Eine triefende Nase und ein Kratzen im Hals sind Vorboten einer Erkältung oder gar einer Grippe. Vor allem im Winter gilt es, das Immunsystem zu stärken. Draußen wenigstens ein bisschen Sonne einfangen, Bewegung, viel trinken und Omas bewährte Hühnersuppe sind hierzulande Klassiker.

Rund um die Welt gibt es aber noch ganz unterschiedliche Tipps und Tricks, um Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen zu lindern. Hier kommen zehn Hausmittel, die sich bewährt haben.

Goldene Milch aus Indien

Die Kurkumawurzel gibt es auch in deutschen Einkaufsmärkte im Gemüseregal – vielleicht findet sie auch einmal den Weg in deinen Einkaufswagen? In Indien schwören die Bewohnerinnen und Bewohner seit langer Zeit auf die heilenden Kräfte der Knolle: Sie soll verdauungsfördernd und entzündungshemmend sein. Auch bei Stress soll die Wurzel helfen. Ideal also, um das Immunsystem zur kalten Jahreszeit in Schwung zu bringen, wie die Ergo-Reiseversicherung schreibt.

In Indien wird Kurkuma gern in Form von Goldener Milch getrunken – dazu musst du nur eine frische Kurkumawurzel reiben und mit heißer Milch verrühren. Du kannst auch bereits fertig geriebenes Pulver nutzen, wenn es zum Beispiel auf der Arbeit schnell gehen muss. Auch Ingwer kannst du noch beimischen. 

Übrigens: Die Neuseeländer schwören auf Honig-Fenchel-Milch, um der Erkältung den Kampf anzusagen.

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Heiße Seealgen aus Südkorea

Ein Trend aus dem asiatischen Raum sind Algen, die hier als echtes „Superfood“ gelten; nicht zuletzt aufgrund ihrer heilenden Wirkung. In Südkorea gilt die Suppe Miyeok Guk als Kampfansage an Erkältungssymptome. Dabei wird neben Algen (Miyeok oder Wakame), die du in vielen Asia-Shops kaufen kannst, Rinderfilet, Sojasoße, Knoblauch, Sesamöl, Pfeffer und Meersalz zusammengemixt.

Die Algen bekommst du in den meisten Asia-Shops unter dem Namen Wakame oder Miyeok.

So entsteht eine reichhaltige Kombination aus Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren, Kalzium und Jod sowie den wichtigen Vitaminen B1 und B3, die dein Immunsystem auf Vordermann bringt. Tipp: Die leckere Suppe kannst du auch vorkochen und sie bei der Arbeit aufwärmen, um dir in der Mittagspause etwas Gutes zu tun und Zeit zu sparen.

Nasentropfen aus Knoblauch – Russland

Zugegeben: Nasentropfen aus Knoblauch hören sich erst mal etwas gewöhnungsbedürftig an. Aber in Russland schwört man auf die antivirale, antibakterielle und desinfizierende Wirkung der Knolle. Um die Tropfen selbst herzustellen, brauchst du gepresste Knoblauchzehen und Musselinstoff, durch den du den Saft filterst. Das Filtrat vermischst du dann mit der doppelten Menge gefilterten Wassers. Durch das Pressen entsteht scharfes Allicin, das die Nase bei einem Schnupfen wieder so richtig frei machen soll.

Knoblauch ist für seine heilende Wirkung weltweit bekannt – in Russland und Serbien kommt die Knolle auch bei Schnupfennasen zum Einsatz.

Hartgesottene können sich alternativ auch direkt zwei Knoblauchzehen in die Nase stecken und ungefähr zehn Minuten warten, bis das Sekret von allein aus der Nase läuft – dieses Hausmittel hat seinen Ursprung in Serbien. Die ätherischen Öle der Knolle reizen die Schleimhäute und machen sie so wieder frei. Aber Vorsicht: Bitte nicht zu tief in die Nase stecken!

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Zwiebel-Honig aus der Dominikanischen Republik

Diesen Tipp kennst du vielleicht noch von deinen Großeltern – Honig als gesunde Alternative zum klassischen Hustensaft. Er schmeckt nicht nur lecker, sondern wirkt beruhigend und schleimlösend. In der Dominikanischen Republik kombiniert man diesen Effekt mit der antibakteriell wirkenden Zwiebel.

Nicht jedermanns Geschmack, aber wirksam gegen Erkältungen und Halsschmerzen: Zwiebel-Honig.

Um diesen Zwiebel-Honig selbst herzustellen, füllst du ein Einmachglas mit Honig und fügst geschälte Zwiebeln – geschnitten oder ganz – bei. Nachdem das Gemisch eine Weile geruht hat, solltest du bis zu viermal pro Tag einen Esslöffel davon zu dir nehmen, um das Immunsystem auf Vordermann zu bringen und das Kratzen im Hals zu bekämpfen. Wer mag, kann auch noch Knoblauch oder Vitamin-C-haltige Zitrone beifügen. Guten Appetit!

