Reisewarnungen, Einreiseverbote und Quarantäneregelungen: Die anhaltende Corona-Pandemie hat das Reiseverhalten vieler Menschen stark beeinflusst. Gleichzeitig hatte sie auch Auswirkungen aufs Klima – und zwar auch positive. Beispielsweise enthielt die Luft in Europa und China lange weniger CO2, in Venedig klarte das Wasser in den Kanälen ohne Touristenboote auf und in Küstenregionen tummelten sich wieder Delfine.

Positive Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Klima zeigt auch eine gemeinsame Analyse der Plattformen „billiger-mietwagen.de“ und „Holidu“. Die beiden Unternehmen haben den CO2-Ausstoß bei der Anreise zum Urlaubsort berechnet. Dafür wurden rund zwei Millionen Mietwagentage sowie knapp drei Millionen Übernachtungen aus dem Sommer 2019 sowie 2021 analysiert. Das Ergebnis: Die CO2-Emissionen haben sich deutlich reduziert. 

CO2-Ausstoß bei Anreise zu einer Ferienunterkunft 23 Prozent geringer als 2019

Durch die Beschränkungen weltweit liegt das Reisen im eigenen Land während der Corona-Pandemie im Trend. Zwar waren laut „Holidu“ Ferienunterkünfte in Deutschland bereits vor der Pandemie beliebt, doch während dieser stieg der Anteil der Buchungen von 71 Prozent auf 83 Prozent. Durch die kürzeren Anreisewege innerhalb Deutschlands ist auch der CO2-Ausstoß pro Reise zu einer Ferienwohnung oder zu einem Ferienhaus geringer. 

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Die Analyse zeigt: Während im Jahr 2019 durchschnittlich 236 Kilogramm CO2 bei der Anreise mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug zu einer Ferienunterkunft anfielen, lag der Wert 2021 bei 192 Kilogramm. Das liegt 23 Prozent unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Insgesamt verringerte sich die durchschnittliche Distanz zwischen Wohnort und Ferienunterkunft zwischen 2019 und 2021 um 20 Prozent, von 1475 Kilometer auf 1184 Kilometer.

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Im Durchschnitt 26 Prozent weniger CO2 pro Mietwagen-Buchung

Ähnlich sieht es bei Mietwagen-Reisen aus: Eine Buchung bei „billiger-mietwagen.de“ verursachte im Sommer 2021 durchschnittlich 879 Kilogramm CO2, im Jahr 2019 waren es noch 1192 Kilogramm. Der durchschnittliche CO2-Wert für die Anreise lag 2021 26 Prozent unter dem Vor-Pandemie-Niveau.

Zudem stieg die Zahl der Buchungen mit Abholort in Deutschland im Vergleich zu 2019 um 4 Prozent, und der Anteil an Mietwagen-Reisen, die unmittelbar am Wohnort begannen, erhöhte sich um 6 Prozent. Somit verkürzte sich auch die durchschnittliche Distanz zwischen Wohnort und Abholstation – sie sank um 8 Prozent von 1322 auf 1211 Kilometer.

Schloss Neuschwanstein an der Romantischen Straße.

Umfrage: 80 Prozent bevorzugen auch in Zukunft Deutschland als Reiseziel

„Das Reiseverhalten hat sich während der Pandemie enorm verändert und damit auch der CO2-Abdruck, der durch den Tourismus, besonders durch die An- und Abreise, verursacht wird“, kommentiert Frieder Bechtel, Pressesprecher von „billiger-mietwagen.de“, die Analyse. „Die Modellrechnung verdeutlicht, welche Auswirkungen die unfreiwillige Beschränkung auf Nahziele während der Pandemie hatte. Darüber werden sicherlich viele Reisende ins Nachdenken kommen, auch wenn bald wieder mehr Fernreiseziele offen sind.“

Ob das Reisen innerhalb Deutschlands auch nach der Pandemie weiterhin im Trend liegt, wird sich aber noch zeigen. Laut einer ADAC-Tourismusstudie gaben jedoch 80 Prozent an, dass für sie auch in den nächsten drei bis fünf Jahren Deutschland am ehesten als Reiseziel infrage komme.