Ob eine Reise zur Familie oder zu Freunden, ein Urlaub in der Ferne oder einem europäischen Land: Wer in diesem Jahr über den Jahreswechsel unterwegs ist, muss einige Regeln beachten. Du blickst aktuell nicht mehr durch, welche Beschränkungen an Silvester und Neujahr gelten und welche Rechte du hast, wenn du einen Urlaub nicht antreten willst?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Reisen nach Weihnachten und zu Silvester im Überblick. Klick dich direkt zu dem für dich wichtigen Thema:

Verschärfte Regeln für Reisen und Urlaub in Deutschland

Zwar rät der Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FPD), am Jahresende zu Hause zu bleiben und auf Reisen zu verzichten. So sagte er: „Kontaktbeschränkungen auch im privaten Bereich sind wichtig, um die Pandemie zu bekämpfen. In der aktuellen Situation scheint es sinnvoller, Weihnachten im kleinen Kreis zu Hause zu verbringen und keine größeren Reisen durchs Land zu planen.“

Am Dienstag, 21. Dezember, wurden schärfere Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten beschlossen. Ab dem 28. Dezember sind für Geimpfte und Genesene nur noch private Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen erlaubt. Für Ungeimpfte bleibt es bei der geltenden Regel, dass sie sich über den eigenen Haushalt hinaus nur mit zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen dürfen.

Silvesterfeiern mit einer großen Anzahl von Personen sind also nicht erlaubt. Außerdem wird es auch in diesem Jahr keinen Verkauf von Feuerwerkskörpern geben. 

Aber Achtung: Die Bundesländer können bei Bedarf strengere Regeln verhängen, einige haben das angesichts hoher Inzidenzen, der Omikron-Variante und aufgrund der Feiertage bereits getan. Die meisten Einschränkungen treffen vor allem Ungeimpfte, einige gelten aber auch für Geimpfte und Genesene. Die folgende Karte bietet einen Überblick über die Sieben-Tage-Inzidenz und die Lage in den Regionen in Deutschland.

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Grundsätzlich ist in ganz Deutschland der Zugang zu Hotels, Kinos, Theatern und Restaurants nur noch Geimpften und Genesenen gestattet (2G-Regel). Es kann auch ein zusätzlicher Test gefordert werden (2G plus). Die Testpflicht soll aber bundesweit für alle Menschen mit einer Booster-Impfung entfallen, darauf einigten sich die Gesundheitsminister. Noch ist das aber nicht überall umgesetzt: In Nordrhein-Westfalen beispielsweise benötigen auch Geboosterte bei 2G plus einen Test. Begründet wird das mit der unklaren Situation rund um die Omikron-Variante. 

In Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 350 müssen Clubs und Diskotheken schließen.

Wo gilt 2G plus im Hotel?

In mehreren Bundesländern gilt die 2G-plus-Regel für die Übernachtung in Hotels oder Ferienwohnungen. Das heißt, es haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt, die zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Dies gilt in: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. Reisende sollten sich vorab informieren, ob in dem Ziel-Bundesland bereits Ausnahmen von der Testpflicht für Geboosterte gelten. 

Teil-Lockdown in Sachsen

In Sachsen gilt sogar bis zum 9. Januar 2022 eine Corona-Notfallverordnung – diese beinhaltet beispielsweise ein touristisches Übernachtungsverbot. Hotels, Ferienhäuser und Pensionen dürfen Touristinnen und Touristen damit nicht mehr beherbergen. Außerdem sind private Treffen nur zwischen einem Hausstand und einer weiteren Person zulässig, wenn mindestens eine ungeimpfte Person dabei ist. Ausgenommen sind Kinder unter 16 Jahren.

Eine Gruppe Menschen trinkt gemeinsam Glühwein. Auch im Jahr 2021 gelten an Weihnachten Kontaktbeschränkungen, die vor allem Nicht-Geimpfte treffen.

​Wie sicher ist die Reise mit der Bahn zu Silvester?

 Um den Verkehr am Jahresende zu entlasten, setzt die Deutsche Bahn 100 Sonderzüge vom 22. Dezember bis zum 2. Januar ein. Die Züge werden laut der DB unter anderem auf viel befahrenen Strecken wie Berlin–Stuttgart, Berlin–München, von NRW nach Berlin oder auch Hamburg–Karlsruhe oder Essen–Berlin eingesetzt. Insgesamt stünden rund 63.000 Sitzplätze mehr pro Tag bereit als noch im Jahr 2019. 

Den größten Reiseverkehr erwartet die Bahn vor allem vor und nach den Weihnachtsfeiertagen, also am 23. sowie 27. und 28. Dezember. Daher empfiehlt der Fahrgastverband Pro Bahn Freitage, Sonntage sowie die Tage direkt vor und nach Weihnachten, Silvester und Neujahr zu meiden. 

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Neue Freiheiten für Kinder und Stornoregeln für alle

Für etwas mehr Flexibilität sorgen dabei neue Stornoregeln bei der Deutschen Bahn. Ab sofort ist es unabhängig von den tariflichen Angebotskonditionen möglich, gebuchte Tickets innerhalb von zwölf Stunden (720 Minuten) nach der Buchung kostenlos zu stornieren. Reisende erhalten den kompletten Zahlungsbetrag zurück.

