Erneut steht ein Jahreswechsel unter Corona-Bedingungen vor der Tür. Einige Menschen bleiben auch in diesem Jahr zu Hause, andere gönnen sich hingegen beispielsweise einen Kurzurlaub an der Nordsee, Ostsee oder verreisen ins Ausland. Wer in diesem Jahr verreist, sollte aber die aktuellen Corona-Regeln in Bus, Bahn, Mietwagen und Flugzeug kennen. Ein Überblick.

Reisen in Deutschland: Diese Kontaktbeschränkungen gelten an Silvester

Laut dem Beschluss von Bund und Länder vom 21. Dezember gelten ab dem 28. Dezember schärfere Kontaktbeschränkungen. So sind für Geimpfte und Genesene nur noch private Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen erlaubt. Für Ungeimpfte bleibt es bei der geltenden Regel, dass sie sich über den eigenen Haushalt hinaus nur mit zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen dürfen.

Silvesterfeiern mit einer großen Anzahl von Personen sind also nicht erlaubt. Auch der Verkauf von Feuerwerkskörpern ist wie bereits im vergangenen Jahr ausgesetzt.

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen müssen zwar einige Veranstalter wie etwa Studiosus Gruppenreisen absagen, aber grundsätzlich ist das Reisen weiterhin möglich.  

Doch welche Maßnahmen ergreifen Anbieter von Bus und Bahn während der Corona-Pandemie, um die Ausbreitung der Omikron-Variante zu verhindern? Wie sicher ist die Reise im jeweiligen Verkehrsmittel und was gilt es bei der Reise zum Jahreswechsel zu beachten? Antworten liefert unser Verkehrs-Check.

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An Silvester mit der Bahn reisen trotz Corona

Um den Verkehr zum Jahreswechsel zu entlasten, setzt die Deutsche Bahn 100 Sonderzüge vom 22. Dezember bis zum 2. Januar ein. Die Züge werden laut der DB unter anderem auf viel befahrenen Strecken wie Berlin–Stuttgart, Berlin–München, von NRW nach Berlin oder auch Hamburg–Karlsruhe oder Essen–Berlin eingesetzt. Insgesamt stünden rund 63.000 Sitzplätze mehr pro Tag bereit als noch im Jahr 2019. 

Neue Freiheiten für Kinder und Stornoregeln für alle

Für etwas mehr Flexibilität sorgen dabei neue Stornoregeln bei der Deutschen Bahn. Derzeit ist es unabhängig von den tariflichen Angebotskonditionen möglich, gebuchte Tickets innerhalb von zwölf Stunden (720 Minuten) nach der Buchung kostenlos zu stornieren. Reisende erhalten den kompletten Zahlungsbetrag zurück.

Die sogenannte Sofortstornierung ist nicht nur bei Flex-Tickets, sondern auch bei Spar- und Supersparpreis-Tickets möglich und gilt für Privat- und Geschäftskunden. Kinder unter 15 Jahren fahren zudem in Begleitung ihrer Eltern, Großeltern oder seit Neustem auch mit einer anderen Begleitperson ab 15 Jahren gratis. Voraussetzung ist, dass Kinder ab einem Alter von sechs Jahren auf der Fahrkarte ihrer Begleitperson eingetragen sind.

3G und Maskenpflicht beim Reisen mit der Bahn

Zutritt zu Bus und Bahn haben allerdings nur gegen Corona geimpfte, von Covid-19 genesene oder aktuell negativ auf das Virus getestete Personen. Denn zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt für Fahrgäste die 3G-Regel im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Zudem besteht eine Maskenpflicht. Die DB empfiehlt, in Zügen, Bussen und an Bahnhöfen grundsätzlich FFP2-Masken zu tragen. In einigen Bundesländern, etwa in Bayern, gilt generell eine FFP2-Maskenpflicht. 

Kinder unter sechs Jahren sind nicht verpflichtet, eine FFP2-Maske zu tragen, ebenso wie Reisende, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können und dies mit einem Attest belegen können. 

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Die Deutsche Bahn setzt ab dem 24. November die 3G-Pflicht im Regional- und Fernverkehr um.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in der Bahn?

Und das Ansteckungsrisiko? Ende August 2021 sagte der ehemalige Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU, „dass nur wenige Infektionsfälle der Benutzung des öffentlichen Personenverkehrs zugeordnet werden können“. Dies ist nicht gänzlich falsch ist. Allerdings ist bei 95 Prozent der Infektionen nach wie vor nicht erfasst, wo sich die Menschen angesteckt haben.

Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sei die Infektionsgefahr in Bussen und Bahnen aber nicht höher als im eigenen Auto. Das Fazit kurz und knapp: Das Infektionsrisiko im Alltag steigt nicht, wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzt. 

Dennoch hat die Bahn nach eigenen Angaben die Unterwegsreinigungen im Fernverkehr verdoppelt und in vielen Zugtoiletten Desinfektionsmittel-Spender installiert.

