Die Hafenstadt Liverpool im Nordwesten Englands bietet etliche Sehenswürdigkeiten. Wichtigstes touristisches Pfund sind aber Paul McCartney, John Lennon, Ringo Starr und George Harrison von The Beatles. Hier wurde die Band gegründet, und sie hat viele Spuren hinterlassen. Ein Überblick.

The Beatles Story: Größtes Bandmuseum der Welt

Sie ist die weltweit größte Dauerausstellung über die Fab Four: Seit 1990 können Fans an den Albert Docks The Beatles Story besuchen. In zahlreichen Räumen wird die Karriere der Musiker nachgezeichnet. Fotos, Filme, Möbelstücke und Originalinstrumente gehören genauso zu der preisgekrönten Schau wie Nachbauten von wichtigen Erfolgsstationen, darunter die Liverpooler Casbah und Cavern Clubs und Teile des Hamburger Star Clubs.

Das Museum The Beatles Story zeichnet die Karriere der Kultband nach.

Für Kinder gibt es eine Discovery Zone mit Karaoke, Bodenpiano und interaktiven Screens. Das Fab4 Cafe und ein Fanshop ergänzen das Angebot. Besucherinnen und Besucher können Audioguides in zwölf Sprachen mieten.

Der Eintritt kostet zwischen 9,50 und 17 Pfund, also etwa 11 und 20 Euro. Die Öffnungszeiten variieren.

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The Beatles Pier Head: Künstler in Bronze

Etwa zehn Gehminuten nördlich von The Beatles Story befindet sich am Pier Head an Liverpools Waterfront einer der beliebtesten Selfiespots der Stadt. Im Auftrag des örtlichen Cavern Clubs erstellte der Bildhauer Andrew Edwards vier mehr als zwei Meter hohe Bronzeabbilder von den Musikern. Aufgestellt wurden die Statuen im Dezember 2015 anlässlich des 50. Jahrestags des letzten Auftritts, den die Beatles in Liverpool hatten.

Viele Fans lassen sich gern mit den Beatles-Bronzestatuen am Fährterminal Pier Head in Liverpool fotografieren.

Die insgesamt 1,2 Tonnen schweren Kunstwerke stehen gegenüber dem Mersey-Ferries-Gebäude, nur wenige Meter neben dem Denkmal von König Edward VII. Sie sind ganzjährig zugänglich.

Cavern Club: Legendäres Kellerlokal

Ein Muss für jeden Fan ist ein Besuch im Cavern Club an der Mathew Street 10. Am 9. Februar 1961 traten die Beatles – damals noch bestehend aus Lennon, McCartney und Harrison sowie Stuart Sutcliffe und Pete Best – erstmals in dem Kellerclub auf. Die Musiker gaben bis 1963 mehr als 290 Konzerte hier, auch sogenannte Lunchtime Gigs, also Auftritte zur Mittagszeit.

Die Räume wurden in den Siebzigerjahren wegen Bauplänen der örtlichen Eisenbahn mit Schutt verfüllt, aber in den Achtzigerjahren nach dem Originalvorbild neu errichtet. 15 000 Ziegel des alten Clubs wurden seinerzeit für den Neubau geborgen.

Auch der legendäre Cavern Club in Liverpool würdigt die vier Musiker der Beatles in seinen Räumen.

Das Lokal ist normalerweise täglich ab 11 Uhr geöffnet, zum Programm gehören auch Konzerte der Cavern Club Beatles und anderer Tribute-Bands.

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Beatles Childhood Homes: Auf Kindheitsspuren

Reisende, die wissen wollen, wo Lennon und McCartney ihre Jugend verbracht haben und einige ihrer ersten Songs – darunter „I Call Your Name“ and „She Loves You“ – schrieben, besuchen die Liverpooler Vororte Allerton und Woolton.

In der Forthlin Road 20 steht das kleine Reihenhaus, in dem McCartney einst zu Hause war. Etwas nobler wirkt die Heimstatt von Lennon in der Menlove Avenue 251. Lennon lebte in Mendips, so der Name des Doppelhauses, bei seiner Tante.

Noch ein beliebtes Fan-Ziel: An der Menlove Avenue 251 im Liverpooler Stadtteil Woolton steht das Haus, in dem John Lennon einige Jahre lang bei seiner Tante lebte.

Beide Gebäude werden vom National Trust betreut. Wer hinein möchte, kann zwischen März und November Führungen buchen (mittwochs bis sonntags, Anmeldung erforderlich). Der Preis für eine Kombitour kostet zwischen 13,75 und 27,50 Pfund, also etwa 16 und 32 Euro.

