Die Business Class ist die erste Anlaufstelle für Flugreisende, die komfortabel unterwegs sein möchten. Für den Mehrpreis gegenüber der Economy Class bekommt man schon jetzt viel geboten – und in Zukunft könnte es noch mehr werden.

Es gibt zahlreiche neue Sitzdesigns, die das Reisen in der Business Class, aber auch in der Economy Class, noch attraktiver machen sollen. Gleichzeitig spielen auch Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle, da zahlreiche Airlines bis 2050 eine neutrale CO₂-Bilanz erreichen wollen. Wie sitzt man also in Zukunft im Flieger?

Entwickelt mit Formel-1-Know-how

So wollen unter anderem die britischen Spezialisten von JPA Porduct Design solche Entwicklungen aufgreifen und haben deswegen vor Kurzem einen komplett neu gedachten Business-Class-Sitz vorgestellt. In Zusammenarbeit mit anderen Experten wurde der sogenannte „Airtek“ mit einer selbsttragenden Struktur entwickelt, die schon seit den 1990er-Jahren im Spitzenrennsport Standard ist. Dadurch ist der Sitz leichter und schlanker als ein herkömmlicher – und somit auch indirekt umweltfreundlicher.

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Treibstoff sparen durch geringes Gewicht

Denn durch das geringe Gewicht soll auch Treibstoff eingespart werden, was gut für die Umwelt und die Kalkulation der Airlines wäre. Der gesamte Aufbau des Sitzes ist so vereinfacht worden, dass sich unter der Sitzfläche ein großes Staufach fürs Handgepäck befindet. Weniger Teile und eine einfachere Produktion sollen den Sitz robust und zuverlässig machen. Viele recycelte Materialien sollen den CO₂-Fußabdruck weiter verbessern.

So könnte die Business-Class der Zukunft aussehen, wenn der „Airtek“-Sitz der Designfirma JPA Design in die Kabine eingebaut wird.

Neue Sitze sollen auch Social Distancing und Komfort bieten

Auch den hygienischen Anforderungen der Corona-Pandemie soll der Sitz Rechnung tragen. Eine hohe Rückenlehne und eine ebenso hohe Seitentür sollen nicht nur für Privatsphäre sorgen, sondern auch zum Social Distancing beitragen. Durch die offenere Bauweise soll die Luft in der Kabine zudem besser fließen können als bei üblichen Sitzen. 

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Der Komfort soll aber auch nicht zu kurz kommen. Auf der Rückseite ist Platz für einen großen Bildschirm, und je nach Bauweise finden sich leicht greifbar eine Smartphone-Halterung und Lademöglichkeiten für diverse technische Geräte. Die in der Business Class üblichen Verstellmöglichkeiten sollen ebenfalls vorhanden sein.

Da die Entwicklung des „Airtek“ schon weit vorangeschritten sei, wäre eine Verwendung in Flugzeugen schon bald möglich, so die Designer.

Diese Sitze könnte es in Zukunft in der Economy Class geben

In der Economy Class geht der Trend ebenfalls zum Leichtbau. So bietet die französische Firma Expliseat bereits seit einiger Zeit einen Sitz an, der gerade mal vier Kilogramm wiegt. Im Mittelpunkt vieler Unternehmen steht aber auch die Überlegung, den Reisenden mehr Komfort zu bieten. 

Das japanische Unternehmen Toyota Boshoku hat deswegen das Konzept „Cloud Capsules“ entwickelt. Auf  versetzt angeordneten Sitzen könntest du dann den Flug verbringen. Du musst aber nicht. Denn wo normalerweise die Gepäckablage ist, soll es kleine private Kapseln geben, die „Cloud Capsules“, in denen sich Fluggäste ausruhen, hinlegen und schlafen können. 

Die über eine kleine Treppe erreichbaren Mini-Räume sollen mit einem großen Monitor, Klimatisierung und Anschnallgurt ausgestattet werden und kommen dem Erlebnis in der Business Class damit schon relativ nah. Das Handgepäck, das unter der Decke nun keinen Platz mehr findet, könnte in Ablagefächern unter den Sitzen verstaut werden.

Bisher handelt es sich allerdings nur um ein Konzept. Ob die Airlines ihre Kabinen so radikal umgestalten wollen, wird erst die Zeit zeigen.