An Weihnachten oder Silvester verreisen ist auch in diesem Jahr nicht so einfach. Die neue Omikron-Variante sorgt für verschärfte Einreiseregeln in Deutschland und im Ausland. Lockdowns, Kontaktbeschränkungen und PCR-Tests sind wieder allgegenwärtig. Lies hier, was bei Reisen innerhalb Deutschlands und im europäischen Ausland gilt.

Weihnachten und Silvester: Reise-Regeln in Deutschland

Einen Lockdown vor Weihnachten hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)  ausgeschlossen. Dennoch mussten zur Eindämmung einer fünften Corona-Welle schärfere Corona-Regeln her. Daher haben Bund und Länder haben am Dienstag, 21. Dezember, schärfere Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten beschlossen.

So sind ab dem  28. Dezember dann für Geimpfte und Genesene nur noch private Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen erlaubt. Für Ungeimpfte bleibt es bei der geltenden Regel, dass sie sich über den eigenen Haushalt hinaus nur mit zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen dürfen. Silvesterfeiern mit einer großen Anzahl von Personen und der Verkauf von Feuerwerkskörpern sind nicht erlaubt. 

Ein Feuerwerk am Nachthimmel wird es 2021 wohl nur von Kommunen und Städten geben. Für die Bevölkerung besteht ein Böllerverbot.

Bisher gilt bei privaten Zusammenkünften vielerorts noch eine Obergrenze von 50 Personen im Inneren und von 200 Personen im Freien.

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Verreisen in Deutschland: Diese Regelungen gelten bereits

Derzeit besteht bundesweit kein (Teil-)Lockdown und auch kein Reiseverbot. Somit ist es grundsätzlich möglich, in ein anderes Bundesland zu reisen. Dort müssen Reisende aber die jeweils geltenden Einschränkungen beachten. 

So ist in ganz Deutschland der Zugang zu Hotels, Kinos, Weihnachtsmärkten, Theatern und Restaurants nur noch Geimpften und Genesenen gestattet (2G-Regel). Es kann auch ein zusätzlicher Test gefordert werden (2G plus). Mit einer Booster-Impfung soll die Testpflicht bundesweit fallen, so der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz

Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und der Züge des Nah- und Fernverkehrs ist für Ungeimpfte weiterhin nur mit einem tagesaktuellen Test möglich, es gilt in Bus und Bahn die 3G-Regel. 

Ein Mann steht, verkleidet als Weihnachtsmann, vor einer Haustür.

Teil-Lockdown in Sachsen: Übernachtungsverbot für Touristinnen und Touristen

Bei Bedarf können die Bundesländer strengere Regeln verhängen, einige haben das angesichts hoher Inzidenzen, der Omikron-Variante und der bevorstehenden Feiertage bereits getan. In Sachsen gilt bis zum 9. Januar 2022 eine Corona-Notfallverordnung – diese beinhaltet beispielsweise ein touristisches Übernachtungsverbot. Hotels, Ferienhäuser und Pensionen dürfen Touristinnen und Touristen damit nicht mehr beherbergen.

Außerdem sind private Treffen nur zwischen einem Hausstand und einer weiteren Person zulässig, wenn mindestens eine ungeimpfte Person dabei ist. Ausgenommen sind Kinder unter 16 Jahren. 

Die Einreiseregeln in Deutschland

Quarantäne, Corona-Testpflicht, digitale Anmeldung – die Regeln für die Einreise nach Deutschland hängen von der Einstufung der Länder in Risikokategorien ab. Daher warten viele Reisende jede Woche mit Spannung auf die Aktualisierung der Risikogebiete-Liste des Robert Koch-Institutes (RKI) nach entsprechenden Einstufungen der Bundesregierung.

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Deutschland unterscheidet zwischen zwei Arten von Risikogebieten: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete.

Nachweispflicht für Reisende

Generell gilt eine Nachweispflicht beziehungsweise die 3G-Regel: Alle Reisenden müssen bereits vor der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Dabei ist es egal, aus welchem Land sie kommen und mit welchem Verkehrsmittel – also ob per Flugzeug, Bus, Bahn oder Auto. Die Nachweispflicht gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren.

