Ob nun der Eiffelturm, der Berliner Dom oder der Tribune Tower in den USA – sie alle sind beliebte Fotomotive weltweit. Das ist aber kein Zufall, denn sie erfüllen den Goldenen Schnitt. Das ist eine Formel, die die perfekten Proportionen und damit auch Schönheit ermittelt.

Mit dieser Formel hat Online Mortgage Advisor, eine Londoner Hypothekenberatung, die schönsten Städte weltweit ermittelt. In der Studie wurden 45 Städte untersucht. Bei ihrer Recherche verglichen sie repräsentative Gebäude und die Bauweise von Wohnstraßen und errechneten das prozentuale Verhältnis von Gebäuden mit dem Gestaltungsmerkmal Goldener Schnitt zur einfachen Bausubstanz. Wenig überraschend: Als schönste der untersuchten Städte landete Venedig auf Platz eins.

In einer zweiten Messung verglich der Hypothekenberater die Anzahl von Instagram-Posts über die Architektur der jeweiligen Stadt mit der relativen Quadratmetergröße der Stadt. Zwei Millionen Posts wurden so ausgewertet, um damit die Beliebtheit oder zumindest die Post-Dichte dieser Stadt zu ermitteln. 

Wir haben uns die Ergebnisse angesehen und stellen dir unsere Favoriten aus der Studie und ausgewählte architektonische Top-Attraktionen der Städte vor.

1. Paris und der Eiffelturm, Frankreich

Obwohl sie nicht den höchsten Schönheits-Score erreicht, führt die Stadt der Liebe die Liste mit den meisten Instagram-Einträgen zur Architektur an. 1167 Posts pro Quadratkilometer Stadt ermittelte die Studie für die Hauptstadt Frankreichs. Damit ist sie die populärste auf dem visuell geprägten sozialen Netzwerk.

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Allein der Eiffelturm kommt nach der Berechnungsgrundlage der Studie zu einem Schönheits-Score von 88,7 Prozent. In seinem Eröffnungsjahr 1889 erfüllte das Wahrzeichen der Stadt architektonisch gesehen sogar 96 Prozent des Goldenen Schnitts. Kein Wunder, dass das Bauwerk auch in der Liste der historischen Meilensteine der Ingenieurbaukunst auftaucht. Die berühmte Sehenswürdigkeit der Stadt zählt um die sieben Millionen Besucherinnen und Besucher jährlich und misst inklusive aufgesetztem Sender 324 Meter.

Der Eiffelturm in Paris erfüllt fast alle Bedingungen, um den Goldenen Schnitt zu erreichen.

2. Chicago und der Tribune Tower, USA

Auch wenn man es nicht glauben mag, weil das Gebäude kolossartig aus dem Boden hervortritt: Der Tribune Tower in Chicago erfüllt 87,2 Prozent des Goldenen Schnitts. Der 1925 erbaute Wolkenkratzer hat 34 Stockwerke und beherbergt unter anderem CNN in seinen Räumen. 141 Meter neugotische Fassade ragen hier in den Himmel.

Erbaut wurde das Hochhaus damals mit dem Ziel, das schönste Gebäude der Welt zu werden. Denn das stellte sich das Medienunternehmen Chicago Tribune 1922 beim Architekturwettbewerb für ihre neue Unternehmenszentrale vor. Eine hübsche Besonderheit des Baus: In seinen Außenmauern wurden zahlreiche Steine anderer berühmter Bauwerke aus der ganzen Welt integriert, die Korrespondentinnen und Korrespondenten der „Chicago Tribune“ lieferten.

Dank ihrer Beschriftung können die Elemente in der Außenmauer identifiziert und besichtigt werden. Unter ihnen befinden sich unter anderem Steine aus der Chinesischen Mauer, von Notre-Dame und dem Tadsch Mahal. 

Der berühmte Chicago Tower (rechts) vereint Steine berühmter anderer Bauten weltweit in seiner Außenmauer.

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3. Barcelona mit Hospital de Sant Pau, Spanien

Barcelona und seine wunderschöne Architektur landet auf Platz drei der schönsten Städte. Ein Gebäude ist dabei besonders hervorzuheben: Unglaubliche 93 Prozent des Goldenen Schnitts erfüllt der märchenhafte Bau Hospital de Sant Pau (übersetzt: Krankenhaus des heiligen Paulus). Die Krankenhausanlage von 1902 ist das Meisterwerk des Architekten Lluis Domènech i Montaner, der unter anderem auch den Palau de la Música Catalana in Barcelona entwarf.

Anstelle von Sterilität herrscht in dem Gebäudekomplex Farbe, Frische und architektonische Schönheit. Kein Wunder also, dass es auch auf der Liste des Weltkulturerbes der Unesco steht. Zu Recht wird es auch das schönste Krankenhaus des Modernismus genannt.

Auch die Gestaltung der Umgebung des Krankenhauses entsprach einem völlig neuen Ansatz: Der Fokus auf die Gesundung der Patienten, die durch fröhliche Parkanlagen gefördert werden sollte, war damals ein völlig neuer Gedanke. 

Ein Meisterwerk des Modernismus: Das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau in Barcelona.

4. Mailand mit Galleria Vittorio Emanuele II, Italien

Gleich drei italienische Städte landen bei dem Schönheitsranking auf den ersten zehn Plätzen. Nach Venedig (Platz eins) und Rom (Platz zwei) schafft es Mailand auf den zehnten Platz. Und es hat einiges zu bieten. Den höchsten Schönheits-Score der Gebäude der Stadt erhielt die Galerie Vittorio Emanuele II. Die überdachte Einkaufspassage aus dem 19. Jahrhundert wurde von Architekt Giuseppe Mengoni entworfen und nach dem König Vittorio Emanuele II benannt, der Italien geeint hatte.

