Strände mit Nordseeluft, Sanddünen mit Wüstencharakter, Teestuben mit Friesencharme: Juist ist mit seinen 16,4 Quadratkilometern Fläche zwar klein, zieht aber viele Urlauberinnen und Urlauber an. Denn das Flair im „Zauberland“, wie Juist gern bezeichnet wird, ist ein ganz besonderes. Wir haben den Plan für deinen Urlaub – mit den schönsten Sehenswürdigkeiten auf Juist.

1. Der Hauptort Juist

Juist ist eine kleine Insel, Städte gibt es nicht. Der Hauptort der Insel liegt relativ zentral in der Inselmitte und heißt Juist, wird aber auch als Dorf bezeichnet. Der Hauptort ist in die beiden Ortsteile Westdorf und Ostdorf unterteilt. Hier befinden sich die meisten Hotels, Restaurants und Läden. Highlights sind insbesondere der Kurplatz mit seinen Konzerten, der legendäre Schiffchenteich, das berühmte Strandhotel Kurhaus Juist und die 1,5 Kilometer lange Strandpromenade.

Der Kurplatz: Der Kurplatz ist das Herz im Hauptort der Insel. In den Sommermonaten finden hier regelmäßig Open-Air-Konzerte vom Juister Kurorchester statt. Rundherum befinden sich Cafés und Restaurants.

Der Schiffchenteich: Am Kurplatz befindet sich auch der Schiffchenteich. Seit Jahrzehnten treffen sich hier Insulanerinnen und Insulaner, Urlauber und Urlauberinnen, um ihre Schiffsmodelle schwimmen zu lassen. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle zu sehen, was für Groß und Klein spannend ist.

Das Strandhotel Kurhaus Juist: Das wohl auffälligste Gebäude im Ort Juist ist das Strandhotel Kurhaus Juist, das auch bekannt ist als das „Weiße Schloss am Meer“. Das palastartige Gebäude wurde 1898 eröffnet und gilt als Beispiel des Baustils der im 18. Jahrhundert beginnenden Bäderarchitektur. Ein Highlight ist die neue Glaskuppel, von der aus man einen tollen Weitblick auf Insel und Meer hat.

Das Kurhotel gilt als Beispiel des Baustils der im 18. Jahrhundert beginnenden Bäderarchitektur. 

Haus Siebje: Eines der ältesten Häuser der Insel steht auf dem Janusplatz. Das Haus Siebje wurde im Jahr 1811 erbaut und nach seinem letzten Besitzer benannt. Heute gehört das Gebäude dem Heimatverein. Am Janusplatz gibt es noch andere alte Insulanerhäuser zu sehen.

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Janusplatz: In zwei dieser Insulanerhäuser befinden sich heute beliebte Treffpunkte der Insel. Die Teestube Lüttje Teehuus und die Inselboutique befinden sich beide in restaurierten Insulanerhäusern aus dem 19. Jahrhundert.

2. Der Wasserturm von Juist

Die höchste Düne auf Juist ist 22 Meter hoch und liegt zwischen Strand und Dorf im Hauptort Juist. Hier steht der Wasserturm, der mit seinen 13 Metern alle Gebäude auf der Insel überragt.

Der Wasserturm ist mit 13 Meter Höhe das höchste Gebäude auf Juist.

Der Wasserturm wurde in den Jahren 1927/1928 gebaut und ist unverzichtbar für die Wasserversorgung der Insel. Besichtigen kannst du den Wasserturm nicht, dafür gibt es nur zehn Meter entfernt eine Aussichtsdüne am Haus des Kurgastes.

3. Der Hafen von Juist

Im Süden vom Hauptort liegt der Hafen von Juist. Hier kommt jede und jeder an, die oder der Urlaub auf der Insel macht. Die Ankunft der Fähren ist tideabhängig. Kommt eine Fähre an, tummeln sich zahlreiche Pferdekutschen im Hafen, um Gästinnen und Gäste abzuholen, denn Juist ist eine autofreie Insel. Menschen, Koffer und Waren werden in Kutschen transportiert. Nur Rettungsdienste und die Post dürfen Autos benutzen.

