Für manche Menschen ist es der Glaube, für andere die architektonische Brillanz: Kathedralen ziehen weltweit unzählige Besucherinnen und Besucher an. Mit ihrer Einzigartigkeit, imposanten Größe und jahrhundertealter Geschichte ist jedes Bauwerk ein Universum für sich. Wir stellen die schönsten Kathedralen in Europa vor.

1. Stephansdom in Wien, Österreich

Im Jahr 1147 wurde der Stephansdom als romanische Kirche geweiht und blieb 800 Jahre nahezu unbeschädigt. Das Wahrzeichen Wiens, von den Einheimischen liebevoll Steffl genannt, ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Südturm ist mit 136 Metern der höchste der vier Türme und kann von sportlichen Besucherinnen und Besuchern über 343 Stufen erklommen werden.

In der Türmerstube angekommen, entschädigt ein atemberaubender Blick für die Strapazen. Alternativ steht im Nordturm ein Fahrstuhl zur Verfügung, der Interessierte bis zur Plattform der Pummerin-Glocke befördert.

Die Pummerin ist ebenfalls eine Besonderheit. Nachdem ein Brand im Zweiten Weltkrieg das Bauwerk in Schutt und Asche legte und die alte Glocke in die Tiefe stürzte, wurde 1957 die neu gegossene Pummerin auf den 68 Meter hohen Nordturm aufgezogen. Mit ihren rund 21 Tonnen Gewicht und einem Durchmesser von drei Metern ist sie die zweitgrößte frei schwingende Glocke in Europa – nach dem Dicken Pitter des Kölner Doms.

107 Meter lang und 34 Meter breit: Der imposante Stephansdom in Wien gilt als eines der wichtigsten gotischen Bauwerke Österreichs.

Aktuelle Deals

2. Notre-Dame in Paris, Frankreich

Seit jeher prägt die imposante Kathedrale Notre-Dame das Stadtbild der französischen Hauptstadt Paris und ist eine der frühesten gotischen Kirchenbauten des Landes. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit liegt am Ufer der Seine auf der Binneninsel Île de la Cité, dem ältesten Viertel von Paris.

Spannendes Detail: Bei der Fassade wurde mit ineinander verschränkten Quadraten gearbeitet. Das Ergebnis ist ein Rechteck im Seitenverhältnis von zwei zu drei. Diese Proportion steht stellvertretend für die Harmonie und Ordnung des Universums.

Notre-Dame de Paris (auf Deutsch etwa: Unsere liebe Frau von Paris) ist die besucherstärkste Attraktion Frankreichs und auch aus Filmen wie „Der Glöckner von Notre-Dame“ bekannt. Als die katholische Kultstätte 2019 in Flammen stand, schaute die Welt wie versteinert auf die Bildschirme. Bis April 2024 soll die Rekonstruktion des Bauwerks abgeschlossen sein.

Eines der Wahrzeichen von Paris: Notre-Dame im Abendlicht.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

3. Kaiserdom in Speyer, Deutschland

In Rheinland-Pfalz findet sich der Speyerer Dom. Der Kaiserdom gilt als größtes romanisches Gotteshaus weltweit und beeindruckt durch seine Ausmaße ebenso wie durch seine Schlichtheit. 1981 wurde der Kirchenbau als Unesco-Welterbe gelistet – als eine der ersten Stätten in Deutschland.

65,6 Meter Höhe messen die Westtürme, die Gesamtlänge von den Eingangsstufen bis zur Ostapsis beträgt 134 Meter. Besucherinnen und Besucher können 304 Stufen erklimmen und werden auf der 60 Meter hoch gelegenen Plattform mit einem fantastischen Blick belohnt, der über die Stadt, die Vorderpfalz und bei gutem Wetter bis zur angrenzenden badischen Nachbarschaft reicht.

Doch nicht nur durch seine Größe zieht der Dom Besucherinnen und Besucher an. Auch die Innenräume sind geschichtsträchtig und beeindruckend: Die Krypta aus dem elften Jahrhundert ist die größte Hallenkrypta der Welt. Kaiser und Könige liegen hier begraben. In der schönen Altstadt von Speyer kann man nach einem Kathedralenbesuch einen Kaffee mit Blick auf das gigantische Bauwerk genießen. 

Von der Aussichtsplattform des Doms können Besucherinnen und Besucher bis zu 50 Kilometer weit in die Ferne blicken.

