Den Eiffelturm in Paris, die Akropolis in Athen und die Freiheitsstatue sind weltbekannte Sehenswürdigkeiten – und deswegen meist von Touristen überlaufen. Wie wäre es stattdessen mit einem Besuch bei einem außergewöhnlichen Denkmal oder in dem vermutlich gefährlichsten Garten der Welt? Der reisereporter hat kuriose Orte, Statuen und Denkmäler weltweit für dich herausgesucht.

1. Der weltweit größte Käseschneider in Norwegen

In dem kleinen norwegischen Ort Ringebu im Gudbrandstal steht der weltweit größte Käseschneider. Dieser ist ganze 7,7 Meter hoch. Denn die Norwegerinnen und Norweger sind stolz darauf, dass ein Landsmann den Käsehobel erfand.

Thor Bjørklund aus Lillehammer ärgerte sich einst darüber, wie schwer es war, mit einem Messer Käse ordentlich in Scheiben zu schneiden. Also erfand der gelernte Schreiner kurzum den Käseschneider, meldete 1925 das Patent dafür an und gründete in seiner Heimatstadt ein nach ihm benanntes Unternehmen, das seitdem die Küchenhelfer herstellt.

Seit 2010 werden die Metallklingen in dem kleinen norwegischen Ort Ringebu im Gudbrandstal ausgestanzt und mit dem Holzgriff zusammengesetzt. Zum 90. Geburtstag der Firma wurde 2015 dann das Käsehobel-Denkmal in Ringebu aufgestellt. 

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2. Weißwurstäquator in Bayern

Die Weißwurst gehört zu Bayern, so wie das Franzbrötchen zu Hamburg und die Sachertorte zu Wien. Höchste Zeit also, die süddeutsche Spezialität in einem Denkmal zu verewigen, dachten sich die Bayern und errichteten einen Posten für den Weißwurstäquator. Dieser befindet sich in der Stadt Zwiesel nahe der deutsch-tschechischen Grenze. 

Der Weißwurstäquator markiert nicht nur das Verbreitungsgebiet der Spezialität, sondern auch die kulturelle Grenze zwischen Nord- und Süddeutschland. Seine genaue Lage ist nicht definiert. Manche halten aber den 49. Breitengrad für einen guten Richtwert. Dort liegt auch Zwiesel. Ähnlich wie das Nordkapp besteht auch dieses Denkmal aus einem großen Stein, auf dessen Spitze eine kleine Weltkugel thront. Für den offiziellen Charakter weht daneben die bayerische Flagge.

3. Originalgetreue Nachbildung von Stonehenge in Neuseeland

Stonehenge in England ist weltbekannt. Daher wundert es nicht, dass sich um die jahrtausendealten Steine Touristen drängen. Eine Alternative könnte der Besuch von Stonehenge Aotearoa in Neuseeland sein. Da Europa von dem Inselstaat sehr weit entfernt ist, kam die Phoenix Astronomy Society in der Region Wairarapa auf Neuseelands Nordinsel auf die Idee, für die Einheimischen Stonehenge einfach nachzubauen.

Im Gegensatz zum Original ist das Bauwerk aber intakt. Die Steine liegen nicht wild verstreut, sondern sind ordentlich in einem Kreis neben- und übereinander aufgerichtet. Im Gegensatz zum Weltkulturerbe ist es in dem Nachbau auch möglich, eine Hochzeit, Geburtstag oder eine sonstige Party zu feiern.

In Neuseeland steht dieser Nachbau von Stonehenge namens Stonehenge Aotearoa.

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4. Die Kaugummi-Wand in Seattle

Wohl jeder hat schon einmal heimlich ein benutztes Kaugummi nicht in den Mülleimer geworfen, sondern unter einen Tisch geklebt oder achtlos weggeworfen. In Seattle in den USA gibt es eine Gasse, wo diese Umweltverschmutzung zu einer Sehenswürdigkeit geworden ist. Denn dort haben Menschen ihre alten Kaugummis einfach an die Wände geklebt.

Mittlerweile sind es so viele, dass an manchen Stellen das Mauerwerk gar nicht mehr zu sehen ist. Appetitlich sieht das nicht unbedingt aus, kurios und einmalig ist es dafür umso mehr. Und wer ein Kaugummi im Mund hat, kann es gleich dalassen und das „Kunstwerk“ erweitern.