Für Menschen, die aus einem Risikogebiet einreisen, gelten die folgenden verschärften Regeln zusätzlich zur Nachweispflicht:

Digitale Anmeldung: Reisende, die aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet kommen, müssen sich vor der Einreise auf www.einreiseanmeldung.de registrieren.

Testpflicht: Bei der Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen sich Reisende ab zwölf Jahren bereits vor der Einreise auf das Coronavirus testen lassen (PCR-Test maximal 72 Stunden alt, Antigen-Schnelltest maximal 24 Stunden alt). Kontrolliert wird vom Beförderungsunternehmen, der Nachweis kann auch bei der Einreisekontrolle verlangt werden. Es gibt keine Ausnahmen für Geimpfte und Genesene. In Bayern gelten Sonderregeln, welche der Landkreis Augsburg erklärt.

Quarantänepflicht: Reisende, die aus einem Hochrisikogebiet zurückkehren und weder geimpft noch genesen sind, müssen für bis zu zehn Tage in Quarantäne. Die Maßnahme kann in der Regel durch einen Test an Tag fünf verkürzt werden, sobald das negative Ergebnis vorliegt. Die Quarantänepflicht gilt auch für Kinder unter zwölf Jahren, endet aber automatisch nach dem fünften Tag.

​Anders sieht es nach der Einreise aus einem Virusvariantengebiet aus: Hier müssen alle Reisenden (auch Kinder) für 14 Tage in Quarantäne, ein Freitesten ist nicht möglich. Es gibt keine Ausnahmen für Geimpfte oder Genesene.

Die Virusvariantengebiete

Lange gab es keine Virusvariantengebiete, doch mit der Entdeckung der Omikron-Variante stuft die Bundesregierung wieder einige Länder als solche ein. Diese Virusvariantengebiete gibt es seit dem 28. November:

  • Botswana
  • Eswatini 
  • Lesotho 
  • Malawi 
  • Mosambik
  • Namibia
  • Simbabwe 
  • Südafrika

Diese Virusvariantengebiete gibt es seit dem 20. Dezember:

  • Vereinigtes Königreich von Großbritannienund Nordirland samt der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete 

Die Hochrisikogebiete

  • Ägypten 
  • Äthiopien 
  • Barbados 
  • Belarus 
  • Belgien 
  • Belize 
  • Bosnien und Herzegowina 
  • Burundi 
  • Dänemark – inklusive Färöer und Grönland 
  • Dominica 
  • Frankreich 
  • Georgien 
  • Griechenland 
  • Haiti 
  • Irland 
  • Jemen 
  • Jordanien 
  • Kamerun 
  • Libanon 
  • Republik Kongo 
  • Kroatien 
  • Laos 
  • Libyen 
  • Liechtenstein 
  • Litauen 
  • Malaysia 
  • Mauritius 
  • Mexiko 
  • Norwegen 
  • Montenegro 
  • Niederlande mit Bonaire, Sint Eustatius und Saba 
  • Nordkorea 
  • Österreich (ohne die Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee) 
  • Papua-Neuguinea 
  • Polen 
  • Russland 
  • Schweiz 
  • Serbien 
  • Seychellen 
  • Slowakei 
  • Slowenien 
  • Sudan 
  • Syrien 
  • Tadschikistan 
  • Tansania 
  • Trinidad und Tobago 
  • Tschechien 
  • Türkei 
  • Turkmenistan 
  • Ukraine 
  • Ungarn 
  • Venezuela 
  • Vietnam

Lockdown und verschärfte Einreiseregeln: Das gilt im Ausland

Mittlerweile gelten alle Nachbarländer Deutschlands als Hochrisikogebiete. Ungeimpfte und nicht genesene Reisende müssen daher bei der Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne. 

Großbritannien gilt aufgrund der hoch ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus als einziges Land in Europa sogar als Virusvariantengebiet. Deshalb dürfen Airlines nur noch deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Menschen mit dauerhaftem Aufenthaltstitel in Deutschland nach Deutschland fliegen lassen. Für alle Reisenden besteht eine PCR-Testpflicht und eine 14-tägige Quarantänepflicht.