Jeder Urlauber kommt im Hafen von Juist an.

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Im linken Bereich des Hafens liegt der Sportboothafen, im Hintergrund die Seebrücke mit dem neuen Symbol von Juist: 2008 wurde ein 17 Meter hohes Seezeichen errichtet, das die Form einer im Strom treibenden Boje hat. Die ursprünglichen Wasserzeichen von Juist befinden sich an den Randdünen: an der Bill im Westen und am Kalfamer im Osten. Seezeichen bestehen aus einem circa vier Meter hohen Stahlgerüst, das wie ein spitzwinkeliges Dreieck aussieht, auf dem höchsten Punkt sind je zwei Quadrate angebracht. Vorbeifahrende Schiffe erkennen daran, ob sie sich im Westen oder Osten der Insel befinden.

4. Leuchtturm Memmertfeuer

Vor den Hafenanlagen thront der Leuchtturm Memmertfeuer. Der Leuchtturm ist kein historisches Gebäude, sondern wurde erst Anfang der Neunzigerjahre erbaut. Stattdessen gab ab 1939 einen Leuchtturm auf der kleinen Vogelinsel Memmert vor Juist. Über die Jahrzehnte und wegen der Erosion der Vogelinsel stand der Leuchtturm im Wasser und konnte nicht weiterbetrieben werden.

1990 wurde sein Leuchtfeuer geborgen und dann später im neuen Leuchtturm Memmertfeuer auf Juist eingebaut. Der Leuchtturm steht aber auf der Wattseite und strahlt nicht aufs Meer: Da das Licht des Memmertfeuers nicht der Schifffahrt dienen darf, leuchtet er auf das Land der Insel.

5. Das Dorf Loog

Ebenfalls in der Inselmitte, etwa 2,5 Kilometer westlich vom Hauptort, liegt der zweite Ort auf Juist. Loog bedeutet auf Friesisch Dorf. Hier geht es gemächlicher zu als in Juist, da alles kleiner ist, es ist aber alles da, was du im Urlaub brauchst: Ferienwohnungen, Supermarkt, Teestube und natürlich auch der Strand von Loog.

Ostfriesenhäuser mitten in der Natur.

Sehenswert in Loog ist das Küstenmuseum, in dem es auf über 500 Quadratmetern elf Themenräume gibt. Hier dreht sich alles um die Geschichte der Insel: um Seefahrt, Seenot, Strandungen und dramatische Rettungen. Das Museum wird aktuell renoviert und öffnet wieder im Sommer 2022.

6. Der Hammersee

Nicht weit von Loog entfernt liegt der Hammersee, der eine spannende Geschichte hat. Als 1651 die Petri-Sturmflut Juist westlich von Loog entzweiriss, entstand eine Bucht. Erst 1932 wurden die getrennten Inselteile durch einen Dünendeich wieder miteinander verbunden.

Im Laufe der Zeit nahm der Salzgehalt des Wassers ab – so entstand der größte Süßwassersee aller Ostfriesischen Inseln. Heute kannst du den See umwandern, dafür brauchst du eine gute Stunde.

Das Billriff

Einer der beliebtesten Orte auf Juist liegt im Westen der Insel: Das Billriff ist eine Sandbank, an der Nordsee und Wattenmeer zusammentreffen. Der Namen entstand vermutlich aufgrund der runden Form des Sandriffs: Das friesische Wort „Bille“ bedeutet so viel wie „Gesäßbacke“. Herrscht Ebbe, breitet sich eine gigantische Sandwüste in der Nordsee aus.

Das Billriff ist eine Sandbank, an der sich Nordsee und Wattenmeer begegnen.

