Wenn wir an traumhafte Naturkulisse, schöne Strände und kristallklares Wasser denken, schweifen unsere Gedanken gern zu fernen Zielen. Doch Moment: Solche idyllischen Plätze finden sich auch vor der eigenen Haustür. Manches Bundesland hat sogar eine eigene Karibik zu bieten.

Wir stellen sieben Seenparadiese vor, die allesamt in Deutschland liegen und das Prädikat „Besonders se(h)enswert!“ verdienen. Und wer danach Feuer gefangen hat, kann sich auf Entdeckungsreise zu Deutschlands unbekannten Seen machen und noch mehr traumhaftes Nass erkunden.

1. Walchensee in Bayern

Der Walchensee 75 Kilometer südlich von München ist ein Traum für Schwimmer, Paddlerinnen und Natur-Fans. Zu Recht wird der Alpensee mit der fast surreal wirkenden Bergkulisse des Karwendelgebirges im Hintergrund auch als Karibik von Bayern betitelt. Der See ist bis zu 190 Meter tief und zählt zu den größten Alpenseen Deutschlands.

Im Sommer lockt der türkisgrüne Walchensee Wassersportlerinnen und Wassersportler an, aber auch im Herbst ist er einen Besuch wert. Dann nämlich leuchtet das Ufer in allen Farben. Indian Summer in Bayern sozusagen. Der See diente auch der Filmbranche schon mehrfach als Kulisse. Zum Beispiel für den Film „Wickie und die starken Männer“ oder jüngst im Dokumentarfilm „Walchensee Forever“.

Dieser Anblick versprüht karibisches Flair: Boote am Südufer vom Walchensee.

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2. Steinhuder Meer in Niedersachsen

Er ist einer der größten Seen im Nordwesten Deutschlands und der größte Niedersachsens: das Steinhuder Meer in der Nähe von Hannover. Auch hier werden Aktivitäten wie Wassersport großgeschrieben, und wer möchte, kann den See auf einem 32 Kilometer langen Radweg erkunden und umrunden.

Inmitten des Steinhuder Meeres liegt die malerische Insel Wilhelmstein, die per Boot erreichbar ist. Doch auch die Lage des Sees macht eine Auszeit perfekt. Umgeben von einem 420 Quadratkilometer großen Naturpark beeindruckt nicht nur der glitzernde See, sondern auch die Moorflächen, Dünen und Erlenwälder sind ein Hingucker.

Zur blauen Stunde wirkt der See geradezu mystisch.

3. Mummelsee in Baden-Württemberg

Der Mummelsee ist ein Kleinod im Schwarzwald auf 1000 Höhenmetern: 3,7 Hektar groß und 18 Meter tief. Er gehört zu den Karseen des Schwarzwalds. Darunter versteht man stille, dunkle Seen, umgeben von steilen Berghängen. Karseen sind ein Überbleibsel der letzten Eiszeit.

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Und das nasse Vergnügen Mummelsee liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße zu Füßen der Hornisgrinde, des größten Bergs des Nordschwarzwaldes. Der Name Mummelsee geht auf weiße Seerosen zurück, die im Volksmund Mummeln genannt werden. Was genau dahintersteckt, erklärt sich in einer traurigen Sageüber den See, in der eine Seejungfrau (Mümmlein) für ihre Liebe stirbt.

Kein Wunder, dass sich Sagen, um ihn ranken: Der mystische Mummelsee im Schwarzwald.

4. Großer Plöner See in Schleswig-Holstein

Er ist der zehntgrößte See Deutschlands und bis zu 56 Meter tief. Der See verfügt über 15 Badestellen, eine der schönsten ist der Sandstrand auf der Landzunge der Prinzeninsel. Am Nordufer des größten Sees Schleswig-Hosteins befindet sich die Stadt Plön, deren Schloss majestätisch auf den See hinabbblickt.

Den Großen Plöner See prägt sein tiefes Blau, 2020 wurde der See zusammen mit den anderen Seen der Holsteinischen Schweiz vom Global Nature Fund als „Lebendige Seen“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung gilt als Würdigung der beeindruckenden Natur und der Bemühungen um nachhaltigen Tourismus.

Der Große Plöner See mit dem Plöner Schloss im Hintergrund ist ein Natur-Highlight in Schleswig-Holstein.

5. Schaalsee in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

Nur 62 Kilometer Luftlinie von Hamburg und 32 Kilometer von Schwerin entfernt liegt der traumhaft schöne See inmitten einer grünen Oase. Der See gehört zu dem Unesco-Biosphärenreservat, das ein 310 Quadratkilometer großes Schutzgebiet aus Mooren, Seen, Feldern und Wäldern umfasst. Der 24 Quadratkilometer große Schaalsee bildet den Mittelpunkt.

An ausgewählten Stellen ist das Baden in dem bis zu 70 Meter tiefen See erlaubt und am besten lässt er ​sich per Boot erkunden. Neben der Annäherung über das Wasser können auch Formen mit tierischer Unterstützung gewählt werden: In der Umgebung sind Eselwanderungen sowie Ausritte zu Pferd möglich.

Der wunderschöne Schaalsee wurde als naturgeprägte Kulturlandschaft ausgezeichnet.

6. Sylvensteinsee in Bayern

Beim Blick auf den Sylvensteinsee kommt ganz schnell der Gedanke auf, in Norwegen zu sein. Aber falsch, es dreht sich mal wieder um atemberaubende Natur in Bayern. Die nahezu komplett unverbaute Landschaft rund um den See verleiht dem Anblick ein Gefühl maximaler Weite. Zu schön, um wahr zu sein? Ein bisschen schon.

Denn natürlich entstanden ist der See nicht. Es handelt sich um einen künstlichen Stausee, der von 1954 bis 1959 angelegt wurde. Der See besteht aus glasklarem Bergwasser, baden ist erlaubt und viele Kiesstrände laden dazu ein. Um den gefluteten Talboden überqueren zu können, wurde die Sylvensteinsee-Brücke gebaut. Sie gehört zu den beliebtesten Fotomotiven rund um das Gebiet.

Die Sylvensteinsee-Brücke ist ein beliebtes Fotomotiv.

7. Bergsee am Meisterstein in Nordrhein-Westfalen

Nein, wir sind nicht in Kroatien, auch wenn es so aussieht. Steile Felswände rahmen den türkisblauen See, der um 1930 im Zuge des Diabasabbaus entstanden ist, ein. Der mit Grund- und Regenwasser gefüllte See ist zwischen sieben und neun Metern tief und bei dem Blick auf den See ist an manchen Stellen Vorsicht angesagt, denn nicht alle Steilwände sind gesichert.

Frei zugänglich ist der See leider nicht und schwimmen somit nicht möglich. Der direkte Zugang zum Gewässer und zu den Felswänden ist nur bestimmten Personen gestattet: Mitglieder des Deutschen Alpenvereins und von IG Klettern dürfen die Kletterbereiche nutzen.

Trotzdem lohnt sich ein Besuch des Gebietes, um einen Panoramablick zu erhaschen. Denn auch, wer die Umgebung des Sees wandernd oder per Bike erkundet, ist begeistert. So schwärmt ein User namens Mark auf der Routenplan-App Komoot: „Wahnsinn… wie in den Winnetou-Filmen.“