Das Adjektiv „sandig“ könnte für Juist erfunden worden sein. Denn die Insel entstand als Aufsandung auf Resten des nacheiszeitlichen Festlandes. Weil der Sand die Böden dominiert, entstand auch der Name: Im Friesischen bedeutet „güst“ unfruchtbar.

Heute ist Juist eine beliebte Urlaubsinsel und auf einer Fläche von 16,4 Quadratkilometern das Zuhause von rund 1150 Einwohnerinnen und Einwohnern. Juist ist 17 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle nur 500 Meter breit. Wir haben den Überblick über die Insel – von den zwei Orten in der Inselmitte bis zur Waterkant.

Der Hauptort der Insel liegt relativ zentral in der Inselmitte und heißt Juist.

Orte auf Juist: Das Dorf in der Inselmitte

Juist ist eine kleine Insel, Städte gibt es nicht. Der Hauptort der Insel liegt relativ zentral in der Inselmitte und heißt Juist, wird aber auch als Dorf bezeichnet. Der Hauptort ist in die beiden Ortsteile Westdorf und Ostdorf unterteilt. Hier befinden sich die meisten Hotels, Restaurants und Läden. Highlights sind insbesondere der Kurplatz mit seinen Konzerten, der legendäre Schiffchenteich, das berühmte Strandhotel Kurhaus Juist und die 1,5 Kilometer lange Strandpromenade.

Das auffälligste Gebäude auf Juist ist das Strandhotel Kurhaus Juist.

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Im Süden vom Hauptort liegt der Hafen von Juist. Hier kommen alle an, die Urlaub auf der Insel machen. Die Ankunft der Fähren ist tideabhängig. Kommt eine Fähre an, tummeln sich zahlreiche Pferdekutschen im Hafen, um Gästinnen und Gäste abzuholen, denn Juist ist eine autofreie Insel.

Im linken Bereich des Hafens liegt der Sportboothafen, im Hintergrund die Seebrücke mit dem neuen Symbol von Juist: 2008 wurde an der Hafeneinfahrt ein 17 Meter hohes Seezeichen errichtet, das die Form einer im Strom treibenden Boje hat. Vor den Hafenanlagen thront der Leuchtturm Memmertfeuer. 

Der Hauptort auf Juist ist in die Ortsteile Westdorf und Ostdorf unterteilt. 

Orte auf Juist: Loog westlich der Inselmitte

Ebenfalls in der Inselmitte und etwa 2,5 Kilometer westlich vom Hauptort liegt der zweite Ort auf Juist. Loog bedeutet auf Friesisch Dorf. Hier geht es gemächlicher zu als in Juist, da alles kleiner ist, es ist aber alles da, was du im Urlaub brauchst: Ferienwohnungen, Supermarkt, Teestube und sogar das Küstenmuseum. Und natürlich ist auch der Strand von Loog ein beliebter Treffpunkt.

Ostfriesenhäuser mitten in der Natur.

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Nicht weit von Loog entfernt liegt der Hammersee, der eine spannende Geschichte hat. Als 1651 die Petri-Sturmflut Juist westlich von Loog entzweiriss, entstand eine Bucht. Erst 1932 wurden die getrennten Inselteile durch einen Dünendeich wieder miteinander verbunden. Im Laufe der Zeit nahm der Salzgehalt des Wassers ab – so entstand der größte Süßwassersee aller Ostfriesischen Inseln. Heute kannst du den See umwandern, dafür brauchst du eine gute Stunde.

Juist ist eine autofreie Insel, dafür gibt es viele Kutschen.

Das typische Fortbewegungsmittel auf Juist sind übrigens Pferdekutschen. Die Insel ist autofrei, stattdessen wird auf Pferdekraft gesetzt. Im Urlaub lohnt es sich zudem, ein Fahrrad auszuleihen und Juist so zu erkunden.

Orte auf Juist: Billriff im Westen

Einer der beliebtesten Orte auf Juist liegt ganz im Westen der Insel: Das Billriff ist eine Sandbank, an der Nordsee und Wattenmeer zusammentreffen. Der Name entstand vermutlich aufgrund der runden Form der Sandbank: Das friesische Wort „Bille“ bedeutet so viel wie „Gesäßbacke“. Herrscht Ebbe, breitet sich eine gigantische Sandwüste in der Nordsee aus.

Nur 800 Meter entfernt liegt eine weitere Sandbank: die unbewohnte Kachelotplate, die 1,7 Quadratkilometer groß und nur per Boot erreichbar ist. 

Am Billriff treffen Nordsee und Wattenmeer aufeinander.

Das Billriff gehört zur Schutzzone 1 des Nationalparks. Das meint eine Ruhezone, die nicht betreten werden darf. Du kannst aber entlang der Wasserkante an der Nordseite bis zum Inselende hin- und zurückwandern.

Eines der beliebtesten Restaurants auf Juist liegt ganz in der Nähe des Billriffs: die Domäne Bill. Das Lokal befindet sich in einem ehemaligen Bauernhof und ist berühmt für die Rosinenstuten: ein süßes Weißbrot mit Rosinen, das auch zu pikanten Zutaten wie Leberwurst oder Käse schmeckt.

Blick auf das Restaurant am Billriff.

Orte auf Juist: Kalfamer im Osten

Der Osten von Juist gilt als die ruhigste Ecke der Insel. Auch hier dehnen sich Sandflächen aus, es ist aber grüner als im Westen. So entstand auch der Name, den das Gebiet trägt: Kalfamer. Das friesische Wort „Kalv“ für „Kalb“ und das Wort „Hammer“, das eine niedrig gelegene feuchte Wiese meint, ergeben zusammen Kalfamer: Kälberwiese.

Wolken spiegeln sich im seichten Wasser auf Juist.

Naturschutz auf Juist

85 Prozent von Juist stehen unter Naturschutz. Am Kalfamer gibt es deshalb nur einen Weg durch die Wiesen, denn unzählige Vögel nutzen die Natur als wichtige Brut- und Raststätte. Damit sie nicht gestört werden, darf der Kalfamer von April bis Oktober nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Von November bis März kannst du allein über den markierten Rundweg wandern, zur Orientierung dienen grüne Pflöcke. Da sich die meisten Touristinnen und Touristen auf die Bill konzentrieren, hast du im Osten immer mehr Ruhe.

Der Kalfamer im Osten von Juist ist besonders ruhig.

Wattenmeer im Süden

Juist ist Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der sich an der Südküste erstreckt. Einige Bereiche der Insel gehören zur „Ruhezone“ des Nationalparks. Diese Dünenzonen dürfen nicht betreten werden, andere Teile nur zu bestimmten Zeiten. Denn jedes Jahr machen mehrere Millionen Zugvögel Rast im Wattenmeer, um sich auf ihren Rückflug in den Süden vorzubereiten.

Muschel im Wasser und Spaziergänger im Watt auf der Nordseeinsel Juist.

Südlich von Juist liegt die 5,2 Quadratkilometer große Vogelinsel Memmert. Hier lebt lediglich ein Vogelwart. Vom Leuchtturm Memmertfeuer, der im Süden vom Hauptort liegt, kannst du die Insel sehen. Der Leuchtturm ist kein historisches Gebäude, sondern wurde erst Anfang der Neunzigerjahre erbaut. Zur Orientierung nutzten die Schiffe die Leuchtfeuer der benachbarten Inseln Norderney und Borkum.