5. Friedhof für Eissorten in Vermont

Für Fans des US-amerikanischen Eisherstellers Ben & Jerry‘s könnte sich der Besuch auf dem offiziellen „Flavor Graveyard“ in Waterbury, Vermont, lohnen. Dort sind Grabsteine für alle Eissorten aufgestellt, die das Unternehmen nicht mehr produziert – inklusive Angaben darüber, wann die Sorte auf dem Markt war. Darunter finden Touristinnen und Touristen Sorten wie White Russian, Peanuts & Popcorn und Crème Brûlée.

6. Singende Straßen in den USA, Japan und Dänemark

Reisende, die einen Roadtrip durch die USA planen, sollten Albuquerque in New Mexico östlich auf der Route 66 in Richtung Tijeras verlassen. Dort gibt es einen „singenden“ Wegabschnitt. Wer die Fahrbahnschwellen überfährt und sich dabei genau an das Tempolimit von 45 Meilen pro Stunde (entspricht 72 Stundenkilometer) hält, hört die Melodie von „America the Beautiful“. Es gehört zu den beliebtesten patriotischen Liedern in den USA. Mehrmals gab es sogar Versuche, es zur Nationalhymne zu erklären.

Musikalische Straßen gibt es auch in anderen Ländern. Die erste bekannte Straße dieser Art wurde 1995 in Gylling in Dänemark von zwei Künstlern angelegt. Weitere melodische Straßen gibt es in Japan unter anderem in der Stadt Kimino in Wakayama, in Südkorea bei Anyang, in den Niederlanden bei Jelsum in Friesland und in Ungarn auf der R67 zwischen Mernye und Mernyeszentmiklós.

7. Der vermutlich tödlichste Garten der Welt

Wer einen kleinen Nervenkitzel sucht und sich für Pflanzen begeistert, sollte den „poison garden“ in Alnwick in England besuchen. „Es ist Besuchern verboten, an den Pflanzen zu riechen, sie zu berühren oder zu probieren. Gelegentlich kommt es vor, dass Personen beim Spazieren vom Inhalieren toxischer Dämpfe ohnmächtig werden“, warnen die Gartenbetreiber.

Denn in dem umzäunten Gelände, das nur mit einem Tourguide betreten werden darf, wachsen 100 verschiedene Giftpflanzen wie etwa der Blaue Eisenhut. Der Verzehr der Blätter und Beeren ist für Menschen tödlich. Im Gegensatz dazu wirkt der Riesen-Bärenklau fast harmlos. Dieser verursacht nur Verbrennungen und Blasen auf der Haut.

8. Gartenzwerge-Armee in England

Nicht nur viele Deutsche sind verrückt nach Gartenzwergen. Auch in Großbritannien sind die kleinen Modelle beliebt. Auf dem Gelände des Merry Harriers Garden Centre in West Putford tümmeln sich jetzt mehr als 1000 Zwerge und Kobolde. Mit der größten Gnom-Sammlung der Welt von 2042 Figuren schaffte es das „Gnome Reserve“ 2015 ins Guinnessbuch der Rekorde.

9. Ein Dorf voller Puppen in Japan

Etwas gruselig ist der Besuch des Dorfes Nagora auf der Insel Shikoku in Japan. Die Einwohnerin Ayano Tsukimi hat etwa 350 lebensgroße Puppen aufgestellt, die an die verstorbenen oder weggezogenen Dorfbewohner erinnern sollen. Die Nachbildungen sitzen nun an Bushaltestellen, scheinen spazieren zu gehen und lehnen an Hauseingängen. Die lebendigen Dorfbewohner sind mittlerweile deutlich in der Unterzahl.

10. Urlaub an einem radioaktiven Strand in Brasilien

Zum Begriff Radioaktivität fallen den meisten Menschen wahrscheinlich als Erstes die Atomkatastrophen von Tschernobyl oder Fukushima ein. Doch auch in der brasilianischen Küstenstadt Guarapari herrscht konstant eine hohe Strahlung, die etwa der Belastung bei einer Röntgen-Aufnahme entspricht. Diese trat jedoch nicht nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk auf. Vielmehr wird sie durch ein Mineral in dem Sand an den Stränden verursacht. 

In den 1970er-Jahren wurde dem Besuch der Strände sogar eine heilende Wirkung zugeschrieben. Diese Annahme ist längt widerlegt. Ein kurzer Strandbesuch dort hat nicht sofort schlimme gesundheitliche Folgen. Aus medizinischer Sicht sollte er aber nicht länger als ein oder zwei Tage dauern.