Die sogenannte Sofortstornierung ist nicht nur bei Flex-Tickets, sondern auch bei Spar- und Supersparpreis-Tickets möglich und gilt für Privat- und Geschäftskunden. Kinder unter 15 Jahren fahren zudem in Begleitung ihrer Eltern, Großeltern oder seit Neustem auch mit einer anderen Begleitperson ab 15 Jahren gratis. Voraussetzung ist, dass Kinder im Alter ab sechs Jahren auf der Fahrkarte ihrer Begleitperson eingetragen sind.

Rund um Weihnachten reisen mehr Menschen mit der Bahn. Was es in diesem Jahr zu beachten gilt.

3G und Maskenpflicht beim Reisen mit der Bahn

Zutritt zu Bus und Bahn haben allerdings nur gegen Corona geimpfte, von Covid-19 genesene oder aktuell negativ auf das Virus getestete Personen. Denn zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt für Fahrgäste die 3G-Regel im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Zudem besteht eine Maskenpflicht. Die DB empfiehlt, in Zügen, Bussen und an Bahnhöfen grundsätzlich FFP2-Masken zu tragen – in einigen Bundesländern wie Bayern ist das ohnehin je nach Warnstufe Pflicht.

Kinder unter sechs Jahren sind nicht verpflichtet, eine FFP2-Maske zu tragen, ebenso wie Reisende, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können und dies mit einem Attest belegen können. 

Kann ich das Hotel oder Bahnticket stornieren?

Urlauber haben laut Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Unterkunft Reisende aufgrund einer Verordnung nicht beherbergen darf. 

Das ist beispielsweise bei einem touristischen Übernachtungsverbot der Fall. So gilt beispielsweise in Sachsen bis zum 9. Januar 2022 ein Beherbergungsverbot, wie die Landesregierung mitteilt: „Übernachtungsangebote sind untersagt, Ausnahme: Dienstreisen, soziale Zwecke mit 3G-Regelung.“ Reisende können ihren Urlaub dann kostenlos stornieren. Die Verbraucherzentrale rät, sich auf die „Unmöglichkeit der Leistung“ zu beziehen.

Auch bei Pauschalreisen bekommen Urlauber ihr Geld zurück. Reiseveranstalter können einen Gutschein anbieten, den Reisende aber nicht akzeptieren müssen. 

Geld zurück wegen 2G oder 2G plus?

Anders sieht es aus, wenn das Hotel geöffnet hat, aber die 2G- oder die 2G-plus-Regel gilt. Auf den Kosten bleiben Ungeimpfte mitunter sitzen, sagt Reiseanwalt Paul Degott dem reisereporter. „Es gilt hier das Mietrecht, da kommen Reisende nicht raus“, so Degott. „Die Absage ist ein persönlicher Grund. Es gilt als allgemein zumutbar, dass sich Menschen gegen Corona impfen lassen, daher hat der Reisende eine Wahl.“

Hier liege auch der Unterschied zu den Regelungen in einem Lockdown: Wenn Hotelbetriebe generell geschlossen sind, war eine Übernachtung nicht möglich. Nun sind die Hotels aber (größtenteils) geöffnet, individuelle Befindlichkeiten machen für Ungeimpfte die Reise nicht möglich. Übernachtungsbetriebe sind deshalb nur in der Pflicht, sich an die Regelungen zu halten – sie müssen keine kostenfreie Stornierung anbieten.

Lediglich Ersparnisse wie beispielsweise durch das wegfallende Frühstück muss das Hotel erstatten. „Die Voraussetzungen sind geschaffen, den Urlaub anzutreten, jeder ist hier selbst in der Pflicht“, sagt Degott. „Jeder in Deutschland hat die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Daher sind jene, die nicht ins Hotel können, selbst schuld.“ Der Reisende muss also auf die Kulanz des Vermieters oder des Reiseveranstalters hoffen, um doch noch Geld zurückzubekommen.

Kann ich mein Bahnticket kostenlos stornieren?

Bahntickets können nicht ohne Weiteres kostenlos storniert werden, denn die Deutsche Bahn oder etwa Konkurrent Flixbus beziehungsweise Flixtrain hat lediglich einen Beförderungsvertrag. Da sie diesen unabhänigig von dem Übernachtungsverbot erfüllen kann, gelten die jeweiligen Stornierungsbedingungen für das gebuchte Ticket. 

Erst kürzlich hat die Bahn neue Stornoregeln erlassen. Somit ist es unabhängig von den tariflichen Angebotskonditionen möglich, gebuchte Tickets innerhalb von zwölf Stunden (720 Minuten) nach der Buchung kostenlos zu stornieren. Reisende erhalten den kompletten Zahlungsbetrag zurück. Darüber hinaus gibt es aktuell keine speziellen Kulanzregelungen bei der Deutschen Bahn, es gelten die normalen Beförderungsbedingungen.

Skiurlaub an Silvester: Geht das 2021?

