Felder und Wälder reichen sich in diesem hügeligen Land die Hand. Zwischen ihnen glitzern immer wieder Seen hervor. Denn über 1117 natürliche Gewässer, verbunden durch Flüsschen oder künstlich geschaffene Kanäle, gibt es in der grünen Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Damit zählt die Urlaubsregion zum größten geschlossenen Seengebiet Europas – klar, dass sich bei so viel Natur auch allerlei Tiere, wie der seltene Fischadler, wohlfühlen.

Auch urlaubswillige Wasserratten, wie du vielleicht eine bist, werden sich an der Mecklenburgischen Seenplatte wohlfühlen. Denn wo das Wort Wasser drinsteckt, ist das Thema Wassersport nicht weit: segeln, Hausboot, Floß und Kanu fahren, schwimmen, tauchen, angeln oder Stand-up-Paddling und mehr – alles ist hier möglich.

Wenn es dich eher an Land zieht, erwarten dich unzählige abwechslungsreiche Ziele. Romantische Wanderwege, Schlösser und Gutshöfe, lang gezogene Alleestraßen und malerische Orte und Städte. Wo sich besonders ein Besuch lohnt, verraten wir dir hier.

Plau am See – Luftkurort mit vielen Attraktionen

Direkt am Westufer vom Plauer See – immerhin siebtgrößter See in Deutschland – befindet sich das Städtchen Plau am See. In seiner malerischen Altstadt findest du vor allem Fachwerk- und Backsteinhäuser und Wallanlagen aus seiner slawischen Gründungszeit.

Aufgrund seiner Lage ist der Ort (knapp 6000 Einwohner) idealer Startpunkt für Bade- und Wassersportabenteuer, aber auch für Wanderfreunde. Denn das hügelige Umland von Plau am See ist mit Wiesen, Feldern, Wäldern und vielen kleineren und größeren Seen umgeben.

Plau am See ist eine Reise wert.


Ein roter Cabrio-Doppeldeckerbus fährt im Zwei-Stunden-Takt rund um den See und stoppt an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten rund um Plau am See: etwa an der Schauimkerei mit Bienenmuseum, dem Bärenwald Müritz oder an der Filzmanufaktur Retzow. 

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Im Ort selbst hast du von den drei begehbaren Türmen Burgturm, Kirchturm und Leuchtturm einen schönen Ausblick auf Plau am See und die Landschaft.

So die Corona-Maßnahmen es zulassen, finden in der Seestadt regelmäßig diverse Veranstaltungen statt: Badewannenrallye, Burghoffest, Ritterspiele, Altstadtfest, Musiksommer oder Fackelschwimmen sind nur einige Beispiele. 

Malchow, die schöne Inselstadt

Umringt vom Malchower See, Plauer See und Flesensee lieg die Kleinstadt Malchow (etwa 6500 Einwohner). Die Altstadt des Luftkurortes befindet sich auf einer kleinen Insel. Deshalb darf sich Malchow auch offiziell Inselstadt nennen. Eine Drehbrücke mit holländischem Flair überspannt das Wasser zwischen Insel und Westufer mit der Neustadt. Ein Damm führt zum Stadtteil ans östliche Ufer. Auf der Altstadtinsel ist das Fachwerk-Rathaus von 1825 besonders sehenswert.

Markant in Malchows Stadtbild ist der lang gestreckte Turm der Klosterkirche. In der angrenzenden Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert findest du den Klosterpark (Englischer Garten) und ein Kunstmuseum. Apropos Museum: Zwei weitere in Malchow könnten dich interessieren: das Museum zum DDR-Alltag im Filmpalast und das Kuriositätenmuseum „Kiek in un wunner di“. Der Name sagt doch schon alles, oder? Anfassen ist hier übrigens ausdrücklich gewünscht!

Luftbild, Insel Malchow mit Hafen und neuer Zugbrücke.

Röbel, die bunte Stadt am kleinen Meer

Die Müritz ist der größte deutsche Binnensee, auch kleines Meer genannt, abgeleitet vom slawischen Wort morcz. An einem Müritzarm kuschelt sich die Kleinstadt Röbel, ein farbenfrohes Kleinod, an. Dort findest du liebevoll und bunt restaurierte Fachwerkhäuser, Gärten, Parkanlagen und eine Seepromenade.

