Zutritt nur noch für Geimpfte oder Genesene: Nachdem Österreich die 2G-Regel bereits vor einigen Tagen eingeführt hat, wird das Modell auch in Deutschland zunehmend Realität.

In Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen gilt die 2G-Regel mittlerweile flächendeckend, in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Thüringen gilt die 2G-Regel bereits in einigen Regionen. Auch Schleswig-Holstein und Thüringen setzen ab dem 22. November die Regel um. Nordrhein-Westfalen hat Pläne, Ungeimpfte künftig aus geschlossenen öffentlichen Bereichen auszuschließen. 

Doch was bedeutet das für Reisende im In- und Ausland? Können ungeimpfte Reisende ihren Urlaub stornieren?

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2G-Modell im Hotel: Ungeimpfte müssen draußen bleiben 

Zunächst: Wer keinen Impf- oder Genesenennachweis hat und zu keiner Ausnahme zählt (etwa Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen, oder Kinder), kann seinen Urlaub in einer Region mit 2G nicht antreten. Hotelbetrieben und anderen Übernachtungsstätten ist es dann schlicht nicht mehr erlaubt, ungeimpfte Urlaubende aufzunehmen. 

Das gilt nicht nur bei 2G-Regeln innerhalb Deutschlands, auch im Ausland gibt es bereits ähnliche Vorstoße: In Österreich gilt 2G seit diesem Montag, in Costa Rica werden Ungeimpfte ab Ende des Jahres vom öffentlichen Leben quasi ausgeschlossen – sie dürfen keine touristischen Angebote wie Unterkünfte oder Nationalparks mehr nutzen. Das mittelamerikanische Land führt die härtesten Regeln ein, denn selbst Genesene sind ausgeschlossen, es gilt 1G! 

Drohnenaufnahme von der Küste in Costa Rica, Mittelamerika.

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Urlaub klappt wegen 2G nicht: Reisende bleiben auf Kosten sitzen

Bitter für Ungeimpfte: Auf den Kosten bleiben sie mitunter sitzen, sagt Reiseanwalt Paul Degott dem reisereporter. „Es gilt hier das Mietrecht, da kommen Reisende nicht raus“, so Degott. „Die Absage ist ein persönlicher Grund. Es gilt als allgemein zumutbar, dass sich Menschen gegen Corona impfen lassen, daher hat der Reisende eine Wahl.“ 

Hier liege auch der Unterschied zu den Regelungen im Lockdown: Als Hotelbetriebe generell geschlossen waren, war eine Übernachtung nicht möglich. Nun sind die Hotels aber geöffnet, individuelle Befindlichkeiten machen für Ungeimpfte die Reise nicht möglich. Übernachtungsbetriebe sind deshalb nur in der Pflicht, sich an die Regelungen zu halten – sie müssen keine kostenfreie Stornierung anbieten. Lediglich Ersparnisse wie beispielsweise durch das wegfallende Frühstück muss das Hotel erstatten.

„Die Voraussetzungen sind geschaffen, den Urlaub anzutreten, jeder ist hier selbst in der Pflicht“, sagt Degott. „Jeder in Deutschland hat die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Daher sind jene, die nicht ins Hotel können, selbst schuld.“ Der Reisende muss also auf die Kulanz des Vermieters hoffen, um doch noch Geld zurückzubekommen.

Strandkörbe im Wattenmeer bei Böhl an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste.

Eingeschränkte Freizeitaktivitäten im Urlaub: Reisende tragen das Risiko

Ähnlich verhält es sich für Ungeimpfte, die in Länder reisen wollen, in denen sie im Freizeitbereich stark eingeschränkt werden. Das betrifft etwa Reisende, die mit dem eigenen Wohnmobil unterwegs sind oder Reisende, die in Ländern Urlaub machen, in denen die Hotelübernachtung für Ungeimpfte erlaubt ist, sie aber am kulturellen Leben nicht teilnehmen dürfen. 

Wer einen Partyurlaub in Ischgl oder einen Wellness-Aufenthalt in Bayern gebucht hat, nun aber wegen 2G den Urlaub nicht in der Art antreten kann, bleibt auf den Kosten sitzen. „Das ist das allgemeine Lebensrisiko, dieses Risiko gibt es bei Freizeitaktivitäten immer“, sagt Degott.