Im Mietwagen an Silvester verreisen

Wer kein eigenes Auto hat, aber nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, kann sich über den Jahreswechsel auch einen Mietwagen nehmen. Allerdings dürfte die Verfügbarkeit bei Mietwagen kurz vor Silvester knapp und die Preise damit teuer werden, denn die Nachfrage ist laut „Check24“ im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

„Angesichts neuer Corona-Varianten scheint vielen die Fahrt mit dem Mietwagen sicherer zu sein als mit dem öffentlichen Fernverkehr“, so Andreas Schiffelholz, Geschäftsführer Mietwagen bei „Check24“. Die gestiegene Nachfrage wirkt sich wiederum auch auf die Preise aus.

So lägen diese deutlich über denen im Vorjahr, berichtet Frieder Bechtel von der Plattform billiger-mietwagen.de gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Während der durchschnittliche Tagespreis zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 3. Januar 2021 in Deutschland noch bei 41,99 Euro lag, beträgt er dieses Jahr an diesen Tagen 61,07 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 45 Prozent. 

Dafür musst du dir das Verkehrsmittel dann aber nicht mit anderen teilen – eine gute Option also für alle, die auch rund um die Feiertage möglichst wenige Kontakte haben wollen.

Bedenken solltest du aber auch die Spritpreise mitsamt der Preisschwankungen. Laut dem ADAC gibt es aber mehrmals am Tag die Möglichkeit, günstiger zu tanken. Am preiswertesten soll tanken in den Zeiträumen zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr sein. Die Kraftstoffpreissuche des ADAC kann helfen, die günstigste Tankstelle im Umkreis zu finden.

Flixbus bietet über Silvester und Neujahr Fahrten an

Wer mit dem Fernbus beispielsweise von Flixbus verreisen möchte, ist in der Woche zwischen den Jahren wohl mit vielen anderen Reisenden unterwegs. Denn laut Unternehmens­sprecherin Franziska Schleicher ist die Nachfrage nach Flixbus-Tickets vom 27. bis zum 30. Dezember und vom 1. bis zum 3. Januar besonders hoch.

Konkrete Zahlen wollte man auf Anfrage der „Kieler Nachrichten“ jedoch nicht veröffentlichen. Trotz positiver Bilanz liege das Reiseaufkommen aber über die Feiertage und Silvester allerdings deutlich unter dem Niveau von 2019.

In allen Bussen von Flixbus sowie vom Konkurrentem Blablabus gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Fahrgäste und Fahrgästinnen sind verpflichtet, während des Ein- und Ausstiegs sowie während der gesamten Fahrt einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. Es muss sich um eine medizinische Maske handeln. Eine Stoffmaske oder ein Schal sind nicht ausreichend. Handdesinfektionsmittel steht bei Flixbus laut dem Unternehmen für alle an Bord zur Verfügung.

Mit der Mitfahrgelegenheit an Silvester verreisen

Auch die Mitfahrzentrale Blablacar ist nutzbar. Die Plattform gibt Fahrerinnen und Fahrern Empfehlungen für die Corona-Zeit an die Hand. So rät das Unternehmen, die Zahl der Mitfahrenden zu beschränken. Demnach sollen während der Fahrt alle Wageninsassinnen und Wageninsassen eine Maske tragen und vorher ihre Hände desinfizieren. Das Vorlegen des 3G-Nachweises ist für Mitfahrten optional. So kann die fahrende Person eigenständig entscheiden, unter welchen Bedingungen sie Reisende mitnehmen möchte.

Wer Symptome hat, soll allerdings an keiner Fahrt teilnehmen. Fahrerinnen und Fahrer werden außerdem angehalten, ihr Auto vor und nach der Fahrt zu reinigen und zu desinfizieren.

An Silverster mit dem Flugzeug verreisen

Im Gegensatz zum Jahreswechsel 2020/21 sind in diesem Jahr wieder mehr Flugzeuge unterwegs. Flüge innerhalb Deutschlands können zwar schnell sein, sollten aus ökologischer Sicht aber vermieden werden. Zudem können bei kurzfristigen Buchungen die Preise sehr hoch sein. Daher empfiehlt der VCD, auf andere öffentliche Verkehrsmittel zu setzen. 

Im Flieger gilt neben einer Maskenpflicht für alle Reisende ab sechs Jahren auch die 3G-Regel für Reisende ab zwölf Jahren. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss vor dem Abflug noch Zeit für einen Corona-Test einplanen. Meistens ist ein Antigen-Schnelltest (kostenloser Bürgertest) ausreichend.

Wer aber ins Ausland reist und einen PCR-Test benötigt, muss mit längeren Wartezeiten rechnen. Ansonsten gilt: Je schneller das Ergebnis eines PCR-Tests benötigt wird, desto teurer wird es. Zudem sollten Auslandsreisende die derzeitigen Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete beachten. Für die Rückreise nach Deutschland können verschärfte Einreisebedingungen gelten.