Die luxuriöse Galerie im Herzen Mailands verbindet den Domplatz und die Piazza della Scala und besteht aus zwei Gängen, von denen einer 200 Meter, der andere 100 Meter lang ist. Marmor, Mosaike und Stuck verzieren das atemberaubende Bauwerk, das Dach besteht aus einer Glaskonstruktion. Dort, wo sich die Gänge treffen, ist der Blick nach oben Pflicht: Die imposante Kuppel aus Eisen und Glas auf dem 39 Meter Durchmesser großen, achteckigen Platz thront in fast 50 Metern Höhe und gibt den Blick in den Himmel frei.

Die imposante Galerie ist eine architektonische Meisterleistung. Im Inneren des Gebäudes finden sich zahlreiche hochpreisige Boutiquen.

Auch der Boden des Baus ist beachtlich. Und um den Marmorstier im Mosaik des Fußbodens der Galerie ranken sich unterschiedliche Mythen: Die einen sagen, eine Fersendrehung in der Vertiefung des Mosaiks bringe Glück, die anderen vermuten beim Tritt in das Geschlecht des Tiers eine gesteigerte Potenz. So viel Aberglaube macht durstig. Aber hier gibt es Abhilfe. Am Ausgang Richtung Domplatz befindet sich der Ort, an dem Davide Campari vor über 100 Jahren den gleichnamigen Drink erfand. Im dort befindlichen „Camparino“ kann man auf ihn und die Schönheit der Galerie anstoßen.

5. Amsterdam und der Königliche Palast, Niederlande

Mit einem von der britischen Studie ermittelten Beauty-Score von 71,7 Prozent landet Amsterdam im guten Mittelfeld. Als Paradebeispiel für den Goldenen Schnitt wird der Paleis op de Dam, der Königliche Palast, hervorgehoben. Der Palast erfüllt 87 Prozent der Schönheitsregel. Der klassizistische Bau wurde zwischen 1648 und 1665 erbaut und sollte ursprünglich als Rathaus dienen.

Spektakuläre Zahlen zum Gebäude: Getragen wird der Palast von 13.659 Holzpfählen und auf dem Dach thront Atlas mit einer 1000 Kilogramm schweren Weltkugel.

Zurückhaltende Eleganz: Der Paleis op de Dam am Abend.

Aber auch sonst lohnt sich der Blick auf die Architektur Amsterdams, denn hier treffen historische und moderne Architektur aufeinander. Schmale, hoch gebaute alte Grachtenhäuser stehen neben verglasten Neubauten. Besonders sehenswert ist der Grachtengürtel, der seit 2010 zum Unesco-Welterbe gehört. Ein weiteres Highlight sind die Giebelformen der Häuser. Durch ihre einzigartige Gestaltung und den Wechsel zwischen Glocken-, Schnabel- und Treppengiebeln ist der Blick nach oben ein Muss. 

6. Budapest und das Parlamentsgebäude, Ungarn

Die Donaumetropole wirkt wie ein Märchen aus „1001 Nacht“. Kein Wunder, dass sie bei der Suche nach der schönsten Stadt auf den vorderen Plätzen landet. Die Stadt erfüllt in ihrer Gänze 75,9 Prozent des Goldenen Schnitts. Wer Hunger auf historische Bauten hat, der kann sich daran in Budapest satt sehen. Eine der Hauptattraktionen ist mit Sicherheit das Parlamentsgebäude am Donauufer. Mit seiner Länge von 268 Metern, der 96 Meter hohen Kuppel, den zahlreichen Giebeln und 365 Türmchen ist es nicht zu übersehen und zählt mit der St.-Stephans-Basilika zu den höchsten Gebäuden der Stadt. 

Der Baustart des neugotischen Gebäudes war im Jahr 1885, 1904 wurde es fertiggestellt. Und wer bei seinem Anblick eine Art Déjà-vu-Erlebnis hat, liegt richtig: Architekt Imre Steindl orientierte sich am Westminster Palace von London

Wie im Märchen: Der Blick auf das Parlamentsgebäude von Budapest am Pester Donauufer.

7. Berlin mit dem Berliner Dom, Deutschland

Damit hätte wohl kaum einer gerechnet. Bei der Auswertung der Städte nach dem Goldenen Schnitt schaffte es auch eine deutsche Stadt ins Mittelfeld. Berlin landet mit einem Score von 71,3 Prozent auf Platz 19 und liegt damit noch im guten Mittelfeld. Im Ranking der Social-Media-Beliebtheit rund um Architekturthemen schafft die Hauptstadt Deutschlands sogar den neunten Platz. Und wer Berlin bisher als hässlich abgetan hat, sollte vielleicht noch einmal genauer hinschauen. 

Der opulente Berliner Dom am Spreeufer ist schon aus der Ferne zu erkennen.

Eine der schönsten Ecken Berlins ist die Museumsinsel, auf der ein herausragender Museumskomplex zu finden ist und der Berliner Dom thront. Der auffällige Neorenaissance-Bau im Herzen der Stadt wird von vier Türmen dominiert und fällt durch seine 100 Meter hohe Kuppel und das abschließende goldene Kreuz auch aus weiter Entfernung ins Auge. Wer den opulenten Bau an der Spree besichtigt, sollte unbedingt die 270 Stufen zum Kuppelgang erklimmen. Von hier aus haben Besucherinnen und Besucher einen wunderschönen Blick auf die Museumsinsel, die berühmte Straße unter den Linden, die Synagoge und den Gendarmenmarkt. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zum Reichstag.