Das Billriff gehört zur Schutzzone 1 des Nationalparks. Das meint eine Ruhezone, die nicht betreten werden darf. Du kannst aber entlang der Wasserkante an der Nordseite bis zum Inselende hin- und zurückwandern. Eines der beliebtesten Restaurants auf Juist liegt ganz in der Nähe vom Billriff: die Domäne Bill. Das Lokal befindet sich in einem ehemaligen Bauernhof und ist berühmt für seine Rosinenstuten.

7. Das Wäldchen

Strand und Dünen sind auf Juist allgegenwärtig, dafür sind Bäume eine Seltenheit. Denn da die Insel lang und schmal ist, ist sie ständig Wind ausgesetzt. Das macht es so gut wie unmöglich, dass Bäume hier wachsen.

Der knorrige Wuchs der Bäume auf Juist ist eine Besonderheit.

Der Naturforscher Otto Leege versuchte es trotzdem und legte westlich des Hammersees eine Anpflanzung besonders windharter Pflanzen an. Heute wachsen in dem Naturschutzgebiet seltene Bäume wie Schwarzerlen und Karpatenbirken. Wegen des Winds ist ihre Form einzigartig und der knorrige Wuchs der Bäume eine Besonderheit.

8. Der Otto-Leege-Lehrpfad

In Erinnerung an den Naturforscher Otto Leege wurde in den Juister Ostdünen zwischen der Wilhelmshöhe und den Goldfischteichen der Otto-Leege-Lehrpfad angelegt. Auf dem ökologisch-künstlerisch gestalteten Weg lernt man vieles über die Zusammenhänge auf einer Düneninsel.

Der Otto-Leege-Pfad wurde nach dem Naturforscher und Vater der Vogelinsel Memmert benannt.

Von einer Aussichtsplattform an der Flugplatzstraße mit weitem Blick über Salzwiesen, Watt und Festlandküste führt die Route über die Jaguar-Straße zu den Goldfischteichen und zu einer Hütte, in der man viel über Otto Leege erfährt. Von dort geht man durch eine typische Dünenlandschaft bis zu den nördlichen Randdünen, unterwegs stehen viele Informationstafeln und verschiedene Kunstwerke.

9. Der Kalfamer

Der Osten von Juist gilt als die ruhigste Ecke der Insel. Auch hier dehnen sich Sandflächen aus, es ist aber grüner als im Westen. So entstand auch der Name, den das Gebiet trägt: Kalfamer. Das friesische Wort „Kalv“ für „Kalb“ und das Wort „Hammer“, das eine niedrig gelegene feuchte Wiese meint, ergeben zusammen Kalfamer: Kälberwiese.

Der Kalfamer im Osten von Juist ist besonders ruhig.

85 Prozent von Juist stehen unter Naturschutz. Am Kalfamer gibt es deshalb nur einen Weg durch die Wiesen, denn unzählige Vögel nutzen die Natur als wichtige Brut- und Raststätte. Damit sie nicht gestört werden, darf der Kalfamer von April bis Oktober nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Von November bis März kannst du allein über den markierten Rundweg wandern, zur Orientierung dienen grüne Pflöcke. Da sich die meisten Touristinnen und Touristen auf die Bill konzentrieren, hast du im Osten immer mehr Ruhe.

10. Das Wattenmeer

Juist ist Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der sich an der Südküste erstreckt. Einige Bereiche der Insel gehören zur „Ruhezone“ des Nationalparks. Diese Dünenzonen dürfen nicht betreten werden, andere Teile nur zu bestimmten Zeiten. Denn jedes Jahr machen mehrere Millionen Zugvögel Rast im Wattenmeer, um sich auf ihren Rückflug in den Süden vorzubereiten. Südlich von Juist liegt die 5,2 Quadratkilometer große Vogelinsel Memmert. Hier lebt lediglich ein Vogelwart.

Viele Infos über das Watt gibt es im Nationalparkhaus Wattenmeer. Hier kannst du auch Wattwanderungen, vogelkundliche Beobachtungen und naturkundliche Führungen buchen, es gibt auch Ausflugsfahrten auf die Vogelinsel Memmert.