Eine Kanalkreuzfahrt ist die gemütliche Variante, Deutschland zu erkunden. Mit elf bis maximal 18 Kilometern pro Stunde bahnt sich das Schiff seinen Weg durch das Wasser – und Möglichkeiten, an Land zu gehen, gibt es viele. Eine besonders schöne Flusskreuzfahrt, auf der man das kulturreiche Deutschland und den Reiz der Langsamkeit entdecken kann, führt von Potsdam nach Münster.

Auf dem Weg auf dem Elbe-Havel-Kanal und dem Mittellandkanal macht das Schiff Station in Brandenburg an der Havel, Magdeburg, Wolfsburg, Hannover und Hameln. Wir verraten, was es dort alles zu entdecken gibt.

1. Station: Potsdam

Dass Potsdam einmal Residenzstadt der Hohenzollern war, sehen Besucherinnen und Besucher heute auf den ersten Blick an den prächtigen Bauten. Einer der geschichtsträchtigsten und spannendsten Orte ist das Schloss Cecilienhof. Dort trafen sich im August 1945 Winston Churchill, Harry Truman und Josef Stalin und überlegten, wie es mit dem besiegten Nazi-Deutschland weitergehen sollte.

Ebenfalls sehenswert ist die Glienicker Brücke, auf der im Kalten Krieg Spione ausgetauscht wurden. Zu einem gemütlichen Bummel lädt die Schiffsbauergasse ein, in der es mehrere denkmalgeschützte Gebäude gibt und Restaurants mit Blick auf den quirligen Uferpark.

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Auf der Glienicker Brücke in Potsdam wurden während des Kalten Krieges Spione ausgetauscht.

2. Station: Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel kannst du schon von Weitem an der St.-Katharinen-Kirche erkennen, die hoch in den Himmel ragt. Sie ist ein Meisterwerk norddeutscher Backsteinbaukunst, und vom Turm hast du eine gute Sicht auf die weitläufige Havellandschaft.

Brandenburg an der Havel hat übrigens nicht nur einen historischen Kern, sondern gleich drei: Altstadt, Neustadt und Dominsel. Der Dom wurde im zwölften Jahrhundert gebaut, und im Dommuseum gibt es allerlei Schätze zu bestaunen, unter anderem uraltes liturgisches Gerät und ein Hungertuch aus dem 13. Jahrhundert.

Brandenburg an der Havel hat drei historische Stadtkerne: Altstadt, Neustadt und Dominsel.

3. Station: Magdeburg

In Magdeburg gibt es ebenfalls einen imposanten Dom. Das Besondere: Der Dom St. Mauritius und St. Katharina ist die erste gotische Kathedrale auf deutschem Boden gewesen. Ebenfalls spektakulär ist das Hundertwasserhaus in Magdeburg, das auch Grüne Zitadelle genannt wird.

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Bunt und asymmetrisch, mit zahlreichen Bäumen auf dem Dach ist es ein wunderschöner Kontrast zu den Betonbauten ringsherum. Der Künstler Friedensreich Hundertwasser hat das Gebäude mit Wohnungen, Restaurants und Cafés als Oase für Menschlichkeit und die Natur geplant.

Das Hundertwasserhaus in Magdeburg ist eine grüne Oase inmitten von Betonbauten.

4. Station: Wolfsburg

Wer an Wolfsburg denkt, denkt automatisch an Volkswagen (VW). Kein Wunder, denn 1938 wurde die Stadt extra für das Volkswagen-Werk gegründet. Damit ist Wolfsburg eine der jüngsten Großstädte Europas! Doch historische Highlights findest du auch hier.

Zum Beispiel das Renaissance-Schloss Wolfsburg aus dem 16. Jahrhundert mit seinen spielerischen Ziergiebeln und dem Zwiebelturm. Oder die Burg Neuhaus, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Wasserburgen in Norddeutschland. Deine Stippvisite sollte auch in den Allerpark führen, denn hier kannst du am feinen Sandstrand Sonnenbaden oder einen Spaziergang um den Allersee machen.

Das Renaissance-Schloss Wolfsburg aus dem 16. Jahrhundert besticht mit seinen Ziergiebeln und dem Zwiebelturm.

5. Station: Hannover

Hannover ist der perfekte Ort, um sich die Beine zu vertreten: Ob am Leineufer, in den Herrenhäuser Gärten oder im größten Stadtwald Europas, der Eilenriede. Vom Leineufer aus blickst du auf die Altstadt, die nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde, und die ungewöhnlichen Skulpturen von Niki de Saint Phalle säumen den Weg.

Die Herrenhäuser Gärten bestehen aus insgesamt fünf großen und kleineren Gärten und zählen zu den wichtigsten Barockgärten. Die Eilenriede ist doppelt so groß wie der Central Park und wenn du eine Pause vom Spazieren brauchst, kannst du dich in einem der Cafés mitten im Wald ausruhen.

Die Eilenriede in Hannover ist der größte Stadtwald Europas.

6. Station: Hameln

Während der Weserrenaissance war Hameln eine bedeutende Stadt, und das sehen Gästinnen und Gäste ihr heute noch an. Wer durch die Altstadt bummelt, entdeckt wunderschöne Fachwerkhäuser voll kostspieliger Details. Genau hinschauen lohnt sich, zum Beispiel bei dem imposanten Hochzeitshaus, an dessen Fassade sich ein Glockenspiel und eine Tür aus Bronze mit einem Figurenspiel befinden.

Dreimal am Tag wird damit die Rattenfängersage nachgestellt. In Hameln solltest du aber nicht nur nach oben schauen, sondern auch nach unten: Kleine Ratten aus Bronze im Boden führen die Gäste zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

In Hamelns Altstadt gibt es wunderschöne Gebäude aus der Zeit der Weserrenaissance.

7. Station: Münster

In Münster geht die Flusskreuzfahrt zu Ende, aber einen Bummel durch die quirlige Studentenstadt solltest du dir nicht entgehen lassen. Dass es hier unzählige Fahrräder gibt, ist übrigens kein Klischee! Vielleicht hast du auch Lust, die Stadt auf dem Drahtesel zu erkunden?

Der Prinzipalmarkt ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Münster. Hier stehen das gotische Rathaus und die Lambertikirche aus dem Spätmittelalter. Moderner geht’s am Hafen zu. Hier säumen Büros und hippe Restaurants und Bars das Ufer. Ein wunderbarer Ort, um die Kanalkreuzfahrt bei einem Sundowner ausklingen zu lassen.

Auf dem Prinzipalmarkt in Münster sind die Straßencafés bei Sonnenschein gut gefüllt.

Die Kanalkreuzfahrt wird zum Beispiel von Nicko Cruises angeboten. Die nächsten Termine sind im Frühjahr und im Herbst 2022.