Das Auswärtige Amt rät wegen der Pandemie schon seit Mitte November von Kreuzfahrten ab. Doch Schiffsreisen können trotzdem gebucht werden. Nun müssen immer wieder Schiffe wegen Corona-Infektionen an Bord ihre Reisen unterbrechen oder vorzeitig beenden. Denn trotz Hygienekonzepten mit Abstandsregeln und Maskenpflicht sowie 2G oder sogar 1G kommt es aufgrund der Omikron-Variante immer häufiger zu Krankheitsfällen.

Fakt ist: Wer eine Kreuzfahrt gebucht hat und sie in diesen Tagen antritt, muss sich auf kurzfristige Planänderungen einstellen. Reedereien wie Aida, Tui Cruises, Hapag-Lloyd Cruises und MSC versuchen, sich auf die schwierige Situation einzustellen.

Tui Cruises hat Fahrpläne angepasst

„Für die aktuelle Wintersaison mussten wir unsere Fahrpläne teilweise noch anpassen“, sagt Friederike Grönemeyer, Sprecherin bei Tui Cruises. So hätten geplante Reisen nach Südafrika, Asien und auch Mittelamerika coronabedingt bereits vor Beginn der Wintersaison abgesagt werden müssen. Die Fahrten durch die Kanaren, zum Orient und auch in die Karibik könnten weitestgehend wie ursprünglich geplant stattfinden. Zudem biete Tui Cruises mit den Langzeitreisen in die Karibik der „Mein Schiff 1“ neue Highlight-Kreuzfahrten an.

„Im aktuellen Fall der ,Mein Schiff 6‘ erstatten wir allen Gästen, die auch die kommende Reise gebucht hatten, selbstverständlich automatisch den Anteil des Reisepreises für die kurzfristig stornierte Woche“, so Grönemeyer. „Die Erstattung wird landseitig bereits vorbereitet – und erfolgt schnellstmöglich auf die von den Gästen bei der Buchung hinterlegten Zahlungsmittel.“ Außerdem gebe es als kleine Wiedergutmachung „bei Neubuchung bis zum 31.12.2022 auf eine Reise ihrer Wahl eine Ermäßigung von 20 Prozent auf den Kreuzfahrtanteil.“

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Auch bei TUI Cruises durchkreuzen Corona-Fälle die Fahrpläne.

Tui Cruises: Kostenloses Umbuchen mit Pro-Preis möglich

Gleiches gelte für die Urlauber, deren komplette Reise kurzfristig storniert werden musste. Grönemeyer: „Sie erhalten selbstverständlich den vollen Reisepreis zurück – gleichzeitig bieten wir auch ihnen als kleine Wiedergutmachung bei Neubuchung bis zum 31. Januar 2022 eine Ermäßigung von 20 Prozent auf den Kreuzfahrtanteil an.“

Die Reederei plant, ab Sommer 2022 wieder mit allen sieben Schiffen der „Mein Schiff“-Flotte unterwegs zu sein. „Außerdem gehen wir davon aus, dass wir bis dahin wieder vollständig zu unseren Katalogreisen zurückgekehrt sind“, sagt Tui-Cruises-Sprecherin Grönemeyer. „Für alle Gäste der ,Mein Schiff‘-Flotte gelten die regulären Umbuchungs- und Stornoregeln.“ Wer den Pro-Preis gebucht hat, könne die Reise einmal kostenlos umzubuchen – bis 50 Tage vor Abreisetermin.

MSC Cruises: Im Sommer mit 19 Schiffen

Auch MSC Cruises schickt derzeit Schiffe auf Reisen. „Kurzfristig können Kreuzfahrten im Mittelmeer, im Roten Meer, den Emiraten und der Karibik gebucht werden“, sagt PR-Managerin Sylvia Bachert. „Demnächst werden wir unsere Kreuzfahrten ab Hamburg zu den Metropolen Nordeuropas wieder aufnehmen und für den Sommer 2022 werden alle 19 Schiffe unserer Flotte im Einsatz sein und eine breite Palette an Kreuzfahrten weltweit anbieten.“

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Die Reederei habe angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Pandemie ihre „erfolgreiche ,Sorgenfrei auf Kreuzfahrt‘-Garantie erweitert – einschließlich der Möglichkeit, Kreuzfahrten innerhalb von 15 Tagen vor der Kreuzfahrt kostenlos umzubuchen“, erklärt die PR-Managerin von MSC Cruises. Das gelte für alle Kreuzfahrten im Sommer 2022, „um sowohl Gästen, die bereits gebucht haben, als auch neuen Gästen eine sichere, flexible und angenehme Urlaubsoption zu bieten“.

