen. Bei guter Sicht sind am Horizont La Gomerra und La Palma zu sehen. Feste Gastronomieangebote gibt es vor Ort nicht, mitunter steht ein mobiles Café in einem Van bereit.

Mirador del Río/Lanzarote: Meerblick Richtung La Graciosa

Der Mirador del Río im Norden von Lanzarote zählt zu den berühmtesten Aussichtspunkten der Kanaren. Er bietet nicht nur ein tolles Panorama auf die Meerenge El Río und die Insel La Graciosa – er ist gleichzeitig eine architektonische Kreation des lanzarotinischen Künstlers César Manrique. Das Aussichtspunktgebäude ließ der 1992 verstorbene Manrique so geschickt in die Felsen oberhalb des Risco-Kliffs einbauen und mit Vulkangestein beschichten, dass die Dimension des Baus von der Landseite erst kaum erfasst wird.

Den einzigartigen Ausblick vom Mirador del Río auf Lanzarote kannst du sogar von einem Café aus genießen.

Im Inneren verstärken riesige geformte Fensterfronten den Panoramaeffekt. Kunstobjekte und weiß verputzte Wände in organischen Formen machen das Gebäude mindestens so sehenswert wie die Aussicht.