Im Jahr 2021 soll es schon vor dem meteorologischen Winteranfang weiß in Deutschland werden: Am Alpenrand erwartet der Meteorologe Jürgen Schmidt am Wochenende rund einen Meter Neuschnee, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Das Wochenende und der Montag werden nasskalt“, so Schmidt. Klingt nicht gerade nach weißer Winterwunderlandschaft. 

Unsere deutschen Winter können schon mal aufs Gemüt schlagen. Mit der grauen Tristesse und ungemütlichen Temperaturen verschlägt es viele von uns mit einer Decke aufs Sofa. Das sieht anderswo auf der Welt ganz anders aus – zum Beispiel in den Städten mit den extremsten Minustemperaturen der Welt. Ob sie für eine Reise taugen? Entscheide selbst. Das Leben dort ist trotz weißen Zaubers nicht immer ein Zuckerschlecken.

1. Oimjakon in Sibirien

Um die 500 Einwohnerinnen und Einwohner wohnen in Oimjakon, einem Dorf in Sibirien im Osten Russlands. Es gilt als der kälteste bewohnte Ort der Erde, und es trennen ihn 2900 Kilometer vom Nordpol. Auf seinem absoluten Kältehöhepunkt wurden hier minus 67,8 Grad gemessen, die durchschnittliche Temperatur im Winter liegt bei minus 45 Grad.

Auch ein heißes Bad, wie wir es im Winter gern genießen, ist in Oimjakon nicht ohne Weiteres möglich, denn fließendes Wasser gibt es nicht. Wer sich waschen möchte, taut einen Eisblock auf. 

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Eine Schlittenfahrt mit Rentieren in der Umgebung von Oimjakon sind ein eiskaltes Vergnügen.

2. Nur-Sultan in Kasachstan

Nur-Sultan (früher: Astana), die Hauptstadt Kasachstans, ist dreierlei: futuristisch, protzig und kalt. Die Flüsse sind hier von Mitte November bis April gefroren und Nur-Sultan gilt als frostigste Hauptstadt der Welt. Eine eisige Kälte von minus 52 Grad wurde bereits dokumentiert und die Durchschnittstemperatur liegt im Winter bei minus 15 Grad.

Durch die Lage in der feucht-kontinentalen Klimazone ist die zweitgrößte Stadt Kasachstans starken Temperaturschwankungen unterworfen. So wird es nach langen Wintern im Sommer warm und trocken.

Wintertraum: Die Nur-Astana-Moschee in Astana, der kältesten Hauptstadt der Welt.

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3. Ulan-Bator in der Mongolei

Strenger Frost bestimmt die Wintermonate in Ulan-Bator (auch Ulaanbaatar oder Ulan-Batar). Sieben Monate lang herrscht hier, in der Hauptstadt der Mongolei, Kälte bis zu 30 Grad minus. Frostiger Spitzenwert: minus 42 Grad. Mit 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern beherbergt die Stadt fast die Hälfte der Bevölkerung des gesamten Landes.

Neben dem Attribut, eine der kältesten Städte der Welt zu sein, hält Ulan-Bator noch einen anderen traurigen Rekord. Aufgrund der noch weit verbreiteten Heizweise mit Holz und Kohle ist sie eine der schmutzigsten Städte der Welt. 

Ulaanbaator zeigt sich im Winter eiskalt und unter einer Smogwolke.

4. Winnipeg in Kanada

In der Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba bleiben die Durchschnittstemperaturen ganze fünf Monate im Jahr unter dem Gefrierpunkt. Winnipeg, von seinen Bewohnern „The Peg“ genannt, ist auch die Heimatstadt von Winnie-the-Pooh – und im Winter zeigt das Thermometer hier gern minus 30 Grad an.

Die rund 660.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt leben die Kälte: Jedes Jahr gibt es den Kunst- und Architektenwettbewerb Warming Huts, bei dem Designer aus der ganzen Welt die besten Ideen für wärmende Hütten in der Kälte vorstellen. 

Blick auf ein Curling-Turnier auf dem zugefrorenen Red River vor der Skyline von Downtown Winnipeg.

5. Utqiagvik (Barrow) in Alaska

Utqiagvik (früher: Barrow) ist der nördlichste Ort der USA. Der Name der Stadt bedeutet in der Sprache der Inupiat „der Platz, wo wir Schneeeulen jagen“ und deutet damit schon auf die ungemütlichen Temperaturen hin. Unwirtliche Winde und Tiefsttemperaturen von bis zu 49 Grad minus prägen den Ort am Arktischen Ozean. 

Utqiagvik ist das Zuhause von gut 4000 Einwohnerinnen und Einwohnern und der größten Eskimo-Gemeinde in Alaska. Die traditionelle Jagd auf Wale und Robben gehört ebenso zum Alltag wie ein heller Sommer: Vom 10. Mai bis zum 2. August geht die Sonne hier nicht unter.

Barrow bietet Winteranhängern einige Highlights. Beeindruckende Eiswelten und Sonnenuntergänge sind nur zwei davon.

6. International Falls in den USA

Die Stadt International Falls in Minnesota an der Grenze zu Kanada betitelt sich selbst als Gefrierschrank der Nation. (Zugegeben, auch Fraser in Colorado beansprucht diesen Titel.) Rekordminusgrade von bis zu minus 48 Grad sprechen für sich. Die Stadt im Norden Minnesotas verzeichnet im Winter außerdem starke Schneefälle und die Durchschnittstemperatur im Januar liegt bei minus 15 Grad.

Erst im Frühjahr taut das Eis auf dem Rainy River langsam auf. Der Fluss trennt International Falls von der kanadischen Stadt Fort Frances.

7. Helsinki in Finnland

Zu den Gefriertruhen Europas zählt Finnlands Hauptstadt Helsinki. Minus 34,3 Grad wurden hier im Januar 1987 gemessen. Helsinkis Winter sind lang, schneereich und windig und der Februar gilt als der kälteste Monat des Jahres.

Das nennt man abgehärtet: Ein Mann beim winterlichen Eisbaden.

Der Winter herrscht mit Dunkelheit und rauen Temperaturen und regelmäßig friert die Ostsee hier zu. Die Finnen nutzen die Minustemperaturen für ihre Zwecke. Schlittschuh fahren auf der Ostsee, Ski fahren im Park und – für ganz Unerschrockene – eisbaden.