Da sich Omikron auch auf Europas Festland ausbreitet, verhängten die deutschen Nachbarländer Dänemark und die Niederlande zudem kurz vor Weihnachten nun teilweise strenge Lockdowns.

Niederlande: Harter Lockdown kurz vor Weihnachten

In den Niederlanden müssen seit dem 19. Dezember fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schließen. Ausgenommen sind Supermärkte und Apotheken. Jeder Haushalt darf nur noch zwei weitere Personen empfangen. Über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind bis zu vier Besucherinnen und Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Januar gelten. Die Hotels sind geöffnet, bei der Einreise gilt 3G.

Dänemark: Lockdown für Restaurants und Freitzeitangebote

Auch Dänemark fährt große Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen nun wieder geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch bis 23 Uhr öffnen. Die Einreise ist für Menschen möglich, die vollständig geimpft oder genesen sind oder einen negativen Corona-Test bei der Einreise vorlegen können.

Kinder im Alter von 16 und 17 Jahren sind dann ausgenommen, wenn sie mit einem geimpften, genesenen oder negativ getesteten Elternteil einreisen. Von der Testpflicht ausgenommen sind auch Einwohner Schleswig-Holsteins im Rahmen einer Sonderregelung für Bewohner des Grenzlandes.

2G plus im Urlaub: In diesen Ländern gilt eine Testpflicht für Geimpfte

Um die Ausbreitung von Omikron zu verringern, hat Österreich die Einreiseregeln verschärft. Seit dem 20. Dezember gilt: Wer noch keine Booster-Impfung hat, braucht einen 2G-Nachweis und zusätzlich einen negativen PCR-Test, um nicht in Quarantäne zu müssen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Kinder.

Außerdem schließen die Gesundheitsminister des Landes einen weiteren Lockdown für alle nicht aus. Derzeit gilt ein Lockdown nur für Ungeimpfte. Im gesamten Land gilt 2G oder 2G plus.

In Portugal brauchen alle Reisenden ab zwölf Jahren, die einreisen wollen, einen negativen Corona-Test. Akzeptiert werden sowohl Antigen-Schnelltests als auch PCR-Tests. Beide dürfen nur maximal 48 Stunden vor Abflug gemacht worden sein. Die Maßnahme gilt derzeit allerdings nur bis zum 9. Januar 2022. Weiterhin muss vorab eine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden.

In Italien gilt seit dem 16. Dezember eine allgemeine Testpflicht. Reisende müssen bei der Einreise entweder einen maximal 24 Stunden alten Antigen-Schnelltest oder einen höchstens 48 Stunden alten PCR-Test vorzeigen – auch Geimpfte und Genesene. Personen, die noch nicht genesen oder gegen Corona geimpft sind, müssen zusätzlich zu dem erforderlichen Test fünf Tage lang in Quarantäne. Die Testpflicht für alle Einreisenden soll bis zum 31. Januar bestehen bleiben. Weiterhin muss die Einreise online angemeldet werden.

In Griechenland besteht seit dem 19. Dezember ebenfalls eine Testpflicht für Geimpfte bei der Einreise. Zunächst hieß es, es dürften grundsätzlich nur Personen mit einem PCR-Test einreisen – unabhängig vom Impfstatus. Doch nach Kritik beim EU-Gipfel milderte das Land die Testpflicht ab. Somit müssen alle Reisenden nun entweder einen maximal 72 Stunden alten PCR-Test oder einen höchstens 24 Stunden alten Schnelltest vorlegen. Die Regel soll zunächst bis zum 10. Januar gelten. Mit den schärferen Regeln will die Regierung eine schnelle Verbreitung der Omikron-Variante verhindern. Eine elektronische Anmeldung am Tag vor der Ankunft ist weiterhin Pflicht.

Schon seit Anfang Dezember müssen in Irland auch Geimpfte und Genesene neben ihrem entsprechenden Nachweis einen negativen PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder Antigen-Test (48 Stunden) bei der Einreise vorweisen. Wer weder geimpft noch genesen ist, kommt nur mit einem PCR-Test rein. Kinder unter zwölf Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen. Alle müssen zudem ein digitales Einreiseformular ausfüllen.