Ein Spaziergang auf der ersten Straße der Welt statt auf der Einkaufsstraße, eine Tour durchs Studierendenviertel statt einer Stadtführung, ins Horrormuseum statt in die Kirche: Wir haben zehn Geheimtipps für Rom abseits der Massen – mit vielen kleinen und großen Überraschungen.

1. Aussicht vom Giardino degli Aranci

Von den sieben Hügeln, auf denen die Hauptstadt Italiens erbaut wurde, ist der Aventin der südlichste. Auf dem Hügel liegt ein kleiner, rechteckiger Park. Im 14. Jahrhundert errichtete die Familie Savelli hier ein Schloss und ließ es von hohen mittelalterlichen Mauern umschließen.

Sonnenuntergang über dem Giardino degli Aranci.

Der Savello-Park ist heute als Giardino degli Aranci bekannt – und als Geheimtipp für eine herrliche Aussicht über die Stadt, bei der man von der Flussbiegung des Tibers bis zum Petersdom sieht. Vor allem zum Sonnenuntergang ist der Blick besonders schön.

2. Kult und Kultur im Quartier Testaccio

Wer abends durch Rom streift, kommt nicht an Trastevere vorbei. Das Viertel ist bekannt für sein Nachtleben. Eine Alternative liegt im Südwesten der Stadt. Das Quartier Testaccio ist ein ehemaliger Arbeiterbezirk und erhielt seinen Namen wegen eines Hügels, der in der Antike als Scherbenhalde für nicht wiederverwendbare Amphoren entstand.

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Bei einem Spaziergang über den Testaccio-Hügel kann man die Stadt aus einer höheren Position betrachten.

In den 1960er-Jahren geschah ein Wandel. Immer mehr Kultureinrichtungen entdeckten das Viertel für sich. Heute ist Testaccio rund um den Monte dei Cocci bekannt für lebhafte Bars, feine Restaurants und coole Clubs, aber mit weniger Touristinnen und Touristen als in Trastevere.

3. Studierendenleben in San Lorenzo

Nicht weit vom Hauptbahnhof Termini entfernt trifft sich Roms junge Szene im Studierendenviertel San Lorenzo. Der Kiez ist auf den ersten Blick nichts Besonderes. Da San Lorenzo im Zweiten Weltkrieg zerbombt wurde, gibt es kaum historische Bauten.

Dafür haben sich unzählige günstige Restaurants, Bars und natürlich die Universität hier angesiedelt. Klassische Reisende kommen nicht allzu häufig hierher, was das Viertel authentisch, günstig und weniger touristisch macht.

4. Jugendstil im Quartiere Coppedè

Wer ein Faible für Architektur hat, sollte unbedingt zum Quartiere Coppedè fahren. Dabei handelt es sich um keinen eigenen Stadtteil, sondern um ein Viertel, in dem Plätze, Wohnhäuser und Villen im Jugendstil errichtet wurden. ​Der Architekt Gino Coppedè schuf das Quartier zwischen 1915 und 1926.

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Spazierst du heute durch das Quartiere Coppedè, hast du das Gefühl, dich in einem Jugendstil-Freiluftmuseum zu befinden – dank 27 Villen und 18 Plätzen.

5. Die Seitengassen an der Piazza Navona

Die Piazza Navona ist einer der bekanntesten und buntesten Plätze Roms, auf dem immer ein großes Treiben herrscht. Hier sind immer unzählige Reisende unterwegs. Es wäre aber schade, diese Ecke Roms als Touristenfalle zu verteufeln. Lieber besichtigst du die Piazza Navona aus einer anderen Perspektive.

Rund um die Piazza Navona gibt es viele versteckte Gassen.