Bachert weist darauf hin, dass alle Urlauberinnen und Urlauber, die mit MSC Cruises verreisen möchten, eine Covid-19-Versicherung benötigen. Diese gebe zusätzliche Sicherheit – vor und während der Kreuzfahrt.

Ein Kreuzfahrtschiff nach dem anderen muss derzeit Corona-Infektionen melden - auf MSC ist betroffen.

 

Aida Cruises: Mehr Flexibilität mit verschiedenen Tarifen

Aida Cruises verweist auf das sogenannte Aida-Winter-Versprechen, das „ein zusätzliches Plus an Sicherheit und Flexibilität bietet“, so die Presseabteilung.

Konkret bedeutet das für Buchungen mit Abfahrt bis 31. März 2022 Folgendes: Urlauberinnen und Urlauber können ihre Reise einmalig kostenfrei bis 40 Tage vor Reisebeginn umbuchen. Geändert werden könne, laut Angaben von Aida Cruises, sowohl der Termin (Abfahrt der neuen Reise bis 30. September 2022) als auch die Route.

Zudem sei ein Wechsel in einen höherwertigen Tarif möglich. Ausgenommen sind hiervon allerdings Buchungen mit Wunschflug und die Transreisen von „Aida Diva“ am 13. und 19. März 2022, „Aida Luna“ am 6. und 12. März 2022 sowie „Aida Perla“ am 31. März 2022.

Wegen der Omikron-Variante verschärft die Reederei Aida die Vorsorgemaßnahmen auf all ihren Schiffen.

Quarantäne im Urlaubsort? Das bietet Aida

Auch für bestehende Buchungen sowie Reisen mit Abfahrt nach dem 31. März 2022 gibt es einige Möglichkeiten zur Korrektur. So könne einmalig kostenfrei bis 60 Tage vor Reisebeginn im Aida-Premium-Tarif umgebucht werden. Außerdem könnten Urlauberinnen und Urlauber einmalig kostenfrei umbuchen, wenn sie ein positives Testergebnis hätten (ab 14 Tage vor Reisebeginn bis zum Abfahrtstag).

„Bei notwendiger Quarantäne im Zielgebiet sorgt Aida für die kostenfreie Unterbringung und anschließende kostenfreie Rückreise nach Hause“, heißt es weiter. Man empfehle allerdings eine Auslandsreise-Krankenversicherung, da „die Kosten einer gegebenenfalls notwendigen medizinischen Weiterbehandlung an Land und eines medizinisch begründeten Rücktransports der Gast trägt“.

Hapag-Lloyd Cruises bietet Stornobedingungen mit angepassten Fristen

Hapag-Lloyd Cruises prüft und bewertet nach eigenen Angaben in enger Abstimmung mit lokalen Behörden und Agenturen kontinuierlich die Durchführbarkeit jeder anstehenden Reise hinsichtlich der aktuellen Lage.

„Unsere aktuellen Reisen sind buchbar, bereits heute sind Vormerkungen für die Saison 2023/2024 möglich“, heißt es von der Reederei. „Derzeit sehen unsere Fahrpläne Expeditionsreisen in der Antarktis in kleinen, geschlossenen Gruppen ebenso wie Expeditionsreisen zu den Polarlichtern Norwegens und im Bottnischen Meerbusen vor.“ Die Luxusschiffe bieten Reisen im Indischen Ozean sowie im Persischen Golf an.

Dabei gelten die regulären Stornobedingungen inklusive der an die aktuelle Situation angepassten Fristen. Im Falle eines notwendigen Reiseabbruches organisiere Hapag-Lloyd Cruises die Rückreise für die Reisenden. Es erfolge ein entsprechender Ausgleich für die Gästinnen und Gäste, abhängig von der jeweiligen Reise und dem gebuchten Umfang. So bestehe die Möglichkeit, neue Reisen zu günstigeren Konditionen zu buchen oder sich den Betrag erstatten zu lassen. 

Omikron-Variante könnte für weniger Buchungen sorgen

Die Corona-Ausbrüche sind für die Reedereien fatal. Denn traditionell ist der Monat Januar besonders für die Kreuzfahrtbranche der wichtigste Buchungsmonat im Jahr – normalerweise wird jetzt der Sommerurlaub geplant. Die Omikron-Variante dürfte das Problem für die Kreuzfahrtbranche noch einmal verschärfen.