Strawberry Field Gate: Pilgerstätte aus Eisen

Einer der Beatles-Songs, für die sich John Lennon von einem Ort in Liverpool inspirieren ließ, ist das Lied „Strawberry Fields Forever“. Strawberry Field liegt im Stadtteil Woolton – es handelte sich um den Standort eines Kinderheimes. Lennon soll einst auf dem Gelände gespielt haben. Das Waisenhaus wurde längst abgerissen, erhalten geblieben sind das erdbeerrote schmiedeeiserne Tor und zwei von Fans über und über beschriftete Steinpfeiler.

Zahlreiche Beatles-Fans pilgern gern in Woolton, einem Vorort von Liverpool, zum erdbeerroten Tor des einstigen Waisenhauses Strawberry Field.

Auf dem Areal steht ein neues Gebäude, in dem unter anderem eine interaktive Ausstellung die Geschichte des Geländes und Lennons Berührungspunkte damit beleuchtet. Ebenfalls zu sehen ist das Klavier, auf dem Lennon „Imagine“ komponierte. Der Eintritt ist für Kinder frei, Erwachsene zahlen 10,95 Pfund, also etwa 13 Euro (Anmeldung erforderlich).

Penny Lane: Straße mit Kultstatus

Etwa 1,8 Meilen und 35 Gehminuten vom Strawberry Field Gate entfernt befindet sich ein weiterer Ort, nach dem ein Beatles-Song benannt wurde. Die Penny Lane sollen sowohl McCartney als auch Lennon als Kinder auf dem Schulweg überquert haben. Die eher unspektakulär wirkende Straße hatte seitdem Besuch von zahlreichen Fans – und etliche ließen die Straßenschilder mitgehen.

Nach der Penny Lane in Liverpool wurde ein Song der Beatles benannt.

Mittlerweile werden die Schilder der Penny Lane entweder fest in Mauern verankert oder sogar einfach nur noch aufgemalt. Auf den Schildern haben Fans aus aller Welt ihre Namen oder Grüße hinterlassen.

Hard Days Night Hotel: Schlafen im Beatles-Ambiente

Gegenüber dem Cavern Club an der North John Street, Ecke Mathew Street können Fans seit einigen Jahren im Beatles-Ambiente speisen und nächtigen. Das Hard Days Night Hotel ist in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1884 untergebracht und nimmt für sich in Anspruch, das weltweit einzige Beatles-inspirierte Hotel zu sein. Schon an der Außenfassade finden Reisende in luftiger Höhe Steinstatuen aller vier Musiker.

An der Fassade des Hard Days Night Hotels in Liverpool sind Steinstatuen der Beatles-Musiker zu sehen, wie diese von John Lennon.

Die Zimmer und Suiten wurden mit Bildern zum Thema dekoriert. Sehenswert sind auch Blake’s Restaurant – benannt nach Sir Peter Blake, seinerzeit für die Gestaltung des Albumcovers von „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club“ verantwortlich – und die Bar 4 sowie The Bar; auch hier stimmen Kunstwerke und Artefakte auf die Fab Four ein. Alle Lokale sind auch für Nichthotelgäste geöffnet. Im Restaurant ist eine Reservierung erforderlich.

Liverpool Institute for Performing Arts: McCartneys Akademie

Das Liverpool Institute for Performing Arts – kurz LIPA– an der Mount Street kann im Normalfall nur von außen bewundert werden. Dennoch gehört es bei etlichen Beatles-Führungen zum Programm. 1996 kaufte Paul McCartney das langsam verfallende Gebäude, in dem er einst zur Schule ging, und machte daraus eine Kunstakademie.

Das Liverpool Institute For Performing Arts wurde von von Ex-Beatle Paul McCartney gegründet.

Seitdem lernen dort angehende Schauspieler, Tänzer, Designtechniker, Theater- und Filmemacher, Tontechniker und Musiker ihr Handwerk. Im Inneren des Gebäudes würdigt das Paul McCartney Auditorium den LIPA-Patron.

Magical Mystery Tour: Beatles per Bus

Wer keine Lust hat, Liverpool allein nach den Spuren der Beatles zu durchsuchen, kann sich per Bus durch die Stadt fahren lassen. Der Anbieter Cavern City Tours bietet die Magical Mystery Tour an. In einem kunterbunten Reisebus geht es auf eine zweistündige geführte Tour, Ziel sind unter anderem die Geburtsstätten und Elternhäuser, aber auch Orte, nach denen legendäre Beatles-Songs benannt sind.

Bei der Magical Mystery Tour bis du zwei Stunden lang im kunterbunten Bus in Liverpool unterwegs.

Guides erzählen allerhand Geschichten rund um die Band – auch über die erste Begegnung von McCartney und Lennon. Die Touren beginnen normalerweise montags bis sonntags um 11 und um 14 Uhr, im Sommer gibt es teilweise Extratermine. Ein Ticket kostet zwischen 10 und 19,95 Pfund, also etwa 12 und 23,50 Euro.