Neben der umgebenden Natur kannst du vor allem Geschichtliches entdecken:  Reste einer mittelalterlichen Stadtmauer, eine restaurierte Holländerwindmühle, die kleinen Fischhütten am See oder die Hallenbacksteinkirchen aus dem 13. Jahrhundert, wovon der Turm der Marienkirche einen tollen Ausblick auf die Müritz bietet.

Röbel mit der St.-Nikolai-Kirche und der Marienkirche in Flucht mit der Hafeneinfahrt zur Müritz.

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In der Umgebung ist die Scheune Bollewick interessant: Mit 125 mal 34 Metern ist sie Deutschlands größte Feldsteinscheune. Zu DDR-Zeiten wurden dort über 600 Rinder gehalten. Heute kannst du auf zwei Ebenen mecklenburgisches Handwerk, Kunst und Kultur und regionale Produkte kennenlernen. Auch ein Landhotel ist dort untergebracht.

Malchin – die Stadt zwischen den Seen

In der Region Mecklenburger Seenplatte ist es fast unumgänglich, dass sich Städte und Ortschaften an einem See oder mindestens zwischen zweien befinden. Wie die Kleinstadt Malchin (7000 Einwohner). 1236 gegründet, liegt sie zwischen dem Malchiner- und Kummerower See im Herzen der Mecklenburgischen Schweiz, einem Teil der Mecklenburger Seenplatte.

Besonders imposant sind das Rathaus mit seinem farbenprächtigen Zunftzeichensaal und die benachbarte St.-Johannis-Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Kenner lieben den Klang ihrer Frieseorgel. Im Heimatmuseum in der Stadtmühle ist eine Dauerausstellung über Siegfried Marcus zu sehen. Der 1831 in Malchin geborene Marcus soll um 1870 das erste benzinbetriebene Fahrzeug der Welt gebaut haben.

Blick auf den Marktplatz der Stadt Malchin.


Das Schloss Basedow mit seiner schönen Parkanlage ist auch nur wenige Fahrminuten entfernt und lohnt für einen kleinen Ausflug.

Waren – das Heilbad an der Müritz

Waren hat sich zu einer tollen Touristenstadt der Region gemausert. Kein Wunder, schließlich liegt es mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte und direkt am Müritz-See. Seltene Moorlandschaften, Wiesen und Wälder umgeben das anerkannte Soleheilbad. Warens jodhaltige Thermalsole steigt aus gut 1500 Metern Tiefe empor.

Die terrassenförmig gebaute Stadt mit etwa 21.000 Einwohnern gilt als das Tor zum Müritz-Nationalpark, der mit seinen Wander- und Radtourmöglichkeiten punktet. Wenn du nicht weißt, was du in der Gegend zuerst ansehen sollst, geh doch erst mal ins Müritzeum. In seiner interaktiven Ausstellung zeigt es dir die Schön- und Besonderheiten der Mecklenburgischen Seenplatte und des Müritz-Nationalparks. Und du kannst auch einen Blick unter Wasser der 1000 Seen werfen – dank Deutschlands größter Aquarienlandschaft.

Das Müritzeum in Waren.


Nach der Wende wurde die Stadt behutsam saniert. Das hat ihrer historischen Altstadt mit den romantischen Gässchen und Baudenkmälern gutgetan. Nicht nur hierdurch kannst du flanieren, auch an Warens Stadthafen und entlang der Uferpromenade geht das prima. Dort gibt es zahlreiche Kneipen und Restaurants. Und wenn du Lust auf eine Schifffahrt hast, gibt es Touren über die miteinander verbundenen Seen der Müritz.

Neubrandenburg – Stadt der vier Tore

Neubrandenburg ist die drittgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern sowie wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Mecklenburger Seenplatte. Besonders Letzteres lässt kaum Wünsche offen: Da wären die trutzigen Backsteinbauten in der Stadt, darunter die vier mächtigen Stadttore der fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Wehranlage, oder Gebäude wie die Konzertkirche St. Marien. In der Kirche finden dank ihrer guten Akustik viele Veranstaltungen wie Konzerte und Opern statt. Von ihrem Turm aus hast du einen tollen Blick über die Gegend. 

