Jeder kennt Paris und den Eiffelturm, doch Frankreich hat weitaus mehr zu bieten. Oft sind es gerade die kleinen Städte und Dörfer, die besonders pittoresk sind. Ob das mondäne Seebad an der Atlantikküste, die historische Hauptstadt der Champagne oder das kleine Dorf hoch oben in den Alpen – es gibt viele Ziele für die nächste Frankreich-Reise, die du vielleicht noch nicht kennst.

Eguisheim im Elsass

Unweit von Colmar im Elsass befindet sich das 1700-Seelen-Dorf Eguisheim. Kleine Gässchen mit den typischen regionalen Fachwerkhäusern bestimmen das Bild der unterhalb eines Bergs mit mehreren Burgruinen befindendlichen Gemeinde. Das mittelalterliche Dorf, das sich in perfekten Kreisen um die namensgebende Burg Eguisheim aus dem 13. Jahrhundert herum entwickelt hat, ist landesweit für seinen prächtigen Blumenschmuck bekannt.

So bunt wie die Blumen sind auch die Fassaden der Häuser, in denen kleine Restaurants oft zu lokalem Wein, Käse oder Flammkuchen einladen. Ein Muss bei einem Besuch ist ein Blick in die Kirche St. Peter und Paul. Besonders das Portal aus romanischer Zeit hat historische Bedeutung.

Seit 2003 gilt Eguisheim übrigens auch ganz offiziell als eines der schönsten Dörfer Frankreichs, nachdem es von einem Tourismusverband ausgezeichnet wurde.

Vitré: Stadt der Kunst und Geschichte in der Bretagne

Postkartenmotive satt bietet die französische Gemeinde Vitré in der Bretagne, die aufgrund ihres reichen bretonischen Kulturerbes auch „Stadt der Kunst und Geschichte“ genannt wird. 18.000 Menschen leben in der 500 Jahre alten Gemeinde mit viel Geschichte und religiösem Erbe. 

Hoch über der Stadt thront die Burg Vitré mit Burgmuseum, offenem Außenbereich und malerischen Zugbrücken. Auch die spätgotische Kirche Notre-Dame erlaubt eine Sicht über die Straßen und Gassen der Kleinstadt. Reste der Stadtmauer – inklusive Türmen – erinnern zudem an längst vergangene Zeiten.

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Bei einem Besuch in Vitré solltest du allerdings nicht nur die offensichtlichen Sehenswürdigkeiten ansteuern. Das Stadtbild an sich ist noch nahezu ursprünglich erhalten und viele Häuser verzaubern mit Holzwänden und großzügigen Vorhallen. 

Hoch über der Stadt thront die mittelalterliche Burg Vitré.

Auvillar in Okzitanien

Gut 900 Menschen leben in der kleinen Gemeinde Auvillar in der Region Okzitanien im Süden Frankreichs. Auf einem Hügel zwischen Tolouse und Bordeaux entstand das Dorf ursprünglich als römische Siedlung. 

Mitten durch den imposanten steinernen Uhrturm aus dem 17. Jahrhundert gelangst du ins Zentrum der Siedlung, wo du unter Arkaden aus rotem Stein flanieren kannst. Ein Highlight ist der für die Region typische kreisrunde Getreidespeicher auf dem Marktplatz. Umrahmt von toskanischen Säulen können sich Besuchende dort fast in Italien wähnen.

Ein Stück weiter gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus ein atemberaubender Weitblick über das Garonne-Tal und den gleichnamigen Fluss geworfen werden kann. 

Bekannt ist der Ort auch, weil er direkt auf dem Jakobsweg liegt. Viele Pilgerinnen und Pilger machen deswegen in Auvillar Station und besuchen die mittelalterliche Kirche Saint-Pierre, die mit ihrem Steinturm hoch über die Häuserdächer hinausragt.

Der runde Getreidespeicher bildet das Zentrum des Marktplatzes in Auvillar. Gesäumt wird er von alten Steinhäusern mit Arkadengängen, die zum Flanieren einladen.

Troyes – die historische Hauptstadt der Champagne

Direkt an der Seine im Nordosten des Landes befindet sich die Kleinstadt Troyes. Eine Vielzahl eng stehender, schmaler Fachwerkhäuser, schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster und große Kirchen machen sie für Besuchende interessant. In früheren Zeiten war Troyes die Hauptstadt der Champagne. Und auch heute noch ist sie der ideale Ausgangspunkt, um die für ihre Weingüter und den Schaumwein so berühmte Region zu erkunden.

