„Norder neye Oog“ wurde Norderney früher genannt. Geologisch gesehen ist Norderney die jüngste der Ostfriesischen Inseln, daher der Name: Nordens neue Insel. Was viele nicht wissen: So „jung“ die Insel sein mag, so „alt“ ist ihr Nordseebad. Das wurde nämlich schon 1797 gegründet und ist somit das älteste deutsche Nordseebad. Wir verraten dir, wo du die schönsten Orte auf Norderney findest und welche Highlights du keinesfalls verpassen darfst.

Die Stadt Norderney

Norderney ist die bevölkerungsreichste der sieben Ostfriesischen Inseln. Deshalb ist die Inselhauptstadt auch urbaner. Im Westen, wo Norderney-Stadt liegt, ist die Insel am meisten bebaut. Autos sind auf Norderney erlaubt, es gibt sechs Buslinien und sogar ein Krankenhaus. Von den rund 6000 Einwohnern lebt der Großteil in und um den Kernort.

Von den rund 6.000 Einwohnern auf Norderney lebt der Großteil in und um den Kernort.

Das Inselleben spielt sich im Zentrum ab, wo sich Läden, Restaurants, Cafés und Kneipen aneinanderreihen. Auch der Hafen und das bekannte Meerwasserbad mit Thalassozentrum sind direkt in Norderney-Stadt. In unmittelbarer Nähe liegt der Weststrand, der durch die Nähe zum Ortskern mit seiner guten Infrastruktur sehr beliebt ist.

Das Inselleben spielt sich in und um Norderney-Stadt ab.

Schlenderst du durch die Stadt, kann es sein, dass du auf den Ausrufer triffst. Jeden Vormittag läutet er seine Messingglocke und versorgt Urlauberinnen und Urlauber sowie Einheimische mit lauter Stimme mit den neuesten lokalen Nachrichten und der Wettervorhersage. Dieser Beruf hat auf der Insel eine lange Tradition. Früher verkündeten Ausrufer in jeder Stadt wichtige Bekanntmachungen. Auf Norderney wurde diese Tradition im Jahr 2006 wiederbelebt.

Das Thalasso-Zentrum

Norderney hat eine lange Geschichte als Nordseebad. Der deutsche Badetourismus startete bereits im Jahr 1797, als Norderney zur ersten „königlich-preußischen Seebadeanstalt“ erklärt wurde. Seit über 200 Jahren steht somit das Meeresklima im Zentrum und die Insel hat einen großen Fokus auf Thalasso gelegt: eine uralte Heilkunde, die sich die Kraft des Meeres zunutze macht.

Auf Norderney gibt es das größte Thalassohaus Europas.

Kein Wunder, dass sich auf Norderney das größte Thalassohaus Europas befindet und zehn Thalosso-Kur-Wege, die zwischen 1,8 und 13 Kilometer lang sind, angelegt wurden. Im „bade:haus norderney“ dreht sich alles um Thalasso-Anwendungen. Außerdem gibt es einen großen Sauna- und Spa-Bereich mit mehreren kalten und warmen Bädern. Im Erlebnisbad wartet Action auf einer 60 Meter langen Rutsche und Wasserspaß im Brandungsbecken mit Meerwasser.

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Der Hafen von Norderney

Jeder, der Urlaub auf Norderney macht, kommt am Hafen an. Schon seit dem „Dreikaiserjahr“ 1888 existiert eine ganzjährige Schiffsverbindung zwischen Norddeich und Norderney. Eine Erkundungstour im Hafen lohnt sich aber nicht nur bei der Ankunft: Auf dem Gelände gibt es neben vielen Booten und Schiffen auch den Tonnenhof, das Nationalparkhaus und das Bootshaus zu sehen.

Seit 1888 existiert eine ganzjährige Schiffsverbindung zwischen Norddeich und Norderney.

Das Nationalparkhaus von Norderney

Ein Highlight auf Norderney ist das Nationalparkhaus, in dem sich alles um den Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ dreht. Nationalparkhäuser bestehen in fast allen Nationalparks in Deutschland, an der ostfriesischen Küste und auf den Inseln gibt es 13.

An der ostfriesischen Küste und auf den Inseln gibt es 13 Nationalparkhäuser.

Dort dreht sich alles um das Wattenmeer, das 2009 von der Unesco zum Weltnaturerbe gekürt wurde. Willst du auf Norderney eine Wattwanderung machen, bist du im Nationalparkhaus richtig. Alle Infos und Touren kannst du vor Ort buchen – von Familienwanderungen wie „Watt für Zwerge“ und „Watt für kleine Forscher“ bis hin zu einer Thalasso-Wattwanderung oder der Tour „Watt stadtnah“.