Das städtische Leben scheint in Neubrandenburg harmonisch mit der Natur zu schwingen. Am Tollensesee gelegen, ist die Stadt ein guter Ausgangspunkt für maritime Abenteuer: etwa mit dem Kanu durchs Wasser gleiten oder beim Wasserski brausend darüber flitzen.

Das Stargarder Tor von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern.



Auf der „Grünen Runde“, ein neu angelegter 40 Kilometer langer Wanderweg, kommst du unter anderem durch stadtnahe Wälder. Und ein knapp 35 Kilometer langer Radrundweg schlängelt sich durch malerische Landschaften und kleine Dörfer rund um Neubrandenburg.

Neustrelitz – barockes, königliches Kleinod mit Seeblick

Wenn du ein Vogel wärst und über Neustrelitz kreisen würdest, würdest du die besondere Bauweise der Stadt am Zierker See sehen: 1733 als Residenzstadt für die Herzöge von Mecklenburg-Strelitz gegründet, verlaufen die Straßen achtstrahlig weg vom Rathausplatz mit der imposanten Stadtkirche. Diese spätbarocke, sternförmige Stadtanlage gilt als einmalig in Europa.

Dem stehen der Schlossgarten mit seiner Gartenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts, die Schlosskirche und die Orangerie in nichts nach. Im Sommer werden im Schlossgarten Festspiele mit Freilicht-Operetten und Schauspiel veranstaltet.

Der Zierker See in Neustrelitz, Mecklenburgische Seenplatte.



Der Stadthafen von Neustrelitz ist ideal für dich, wenn du mit dem Kanu wasserwandern willst. Denn von dort aus erreichst du die Havelwasserstraße und kannst Kurs auf die Seenplatte nehmen.

Krakow am See – traditionsreicher Luftkurort

Ein See, so geschwungen und mit Buchten durchzogen, als würde er sich gern in den bewaldeten Hügeln verstecken, die ihn umgeben. Die Rede ist vom Krakower See. An eine seiner größeren Buchten schmiegt sich die Stadt Krakow am See. Sie ist der zweitälteste Luftkurort Mecklenburgs.

Erstmals 1298 urkundlich erwähnt, ist die Kleinstadt (etwa 4000 Einwohner) wegen ihres heilenden Klimas gern besucht und seit über 100 Jahren ein beliebter Ferienort. Reetgedeckte Bootshäuser säumen die beiden Seiten des Ufers.

Auf einer kleinen Landzunge im See erhebt sich der Jörnberg mit einem Aussichtsturm. Von dessen Plattform in 100,5 Metern Höhe zeigt sich dir der See dann doch fast in seiner ganzen Pracht. Wieder hinab gestiegen, befindet sich unterhalb des Turms die denkmalgeschützte reetgedeckte Badeanstalt.

Krakow am See ist ein beliebtes Urlaubsziel.

Wenn du an der Seepromenade entlangspazierst, kommst du zum Ortskern mit seinem Marktplatz und den denkmalgeschützten Gebäuden. Die meisten davon sind Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. 

Demmin – die Hansestadt

Demmin kommt auf den ersten Blick bescheiden daher. Dabei ist die Stadt (rund 11.500 Einwohner) landschaftlich reizvoll eingebettet. Zum einen durchfließen sie die Flüsse Peene und Tollense, zum anderen grenzt Demmin an fünf Landschafts- und Naturschutzgebiete sowie an das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Deutschlands. Hier gibt es eine Vielzahl an vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten. 

Darüber hinaus gibt es in der Hansestadt – sie war von 1283 bis 1607 in der mittelalterlichen Hanse – einiges zu entdecken, etwa die St.-Bartholomaei-Kirche. Ihr 95,8 Meter hoher Turm ist ganz aus Ziegelsteinen gemauert. Die neogotische Form der Kirche gilt als einzigartig in der norddeutschen Kirchenbaulandschaft.

Ausflugsdampfer auf der Peene vor dem Hanseufer in Demmin.


Gegenüber dem Demminer Schiffsanleger befindet sich das Hanseviertel auf der Fischerinsel. Dort erlebst du Handwerk und Alltagseindrücke aus dem Mittelalter: Fischerei, Schmiedehandwerk, Spinnerei, Töpferhandwerk, Korbflechterei und Steinofenbäckerei werden hier gezeigt.