 Winter und Skifahren – das gehört für viele Deutsche zusammen. Besonders beliebt ist der Urlaub in den Alpen. Doch auch im Jahr 2021 gestaltet sich der Pistenspaß in Bayern, Österreich, der Schweiz und in Italien nicht so einfach wie vor der Pandemie. Diese Regeln gelten auf der Skipiste:

  • Deutschland: In den Seilbahnen und Skiliften in den meisten Bundesländern gilt die 2G-Regel: Zugang haben nur Geimpfte und Genesene, das ist etwa in Bayern, Niedersachsen, Thüringen und Baden-Württemberg der Fall. Zudem dürfen die Seilbahnen in Bayern nur zu 25 Prozent ausgelastet werden.
  • Österreich: Einreise nur mit 2G-Nachweis möglich, ohne Booster könnte Quarantäne drohen. Auch die Seilbahnen sind nur unter der 2G-Regel geöffnet, dürfen also nur von Geimpften und Genesenen genutzt werden. In Gondeln, Sesselliften mit Haube und den Zugangsbereichen zu den Liften gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Auch in Restaurants muss der 2G-Nachweis gezeigt werden, es findet kein Après-Ski statt.
  • Schweiz: In Seilbahnen gilt Maskenpflicht, in den Innenbereichen von Restaurants muss ein 3G-Nachweis vorgezeigt werden. Ausnahme: Im Skiverbund Samnaun/Ischhgl gilt die 2G-Regel.
  • Italien: In Italien mit Südtirol gilt eine Maskenpflicht in geschlossenen Seilbahnen für alle Menschen ab sechs Jahren. Grundsätzlich muss ein 3G-Nachweis vorgezeigt werden, in Hütten haben aber nur Geimpfte und Genesene Zutritt. Je nach Infektionsgeschehen können schärfere Beschränkungen gelten: Italien teilt seine Regionen in die Farben Weiß, Gelb, Orange und Rot ein. In orangefarbenen Zonen gilt die 2G-Regel, in roten Zonen müssen die Seilbahnen ihren Betrieb einstellen.

Silvester in der Karibik: Fernreisen sind möglich

Wen es jetzt so richtig ins Warme zieht, der oder die bucht eine Fernreise. Viele Urlaubsländer haben die Grenzen geöffnet, wie Mexiko oder die USA.

Aber: Oftmals dürfen nur Menschen einreisen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, beispielsweise in Kanada, USA, Singapur, Kenia oder Ecuador. Mehr und mehr Destinationen legen hier nach, du solltest dich vor Abflug also gründlich informieren. Wir haben einen weltweiten alphabetischen Überblick mit Ländern, für die du einen Impfpass benötigst.

Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Quarantäne, Corona-Testpflicht, digitale Anmeldung – die Regeln für die Einreise nach Deutschland hängen von der Einstufung der Länder in Risikokategorien ab. Daher warten viele Reisende jede Woche mit Spannung auf die Aktualisierung der Risikogebiete-Liste des Robert Koch-Institutes (RKI) nach entsprechenden Einstufungen der Bundesregierung.

Deutschland unterscheidet zwischen zwei Arten von Risikogebieten: Hochrisikogebieten und Virusvariantengebieten.

Nachweispflicht für Reisende

Generell gilt eine Nachweispflicht beziehungsweise die 3G-Regel: Alle Reisenden müssen bereits vor der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Dabei ist es egal, aus welchem Land sie kommen und mit welchem Verkehrsmittel – also ob per Flugzeug, Bus, Bahn oder Auto. Die Nachweispflicht gilt für Kinder ab zwölf Jahren.

Für Menschen, die aus einem Risikogebiet einreisen, gelten folgende verschärfte Regeln zusätzlich zur Nachweispflicht:

Digitale Anmeldung: Reisende, die aus einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet kommen, müssen sich vor der Einreise auf www.einreiseanmeldung.de registrieren.

Testpflicht: Bei der Einreise aus einem Virusvariantengebietmüssen sich Reisende ab zwölf Jahren bereits vor der Einreise auf das Coronavirus testen lassen (PCR-Test maximal 72 Stunden alt, Antigen-Schnelltest maximal 24 Stunden). Kontrolliert wird vom Beförderungsunternehmen, der Nachweis kann auch bei der Einreisekontrolle verlangt werden. Es gibt keine Ausnahmen für Geimpfte und Genesene. In Bayern gelten Sonderregeln, welche der Landkreis Augsburg erklärt.

Quarantänepflicht: Reisende, die aus einem Hochrisikogebietzurückkehren und weder geimpft noch genesen sind, müssen für bis zu zehn Tage in Quarantäne. Die Maßnahme kann in der Regel durch einen Test an Tag fünf verkürzt werden, sobald das negative Ergebnis vorliegt. Die Quarantänepflicht gilt auch für Kinder unter zwölf Jahren, endet aber automatisch nach dem fünften Tag.

​Anders sieht es nach der Einreise aus einem Virusvariantengebiet aus: Hier müssen alle Reisenden (auch Kinder) für 14 Tage in Quarantäne, ein Freitesten ist nicht möglich. Es gibt keine Ausnahmen für Geimpfte oder Genesene.