Viele Reisende achten vermehrt auf den Klimawandel – Kurzstreckenflüge werden zunehmend durch Zugreisen verdrängt. Zwischen attraktiven Städten fahren mittlerweile einige Hochgeschwindigkeitszüge, die Fahrgästinnen und ‑gäste schnell und komfortabel zum Ziel bringen.

Schon seit den 1980er-Jahren wurden in ganz Europa und Asien diese Hochgeschwindigkeitsbahnen immer weiter entwickelt. Aktuell hat sich China als Weltmarktführer etabliert – dort gibt es ein 38.000 Kilometer langes Schienennetz, das beinahe alle Bahnhöfe im Land erreicht. Bis 2030 soll das europäische Netz auch um Spanien, Deutschland, Italien, Belgien und England erweitert werden. Wir zeigen dir eine Übersicht der schnellsten Züge. 

Bitte beachte, dass aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht jedes Land die Einreise ermöglicht. Informiere dich also vor der Planung einer Reise über die tagesaktuelle Corona-Lage beim Auswärtigen Amt.

1. Shanghai-Magnetschwebebahn – 460 km/h

In China rast der schnellste Zug der Welt mit beeindruckenden 460 Kilometern pro Stunde. Die Magnetschwebebahn befördert Passagierinnen und Passagiere in etwa siebeneinhalb Minuten 30 Kilometer weit. Sie verbindet den Flughafen Shanghai Pudong mit dem Bahnhof Longyang Road im Stadtzentrum.

Der schnellste Zug ist aktuell der Shanghai Maglev.

Und damit soll es noch nicht genug sein: China entwickelt aktuell eine weitere Magnetschwebebahn, die sagenhafte 600 Kilometer pro Stunde schnell sein und unter anderem zwischen Shanghai und Hangzhou fahren soll.

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2. CR400 „Fuxing“ – 350 km/h (China)

China hat nicht nur das längste Hochgeschwindigkeitsstreckennetz weltweit, sondern auch die schnellsten fahrplanmäßigen Züge der Welt. Die CR400-„Fuxing“-Züge fahren im alltäglichen Gebrauch 350 Kilometer pro Stunde. Möglich ist diese Geschwindigkeit durch eine Technologie aus früheren Hochgeschwindigkeitszügen aus Europa und Japan.

Der aktuelle China Fuxing-Zug.

Bis zu 1200 Passagierinnen und Passagiere können in 16 Waggons auf den Hauptstrecken Peking–Shanghai–Hongkong und Peking–Harbin dahinsausen und dabei einigen Komfort genießen: zum Beispiel Unterhaltung am Sitz, Smart-Glass-Displays oder kabelloses Laden von Geräten.

3. ICE3 – 330 km/h (Deutschland)

Auch Deutschland muss sich in puncto Schnellzüge nicht verstecken – die weltbekannte Marke Intercity Express (ICE) kann mit dem ICE3 einen echten Hochgeschwindigkeitszug vorweisen. Gebaut wurde der windschnittige weiße Pfeil, um die 180 Kilometer lange Strecke Köln–Frankfurt in mittlerweile 62 Minuten zu bewältigen.

Seine normale Betriebsgeschwindigkeit sind 300 Kilometer pro Stunde, aber bei Verspätungen darf der ICE3 bis zu 330 Kilometer in der Stunde schnell fahren. In Tests hat er sogar Spitzenwerte von maximal 368 Kilometer pro Stunde erreicht. Möglich machen das 16 Elektromotoren, die in den achtteiligen Zug eingebaut sind. So liefert der ICE beeindruckende 11.000 Pferdestärken.

Ein Zug vom Typ ICE3 der Deutsche Bahn AG verlaesst einen Tunnel bei Sankt Goar.

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4. TGV – 320 km/h (Frankreich)

Frankreich hat die Nase ganz vorn, wenn es um die Hochgeschwindigkeit von Zügen geht. Im Jahr 2007 wurde hier sogar ein Weltrekord erstellt – von einem TGV (train à grande vitesse, zu Deutsch: Hochgeschwindigkeitszug) mit beeindruckenden 574,8 Kilometern pro Stunde.

Das Hochgeschwindigkeitsnetz ist noch heute eines der bekanntesten und reicht weit über Frankreichs Grenzen hinaus. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken reichen von Paris nach Lyon, Marseille, Bordeaux, Nantes, Straßburg, Lille, Brüssel und London. Die konventionelle Geschwindigkeit beträgt bis zu 320 Kilometer pro Stunde.

Die TGV-Technologie ist in den letzten Jahren auch nach Spanien, Südkorea, Taiwan, Marokko, Italien und in die Vereinigten Staaten verkauft worden und begegnet dir somit immer wieder bei den schnellsten Zügen der Welt.

Der TGV rast mittlerweile zum Beispiel auch durch Spanien.

5. JR East E5 – 320 km/h (Japan)

Kon’nichiwa – willkommen in Japan, wo bereits im Jahr 1964 neue Hochgeschwindigkeitsbahnen vorgestellt wurden. Auch heute noch liegen die Japaner mit Zügen wie dem JR East E5 ganz weit vorn, was Geschwindigkeit, aber auch Kapazität und Sicherheit betrifft.

Die Züge, die von Tokio Richtung Norden fahren, erreichen bis zu 320 Kilometer pro Stunde und jeder Zug hat rund 730 Sitzplätze. Die außergewöhnlich lange Nase der Triebwagen wurde übrigens entwickelt, um Überschallknalle zu reduzieren, die entstehen, wenn die Züge mit hoher Geschwindigkeit in Tunnel einfahren.

Der markante E5 in Niigata hatte im Jahr 2012 30. Jubiläum.

