Die Corona-Lage spitzt sich in Deutschland zu. Darauf reagieren die Bundesländer mit verschärften Corona-Regeln. Einige haben bereits die 2G-Regelung aufgrund der hohen Corona-Zahlen umgesetzt. Nun soll die Regel in ganz Deutschland gelten – und zwar immer dann, wenn der Wert von drei des Hospitalisierungsindexes überschritten wird.

Das haben Bund und Länder am Donnerstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) entschieden. Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel verkündete die Details im Anschluss am selben Abend. Wir erklären, was das für Reisende und den Urlaub in Deutschland und bedeutet.

2G-Regel flächendeckend in ganz Deutschland

Für Ungeimpfte ohne Genesenennachweis wird das Reisen in Deutschland immer schwieriger – und bei Überschreiten des Hospitalisierungsindexes quasi unmöglich. Wenn der Schwellenwert drei überschritten wird, greift im Kino, in der Gastronomie, in Hotels, in Museen und bei Veranstaltungen das 2G-Modell. Der Hospitalisierungsindex gibt die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patientinnen und ‑Patienten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen an.

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Wird der Wert sechs des Indexes erreicht, müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich noch einen Test machen, um Zugang zu Freizeitveranstaltungen und ‑einrichtungen zu erhalten. Ungeimpfte sind von diesen Bereichen ausgeschlossen. Ab einem Wert von neun können Bundesländer Kontaktbeschränkungen verschärfen und Veranstaltungen absagen. 

In zahlreichen bundesländern gilt 2G bereits

Die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg setzen bereits jetzt die 2G-Regel um. Somit haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu den genannten Veranstaltungen und Orten. In Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Hendrik Wüst 2G im Freizeitbereich angekündigt. Ab Samstag gilt das 2G-Modell in Hamburg und ab kommender Woche in Thüringen sowie in Schleswig-Holstein. Das Saarland, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern planten, 2G ebenfalls flächendeckend einzuführen. Nun agieren alle Bundesländer abhängig vom Hospitalisierungsindex gleich.

Ungeimpfte können also ab einem Hospitalisierungsindex von drei selbst mit einem negativen Corona-Test nicht mehr am öffentlichen Leben in Innenräumen teilnehmen. Ein längerer Urlaub über Weihnachten oder Silvester beispielsweise an der Nordsee oder der Ostsee wäre dann nur für Geimpfte und Genesene möglich. 

Aber auch Tagesausflüge und Städtetrips gestalten sich für Ungeimpfte und Nicht-Genesene beim Überschreiten des Hospitalisierungsindexes schwierig, denn eine Einkehr in einem Restaurant wäre durch 2G dann nicht möglich, auch Museumsbesuche müssten ausfallen.

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Strandkörbe im Wattenmeer bei Böhl an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste.

 

2G-Regel im Freien: Auf diesen Weihnachtsmärkten gilt sie

Aber auch im Freien gilt mancherorts die 2G-Regel. Zahlreiche Orte öffnen ihre Weihnachtsmärkte nur für Geimpfte und Genesene. Duisburg, Bielefeld, Dortmund und Köln starten ihren jeweiligen Weihnachtsmarkt beispielsweise mit dem 2G-Modell. In Hamburg wird der Roncalli-Weihnachtsmarkt in 2G und 3G unterteilt. Überall, wo es etwas zu essen und zu trinken gibt, gilt die 2G-Regel. 

Zahlreiche Weihnachtsmärkte sollen aber auch mit der 3G-Regelung stattfinden. Das ist unter anderem in Niedersachsen und Berlin der Fall.

Ab wann gilt 3G in Bus und Bahn?

Das neue Corona-Gesetzt sieht bundesweit 3G in Bussen und Bahnen, im öffentlichen Fernverkehr mit ICE und Intercity sowie für den Luftverkehr vor. Die Regel soll „stichprobenhaft“ überprüft werden. Bereits am Donnerstagvormittag hatte der Deutsche Bundestag die neue Version des Infektionsschutzgesetzes gebilligt. Am Freitag stimmte dann der Bundesrat dem neuen Corona-Gesetz der Ampel-Parteien zu. So soll am 25. November die epidemische Lage von nationaler Tragweite auslaufen und durch einen bundesweiten Maßnahmenkatalog ersetzt werden. 

Sobald der Maßnahmenkatalog greift, müssen Reisende entweder einen Impf-, Genesenen- oder Testnachweis vorlegen. Der negative Test darf nicht älter als 24 Stunden sein. Ausgenommen sein sollen Schülerinnen und Schüler sowie die Beförderung in Taxis. Festgeschrieben werden soll auch die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder einer medizinischen Gesichtsmaske. Davon ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren.

Schleswig-Holstein: 3G-Regeln für Bus und Bahn ab 25. November

Schleswig-Holstein hatte die 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr bereits einen Tag vor der MPK beschlossen. Somit steht das Startdatum bereits fest: Ab dem 25. November dürfen in Busse und Bahnen im Land nur noch Fahrgäste einsteigen, die genesen, geimpft oder getestet sind, berichten die „Lübecker Nachrichten“. Für Restaurants, Kinos und Co. gilt schon ab dem 22. November und vorerst bis Weihnachten die 2G-Regelung, so die „Kieler Nachrichten“. 

Die Deutsche Bahn empfiehlt das Tragen einer FFP2-Maske bei Bahnreisen.

Kontaktbeschränkungen im privaten Raum – in SH ab Montag

Bei einem Hospitalisierungsindex von neun sollen die Bundesländer auch die Kontakte einschränken können. Zusammenkünfte bei privaten Treffen werden in Schleswig-Holstein bereits ab dem 22. November eingeschränkt. Treffen innerhalb geschlossener Räume sind nur noch mit bis zu zehn ungeimpften Personen zulässig. 

Auch in Baden-Württemberg gibt es verschärfte Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte seit dem 17. November: Es sind nur noch Treffen zwischen Personen eines Haushalts und einer weiteren Person erlaubt. Ausgenommen sind davon Geimpfte, Genesene und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, ebenso wie Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre.