Der Archipel der Kanarischen Inseln zählt mit 3.000 Sonnenstunden im Jahr zu den sonnigsten Zielen in Europa. Die acht Eilande im Atlantik bieten nicht nur feinsandige Badestrände, sondern auch Lagunen und Buchten, die als Naturpools eine tolle Alternative darstellen. Wir stellen einige vor.

Aguas Verdes auf Fuerteventura

Fuerteventura gilt als die älteste kanarische Insel – sie tauchte bereits vor mehr als 22 Millionen Jahre als Ergebnis reger vulkanischer Tätigkeit etwa 120 Kilometer westlich von Marokko im Atlantik auf. Das einst oberhalb des Wassers erstarrte Felsgestein finden Reisende vor allem abseits der langen Sandstrände auf der von der Brandung stärker gepeitschten Westseite Fuerteventuras.

Hier finden Touristinnen und Touristen in den Ausläufern des Naturparks Betancuria die Aguas Verdes (Playa de Sta. Inés, 2, 35637 Betancuria). Auf einer Länge von sechs Kilometern ist die Küste von natürlichen Becken und Lagunen durchzogen, große Krebse sind im und um die Naturpools herum heimisch.

Die Aguas Verdes mit ihren Becken und Lagunen erstrecken sich auf der Westseite von Fuerteventura.

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Interessierte können hier sowohl an der Wasserkante entspannen als auch bei Niedrigwasser ein Bad nehmen.

Punta Mujeres auf Lanzarote

Wenn es eine Kanareninsel gibt, deren vulkanischer Ursprung unübersehbar ist, dann ist es Lanzarote. Das östlichste Eiland der Gruppe liefert viele optische Kontraste: Außer goldgelben Sandstränden und grünen Palmenhainen finden Reisende schwarz-rote Lavafelder und bizarre Felsen vor.

Für einen Badetag inmitten vulkanisch geformter Steine bietet sich im Nordosten Punta Mujeres an. Hier erstrecken sich über einen Küstenabschnitt von zwei Kilometern die Piscinas Naturales de Punta Mujeres (C. Virgen del Pino, 41). Die geschlossenen Meerwasserbecken, halboffenen Buchten und kleinen Kaps ziehen nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische an.

Im Nordosten von Lanzarote lohnt sich ein Besuch in den Piscinas Naturales de Punta Mujeres mit Meerwasserbecken und halboffenen Buchten.

Viele Bereiche wurden naturbelassen, teilweise helfen Geländer, Leitern und Treppen beim Einstieg. Direkt hinter den dunklen Lavafelsen stehen die schneeweißen Häuser des Fischerdorfes. Wer will, kann nach dem Bad das Dorflokal oder die nahegelegenen Vulkanhöhlen James del Agua und Cueva de los Verdes besuchen.

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Charco Azul auf El Hierro

La Palmas südliche Nachbarin El Hierro ist vor allem bei Tauchern beliebt. Die jüngste der Kanareninseln lockt mit Unterwassersichtweiten von bis zu 30 Metern. Strände hat die Insel hingegen kaum. Ein Badeurlaub ist auf El Hierro trotzdem machbar, denn wie ihre Schwesterinseln verfügt das Eiland über mehrere Felsenpools.

Einer davon liegt etwa 1,5 Kilometer nördlich des Dorfes Los Llanillos im El-Golfo-Tal auf der Nordseite der Insel. Er trägt den Namen „blaue Pfütze“, also Charco Azul– und bei diesem Naturbecken ist der Name wirklich Programm: Es führt klares, türkisblau schimmerndes Wasser. Ein mächtiger Basaltbogen überspannt Teile des Beckens, hier schützen die Felsen die Badegäste vor der Brandung. Bei Flut oder hohem Wellengang können Teile der Badestelle auch spektakulär überflutet werden.

Der Weg zum Naturpool Charco Azul auf El Hierro führt über eine Steintreppe entlang der Felsen.

Eine hölzerne Terrasse bietet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich zwischen Schwimmrunden in der Sonne aufzuwärmen. Der Weg zum Charco Azul ist nichts für Laufmuffel – er führt teilweise über eine Steintreppe entlang der Felsen.