6. Al Boraq – 320 km/h (Marokko)

Afrika ist noch beinahe ein Neueinsteiger auf dem Gebiet der Hochgeschwindigkeitszüge – die bisher einzige Strecke wurde im Jahr 2018 eröffnet und verbindet die Hafenstadt Tanger mit Casablanca in Marokko. Aktuell ist sie noch nicht ganz fertiggestellt. Unter dem Namen Al-Boraq wird eine insgesamt 1500 Kilometer lange Verbindung durch das ganze Land entstehen.

Momentan düsen dort in Frankreich gebaute TGV-Euroduplex-Doppelstock-Elektrozüge auf einer 186 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Tanger und Kenitra mit einer Geschwindigkeit von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Das Projekt kostet 2 Milliarden Dollar, also ungefähr 1,8 Milliarden Euro. Ein Abschnitt von Rabat bis Casablanca, der 137 Kilometer lang ist, konnte bereits von vier Stunden und 45 Minuten auf zwei Stunden und zehn Minuten verkürzt werden.

Bei kompletter Fertigstellung des Projektes soll die Fahrzeit noch mal kürzer werden – geplant sind dann sagenhafte 90 Minuten. Eine Testfahrt auf der Al-Boraq-Strecke hält bis heute den afrikanischen Rekord mit 357 Kilometern pro Stunde.

Al Boraq in Marocco – die einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke in Afrika.

7. AVE S-103 – 310 km/h (Spanien)

Auch in Spanien rollten früher die Wagen des TGV aus Frankreich: Es wurden aus der importierten Technologie im Jahr 1992 eigene Schnellzüge entwickelt. Mittlerweile erstreckt sich von dort aus Europas längstes Netz, das von Madrid nach Sevilla, Malaga, Valencia, Galicien und Barcelona führt.

Auf diesen Schienen fährt der AVE (Alta Velocidad Española, übersetzt: spanische Hochgeschwindigkeit) mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 310 Kilometern pro Stunde. Bei Verspätungen könnte der Zug aber auch noch einen Zahn zulegen – bis zu 350 Kilometer pro Stunde schafft er; im Jahr 2006 hat der S-103 der Flotte sogar einen spanischen Geschwindigkeitsrekord mit 404 Kilometern pro Stunde erreicht. Passenderweise warten hier 404 Sitzplätze auf ihre Passagierinnen und Passagiere.

Der rasante AVE fährt von Madrid nach Ourense.

8. KTX, 305 km/h (Südkorea)

In Südkorea gibt es seit dem Jahr 2004 ein Hochgeschwindigkeitsnetz, mit dem es möglich wurde, trotz schwierigen Geländes und Unwetters schnell von A nach B zu gelangen. Auf der Strecke Seoul–Busan düsen nun KTX-Züge mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 305 Kilometern pro Stunde. Auch diese Züge basieren wie ihre Vorgänger auf der TGV-Technologie. Die Fahrzeit auf der Strecke konnte von vier Stunden auf zwei Stunden und 15 Minuten verkürzt werden.

Eine Strecke von Seoul nach Gangneung im Nordosten wurde für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang gebaut.

Mittlerweile ist Südkorea außerdem eines von nur vier Ländern, das einen Zug mit einer Geschwindigkeit von über 420 Kilometern pro Stunde entwickelt hat. Ein Prototyp der neuen Generation HEMU-430X erreichte im Jahr 2013 421,4 Kilometer pro Stunde. Eine Strecke von Seoul nach Gangneung im Nordosten wurde für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang gebaut.

9. Trenitalia ETR1000 – 300 km/h (Italien)

Die atemberaubenden Hochgeschwindigkeitszüge Frecciarossa (roter Pfeil) der Italienischen Staatsbahnen wurden im Jahr 2017 auf die Schienen gestellt. Mit einer beeindruckenden Höchstgeschwindigkeit von 400 Kilometern pro Stunde und ihrem pfeilähnlichen Design werden die Züge ihrem Namen gerecht. 10.000 Pferdestärken machen diese Wahnsinnsgeschwindigkeit möglich. Im regulären Betrieb fahren die roten Pfeile aber etwa 300 Kilometer pro Stunde.

Die rote italienische Schönheit: Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa 1000 von Trenitalia.

Die 200 Meter langen Züge verfügen über 457 Sitzplätze in vier Klassen von Standard- über Business- und Premium- bis Executive-Klasse. Das Hochgeschwindigkeitsnetz in Italien verbindet Turin, Mailand und Venedig im Norden mit Bologna, Florenz, Rom und Neapel. Ab dem Jahr 2022 sollen die Frecciarossa-Züge ebenso wie die französischen TGV auch auf der Strecke Mailand–Paris eingesetzt werden.

10. Haramain High Speed ​​Railway – 300 km/h (Saudi-Arabien)

Auch Saudi-Arabien muss sich in puncto Hochgeschwindigkeitszüge nicht verstecken. Die Haramain High-Speed ​​Railway (HHR) verbindet die heiligen Städte Mekka und Medina mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Die in Spanien gebauten Talgo-Züge wurden extra für den Betrieb in der Wüstenlandschaft konzipiert, damit sie auch bei 50 Grad Celsius noch über die Schienen rollen.

Die Haramain High Speed Railway Station in Mekka.

Eine 450 Kilometer lange Strecke wird auf dem HHR in nur zwei Stunden bewältigt. Jeder der Züge hat 13 Waggons, die Platz für bis zu 417 Passagierinnen und Passagiere bieten. Beliebt ist die Strecke unter anderem bei Pilgern, die sich auf den Weg nach Mekka machen. Die Strecke zwischen Medina und Mekka dauert mit dem Auto im Vergleich ganze zehn Stunden.