Tamagozake aus Japan

Eier und Alkohol gegen Erkältungsbeschwerden? In Japan erfreut sich das Erkältungsgetränk Tamagozake großer Beliebtheit. Dabei sind die drei Hauptbestandteile Sake, Ei und Honig. Sake fördert aufgrund seiner Nährstoffe eine gesunde Verdauung und stärkt mit Selen die Abwehrkräfte. Dazu kommen die proteinreichen Eier, die aufgrund ihrer gesunden Fette und zahlreichen Vitamine, Zink und Folsäure echte Allrounder im puncto Gesundheit sind. Der Honig ist in Japan bekannt für seine schleimlösende Wirkung, außerdem soll er antibakteriell wirken und das Immunsystem stärken.

Um deinen eigene Tamagozake herzustellen, musst du ein Ei aufschlagen und in einem Topf verquirlen. Anschließend kommt der Reiswein Sake hinzu, und sobald das Gemisch beim Erwärmen cremig und schaumig wird, rührst du noch den Honig unter. Prost oder besser: Kampai!

Schwarzer-Rettich-Saft aus Ägypten

In Ägypten gibt es ein Rezept gegen Erkältungssymptome, das sich bereits gut 4600 Jahre bewährt haben soll. Damals hat ein ägyptischer Priester der Sage nach Arbeitern während des Pyramidenbaus bei Beschwerden Zwiebel, Knoblauch und Schwarzen Rettich empfohlen. Auch in Mitteleuropa ist Schwarzer-Rettich-Hustensaft als Heilmittel seit langer Zeit bekannt.

Reich an Vitamin C: Der schwarze Rettich bringt dich gut versorgt durch die Erkältungszeit.

Der Rettich ist reich an Vitamin C und stärkt so dein Immunsystem. Um dein eigenes Hustenmittel herzustellen, höhlst du die Rübe aus und füllst Honig hinein. Dann lässt du sie mehrere Stunden ziehen, bohrst anschließend den Rettich unten an und kommst so an den süßlich-scharfen Sirup. In dieser Variante ist der Saft auch für Kinder empfehlenswert. Alternativ kannst du auch noch Zwiebeln und Knoblauch beimischen.

Hot Toddy aus England

In England wird der Erkältungsdrink mit einer ordentlichen Portion Genuss kombiniert. Der Hot Toddy ist eine Alternative zur üblichen Tasse Tee: ein Mix aus Whisky, Zitrone, heißem Wasser und Honig.

Ein warmer Hot Toddy stärkt nicht nur in England die körpereigene Abwehr und schmeckt auch noch lecker.

Der Hot Toddy lässt sich schnell herstellen: Eine halbe Zitrone auspressen, zwei Esslöffel Whisky und Honig in einer Tasse zusammenmischen und mit heißem Wasser auffüllen. Sobald sich der Honig beim Umrühren aufgelöst hat, gibst du die Zimtstange hinzu und kannst das Heißgetränk genießen. Cheers!

Chili-Suppe aus Thailand

In Thailand herrscht zwar, anders als bei uns, tropisches Klima, aber auch dort sind Erkältungssymptome nicht unbekannt. Bekämpft werden sie mit einer heißen, wohltuenden Suppe – nur ist diese ein bisschen schärfer als die altbekannte Hühnersuppe und heißt Tom-Yam.

Tom-Yam ist nicht nur gesund und wohltuend, sondern auch richtig lecker.

Ihren säuerlich-scharfen Geschmack verdankt die Suppe einerseits der Chili, andererseits Limonensaft und Zitronengras. Außerdem kannst du die Brühe mit Pilzen, Gemüse, Kräutern, Garnelen oder Fisch zubereiten. Die anästhesierende Wirkung der Chili ist hilfreich bei Halsbeschwerden, während Vitamin C und die wohltuende Brühe als Entzündungshemmer dich gut gerüstet durch die Erkältungszeit bringen.

Knoblauchtee aus Mexiko

In Mexiko wird auf Tee gesetzt, und zwar mit Knoblauchgeschmack. Dieser soll Infektionen bekämpfen und durch die Schnupfenzeit helfen. Um ihn herzustellen, wird zunächst ein Vitamin-C-haltiger Zitronentee aufgebrüht, der anschließend mit entzündungshemmendem Knoblauch und Zwiebeln angereichert wird.

Wenn du nach dem Teetrinken noch ein Date hast, solltest du vielleicht besser auf Zimttee umsteigen. Auch diese Variante ist in Mexiko sehr beliebt. Die entzündungshemmende Wirkung des Zimts wird unterstützt durch wohltuenden Honig, beides wird mit heißem Wasser aufgebrüht.

Reisbrei zum Frühstück – China

So wie einige Kinder in Deutschland das Weite suchen, wenn Haferschleim oder Porridge auf dem Frühstückstisch stehen, könnte es in China bei Congee ablaufen. Der chinesische Reisbrei besteht hauptsächlich aus Wasser und Reis und ist somit nicht gerade eine Geschmacksexplosion. Etwas mehr Würze erhältst du, wenn du eine Brühe anstelle von Wasser nimmst. Aber: Diese Speise ist ausgesprochen bekömmlich und in der Ayurveda-Lehre als Heilbrei bekannt.

Congee ist sozusagen die chinesische Alternative zum Haferschleim – gesund, aber erstmal nicht wirklich lecker.

Er enthält alle wichtigen Nährstoffe und kann bei Erkältungsbeschwerden mit süßem oder herzhaftem Obst gepimpt werden – so wird das Immunsystem auch noch optimal mit wichtigen Vitaminen gestärkt.