Ausschau halten solltest du in der Stadt nach den exzellenten Restaurants und Cafés entlang des Kanals, der mitten durch die Stadt fließt. Extravagante Museen und Galerien – und besonders das Museum für moderne Kunst – bieten auch Kulturliebhabenden Anlaufpunkte.

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Lange Zeit war die Stadt von der Textilindustrie geprägt – was ihr zu einigem Reichtum verholfen hat. Das lässt sich noch heute an der vielerorts opulenten Architektur ablesen. Die alten Fabriken aus Backstein sind mittlerweile zu Wohnhäusern umgebaut, haben ihren industriellen Charme aber behalten.

Biarritz: Kaiserliches Seebad am Atlantik

Zwar kein Geheimtipp, aber eines der vielleicht schönsten Seebäder überhaupt ist Biarritz im französischen Teil des Baskenlandes im äußersten Südwesten Frankreichs. Der elegante Badeort lockt mit seiner prunkvollen Architektur und der wilden, felsigen Atlantikküste schon seit dem 19. Jahrhundert Touristinnen und Touristen an. 

Ursprünglich ein kleines Fischerdorf, hat Biarritz mehr und mehr mondänen Charakter entwickelt, nachdem Kaiser Napoleon III. es als Urlaubsort auserkoren hatte. Zwei Casinos im Art-déco-Stil, die im byzantinischen Stil erbaute orthodoxe Kirche oder das prunkvolle Luxushotel Hotel du Palais, das Napoleon seiner Frau Eugenie schenkte, zeugen davon.

Als Wahrzeichen der 250.000-Einwohner-Stadt gilt der berühmte Jungfrauenfelsen unweit des Fischereihafens. Seit 1864 steht auf seiner Spitze eine weiße Marien-Statue, die für die sichere Heimkehr der Fischer sorgen soll. Einen Abstecher dorthin kannst du zu Fuß über die vom Erbauer des Eiffelturms entworfene Brücke, die den Felsen mit dem Festland verbindet, unternehmen.

Du interessierst dich eher für die Tiere im Ozean? Bei einem Besuch des Meeresmuseums mit seinen riesigen Aquarien gibt es viel über Fische und andere Meeresbewohner zu lernen. Und auch für den Aktivurlaub ist Biarritz bestens geeignet – gilt es doch als Geburtsort der französischen Surferszene. Das raue Wasser des Atlantiks lockt die Sportlerinnen und Sportler bis heute in den Ort.

Der Gegensatz von mondänen Bauten und ungezähmter, felsiger Atlantikküste macht den besonderen Reiz von Biarritz aus.

Le Faou in der Bretagne

Bei einem Besuch in dem kleinen Dorf Le Faou in der Bretagne, das nur 1735 Einwohnerinnen und Einwohner hat, solltest du gemütlich durch die Altstadt schlendern. Aufgrund der schiefergedeckten Granithäuser aus dem 16. Jahrhundert ist der Ort nämlich besonders sehenswert. 

Außerdem kannst du die Kirche Saint-Sauveur aus dem 16. und die Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-Rumengol aus dem 17. Jahrhundert besuchen. 

Einst ein großer Schifffahrtshafen, gilt die kleine Gemeinde heute noch als Tor zur Halbinsel Crozon und dem nahe liegenden Naturpark Armorique, in dem viele schützenswerte Tier- und Pflanzenarten ihre Heimat haben.

In der Rue du General de Gaulle in der Altstadt von Le Faou prägen schiefergedeckte Granithäuser aus dem 16. Jahrhundert das Stadtbild.

Hoch über dem Abgrund bei Allonzier-la-Caille

Allonzier-la-Caille ist ein kleines Dorf nahe den Alpen und bei Touristinnen und Touristen vor allem für eine Sehenswürdigkeit beliebt: Zwei Kilometer vom Ortskern entfernt findet sich die Hängebrücke Pont de la Caille aus dem Jahr 1839. Sie führt in 147 Metern Höhe über die Caille-Schlucht und den Bach Les Usses. Die Brücke trägt den Beinamen Pont Charles-Albert, benannt nach dem König von Sardinien, der sie persönlich eröffnete.

Während der Pont de la Caille als Fußgängerbrücke genutzt wird, dient die direkt daneben gelegene Spannbogen-Brücke Pont Caquot dem Autoverkehr. Auch hier gibt es spektakuläre Aussichten.