Norderney: Das Conversationshaus

Auf dem Kurplatz von Norderney steht einer der schönsten Profanbauten in Nordwestdeutschland. Das Conversationshaus wurde im Jahr 1840 im Stil des Klassizismus als Kurhaus errichtet. Es war zu Beginn des 19. Jahrhunderts neben der Kirche das erste große Gebäude der Insel.

Das Conversationshaus ist einer der schönsten Profanbauten in Nordwestdeutschland.

Heute befinden sich die Touristeninformation und die Stadtbibliothek im Conversationshaus und es finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie klassische Konzerte statt. Bei Schietwetter gilt die Bibliothek als Geheimtipp: Der Leseraum mit gemütlicher Sitzgruppen und Kamin ist dann besonders kuschelig!

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Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf Norderney

An Denkmälern geht man gerne mal vorbei, auf Norderney gibt es allerdings eines, bei dem sich ein zweiter Blick lohnt. Denn das Kaiser-Wilhelm-Denkmal hat eine spannende Entstehungsgeschichte: Es wurde aus gespendeten Steinen errichtet, die aus unterschiedlichen Städten Deutschlands stammen. Auf den Steinen steht die jeweilige Herkunftsstadt. So wurde zum Beispiel ein Stein der Kölner Stadtmauer dort verbaut.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde aus Steinen gebaut, die aus unterschiedlichen Städten Deutschlands stammen.

Museen auf Norderney

Norderneys langer Geschichte als Heilbad kannst du im Bademuseum auf die Spur gehen: Natürlich dreht sich vor Ort alles um die Reise- und Badekultur vergangener Zeiten. Das Museum befindet sich im ehemaligen Freibadegebäude in der Nähe des Weststrandes.

Ganz in der Nähe gibt es noch eine Dosis Inselgeschichte im Heimatmuseum Fischerhaus. Es wurde 1937 eröffnet und zeigt, wie die Insulaner einst gelebt haben, wie sich Norderney im Laufe der Jahrhunderte entwickelte und welche Bedeutung die Seefahrt und der Fischfang früher hatten.

Norderneyer Windmühle

Eine Besonderheit auf der Insel ist die Norderneyer Windmühle: Das ist die einzige Windmühle, die je auf einer ostfriesischen Insel erbaut wurde! Dabei handelt es sich um eine Kornwindmühle, die im Jahre 1862 von dem Müllermeister Ihbe Lammers Hellmers errichtet wurde. Die Mühle hat zwei Mahlsteine und konnte einst bei gutem Wind fünf Tonnen Korn am Tag verarbeiten.

Die Windmühle auf Norderney ist die einzige Windmühle, die je auf einer ostfriesischen Insel erbaut wurde.

Die Windmühle trägt den Namen „Selden Rüst“, was so viel wie „seltene Ruhe“ bedeutet. Bis 1962 wurde damit Korn verarbeitet. Heute ist in der Mühle ein Restaurant mit Teestube untergebracht.

Leuchtturm auf Norderney

Keine Nordseeinsel ohne Leuchtturm: Mit 54 Metern ist der Norderneyer Leuchtturm das höchste Bauwerk der Insel. Statt rot-weiß geringelt ist er allerdings backsteinrot. Er wurde von 1871 bis 1874 gebaut und hat eine Besonderheit: Die Leuchtfeuerlinse stammt aus Frankreich und dreht sich links herum, was in Deutschland einzigartig ist.

Der Leuchtturm von Norderney ist 54 Meter hoch.

Seit 2006 kann der Turm von April bis Oktober über 254 Stufen bestiegen werden. Bei gutem Wetter siehst du von der Aussichtsplattform die Inseln Juist, Borkum, Langeoog und Spiekeroog. Wenn Ebbe herrscht, kannst du bis zum Festland oder zu den Nachbarinseln Nessmersiel und Baltrum durch das Watt laufen.

Norderneyer Kap

In der Nähe des Kurzentrums thront das Wahrzeichen von Norderney: das Norderneyer Kap. Das Seezeichen ist eine etwa zwölf Meter hohe Bake, die 1848 von Emdener Kaufleuten in Form einer Pyramide gebaut wurde, um Schiffen bei der Orientierung zu helfen. Im Laufe der Zeit verlor das Kap allmählich seine Funktion als Erkennungszeichen für die Seefahrer, seit 1928 ist das Kap das Wahrzeichen der Insel.

Das Kap ist das Wahrzeichen von Norderney.

Marienhöhe im Westen von Norderney

Ganz im Westen von Norderney thront auf der Marienhöhe ein Pavillon, der im 19. Jahrhundert auf einer Düne errichtet wurde. Grund dafür war Heinrich Heine, der zwischen 1825 und 1827 auf Norderney weilte und seinen „Nordsee-Zyklus“ schrieb.