4. York Minster, Großbritannien

Das York Minster, auch Yorker Münster, ist die größte mittelalterliche Kirche Englands. Angesiedelt in der kleinen und verwinkelten Römer- und Wikingerstadt York, wirkt ihr Anblick besonders überdimensioniert und beeindruckend. Der Bau wurde 1472 nach etwa 250 Jahren Bauzeit fertiggestellt und präsentiert sich mit 128 Glasfenstern, die Schätzungen zufolge aus etwa zwei Millionen Glasteilen bestehen. Einige von ihnen sind mehr als 900 Jahre alt. 

Auch die Dimensionen der Glaskonstruktionen sind beeindruckend. So entspricht die Größe des Ostfensters der eines Tennisplatzes. An anderer Stelle kann das „Five Sisters Window“ bestaunt werden: Jedes der fünf Einzelfenster ist 17 Meter hoch.

Doch auch unter dem Münster gibt es geschichtsträchtige Entdeckungen: Hier wurden bei archäologischen Grabungen ein 1000 Jahre altes Wikingerhorn und Überreste einer römischen Straße entdeckt. Seit 2013 können Interessierte die Funde in der Krypta der Kathedrale besichtigen.

Das York Minster als malerische Kulisse bei Sonnenaufgang.

5. Santa Maria del Fiore in Florenz, Italien

Die Kathedrale Santa Maria del Fiore von Florenz, auch Florentiner Dom genannt, ist der Bischofssitz der Erzdiözese der Stadt Florenz in Italien. Fast zwei Jahrhunderte dauerte der Bau des heutigen Wahrzeichens der Toskana, für dessen Fassade weißer, grüner und rosafarbener Marmor verwendet wurde.

Im Inneren der Kathedrale sorgen 44 Glasbuntfenster für Sonnenlichteffekte der besonderen Art. Der Dom thront über Florenz und ist ein architektonisches Meisterwerk der Renaissance und der italienischen Gotik.

Besonders markant: die mächtige Kuppel. Sie ragt 107 Meter in den Himmel und misst 45 Meter im Durchmesser. Ein Aufstieg in die Kuppel lohnt sich. Allerdings sind für den fantastischen Ausblick 460 Stufen zu bewältigen. 1982 ernannte die Unesco die Kathedrale, die als viertgrößte Europas gilt, zum Weltkulturerbe.

Neben den Ausmaßen der Kathedrale von Florenz wirkt die umliegende Stadt winzig klein.

6. La Seu von Palma de Mallorca, Spanien

Die Kathedrale von Palma de Mallorca, von den Katalanen auch La Seu – der Bischofssitz – genannt, ist das Wahrzeichen der beliebten Ferieninsel. 61 Buntglasfenster sind in dem beeindruckenden Sandsteingebäude zu finden. Besonders imposant ist auch die Rosette am östlichen Eingangsportal. Mit ihren 1236 Glasbausteine und knapp elf Metern Durchmesser gilt sie als die größte der Welt.

Palmas Kathedrale, die auch als „Kathedrale des Lichts“ bezeichnet wird, bietet zweimal im Jahr ein faszinierendes Schauspiel. Am 2. Februar und am 11. November, jeweils gegen 8 Uhr, scheint die aufgehende Sonne genau im richtigen Winkel in die Kirche und projiziert eine zweite Rosette unter die des Eingangsportals. Zusammen bilden die echte und die projizierte Rosette eine farbenprächtige Acht.

Nur zweimal im Jahr ist dieses Lichtspiel bei aufgehender Sonne in der Kathedrale zu bewundern.

7. Veitsdom in Prag, Tschechien

Der Veitsdom in Prag ist die Kathedrale des Erzbistums Prag und Tschechiens größtes Kirchengebäude. Wie für die Besucherinnen und Besucher anderer Kathedralen gilt auch hier: Wer den Aufstieg in den Turm auf sich nimmt, wird mit einem Panorama-Blick belohnt.

99 Meter Höhe misst der Hauptturm. Von fast jedem Punkt der Stadt ist der Veitsdom zu sehen und von der berühmten Karlsbrücke aus kann er besonders schön fotografiert werden.

Die Prager Burg und der imposante Veitsdom prägen das Stadtbild von Prag.

Doch neben einem tollen Ausblick liefert die Kathedrale auch für Liebhaberinnen und Liebhaber des Prunks so einiges. Denn im Inneren des Veitsdoms lagern wahre Schätze: Hier werden böhmische Kronjuwelen aus Gold und Edelsteinen aufbewahrt.