147 Meter über einer Schlucht führt die Hängebrücke Pont de la Caille bei Allonzier-la-Caille in der Nähe der Alpen.

Brouage – das Dorf in der Festung

Brouage ist ein kleines Dorf mit lediglich 600 Einwohnerinnen und Einwohnern und liegt fast direkt an der Atlantikküste im Westen des Landes. Nur drei Kilometer vom Wasser entfernt, ist das gesamte Dorf hinter acht Meter hohen Festungsmauern erbaut worden. Früher war das Wasser noch näher und Brouage eine blühende kleine Hafenstadt. Dann zog sich das Meer im Laufe der Jahrhunderte zurück, sodass das Dorf heute von sumpfigem Marschland umgeben ist.

Damit verloren Hafen und Festung ihre Bedeutung. Brouage wurde daraufhin als Militärgefängnis genutzt. Aber 1885 zog sich die Armee endgültig zurück. Neben der einzigartigen historischen Atmosphäre lohnt ein Besuch der alten militärischen Stätten, der im Renaissance-Stil erbauten Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul und des Fahrradmuseums.

Hohe und massive Steinmauern umrunden den historischen Kern von Brouage. Das Meer hat sich zurückgezogen, die Festung ist noch da.

L’Isle sur la Sorgue – die Wasserstadt in der Provence

Knapp 20.000 Menschen leben in der Kleinstadt L’Isle-sur-la-Sorgue in der Provence im Süden des Landes. Nur etwa 30 Kilometer von Avignon entfernt, wurde der Ort ursprünglich auf einer Insel in der Mitte eines Sumpfgebietes erbaut, durch das auch der Fluss Sorgue floss. Noch heute ist das Wasser allgegenwärtig im Stadtbild. So viele kleine Kanäle durchziehen die Straßen, dass die Stadt auch „Klein-Venedig der Provence“ genannt wird.

Bei einem Besuch in L’Isle-sur-la-Sorgue solltest du durch die pittoreske Innenstadt spazieren. Auf dem Weg kannst du nach insgesamt 17 Wasserrädern Ausschau halten, die in den Kanälen stehen und früher für die Energiegewinnung genutzt wurden – und Energie wurde einige benötigt, war die Stadt doch ein Zentrum der Textilindustrie. Heute gilt sie eher als Heimat der Trödelliebhaber und Antiquitätenhändlerinnen. Auf der Ile aux brocantes gibt es allein 40 solcher Läden.

Val-d’Isère: Hoch oben in den Alpen

Auf 1800 Metern Höhe mitten in den französischen Alpen liegt das kleine Bergdorf Val-d’Isère. Zwischen den steil emporsteigenden Felsen der bis zu 3500 Meter hohen Berge finden sich im historischen Ortskern eine barocke Steinkirche und einige alte Chalets. Seinen charmanten Kern konnte sich der kleine Ort damit über die Jahre bewahren, auch als der Wintersport immer wichtiger wurde.

Heute gibt es zahlreiche Hotels und Restaurants im Dorf. Die meisten Touristinnen und Touristen lockt wohl das riesige Skigebiet Espace Killy an. Dass es in Val-d’Isère eine lange Tradition des Skifahrens gibt, wird auch darin deutlich, dass die Abfahrten der Olympischen Winterspiele 1992 dort ausgetragen wurden. Nach wie vor finden hier in verschiedenen Disziplinen Wintersport-Wettbewerbe statt.

Aber auch nach der Schneeschmelze bietet das Dorf mit der umgebenden Natur einiges. Die Bergwelt zählt zu den Top-Adressen für Mountainbiker und Kletterinnen in Frankreich. 

Talmont-sur-Gironde an der Gironde-Mündung

An der Gironde, dem breitesten Mündungstrichter Europas, befindet sich die kleine Gemeinde Talmont-sur-Gironde. Dort, wo die Flüsse Garonne und Dordogne schon zusammengeflossen sind, und kurz bevor sie gemeinsam in den Atlantik münden, haben 100 Menschen ihr Zuhause auf einer kleinen Halbinsel.

An drei Seiten von Wasser umgeben, bestimmte die Seefahrt seit jeher die Geschicke des Dorfes. Davon zeugt bis heute der große Seemannsfriedhof, auf dem viele verstorbene Seefahrer ihre letzte Ruhe gefunden haben. Auch jener, die nicht mehr heimgekommen sind, wird dort gedacht. 

Hoch über dem Wasser thront die Pfarrkirche Ste-Radegonde wie eine Trutzburg am Rand des Dorfes Talmont-sur-Gironde.

Bei einem Spaziergang solltest du die ganz in der Nähe auf einer Klippe am Rand der Halbinsel stehende romanische Pfarrkriche Ste-Radegonde aus dem zwölften Jahrhundert anvisieren. Von dort aus hat man einen beeindruckenden Ausblick über die Gironde. Auf dem Weg zurück laden einige kleine Restaurants zum Verweilen ein.