Die Marienhöhe ist ein Pavillon, der im 19. Jahrhundert auf einer Düne errichtet wurde.

Königin Marie von Hannover – damals ein großer Fan von Heinrich Heine – erklärte im Jahr 1851 gemeinsam mit ihrem Mann, König Georg V., Norderney zur königlichen Sommerresidenz und ließ zu Heines Ehren den Pavillon errichten. Heute befindet sich darin ein Restaurant, von dem man einen tollen Blick auf den Strand und das Meer hat.

Aussichtsdünen Georgshöhe auf Norderney

Eine der ersten Aussichtsdünen auf Norderney war die Georgshöhe am Januskopf. Benannt wurde die Stelle nach Georg V., König des Landes Hannover, der einst gerne dorthinkam, um den Weitblick zu genießen. Wo sich im Ersten Weltkrieg ein Beobachtungsposten für die Inselwehr befand, wurde 1935 eine Wetterwarte gebaut, die bis 1980 in Betrieb war.

Blick von der Georgshöhe auf den Strand.

Danach wurde die Wetterwarte in einen Aussichtspunkt in 20 Metern Höhe verwandelt, von dem du heute einen tollen Rundumblick auf die Stadt und das Meer hast. Im Jahr 2004 wurde der historische Stockanker aus der Zeit der Hanse auf der Georgshöhe aufgestellt, der an die Norderneyer Seeleute erinnern soll, die auf dem Meer ihr Leben ließen.

Der Zuckerpad von Norderney

Einer der schönsten Spaziergänge auf Norderney führt über den Dünenweg Zuckerpad, der vorbei an einer Aussichtsplattform bis zur Weißen Dünen führt. Der Name entstand angeblich zur Zeit der französischen Besatzung, als Schmuggler ihre Waren an der Wachstation vorbeischmuggelten – überwiegend Zucker.

Insel-Idylle: die Thalasso-Plattform am Dünensender.

Vorsicht: Erst seit Kurzem ist der Zuckerpad nicht mehr für den Radverkehr zugelassen. Wer trotzdem mit dem Rad erwischt wird, muss Strafe zahlen.

Oststrand Weiße Düne

Einer der schönsten Strände der Ostfriesischen Inseln liegt etwa fünf Kilometer östlich vom Stadtkern entfernt. Der Oststrand Weiße Düne trägt seinen Namen zu Recht: Es erwarten dich weite Dünen und ein weißer Sandstrand mit einer Breite von bis zu 800 Metern.

Blauer Himmel und weiße Wolkenformation über den Dünen am Ostende von Norderney.

Vor Ort gibt es eine Strandkorbvermietung, einen Kiosk und das gleichnamige Restaurant Weiße Düne. Tagsüber kannst du Ostfriesenstullen mit Seeluftschinken, regionalem Käse und Nordsee-Krabben genießen, abends verwandelt sich das Restaurant zu einem Feinschmeckerlokal.

Naturschutzgebiet: Am Südstrandpolder

Norderneys ältestes Naturschutzgebiet liegt östlich des Hafens und entstand eher zufällig. Unter Polder versteht man ein angeschlammtes Marschland, das von einem Deich umgeben ist. Der Südstrandpolder auf Norderney wurde um das Jahr 1940 aufgespült, als die Nationalsozialisten dort einen Militärflughafen errichten wollten.

Junger Austernfischer am Strand von Norderney.

Dieser wurde nie gebaut – und auf dem Gelände ließen sich immer mehr Vögel nieder, die die Gegend als idealen Brut- und Rastplatz erkannten. In den 80er-Jahren wurden dann mehrere Teiche angelegt und eine Vogelbeobachtungshütte eingerichtet. Heute gibt es hier etwa 40 Vogelarten, darunter Nachtigallen und Weihen, Bartmeisen und Rohrdommeln, Teichrohrsänger und Wasserrallen.

Wanderung zum Schiffswrack von Norderney

Am ruhigen Ostende der Insel kannst du eine der schönsten Wanderungen auf Norderney machen, die dich zu einem Schiffswrack führt. Das Wrack des Muschelbaggers wurde 1968 zum Freischaufeln eines festsitzenden Schiffes genutzt und strandete dabei selbst.

Sonnenaufgang am Wrack an der Ostspitze von Norderney.

Die Wanderung führt dich in den äußersten Inselosten. Du solltest dafür rund vier Stunden einplanen, denn die letzte Parkmöglichkeit ist am Parkplatz Ostheller. Von hier ist die Strecke etwa zehn Kilometer lang und führt vorbei an weiten Stränden, unberührten Dünen und dem Wattenmeer.