Roque Prieto auf Gran Canaria

Gran Canaria erhebt sich zwischen Teneriffa und Fuerteventura und verläuft bei einem Durchmesser von 50 Kilometern fast kreisförmig. Die Insel ist mit ihren unterschiedlichen Stränden – das Spektrum reicht von der breiten weißen Sandzone im Süden bis zu kleinen dunkelsandigen Buchten im Norden – ein Paradies für Badeurlauberinnen und -urlauber.

Wer es wilder und ursprünglicher mag, unternimmt einen Ausflug zum nördlichsten Zipfel der Insel: Die Piscinas Roque Prieto (Barranco de Roque Prieto) liegen etwa eine halbe Stunde Autofahrt von der Hauptstadt Las Palmas sowie sechs Kilometer von Santa Maria de Guía entfernt. Reisende finden hier zwei Naturschwimmbecken, die als meist ruhig beschrieben werden. Ein wenig auf die Atlantikwellen achten sollten Badende aber jederzeit.

Die Piscinas Roque Prieto auf Gran Canaria liegen nur etwa eine halbe Stunde Autofahrt von der Inselhauptstadt Las Palmas entfernt.

Es gibt flache Stellen, aber dank des klaren Meerwassers geht der Blick in einigen Bereichen auch bis zu drei Meter tief bis zum felsigen Untergrund. Handläufe helfen beim Pooleinstieg. Es gibt eine Liegewiese und einen Parkplatz. Mehr Infrastruktur ist wegen der einsamen Lage aber nicht vorhanden.

Playa de Alojera auf La Gomera

Für Wanderurlauberinnen und -urlauber gilt La Gomera als ideal – denn die zweitkleinste der Hauptinseln der Kanaren ist vor allem für ihre Lorbeerwälder und ijhren Nebelwald berühmt. Aber auch Badetouristinnen und -touristen finden einige Möglichkeite – denn La Gomera bietet 25 Strände. Einer davon ist der Playa de Alojera.

Streng genommen kein Naturpool, erzeugt das Schwimmen hier aufgrund der Brandung zwischen zwei Felszungen ein ähnliches Gefühl wie in einem natürlichen Wellenbecken. Der dunkle Sand- und Kiesstrand gehört zum Dorf Alojera im Nordwesten der Insel. Ebenfalls mit Strand, aber offiziell ein Naturschwimmbad, ist der Charco del Conde im Valle Gran Rey. Bei Flut bietet die beckenartige Felsenbucht allen Altersklassen ausreichend Wasser, bei Ebbe bleibt für die Kleinsten ein vom Meer geschützter Badeteich zurück.

Der Playa de Alojera auf La Gomera ist zwar kein richtiger Naturpool, fühlt sich aber so an, weil er zwischen zwei Felszungen liegt.

Von Menschenhand gemacht, aber den Naturpools der kanarischen Schwesterinseln ähnlich, ist das Pescante de Hermigua. Das Meerwasserschwimmbad entstand im Ort Hermigua neben vier riesigen steinernen Säulen eines alten Kranauslegers, mit dem im 20. Jahrhundert Bananen und Tomaten auf Schiffe verladen wurden. Bei dem vom Meer getrennten, aber mittendrin angelegten Becken soll es sich um ein früheres Bananenwaschbassin handeln.

Charco del Viento auf Teneriffa

Mit 2.034 Quadratkilometern Fläche und fast 918.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Teneriffa die größte und bevölkerungsreichste Insel im Archipel. Auch sie verfügt über fünf Naturschwimmbäder, in denen Interessierte in felsiger Kulisse schwimmen können. Eines ist der Charco del Viento– übersetzt die Pfütze des Windes.

Hinter diesem niedlich klingenden Namen verbergen sich vier Pools, die einst entstanden, als sich heiße Lava ins kalte Meer ergoss und erstarrte. Die Anlage liegt im Norden der Insel und gehört zur Gemeinde La Guancha (38441 La Guancha). Von den Naturpools aus bietet sich ein tolles Panorama auf den Teide. Manch Besucherin und Besucher vergleicht den Charco del Viento mit einer Art Wasserpark – denn bei Flut spritzt die Gischt des Atlantiks über die felsigen Beckenränder und verpasst Badenden eine frische Dusche.

Charco del Viento ist eines von fünf Naturschwimmbädern auf Teneriffa.

Das Naturbad liegt im Stadtteil Santa Catalina und gilt als leichter erreichbar als etliche andere auf den Kanaren. Der Weg ist gut ausgeschildert, Reisende passieren auf dem Weg große Bananenplantagen.