Lass den Platz hinter dir und biege in die Seitengassen ab. Zwischen der Piazza Navona und dem Tiber gibt es mehrere ursprüngliche Gässchen voller Charme. Die meisten Reisenden bleiben in den belebten Gegenden, deshalb hast du gute Chancen, in den schmalen Gassen etwas Ruhe zu finden. Es gibt hier auch kleine Restaurants, Bars und Cafés.

6. Graffitis in Tor Marancia

Etwas außerhalb des Zentrums von Rom verbirgt sich ein spannendes Projekt, das als Geheimtipp gilt: das Social-Housing-Projekt „Tor Marancia Big City Life“. In der ehemaligen Problemsiedlung Tor Marancia haben Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler aus aller Welt ihre Werke an 22 Hauswänden hinterlassen.

Graffito im Stadtviertel Tor Marancia.

Es lohnt sich, langsam durch die Gassen zu gehen und die Gemälde in Ruhe anzusehen. Jedes der Kunstwerke erzählt eine eigene Geschichte, manche davon haben auch einen Bezug zu den Menschen, die in den Gebäuden hinter den Mauern leben.

7. Filmgeschichte in der Cinecittà

Cineastinnen und Cineasten sollten einen Ausflug an den Stadtrand von Rom machen. Südöstlich des Zentrums liegt die Filmstadt Cinecittà, in der Filmgeschichte geschrieben wurde. Eröffnet bereits im Jahr 1937, wurden hier unzählige Filme gedreht, unter anderem Klassiker wie „La dolce vita“, „Ben Hur“ oder „Die Passion Christi“.

Filmfans sollten unbedingt in die Cinecittà fahren.

Bei einer Führung durch die Filmstadt gehst du durch die verschiedenen Kulissen und lernst eine Menge über italienische Filmgeschichte – abseits der Massen, denn allzu viele Touristinnen und Touristen kommen nicht hierher.

8. Horror im Profondo Rosso

Wie im Film fühlst du dich auch, wenn du dich in das wohl außergewöhnliche Museum Roms begibst. Der italienische Regisseur Dario Argento, der den Film „Suspiria“ gedreht hat, hat in Rom ein Horror-Museum eröffnet.

Im Untergeschoss des Horror-Shops „Profondo Rosso“ bietet das Museum einen Einblick in die alternative Horrorfilmgeschichte und überrascht mit einer kitschig-gruseligen Umgebung und spannenden Lichteffekten bei einem Besuch.

9. Spazieren auf der Via Appia Antica

Willst du auf den Spuren der alten Römer wandern, kannst du in Rom entlang der Via Appia spazieren. Sie wird als die „erste Straße der Welt“ bezeichnet. Über 540 Kilometer führt die Römerstraße von Rom ins süditalienische Brindisi.

Die Via Appia Antica außerhalb von Rom.

In Rom gibt es noch heute erhaltene antike Pflaster, auf denen die alten Römer vor 2000 Jahren unterwegs waren. Der U-Bahnhof Circo Massimo liegt 1,5 Kilometer vom Startpunkt Porta San Sebastiano entfernt. Wer will, geht nur Teilstücke oder fährt mit dem Fahrrad. Wer ein Auto hat, kann vor die Stadt fahren und im Grünen die Via Appia erkunden.

10. Abenteuer in den Katakomben

Unter der Erde zeigt Rom ein völlig anderes Gesicht. In der Stadt gibt es mehr als 60 Katakomben. Diese unterirdische Welt entstand in unterschiedlichen Epochen, die ältesten stammen aus vorchristlicher Zeit. Gebaut wurden nicht nur Wege, sondern auch Stätten zur Heiligenverehrung, Versammlungsorte und Friedhöfe. 

Gang mit Grabnischen im unterirdischen Friedhof der Sebastians-Katakomben.

Von 60 Katakomben kann man heute vier besichtigen: die Calixtus-Katakomben, die Sebastian-Katakomben, die Domitilla-Katakomben und die Priscilla-Katakomben. Es gibt unterschiedliche Touren, um Roms Unterwelt zu erkunden.